Systemare Agimed - Coaching für Mensch und Mensch mit Hund - Corinne Keller

Systemare Agimed - Coaching für Mensch und Mensch mit Hund - Corinne Keller Begleitung, Unterstützung und Stärkung von Menschen - auch mit Hund - in herausfordernden Lebenssituationen Im Blick auf uns selbst entsteht Raum für ein Du.

𝗦𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺𝗮𝗿𝗲 - 𝗖𝗼𝗮𝗰𝗵𝗶𝗻𝗴 𝗳ü𝗿 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵 𝘂𝗻𝗱 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵 𝗺𝗶𝘁 𝗛𝘂𝗻𝗱

Seit über 30 Jahren gehört mein Herz der Begleitung von Menschen und der Unterstützung ihres Weges zu mehr Kreativität, Lebensfreude, Motivation und Mut. Wir alle sind auf unserem Weg in einer stetigen Veränderung. Manchmal fordern und überfordern uns diese Veränderungen mit all ihren Facetten. Die Schnelligkeit dessen, was um uns herum geschieht, reißt uns mit und wir verlieren dieses Gefühl einer gesunden Balance für unsere Gegenwart. Wir grübeln über Vergangenes, was wir nicht ändern können und füllen unsere Gegenwart mit so viel Zukunft, dass wir übersehen, was wir im Hier und Jetzt brauchen. Dabei können Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine wunderbare Einheit bilden, wenn sie zueinander in dem Gleichgewicht stehen, was uns für unsere individuelle Situation trägt. Für unsere Mitgeschöpfe und all die Lebewesen, für die wir Verantwortung tragen. Dort, wo wir sind, leben und wirken wir. Dieses Leben, aber auch die Verantwortung für andere Lebewesen eröffnet uns eine besondere Reise, die uns fordert, aber manchmal auch an unsere Grenzen bringt. Ich möchte dir daher auf dieser Seite immer wieder mit Anregungen und Einblicken aus der Vielfalt meiner Arbeit Impulse schenken, die dich auf deiner Reise begleiten können. Als systemische Beraterin und Persönlichkeitscoach sind das Kraftimpulse aus meiner Arbeit mit Menschen. Als Pädagogin sind dies Methoden, die dazu einladen, Lernen in seiner Vielfalt zu erfahren. Als Fortbildnerin sind dies Möglichkeiten, in meinen Seminaren auch Mehr als nur Impulse zu erleben. Als Hundetrainerin sind dies Anregungen, die Verantwortung für andere Lebewesen neu zu leben. Als Autorin sind dies Texte und Worteinladungen zum Lauschen, Lesen und Innehalten. Als Künstlerin sind das kreative Anregungen zur Weiterentwicklung. Als Kulturmanagerin sind dies Einladungen zu Projekten rund um das eigene Leben. Hier wirst du einem Raum begegnen, der sich nicht auf ein Thema beschränkt, weil das Leben sich nicht begrenzen lässt. Weil ich mich nicht begrenzen kann. Ich habe mich oft gefragt, welcher meiner Berufe und Ausbildungen der ist, in dem ich wirken möchte und mich wohl fühle. Lange habe ich gedacht, ich muss mich entscheiden. Mittlerweile weiß ich, dass mein Wirken, mein Wissen, mein Leben genau aus dieser Vielfalt besteht. Und genau das ist es, was du hier finden wirst: Bunte Vielfalt!
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Erlaubnis nach § 11 Nr. 8 TSchG liegt vor. Zuständige Aufsichtsbehörde:
Veterinäramt Ludwigsburg
Hindenburgstr. 20/3, 71638 Ludwigsburg

28/08/2026
08/08/2026

Ich würde mir wünschen, dass wir uns wieder mehr auf Bewegungsqualität besinnen – statt Übungen immer bunter, schwieriger und ausgefallener zu machen.
Mehr Herausforderungen bedeuten nicht unbedingt mehr Qualität. Wenn wir unsere Hunde mit einer Aufgabe überfordern, entstehen schnell Frustration und Unruhe – und genau das macht eine saubere Bewegung schwierig.
Aktive Bewegungstherapie bedeutet deshalb für mich auch, sich mit Trainingstechniken zu beschäftigen.
Unser Hund weiß schließlich nicht, welches Ziel wir mit einer Übung verfolgen. Er muss erst verstehen, was wir von ihm möchten.
Dafür brauchen wir klare Kriterien, ein sinnvolles Tempo und einen an ihn angepassten Aufbau, der Ruhe und Orientierung ermöglicht.
Nur so können wir Bewegungen präzise unterstützen und ermöglichen. Das bedeutet aber immer auch genau zu beobachten und immer wieder anzupassen.

