28/09/2025
Gemeinsam Freude haben und sich selbst dabei nicht "aus den Augen verlieren" ....darum geht es. :-)
Sehr schöner Beitrag!
Wir am Hof verstehen den Beitrag als Kompliment für unsere "Arbeit" :-) DANKE !
Geschichten aus dem Karma Cottage
Auf den großen Kürbis ist einfach Verlass 🎃
Jedes Jahr um diese Zeit schreibe ich eine Geschichte, die vom großen Kürbis handelt. Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass mir die Zeremonie an Halloween sehr viel bedeutet.
Der magische Moment, wenn ich einen Brief an den großen Kürbis schreibe, auf dem ich alle meine Wünsche für das kommende Jahr notiere, um ihn dann pünktlich um Mitternacht zusammen mit Kräutern aus meinem Garten den Flammen zu übergeben, ist für mich der Höhepunkt des Jahres.
Jedes Jahr stehen andere Wünsche an, die ich vorher aber natürlich nicht verrate.
Das sollte man grundsätzlich nie tun, wenn man diese Zeremonie durchführt.
Aber jetzt kann ich euch ja verraten, dass seit vielen Jahren in diesem Brief nicht Weltfrieden und andere essentielle Dinge stehen, sondern einzig persönliches.
Zum Beispiel, dass ich wahnsinnig gerne wieder tanzen würde.
Tanzen war, seit ich denken kann, ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.
Doch mit der Zeit wurde es zunehmend schwieriger.
Irgendwann im Leben kommt der Moment, wo man sich in einem Club, sei er auch noch so trendy und exklusiv, nicht mehr wohlfühlt.
Ich hatte diesen Zeitpunkt so lange wie irgend möglich hinausgeschoben.
Aber jetzt wollte ich nicht mehr warten, bis irgend jemand anderer auf die Idee kommt, dass ich da eigentlich gar nicht mehr hingehöre.
Außerdem war es mir aus unerfindlichen Gründen plötzlich überall zu laut, zu eng... zu irgendwas.
Mich störte das Laserlicht, ich hatte keine Lust, stundenlang irgendwo in einer Schlange anzustehen, bis der Türsteher sich gnädig zeigte. Und Paartanz war leider noch nie so mein Ding.
Lange Zeit sah es aus, als ob sich der große Kürbis nicht übermäßig für meine Tanzleidenschaft interessieren würde, denn es tat sich erst einmal gar nichts.
Doch wer den großen Kürbis kennt, der weiß:
Er hat auch ein großes Herz für die kleinen Wünsche im Leben ... manchmal braucht er nur etwas länger, um sie zu erfüllen.
Irgendwann erfuhr ich durch Zufall, dass es offensichtlich in erreichbarer Nähe eine Gruppe gibt, die sich regelmäßig zum Linedance zusammenfindet.
Und wie das manchmal so ist, ignorierte ich diese Info zunächst.
Was sollte das für eine Gruppe sein?
Tatsächlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet in Nordbayern die Art Linedance getanzt würde, die mir persönlich vorgeschwebt hätte.
Also am liebsten auf Holzboden, vielleicht mit Kronleuchtern und zu Musik, die ich auch mag. Nichts gegen Country, aber Country steht nicht auf der Top-Liste meines Musikgeschmacks. Und so vergaß ich es wieder.
Der große Kürbis blieb hartnäckig.
Er machte mich ein zweites Mal darauf aufmerksam.
Diesmal stolperte ich zufällig über einen Post dieser Gruppe auf Facebook.
Menschen, die tanzten und offensichtlich großen Spaß hatten.
To make a long story short:
ich fasste mir ein Herz und schrieb dort spontan hin, ob ich nicht einmal vorbeikommen könnte.
Ich hatte noch nie vorher einen Schritt Linedance probiert.
Rückblickend war das also ziemlich mutig, vielleicht auch dezente Selbstüberschätzung.
Soo einfach ist es nämlich nicht.
Doch es war genau das Richtige.
Während ich diese Geschichte schreibe, bin ich noch etwas angeschlagen,
denn auch dieses Wochenende habe ich viele Stunden auf einer Linedance-Party getanzt.
