Schulreiterei Engelbrecht

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31/01/2024

So, nun ein letztes Statement zu dem Thema FN und Hobby Horsing. Dann steig ich aus, denn ich habe beschlossen, mich nicht mehr aufzuregen…

Zur Klarstellung:
• Ich habe nichts gegen Hobby Horsing. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Ich habe nur was gegen Hobby Horsing unter dem Dach der FN. Warum, das habe ich schon in meinem ersten Post klar dargestellt. Hier noch mal in Kürze: Die FN, die Landesverbände und der gesamte Pferdesport haben ganz andere Probleme (Tierschutz/Tierwohl, gesellschaftliche Akzeptanz, Erhalt des Pferdes, Erhalt der klassischen Reitlehre, Fehlentwicklungen in der Ausbildung, Fehlentwicklung in der Richterei etc.) und sollten sich nicht auf etwas stürzen, was mit Pferden so gar nichts zu tun hat.

• Ich habe auch überhaupt nichts gegen Spielen mit dem Steckenpferd für Kinder. Im Gegenteil. Derartige Spiele sind ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung, das weiß ich – so wie viele andere auch – aus meiner eigenen Kindheit und darüber hinaus aus meinem Blickwinkel als Sportwissenschaftlerin. Denn da habe ich mich auch intensiv mit diversen Spieltheorien befasst. Aber Spiele wie die mit Steckenpferdchen gehören (sport)pädagogisch zu den sogenannten Symbolspielen für kleine Kinder, die sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie NICHT in ein Regelwerk gepresst sind. Im Gespräch mit Eckart Meyners über dieses hölzerne Thema geht er als FN-anerkannter Experte sogar soweit zu sagen, dass eine Einbettung in ein solches Regelwerk – ganz gleich ob in WBO, APO oder auch in Regeln der Hobby Horse Community – ein Verbrechen an den Kindern sei. Ich zitiere: „Hier wird Kindern eine wichtige Phase ihrer kindlichen Entwicklung genommen. Das ist Vergewaltigung der Phantasie.“

• Das ‚pädagogische Verbrechen‘ haben die Hobby Horser letztlich selbst vorgenommen. Warum muss aber die FN auch noch darauf anspringen?

• Steckenpferdspiele im Reitverein sind ja o.k. - aber warum via verbandlichem Regelwerk und mit dem Namen Hobby Horsing? Reicht es nicht als Spielangebot für die Kleinsten? Dagegen ist ja überhaupt nichts einzuwenden. Aber dann ging es um spielerisches Erkunden und Lernen, nicht um Leistungsvergleiche.

• Die FN argumentiert damit, Hobby Horsing sei eine gute Möglichkeit, kleine Kinder in die Reitvereine und damit früher oder später ans Pferd zu bringen. Das sehe ich anders. Wenn Hobby Horser aufs Pferd umsteigen gehen sie dem Hobby Horsing verloren. Das wäre also nicht im Sinne der Hobby Horser. Hobby Horsing versteht sich als eigenständiger Sport /Leistungssport mit eigenen Regeln, eigenen Prüfungen (die allerdings mal eben aus dem Reitsport entliehen/geklaut wurden) und mit dem Anspruch, irgendwann olympisch zu werden. Ein entsprechender Antrag liegt wohl schon vor. Deshalb sind im Hobby Horsing auch Jugendliche und Erwachsene aktiv. Alles o.k. - aber das gehört irgendwo in die Leichtathletik oder in einen allgemeinen Sportverein/verband…

• Hobby Horse soll laut Verbänden eine Einstiegs-Möglichkeit für Familien sein, die sich den Reitsport nicht leisten können. Ja – solange sie beim Hobby Horsing bleiben. Durch Steckenpferde werden reale Pferde und reales Reiten nicht billiger.