Heute möchte ich über etwas schreiben, das unangenehm ist, aber vermutlich jeder von uns kennt. Über ein Muster, das mir...
19/07/2026

Heute möchte ich über etwas schreiben, das unangenehm ist, aber vermutlich jeder von uns kennt. Über ein Muster, das mir in vielen Konflikten begegnet und von dem auch ich mich nicht immer freisprechen kann.

Dieses Muster ist für mich gerade sehr präsent, weil mich ein Verhalten in meinem Umfeld sehr getroffen hat. Beteiligte verwenden nun sehr viel Energie darauf, ihr Verhalten zu relativieren, ihm schöne Etiketten zu geben, während meine Reaktion darauf, als übertrieben bewertet wird und man mir sagen will, wie ich das Geschehene zu bewerten habe.

Darüber zu schreiben, gibt mir die Möglichkeit, mal etwas zum Thema zu machen, was wir alle bei einem Konflikt nicht aus den Augen verlieren sollten. Jeder hat eine andere Perspektive auf Situationen, aber das macht die andere Perspektive nicht weniger wahr.

Es geht um Situationen, in denen das eigene Verhalten anders ankommt, als man sich das wünscht oder als man gedacht hat. Oder das eigene Verhalten plötzlich Konsequenzen mit sich bringt, die man in seiner eigenen Welt überhaupt nicht auf den Schirm hatte:

Wenn wir die Rückmeldung bekommen, dass unser Verhalten einen anderen Menschen verletzt, belastet oder eine Grenze überschritten hat, passiert mit uns häufig etwas sehr Menschliches.

Fast unbemerkt verschiebt sich der Fokus. Wir richten unseren Blick nicht zuerst auf unser eigenes Verhalten und seine Wirkung auf den anderen. Wir richten unseren Blick auf die Reaktion des anderen.

Dann beschäftigen uns plötzlich viel mehr Fragen und Bewertungen, die den anderen im Blick haben:

Die Reaktion ist völlig überzogen!
Muss man daraus wirklich so ein großes Thema machen?
Hätte man das nicht ruhiger oder anders ansprechen können?

Und manchmal kommen auch noch solche Gedanken dazu wie:

So war das doch gar nicht gemeint.
Ich hätte das an ihrer Stelle nicht schlimm gefunden.
Das war doch völlig harmlos.

All das kann sich im ersten Moment für uns leichter anfühlen, weil es den Fokus von uns weg verschiebt. Denn solange wir darüber nachdenken, ob die Reaktion des anderen angemessen war, müssen wir uns nicht mit der Frage beschäftigen, welchen Anteil unser eigenes Verhalten an der Situation hatte.

Dabei geht es gar nicht darum, sich selbst zu verurteilen oder sich sofort als schlechter Mensch zu fühlen.

Vielleicht fällt uns das deshalb so schwer, weil wir Kritik am eigenen Verhalten schnell mit Kritik an unserer ganzen Person verwechseln. Es geht aber um Verhalten, das auf unsere Umwelt wirkt, und nicht um mich als ganze Person.

Ich kann anerkennen, dass mein Verhalten für einen anderen nicht in Ordnung war, ohne mich deshalb als Person infrage zu stellen.

Manchmal hilft dabei auch die Frage danach, wie es mir selbst gehen würde, wenn man mit mir so umgegangen wäre.

Sich diese Frage zu stellen ist auch keine Schuldfrage und sie entscheidet nicht automatisch darüber, wer Recht hat. Aber sie kann den Blick weiten und wieder dorthin lenken, wo echte Verantwortung beginnt:

Weg von der Bewertung der Reaktion des anderen und hin zur ehrlichen Betrachtung des eigenen Anteils.

