29/07/2021
Willkommen in Jena, "wo man Galle speit und Eisen frisst" 😉
Das 18. und auch die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts kennt noch die namentliche Trennung der Studenten in "Renommisten" und "Stutzer/Pomadehengste". Bezeichnet wurden so auf der einen Seite die Kommilitonen, die weniger Wert auf modisches Aussehen legen und in Kleidung und Benehmen lieber etwas wüst, derb und grob gekleidet daherkamen (also "renommieren") und andererseits diejenigen, welche, sich herausputzten und Wert auf Eleganz legten. Während die Großstadt Leipzig eine Hochburg der Stutzer war, galt Jena als Renommistennest, "wo man Galle speit und Eisen frißt".
Ein letzter Anklang dieses - heute würde man ihn vielleicht rustikal nennen - Stils sehen wir bei diesen Vertretern der Burschenschaft Germania Jena - Aufnahme um 1885, nachträglich coloriert.
Und wer heute genau hinsieht, der wird bei den Korporierten anhand von BWLer-Windel, abgerockten Barbouretten usw. sehen, daß beide Gruppen irgendwie immer noch existieren.
(Bild mit Dank an die Germania Jena)
21/03/2021
Otto von Bismarck hatte aus einem preußischen König den deutschen Kaiser Wilhelm I. gemacht. Dafür wurde Bismarck heute vor 150 Jahren, also am 21. März 1871 zum Reichskanzler ernannt – genauer: zum allerersten Kanzler des Deutschen Reiches. Seine historische Dimension lässt sich auch daran erkennen, dass es für ihn in unserem Land bis heute die meisten Denkmäler gibt. Unsere Karte zeigt, wo und wie viele. Warum das so ist? Antworten in unserer Doku „Große Gestalten: Von Heinrich IV. bis Otto von Bismarck“: https://kurz.zdf.de/I4q/
04/03/2021
Jena vor 💯 Jahren: Semesterschluß
Wenn die studentischen Verbindungshäuser die Flaggen niederholen, so ist das immer das Zeichen dafür, daß das Semester zu Ende geht. Die meisten Studenten haben bereits zur Monatswende Jena verlassen, um für den angerissenen Monat die Miete zu sparen. Mehr als einst, wo sich es viele der jungen Herren zweimal überlegten, ob es sich mit ihrer Würde als künftiger Doktor wohl vereinbare, ob es schicklich sei, ihr Gepäck selbst zu tragen, sieht man sie jetzt ihre Lasten nach den Bahnhöfen verbringen.
Obwohl Jena zu den ausgesprochenen »Sommeruniversitäten« gehört, so bedeutet doch eine Besuchsziffer von rund 2800 in dem ablaufenden Wintersemester einen Höhepunkt, die die Sommerziffern der Friedensjahre übertrifft.
18/01/2021
Heute feierten wir das 150-jährige Jubiläum der Gründung des deutschen Nationalstaates. Am 18. Januar 1871 wurde mit der Ausrufung des Deutschen Kaiserreiches eine zentrale Forderung der burschenschaftlichen Bewegung erfüllt - die Einheit des deutschen Vaterlandes.
Auch wenn das Kaiserreich keine parlamentarische Demokratie war, so gab es doch mit der Einrichtung des Reichstags ein mächtiges Verfassungsorgan, das ein für damalige Zeiten relativ hohen Grad an demokratischer Mitsprache ermöglichte. Auch kann man das Kaiserreich nach zeitgenössischen Maßstäben durchaus als modernen und funktionierenden Rechtsstaat bezeichnen. Die Reichseinigung führte zu nötigen Vereinheitlichungen im Rechts- und Wirtschaftssystem, wodurch es in den darauffolgenden Jahren gelang, Deutschland von einem zerklüfteten Agrarstaat zu einem modernen und aufstrebenden Industriestaat zu wandeln, während gleichzeitig der Sozialstaat erfunden wurde, um die Spannungen durch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel abzufangen. Besonders hervorzuheben, gerade aus der Sicht eines Akademikerverbandes, sind die wissenschaftlichen Errungenschaften, welche im Deutschen Kaiserreich und an deutschen Universitäten gelungen sind. Um 1900 ging ein Drittel aller Nobelpreise nach Deutschland. Diese und weitere Leistungen, welche das deutsche Volk als im Kaiserreich organisierte Einheit vollbracht hat, dürfen heute gefeiert und auch zum Vorbild genommen werden.
Bild: Die Proklamation des deutschen Kaiserreiches in Versailles von Anton von Werner, Fassung für Otto von Bismarck, Öl auf Leinwand.
16/08/2020
Mit dem Urburschenschafter-Denkmal auf dem Eichplatz 🍻 ;)
Jena vor 💯Jahren – Bierpreis-Abbau 🍻
Die Städtische Brauerei zu Jena kann Mitte August 1920 den Wegfall der bisherigen Dünnbiere vermelden.
»Es werden ab sofort nur 4 ½ %ige Biere – hell und dunkel – ausgeliefert. Die Wiederverkäufer städtischer Biere verkaufen das Glas Bier vom gleichen Tage an um 25 Pfennige billiger.
In der Hoffnung, daß das stärker eingebraute Bier und der Preissnachlaß auf den Bierabsatz fördernd wirkt, wird die Brauerei eine größere Gerstenzuteilung anstreben.« Festlichen Bierkneipen auf dem Eichplatz stand also nichts mehr im Wege … /KP
01/04/2020
Alles Gute zum 205. Geburtstag, Otto von Bismarck!