25/12/2023
11/11/2023

Als Reitlehrer begegnen einem so manche Kuriositäten. Solch eine Kuriosität erleben wir beim Leichttrabens auf dem „richtigen“ oder dem „falschen“ Fuß. Gemeinhin wird gelehrt, dass es in der Reitbahn ein Leichttraben auf dem richtigen Fuß gibt- und der Trab auf dem falschen Fuß zu vermeiden ist. Soweit so gut.

Wie so oft im Leben ist es aber interessant und aufschlussreich einen Blick in die Historie zu werfen um Sachverhalte zu verstehen, daher haben wir uns mit der Entwicklung des Leichttrabens beschäftigt:

Bis zur Zeit von Seydlitz (bedeutender Kavallerieführer Preußens, um 1760) wurde im damaligen Deutschland auf Märschen im Sitzen oder in den Bügel stehend getrabt, während die Franzosen überwiegend im Galopp lange Strecken zurücklegten. Die Erfindung des Leichttrabens ist aber den früheren englischen Postkutschenreitern zu verdanken, die tagelang auf den linken Pferden der Vierer- bzw. Sechserzügen ritten. Kilometerlanges Aussitzen im Trabe war übermäßig anstrengend für Pferd und Reiter. Und so begonnen sie jeden zweiten Trabschritt aufzustehen. Heutzutage ist der Begriff „posting“ bei den Engländern ein gebräuchlicher Begriff für das Leichttraben. In Deutschland wiederum nannte man das Leichttraben „Englischtraben“, da der Trend ja von England herüberschwappte. Somit fand es im vorigen Jahrhundert bei den Kavalleriereitern mehr und mehr Einzug. Schließlich konnten so nun auch eher ungeübte Kavalleristen schnell zu Pferd an den Feind ziehen.

Bis zu dieser Zeit gab es aber kein Leichtraben auf dem richtigen oder falschen Fuß. Was hat nun genau dazu geführt, dass es gegenwärtig ein Traben auf dem richtigen Fuß gibt?

Laut Rolf Becher soll es sich in etwa so zugetragen haben:

Als ein Kavallerieinspekteur sich die Englischtrab-Künste der Kavalleristen anschauen und überprüfen wollte, ließ der Schwadronenchef die Reiter in der Bahn antreten und leichttraben. Der Inspekteur war erfreut und befahl ein weiteres Zulegen im Trabe (entspräche dem heutigen Mitteltrab). Nun kam es aber zum Drama, denn nahezu die Hälfte der Pferde galoppierten in den Wendungen an. Der verärgerte Inspekteur befahl das Problem schleunigst abzustellen. Es folgte ein Beraten der Reitlehrer, wie man diese missliche Situation vermeiden könne. Nach langem hin und her fanden sie heraus, dass leichtgetrabt wurde ohne zu Beachten auf welchem Fuß. So trabten eben einige auf dem inneren Vorderbein leicht, andere auf dem äußeren. Durch Zuschauen und Ausprobieren kamen sie zu der korrekten Schlussfolgerung, dass die Pferde, die auf dem inneren Vorderbein leichtgetrabt wurden (d.h. die Reiter standen auf, als das innere Vorderbein nach vorne schwang), in den Wendungen angaloppierten. Es wurde also beschlossen, fortan nur noch auf dem äußeren Vorderbein leichtzutraben - was dem heutigen Traben auf dem „richtigen Fuß“ entspricht -und die Pferde galoppierten in den Wendungen nicht mehr an.

Auf diese Art und Weise wird bis in die heutige Zeit in der Bahn leichtgetrabt, der eigentliche Sinn und Zweck wie es zu dem richtigen oder falschen Fuß kam, wurde mehr oder weniger vergessen.