Manchmal würde es tatsächlich mehr helfen, bei sich selbst zu bleiben und zu sagen: "Ich sehe, dass mein Verhalten für dich verletzend war. Das war nicht meine Absicht!“

Ohne Bewertung, ohne Relativierung dessen, was oder wie es der andere erlebt. Aber so etwas kann man eben nur sagen, wenn man es ehrlich auch so meint und versteht, dass es um das Verhalten geht, und nicht um die Person an sich.

VerantwortungRäume, die wir gestalten, bestehen nie nur aus Tischen, Stühlen oder Konzepten. Sie entstehen, weil man Zei...
14/07/2026

Verantwortung

Räume, die wir gestalten, bestehen nie nur aus Tischen, Stühlen oder Konzepten.

Sie entstehen, weil man Zeit hineingibt. Manchmal ganze Nächte. Manchmal die einzige Pause, die man am Tag hat.

Sie entstehen, weil man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Aus einer Haltung, aus einer Vision, aus einer Gegenwart, die die Vergangenheit leichter machen soll.

Und auch aus der Entscheidung, etwas für andere schön zu machen.

Genau deshalb ist jeder Raum, den wir gestalten, auch verletzlich.

Ein schöner Raum ist für mich eine Einladung.

Wir können ihn liebevoll gestalten. Kleine Aufmerksamkeiten hineingeben. Wir können ihn durchdacht gestalten. Uns überlegen, wie Inhalte darin wachsen können.

Wir können ihn wertschätzend gestalten.

Aber wir können niemanden dazu zwingen,
ihn als schön oder leicht zu erleben oder ihn als schön zu behandeln.

Oder ihn so mitzugestalten, dass er für andere ebenfalls schön bleiben kann.

Deshalb braucht jeder Raum auch etwas, das ihn schützt. Nicht, um Menschen draußen zu halten, sondern um das zu bewahren, was diesen Raum überhaupt erst möglich macht.

Eine Tür trennt nicht nur, sie lädt zum Anklopfen ein.

Und sie macht deutlich:
Wenn du eintrittst, trägst auch du Verantwortung für das, was dieser Raum sein kann.

Erst neulich durfte ich wieder etwas unter einem meiner Beiträge lesen, in dem es darum ging, dass es nicht die Lösung s...
28/06/2026

Erst neulich durfte ich wieder etwas unter einem meiner Beiträge lesen, in dem es darum ging, dass es nicht die Lösung sein kann, über Schmerzen und Druck zu führen. Das könne nur jemand sagen, dessen „beschissener Hund“ nicht hört oder der keine Ahnung von Hunden habe.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Aussage auf unschönen Erfahrungen mit Tierhaltenden beruht, die unaufmerksam, überfordert oder mit einer gewissen Ignoranz gegenüber ihren Mitmenschen durchs Leben gehen.

Auch ich finde das nicht prickelnd. Aber man darf differenzieren.

Es braucht keine Härte, um eine Beziehung zu seinem Hund aufzubauen. Es macht allerdings einen Unterschied in der Qualität dieser Beziehung, ob sie auf Vertrauen oder ErwartungsUNsicherheit beruht, auf Kampf und Macht oder wertschätzender Begleitung.

Ich habe tatsächlich keine Angst davor, dass mein Hund mich dominieren könnte.

Dass es dieses menschliche Etikett in manchen Köpfen immer noch gibt, zeigt leider nur, dass diese Art der Beziehung auch immer noch im menschlichen Zusammenleben eine Rolle spielt und Bedürfnisse befriedigt. Das Bedürfnis Macht ausüben zu können, aber auch das Bedürfnis, kontrolliert zu werden.

Natürlich sehe ich mich in der Verantwortung, meinen Hund in meiner Welt zu führen – weil diese Welt unseren Hunden immer weniger die Möglichkeit gibt, Hund sein zu dürfen. Damit meine ich nicht das Überschreiten von Grenzen anderer.

Ich meine dort, wo wir beginnen, typische Eigenschaften eines Hundes wegbügeln zu wollen, einen Hund zu einer funktionierenden Maschine zu degradieren. Ich meine dort, wo einzig und allein der Mensch entscheiden will, wo ein Hund zu bellen hat und wo nicht, wo er schnüffeln darf und wo nicht, was ihn zu interessieren hat und was nicht.

