11/09/2026
Champion sein!
Ein Ziel, von dem viele Athleten träumen. Ein Ziel, das aber auch einsam und verbittert machen kann, wenn irgendwann nur noch die Medaille zählt.
Nach vielen Jahren im Kampfsport, einigen eigenen Titeln und Erfolgen, zu denen ich einen kleinen Beitrag leisten durfte, weiß ich eines: Wer ausschließlich den Titel im Blick hat, übersieht leicht, was auf dem Weg dorthin täglich passiert. Und verschenkt damit möglicherweise das, was unseren Sport im Kern ausmacht: Entwicklung.
Im Training entstehen Freundschaften. Daraus wächst Verantwortung füreinander. Wir lernen, zuverlässig zu sein, respektvoll miteinander umzugehen und zur Entwicklung unserer Trainingspartner beizutragen. Unser eigener Fortschritt wird auch durch Menschen möglich, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Vertrauen in uns investieren.
Gleichzeitig lernen wir uns selbst besser kennen. Wie reagieren wir, wenn etwas nicht gelingt? Können wir Kritik annehmen? Können wir uns über den Erfolg eines Trainingspartners freuen, während wir selbst mit einer Niederlage umgehen müssen?
Für mich gehört diese Auseinandersetzung genauso zum Sport wie die technische und körperliche Entwicklung. Ihr Wert lässt sich nicht an einer Platzierung ablesen.
Natürlich wollen wir gewinnen. Wir trainieren nicht mit weniger Anspruch, nur weil wir mehr als das Ergebnis sehen. Aber wenn wir alles andere dem Titel unterordnen, übersehen wir womöglich, wie viel wir auf diesem Weg bereits gewonnen haben.
Als Trainer möchte ich zu Erfolgen beitragen. Genauso wichtig ist mir, dass meine Athleten erkennen, welchen Wert ihre Entwicklung und die Menschen an ihrer Seite haben. Auch dann, wenn es für die Medaille nicht reicht.