Statt dessen wird dogmatisch unterrichtet, gelehrt, geschrieben und geglaubt dass ein Leichttraben auf dem äußeren Vorderbein das einzig richtige sei. Die Begründungen dazu fehlen oft ganz oder es heißt, dass das innere Hinterbein in Wendungen durch das Aufstehen entlastet werden muss, obwohl es den Sinn, das innere Hinterbein zum vermehrt aktiveren Vortreten ganz und gar verfehlt. Denn genau das war ja damals der Grund, warum man sich bei fleißigen Pferden in der Kavallerie, die beim vermehrten Treiben angaloppierten, zum Leichtraben auf dem äußeren Fuß entschied: um das vermehrte Untertreten bei Pferden mit viel Vorwärtsdrang nicht noch mehr zu unterstützen.

Wie kann man sich also erklären, dass die Pferde, die auf dem inneren Vorderbein leichtgetrabt werden, offenbar fleißiger fußen?

Dafür schauen wir uns den Trab einmal genauer an: Der Trab ist ein Zweitakt und gekennzeichnet durch eine diagonale Fußfolge. Er hat vier Phasen, wobei zwei davon Schwebephasen sind und sich kein Huf auf dem Boden befindet. Also linkes Vorderbein schwingt gleichzeitig mit dem rechten Hinterbein vor, dann folgt eine Schwebephase, dann folgt das Landen auf dem linken Vorderbein mit dem rechten Hinterbein, während das rechte Vorderbein mit dem linken Hinterbein durchschwingt. Dann folgt wieder die Schwebephase.

Diesen Zweitakt macht man sich also beim Aufstehen und Einsitzen zunutze. Was passiert dabei aber mit dem Unterschenkel des Reiters? Er kommt beim Einsitzen automatisch an den Pferdebauch heran. Beim Aufstehen dagegen geht der Unterschenkel vom Pferdebauch weg. Dies ist der Sitz, der aus sich selbst heraus treibt, das Pferd holt sich die natürliche treibende Hilfe selbst ab. Es kann also nur beim Einsitzen getrieben werden. Beim Aufstehen treiben zu wollen ist schwierig und ist wider der natürlichen Bewegungsmechanik.

In jeder Reitvorschrift steht geschrieben, dass sich nur dasjenige Hinterbein treiben lässt, welches gerade abgefußt hat und in der Luft ist. Ein stützendes Hinterbein, welches die ganze Last trägt, kann keinen treibenden Impuls umsetzen. Wenn man sich diesem Fakt bewusst ist und dazu noch, wann beim Leichttraben aus dem natürlich Sitz getrieben werden kann (nämlich beim Einsitzen), wird alles ganz klar und logisch.

Zusammengefasst lässt sich also feststellen, dass es überhaupt keinen „falschen“ oder „richtigen“ Fuß beim Leichttraben gibt. Es ist aber falsch (weil wirkungslos) ein Hinterbein aktiv treiben zu wollen, welches gerade das Stützende ist. Es ist unsinnig, treiben zu wollen, während der Sitz das in dem Moment kaum zulässt (beim Aufstehen). Es ist also eine Frage der Situation, wann man beim Leichttraben eine Treibehilfe sinnvoll anwendet: habe ich ein stürmisches, fleißiges Pferd in der Bahn, kann ein Leichttraben auf dem äußeren Vorderbein durchaus sinnvoll sein. Bei einem triebigen Pferd hingegen muss ich das innere Hinterbein zum vermehrten Untertreten animieren und trabe daher auf dem inneren Vorderbein leicht, oder bei der Korrektur eines schiefen Pferdes, welches mit dem inneren Hinterbein nach innen am Schwerpunkt vorbei tritt, trabe ich natürlich ebenso auf dem inneren Vorderbein leicht.