Mein Hund darf seine Bedürfnisse zeigen. Er muss nicht das niedere Level einer Maschine leben. Trotzdem kennen und leben wir Grenzen. Weil meine Welt uns Grenzen setzt.

Ich sehe es in meiner Verantwortung, meinem Hund allein schon aus Fairness ihm und unserer Umwelt gegenüber, diese Grenzen zu erklären.

Aber! Und hier kommt das große Aber!
Ich habe es nicht nötig, Druck oder Macht auszuüben, um meinem Hund Grenzen verständlich zu machen.

Nein, dadurch wird er nicht grenzenlos.

Und um die Aussage von oben aufzugreifen. Mein Hund hört unglaublich gut.
Aber was wäre dieser Satz nicht ohne den Einwand, das ist ja auch ein Labrador. Kein Wunder.

Trotzdem ist mein Hund, ein Hund. Er hat Zähne, er ist jagdlich interessiert. Und er hat natürlich auch Verhaltensweisen, die nicht ganz so glatt sind, wie wir das als Menschen immer haben wollen.

Wer aber ein Tier auf eine Pauschalaussage reduziert, zeigt im Grunde nur, wie wenig Ahnung er vom Individuum Hund hat. Und dass er nicht in der Lage ist, sich aus seiner eigenen kleinen Welt zu beamen, um zu verstehen, dass Pauschalaussagen nicht die Welt erklären.

Etiketten und Pauschalaussagen machen es nur unglaublich einfach, sich nicht weiterzuentwickeln. Es sind genau diese ganzen Etiketten, die das reflektierte Denken verhindern.

Etiketten sind doch im Grunde nur ein Schutz davor, eigenen tief verborgenen Ängsten nicht auf den Grund gehen zu müssen, die eigene Bequemlichkeit unter einem angeblich validierten Etikett weiterleben zu können und sich nicht von der alten Leier lösen zu müssen, „das hat schon immer so funktioniert“.

Die Welt entwickelt sich weiter.
Das Verständnis von Beziehung darf sich weiterentwickeln.

Und trotzdem krallen sich manche an dieses Machtverständnis in Beziehungen, verklären es euphemistisch als starke Führung, als würde ihre persönliche Wertigkeit davon abhängen. Ja, tut sie offensichtlich auch.

Und trotzdem verrate ich mal ein Geheimnis:
Sehe ich den Hund, sieht er mich.
Mein Weg wird sein Weg.

Und wenn wir mal einen Umweg machen, eröffnet das ein unglaubliches Lernfeld für mich zu einem besseren Begleiter für ihn zu werden, der ihn durch diese zunehmend engere Welt geleitet.

Unerklärlich, dass er so – Vorsicht Etikett – folgsam ist.

„Nimm ein Halsband, damit führst du den Hund leichter!“Manchmal frage ich mich wirklich, wie man zu solchen Schlussfolge...
21/06/2026

„Nimm ein Halsband, damit führst du den Hund leichter!“

Manchmal frage ich mich wirklich, wie man zu solchen Schlussfolgerungen kommt, ohne dabei über den Tellerrand zu schauen.

Wenn am Halsband „besser geführt“ werden kann, ist das für mich erst einmal kein Pluspunkt.

Es zeigt vor allem, wo Druck ankommt.
Und wie schnell er Verhalten begrenzen kann.

Die wichtigere Frage ist doch:
Was macht das mit dem Hundekörper?
Mit seiner Bewegung?
Mit seinem Wohlbefinden?

„Leichter zu führen“ ist für mich kein Qualitätsmerkmal von Equipment.

Und es ist auch kein Argument dafür, gesundheitlich negative Faktoren in Kauf zu nehmen.

Equipment muss mehr können, als Kontrolle zu erleichtern.

Es muss zum Hundekörper passen.

"Leichter kontrollierbar" ist nicht dasselbe wie fair geführt.

In der Begleitung von Mensch-Hund-Teams gibt es Momente, die mich beschäftigen. Nicht weil der Hund ein schwieriges Verh...
02/06/2026

In der Begleitung von Mensch-Hund-Teams gibt es Momente, die mich beschäftigen. Nicht weil der Hund ein schwieriges Verhalten zeigt, sondern weil die Bezugsperson etwas sagt, was die Welt dieses Teams sehr klein werden lässt.

