18/10/2023
Auch uns ist es wichtig, nicht zu schweigen: Die Verantwortlichen der haben sich entschieden die Preisverleihung der palästinensischen Autorin Adania Shibli zu “verschieben” - vorgeblich einvernehmlich.
Die Buchmesse macht dadurch eine der wenigen palästinensischen Perspektiven unsichtbar. Diese Positionierung führt dazu, dass wir gegenüber den aktuellen Entwicklungen auf der Buchmesse nicht die Augen verschließen können und stehen unter keinen Umständen hinter dieser Entscheidung.
Wir solidarisieren uns mit der Autorin Shibli und sind bestürzt über den Umgang mit ihr.
Wir stehen solidarisch mit den Kolleg*innen, die aufgrund der geschilderten Umstände die Teilnahme absagen oder von der Messe ausgeschlossen werden.
Das zweite kritische Thema bezieht sich auf die Teilnahme gewisser Verlage: Viele von uns haben schon letztes Jahr darauf aufmerksam gemacht, wie problematisch es ist, dass rechte bis rechtsextreme Verlage eine Bühne auf der Buchmesse bekommen. Ein offizieller Sprecher der Buchmesse ordnete die Bedenken im Zusammenhang mit rechten Verlagen als „Phantomthema“ ein. Es seien ja "nur" noch drei rechte Verlage anwesend. Eine solche Aussage im Kontext der deutschen Geschichte sowie der aktuellen politischen Lage ist mehr als besorgniserregend und dürfen nicht verschwiegen werden.
Wir haben uns trotz unserer hier erklärten Kritik an der Buchmesse für eine Teilnahme entschieden. Wir sind hier, denn wir und die Aussagen unserer Bücher und Spiele gehören zu dieser Gesellschaft. Wir sind ein Zusammenschluss aus kleinen Eigenverlagen und Initiativen, die teils selbst marginalisierten Gruppen angehören und rechten Stimmen nicht das Feld überlassen werden! Unsere Solidarität gilt allen zivilen Opfern und im Sinne dieser kämpfen wir weiter für eine solidarischere und gerechtere Gesellschaft.
Wir, die Verlage bli bla blub, Nalingi, Stolzeaugen.books, Ulila, Spielköpfe und Avalino positionieren uns ganz klar gegen jegliche Form von Gewalt. Das bedeutet auch gegen jede Form rassistischer, sexualisierter, patriarchaler, antisemitischer und kolonialer Gewalt.