28/08/2026
DU KANNST GANZ OBEN STEHEN.
ABER ALLEINE KOMMST DU NICHT VORAN.
Beim Fischerstechen am Tegernsee steht einer hinten auf einer kleinen Plattform – mit einem langen Stab in der Hand. Sein Ziel: den Gegner ins Wasser zu stoßen.
Auf den ersten Blick scheint es, als käme es vor allem auf ihn an.
Doch vor ihm sitzt seine Mannschaft.
Fünf Männer rudern. Gemeinsam. In alten, schweren Booten, in die teilweise sogar Wasser läuft. Jeder muss mitziehen. Sie müssen ihren Rhythmus finden, aufeinander achten und sich aufeinander verlassen können.
Nur wenn sie als Mannschaft funktionieren, kommt derjenige auf der Plattform überhaupt in die Position, in der er seine Aufgabe erfüllen kann.
Und irgendwie ist es im Leben genauso.
Wir können viel alleine schaffen. Wir können stark, unabhängig und mutig sein. Aber wir Menschen sind nicht dafür gemacht, alles alleine zu tragen.
Wir brauchen Menschen, denen wir vertrauen.
Menschen, bei denen wir uns sicher fühlen.
Menschen, die mit uns in dieselbe Richtung rudern – und manchmal auch solche, die weiterrudern, wenn uns selbst gerade die Kraft fehlt.
Denn wirkliche Freiheit entsteht für mich nicht dadurch, dass wir niemanden brauchen.
Sie entsteht dort, wo wir uns sicher und verbunden fühlen – und uns gerade deshalb hinauswagen können.
Und genauso, wie wir Menschen brauchen, die für uns da sind, dürfen auch wir Teil einer Mannschaft sein: mittragen, unterstützen, Sicherheit geben und unseren Teil dazu beitragen, dass das gemeinsame Boot vorankommt.
Wer sitzt in deinem Boot?
Und für wen ruderst du mit?