„Der testet mich.“
„Der stellt sich an.“
„Der respektiert mich nicht.“
„Der will einfach seinen Willen durchsetzen.“

Solche Sätze sind schnell gesagt. Manchmal mit Überzeugung, manchmal aus Erschöpfung, manchmal aus der Sorge heraus, die Situation nicht mehr aushalten zu können. Und doch bleibt es nicht bei einem Satz. Dieser Satz erhält Macht und Raum. Denn in dem Moment, in dem ein Verhalten ein Etikett bekommt, verändert sich auch der Blick auf den Hund.

Ein Hund, der nicht kommt, ist dann nicht mehr ein Hund, der gerade nicht kommen kann, weil ihn etwas anderes beschäftigt. Er wird zu einem Hund, der respektlos ist.

Ein Hund, der zögert, ist dann nicht mehr ein Hund, der noch etwas Zeit braucht. Er wird zu einem Hund, der sich anstellt.

Ein Hund, der an der Leine zieht, ist dann nicht mehr ein Hund, der gerade spannende Gerüche verfolgt. Sondern ein Hund, der seinen Menschen testet.

Ein Hund, der Nein sagt, ist dann nicht mehr ein Hund, der das, was wir von ihm wollen, nicht leisten kann. Sondern ein Hund, der stur ist.

Und aus diesen Erklärungen entsteht schnell ein ganzes Bild.
Dann geht es nicht mehr nur um die Frage, was der Hund gerade zeigt, sondern darum, was sein Verhalten über die Beziehung zu seinem Menschen aussagt.

Ob der Mensch ernst genommen wird. Ob er sich durchsetzen muss. Ob er klar genug ist. Ob er versagt, wenn er in diesem Moment nicht handelt. Ob andere sehen könnten, dass er seinen Hund nicht „im Griff“ hat.

Genau an dieser Stelle wird es schwierig.

Denn wie wir mit Hunden umgehen, erzählt immer auch etwas darüber, was wir über Beziehung gelernt haben. Niemand begleitet einen Hund ohne die eigene Geschichte. Was wir erlebt haben, prägt unseren Blick.

Das bedeutet nicht, dass der Hund in seinem Verhalten keine Rolle spielt. Natürlich zeigt er etwas. Er bellt, zieht, weicht aus, bleibt stehen, fordert ein, schützt sich, sucht Kontakt, entzieht sich, hält etwas nicht aus oder braucht in einer Situation Unterstützung.

ABER die Bedeutung, die wir diesem Verhalten geben, entsteht in uns. Und diese Bedeutung ist nicht zufällig.

Sie hat mit unseren Werten zu tun. Mit dem, was uns wichtig ist. Mit dem, was sich für uns bedrohlich anfühlt. Mit dem, was wir schützen möchten. Manchmal auch mit dem, was wir beweisen wollen, weil wir es selbst nie sicher genug gespürt haben.

So kann aus einer Deutung eine Rolle werden.

Eine, die wir wählen. Eine, die uns zugewiesen wird. Eine, die wir glauben erfüllen zu müssen:

Ich muss mich durchsetzen.
Ich muss alles richtig machen.
Ich muss kontrollieren.
Ich muss alles verstehen.
Ich muss klarer führen.
Ich muss mich mehr kümmern.

Doch genau das verhindert einen Raum, in dem unser Hund Hund sein darf. Einen Raum, der nicht menschlich interpretiert ist, sondern den Hund als seine Art mit seinen Bedürfnissen sieht.

Wem dient also unser Etikett?

Dem Hund?
Der Beziehung?
Dem eigenen Bedürfnis nach Sicherheit?
Dem Wunsch, nicht bewertet zu werden?
Dem Gefühl, wertvoll zu sein, wenn man es richtig macht?

Im Umgang mit einem Hund geht es nie nur um den Hund.
Es geht auch um uns. Um unser Bedürfnis nach Sicherheit. Nach Kontrolle. Nach Wert. Nach Zugehörigkeit. Nach dem Gefühl, es richtig zu machen.

Und manchmal ist genau das der Moment, in dem wir aus dem Hund etwas machen, was er gar nicht ist und auch nicht sein kann.

Denn seine Welt ist eine andere als unsere.