Ihr habt es sicher schon erraten, der große Kürbis hat mir Wunscherfüllung Deluxe gewährt.
Es gibt viele verschiedene Arten von Linedance und viele verschiedene Gruppen.
Manche tanzen in abgewohnten Turnhallen. Manche halten sich in der Musikauswahl einzig an Country-Musik.
Viele sind sehr auf die traditionellen Tänze und die exakten Schrittfolgen bedacht.
Und wieder andere Gruppen tanzen schon seit Jahren zusammen, es ist also schwer möglich, eben mal als Quereinsteiger dort einfach aufzuschlagen.
Der große Kürbis hatte an alles gedacht.
Meine Gruppe tanzt und trainiert in einer zauberhaft ausgestatteten Scheune auf solidem Holzboden.
Dort hängen Jugendstilspiegel und ein riesiger Kronleuchter strahlt von der Decke. Es ist eine supernette Community und mittlerweile bin ich dort mehrfach die Woche.
Das Beste daran, sie tanzen die meiste Zeit genau zu meiner Lieblingsmusik.
All die Songs, zu denen ich in den 70er, 80ern, 90ern und 2010er Jahre in Clubs getanzt hatte, klingen jetzt dort aus dem Lautsprecher, denn die Linedance-Tänze werden entsprechend angepasst.
Das heißt, wir tanzen die klassischen Tanzschritte, aber zu Musik unserer Wahl. Win-win für mich.
Und dann wären da noch die Linedance-Partys.
Oh, die Partys 🥰.
Seit geraumer Zeit bin ich an den Wochenenden auf diesen Partys unterwegs.
Es sind geschlossene Veranstaltungen ohne Gedränge, ohne Laser-Effekte, ohne stundenlanges Türstehen, in schöner Umgebung und in einem Umfeld, in dem ich mich frei und sicher bewege.
Dort lerne ich ständig neue Leute kennen, bewege mich an einem Wochenende mehr, als ich mich sonst die ganze Woche bewegt habe.
Und Stück für Stück wurde Linedance zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens.
Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich jemals "ohne" ausgekommen bin.
Außerdem entwickelte ich für meine Verhältnisse ordentlich Ehrgeiz und Disziplin.
Wer wirklich Freude an diesem, ... man kann es durchaus Sport nennen, ... haben will, der muss dranbleiben, der muss beständig üben.
Der darf sich nicht entmutigen lassen, wenn es anfangs so aussieht, als würde man mit einem Zauberwürfel kämpfen und nie lernen, wie das Ganze funktioniert.
Ist diese Phase erstmal überwunden, dann kommt Spaß pur.
Ich strahlte gestern, als ich mir das Veranstaltungsbändchen ums Handgelenk legen ließ und musste über mich selbst schmunzeln.
Am Tag zuvor hatte ich mir nämlich beim Balkon-Streichen übel den Daumen gestaucht. Er war blau und angeschwollen.
Obwohl er sich deshalb nicht so einfach dekorativ in die Gürtelschlaufen beim Tanzen schieben ließ, musste er da durch - weil ich die entsprechende Tanzhaltung einfach so cool finde. Sie sorgt nämlich dafür, dass man leichter aufrecht bleibt.
Ich trug weder Party-Kleidchen noch ein anderes fancy Outfit, auch keine Stilettos zum Tanzen. Sondern Jeans, Westernstiefel und ein Leinen Oberteil. Man kommt ziemlich ins Schwitzen dabei. Leinen ist perfekt.
Auch das gefällt mir so gut am Linedance.
Wichtig ist einzig, dass man Spaß hat und sich wohlfühlt.
Wenn ich in diesem Jahr meinen Halloween-Wunschzettel den Flammen übergebe, wie es aussieht, werde ich das wieder in Athen tun, (aber das wird eine andere Geschichte), dann darf ich nicht vergessen, mich beim großen Kürbis dafür zu bedanken.
Auch wenn 2025 ein äußerst anstrengendes Jahr war, nicht nur für mich, ich glaube für so ziemlich alle, sollten wir darüber nie vergessen, was wir auch Schönes erleben.
Dankbarkeit ist die mächtigste Kraft im Universum. Gleich nach Frequenz und Schwingung 🎃🎶