Abschließend lehrt uns diese Anekdote aber auch, dass ein Hinterfragen und Reflektieren von Vorschriften und Dogmen unerlässlich ist wenn man für und mit dem Pferd reiten möchte. Oder wie es Immanuel Kant uns schon gelehrt hat: habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Mehr lesenswertes auf: www.dimitri-zara.de

Hallo Pferdefreunde Wir suchen ab sofort auf der Reitanlage in 02627 Baschütz Unterstützung bei der Pferdeversorgung. Ih...
25/10/2023

Hallo Pferdefreunde
Wir suchen ab sofort auf der Reitanlage in 02627 Baschütz Unterstützung bei der Pferdeversorgung. Ihr bewohnt ein möbliertes Zimmer mit Dusche, könnt euer Pferd mitbringen und bekommt Unterricht auf eurem Pferd oder Schulpferden.
Optimal wären 3 Monate aber auch kürzere Zeiträume ab einer Woche sind ab sofort möglich.
Vor Ort ist kein Auto erforderlich, ein Fahrrad kann gestellt werden und Einkaufsmöglichkeiten sind wenige Minuten entfernt erreichbar.
Schreibt mich gern per WhatsApp unter
01522 7242848 an.

02/10/2023
27/09/2023

Lehndorff-Vorträge im Hauptgestüt Graditz

Das Leben und Wirken der Familie von Lehndorff, die das Geschehen in Graditz und in der deutschen Pferdezucht über Generationen hinweg geprägt hat, steht im Zentrum der Vortragsreihe im Hauptgestüt Graditz. Beginnend bei Georg Graf von Lehndorff (Leiter Gestüt Graditz 1866 – 1906) als einem der bedeutendsten Hippologen weit über seine Lebenszeit hinaus, über dessen Sohn Siegfried (Leiter Gestüt Graditz 1906 – 1922) mit Frau Maria sowie deren Kindern, bis hin zu Hans Graf von Lehndorff und in die Gegenwart zu Carl Graf von Lehndorff.

Die Gäste erwartet ein interessanter Vortrag mit historischen Bildern und Zeitdokumenten im Schloss des Hauptgestütes sowie ein Rundgang durch das Gestüt selbst. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch bei Kaffee und Kuchen. Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Gestütshauptwärter Michael Beyer.

Termine 2023 / 2024
• Samstag, 25. November 2023 um 13:30 Uhr
• Samstag, 30. Dezember 2023 um 13:30 Uhr
• Samstag, 27. Januar 2024 um 13:30 Uhr
• Samstag, 24. Februar 2024 um 13:30 Uhr
• Samstag, 30. März 2024 um 13:30 Uhr

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich.
Die Kosten betragen 20 Euro (ohne Verpflegung).
Anmeldung per E-Mail: [email protected]
oder Telefon: 03421 703510.

Wir freuen uns auf interessierte Teilnehmer.

02/05/2023

Rund 30 Reiter trafen sich zum vertikalen Stammtisch in 02627 Baschütz auf dem Reiterhof Müller. Mit Unterrichtseinheiten ging es 8 Uhr los, anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein mit vielen köstlichen Beiträgen der Teilnehmer und zum Höhepunkt eine abschließende Schrittrunde mit 20 Reiter-Pferd-Paaren bei herrlichstem Sonnenschein. Zum Abschluss gab es für die Ausdauernden noch eine Vorführung von Ronja mit Marisma an der Tourinha. Der nächste vertikale Ausbildungstag ist am 3. Oktober geplant.

Am 1. Mai findet ab 8 Uhr auf dem Reiterhof Müller (02627 Baschütz, Hauptstr. 4) ein vertikaler Ausbildungstag statt. Vo...
26/04/2023

Am 1. Mai findet ab 8 Uhr auf dem Reiterhof Müller (02627 Baschütz, Hauptstr. 4) ein vertikaler Ausbildungstag statt. Vormittags findet parallel Einzelunterricht durch Ronja und Stefanie Engelbrecht statt, am Nachmittag eine gemeinsame Schrittrunde, zu der sich 20 Reiter-Pferd-Paare angemeldet haben. Es gibt noch letzte Restkarten für Zuschauerplätze, die aktiven Plätze sind ausgebucht. Infos und Anmeldung unter 015227242848. Ein nächster Ausbildungstag ist für den 3. Oktober 2023 geplant.

Adresse

HauptStr. 4
Hochkirch
02627

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