06/03/2021
Kein kleiner Mensch kommt ängstlich zur Welt. In den ersten vier Lebensjahren ist jeder ein Forscher, Erfinder, Künstler und Heiliger. Da ist das archaische, unbeschnittene Potenzial des Ungezähmten und die Großzügigkeit eines Gottes. Alles will entdeckt werden, keine künstliche Grenze hält die Neugier. Nichts ist unmöglich, das Leben bunt und fantastisch.
So hätte es bleiben können. So hätte es bleiben sollen. Denn die meisten von uns wären heute wesentlich großartiger, wenn uns unsere Eltern mehr zugetraut hätten.
Es ist wichtig, einem Kind diverse Gefahren zu verdeutlichen. Es ist unerlässlich, ihm soziale und ethische Grundlagen zu vermitteln. Aber es ist nicht okay, einem Kind zu sagen, was möglich und was unmöglich ist. Kein Mensch hat das Recht, mit dem Rotstift der eigenen Beschränktheit durch die Seele eines anderen zu wandern, um dort Träume und Ambitionen zu redigieren.
Wenn du dein Kind liebst, dann bietest du ihm durch dich Anleitung, lässt ihm aber seine Großartigkeit. Erzähle ihm nicht, wie seine Chancen stehen, denn die kennst du nicht. Sperre es nicht in einen vergoldeten Käfig falscher Sicherheit und stutze niemals seine Engelsschwingen.
Sei viel besser der Wind unter ihnen. Traue deinen Kinder mehr zu als dir selbst. Denn du hast dereinst deinen Meister gezeugt.
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In Liebe,
der Andersmensch