13/01/2015
Bericht Doppelmesser
Die Doppelmesser
Ich beschäftige mich jetzt seit 25 Jahren mit dem Wing Tsun und arbeite natürlich auch mit den Doppelmessern. Doch die Informationen darüber sind rar gesät und wenn doch Berichte oder kleine Videos erscheinen, sind die Informationen die sie enthalten absolut unbefriedigend. Ja, manchmal sogar äußerst lächerlich.
So wurde zum Beispiel in einem Bericht gemutmaßt, dass die Doppelmesser wohl das Werkzeug eines Kochs waren. Aber versucht mal sie in der Küche zu benutzen, das würde wohl kein vernünftiger Mensch tun, doch - vielleicht im Schlachthaus, was ich aber auch nicht glaube.
Es ist für mich auch nicht wichtig wer oder in welchen Stilen sie genutzt wurden. Interessant war der Mann oder die Frau, die diese Waffen konzipiert, entwickelt und gefertigt hat oder sich anfertigen ließ. Denn ich bin mir sicher, dass das Doppel- oder Schmetterlingsmesser speziell für den Kampf geschaffen wurde und älter ist als das Wing Tsun-System.
Es sind geniale Waffen die im Grunde genommen eine Kombination aus 5 Kriegswerkzeugen darstellt, und zwar dem Messer, der Axt, dem Schlagring, dem Schild und dann wären da noch die Haken, die sehr universell eingesetzt werden können.
Das Messer hat eine breite Klinge die nur im oberen Drittel geschliffen ist um damit andere Waffen aufnehmen und binden zu können. Da die Waffe größtenteils zum Schneiden und Hacken genutzt wird hat sie keine wirkliche Spitze, kann aber ohne weiteres zum Stoß eingesetzt werden.
Auf Grund der Größe und des Gewichtes der Messer hat ein Hieb damit die Wirkung einer Axt.
Wenn die Messer im eingeklappten Zustand am Unterarm anliegen, so sollte die Klinge bis zum Ellenbogen reichen oder sogar ein wenig darüber hinaus, um den Unterarm ganz zu schützen. So kann die Waffe wie ein Schild benutzt werden.
Das Griffstück sollte wirklich gut in der Hand liegen, da es die auftretenden Kräfte auf das Handgelenk überträgt. Nutzt man den Fangbügel wie einen Schlagring so entstehen Kräfte bis zu 500 kg, die auf das Handgelenk übertragen werden. Versucht ein paar Liegestützen mit euren Messern, wer das nicht kann hat die falschen Werkzeuge in der Hand oder überhaupt keine Kraft.
Zuletzt möchte ich die Haken erwähnen, die bei meinen Messern recht lang sind und prima über die Handgelenke geschoben werden können um diese oder die Waffe des Gegners zu fixieren.
Sollten die Messer nicht die richtigen Griffstücke haben, so hat man nach den ersten längeren Übungen Blasen die sich am zweiten Tag öffnen und mir die Freude beim Arbeiten verderben. Also schuf ich mir meine Eigenen! Es waren 40 Stunden Handarbeit die sich gelohnt haben, denn ich nehme sie zum Üben immer wieder gerne in die Hand.
Euch allen viel Spaß beim Üben mit den Halbschalen!
Mahodaro
www.mahodaro.de