20/03/2020
Gestern jährte sich der „schwärzeste Tag in der Jenaer Geschichte“ zum 75. Mal.
In einem Großangriff warfen 197 amerikanische B-17-„Fliegende Festungen“ der 3. Luftdivision der 8. U.S. Air Force von 13:17 bis 13:32 Uhr etwa 800 Brand-, Phosphor- und Sprengbomben (über 560 Tonnen) vor allem über der Innenstadt ab. Ihr Ziel war die optische Industrie, das Zeiss-Werk erhielt sechs bis zehn Treffer, das Schott-Werk sechs. Im Stadtgebiet erfolgten über 1.000 Explosionen, aber auch die Ortsteile Winzerla, Wöllnitz, Lobeda und das Kernberg-Viertel wurden getroffen. Das Stadtzentrum, in dem sich ein verheerender Flächenbrand entwickelte, wurde total vernichtet, mit ihm auch die meisten der ältesten und bedeutendsten Gebäude Jenas wie der Burgkeller, die Kollegienkirche (Universitätskirche), das Stadtmuseum in der Weigelstraße, die Rats-Apotheke und leider auch unser Germanenhaus am Markt - keine zehn Jahre alt. Noch tragischer die Todesopfer, deren wirkliche Zahl unbekannt ist, wohl deutlich über 800.
Jena war nach Nordhausen die am stärksten zerstörte Stadt Thüringens, insofern ist heute nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch des Dankes an all die, die dazu beigetragen haben, dass Jena wieder so prächtig auferstanden ist. Und prächtig soll es bleiben, insofern werden wir alles dafür tun, dass dies weder von rechten noch von linken Chaoten und Extremisten gefährdet wird.
Auch die Corona-Epidemie werden wir überstehen, wenn wir uns vernünftig verhalten. Auch daran, dass schwere Zeiten immer überwunden werden können, soll der traurige Jahrestag uns erinnern. Bis es soweit ist, sind alle öffentlichen und internen Veranstaltungen der Burschenschaft Germania vorerst abgesagt.
Foto: (Frank Döbert) Jena 1945 - Blick vom heutigen Jenoptik-Hochaus auf das zerstörte Zeiss-Werksgelände und die Innenstadt. Vorn rechts der sogenannte Bau 15. Das 42 Meter hohe Gebäude gilt als ältestes Hochhaus Deutschlands.
07/02/2020
Wir bedanken uns bei der CDU Jena für die solidarische Verlautbarung und dafür, dass unsere Forderung an die Politik, sich Gedanken um den Schutz unseres Vereinslebens zu machen, zumindest gehört wurde.
Nun hoffen wir, dass die Debatte in den Stadtrat getragen wird und am Ende auch konstruktive Lösungen gefunden und durchgesetzt werden. Wir bleiben dran!
➡️ Es waren ohne Zweifel ereignisreiche Tage in Thüringen. Auch wir sind und waren völlig baff von den Ereignissen der letzten Tage.
➡️Trotzdem heiligt der Zweck nicht die Mittel. In der vergangenen Nacht wurden Studentenverbindungen in Jena erneut massiv und systematisch angegriffen. Drei unterschiedliche Verbindungen sind Ziel von Angriffen geworden, in einer einzigen Nacht.
Unser Jena, reich an stolzer studentischer Tradition, zu der ohne Zweifel auch die Studentenverbindungen gehören, wird so erneut in ein beschämendes Licht gerückt.
➡️ Es ist untragbar für unsere Stadt, dass dieser Zustand weiter anhält. Die Stadt und alle Fraktionen im Stadtrat müssen sich Gedanken machen, wie wir die Studentenverbindungen besser schützen können.
02/02/2020
Die Universität Jena wird heute 462 Jahre alt! 🥳
Der Lehrbetrieb des von Kurfürst Johann Friedrich I. (auch bekannt als Hanfried) gegründeten Collegium Jenense wurde sogar schon 1548 aufgenommen. Das kaiserliche Universitätsprivileg erhielt die Hohe Schule schließlich im August 1557. Die feierliche Eröffnung fand zu Mariae Lichtmess statt – am 2. Februar 1558. Dieser Tag gilt seitdem als Gründungsdatum unserer Universität. 🎊🎂🎈
Mehr zur langen Geschichte der Uni Jena 👉 https://www.uni-jena.de/Universit%C3%A4t/Geschichte.html
12/06/2019
Heute jährt sich die Stiftung der Urburschenschaft in Jena zum 204. Mal.
Die Vorbereitungen zum Stiftungsfest am Wochenende laufen auf Hochtouren.
Studentenverbindung: Die „Ur-Burschenschaft“ wird gegründet - WELT
Die „Ur-Burschenschaft“ wird gegründet
29/05/2019
Von Freitag, den 24. Mai, auf Samstag, den 25. Mai, besuchten wir Heidelberg, die schöne Studentenstadt am Neckar.
Eingeladen waren wir von unserem lieben Kartellbund Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg. Gemeinsam mit der Burschenschaft Derendingia zu Tübingen feierten wir am Freitag eine Kreuzkneipe und nutzten den Samstag, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenzulernen.Vielen Dank dafür, liebe Meos!