Wenn dir im Berufsalltag als Hundetrainerin immer wieder Sichtweisen begegnen, die dich innerlich beschäftigen, Sätze wie:
„Der testet mich.“
„Der ist stur.“
„Der respektiert mich nicht.“
„Da muss er durch.“

Dann habe ich da vielleicht etwas für dich:
Mein neues Webinar!

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Wenn Kundensichtweisen an Grenzen führen
2 tlg. Webinar für Hundetrainer:innen & Fachpersonen im Tierbereich

dienstags 21.7 und 28. 7.26
jeweils 18:30–21:00 Uhr
inkl. Handout
ohne Aufzeichnung – für einen geschützten Rahmen

https://agimed.de/produkt/wenn-kundensichtweisen-an-grenzen-fuehren2-tlg-abendwebinar-mit-corinne-keller21-28-07-2026/

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„Der ist stur.“Ein Satz, den ich viel zu oft als Erklärung höre. Eine Aussage, die so manche und mancher schnell getroff...
29/05/2026

„Der ist stur.“
Ein Satz, den ich viel zu oft als Erklärung höre. Eine Aussage, die so manche und mancher schnell getroffen hat.

Aber „stur“ erklärt erst mal nichts.
Es ist ein Etikett.

Und sobald dieses Etikett klebt, hören wir auf zu fragen, was wirklich los ist. Warum unser Hund so reagiert.

Es ist nicht der Charakter und es liegt auch nicht daran, dass der Hund sich „anstellt“.

Stur ist und bleibt ein Etikett und übersieht mögliche Gründe wie Anspannung, Unsicherheit, Instabilität, Erschöpfung. Oder sogar Schmerzen.

Wenn unser Hund nicht mitmacht, ist das kein Anlass, härter zu werden, sondern der Grund, genauer hinzuschauen.

„Stur“ ist schnell gesagt.
Nur hilft es uns nicht zu verstehen, was der Hund gerade braucht.

Ein genauer Blick schon.

„Das wäre mir zu viel Tamtam.“Steht dann gerne mal unter einem Medical-Training-Video.Klar. Wenn man nur den eigenen Hun...
27/05/2026

„Das wäre mir zu viel Tamtam.“
Steht dann gerne mal unter einem Medical-Training-Video.
Klar. Wenn man nur den eigenen Hund, den eigenen Alltag und die eigene Situation im Kopf hat, wirkt vieles schnell übertrieben.

Aber: Beim eigenen Hund kann vieles Alltag sein. In der professionellen Arbeit ist „wird schon passen“ trotzdem kein Konzept.

Medical Training ist kein Drama. Drama ist eher, wenn man erst in der Situation merkt:, dass der Hund das gerade gar nicht gut bewältigen kann und man ihn trotzdem in die Situation zwingt.

Medical Training ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, nicht einfach davon auszugehen, dass der Hund das schon irgendwie mitmacht.

Es ist die Entscheidung, genauer hinzusehen. Die Bereitschaft, Situationen so vorzubereiten, dass der Hund sie besser bewältigen kann. Angepasst an diesen Hund. An die Situation und an das, was gerade für ihn möglich ist.

Denn mal ehrlich:
Wie oft werden wir im Umgang mit Hunden übergriffig, ohne es so zu nennen?

Wir fassen an, halten den Hund fest. Wir meinen, es geht ja schnell.
Und der Hund macht mit, weil ihm in dem Moment keine echte Wahl bleibt.

Medical Training heißt für mich nicht: Ich mache aus allem eine riesige Sache. Es heißt: Ich schaffe Bedingungen, unter denen der Hund in der Behandlung mitmachen kann.

Und nein, nicht jeder Hund braucht für jede Pfote eine fünfteilige Oper mit Zwischenapplaus. Nicht jeder Hund braucht für jede Care-Situation Training.

Aber es sind mehr Hunde, als man meint — wie die Körpersprache in vielen Social-Media-Videos zeigt.

Wir täten gut daran, wirklich hinzusehen, statt aus 20 Sekunden Video ein komplettes Gutachten zu basteln. Über den Hund. Über die Beziehung. Über die Notwendigkeit. Über die Kompetenz.

Medical Training ist kein Tamtam.

Es ist Struktur. Gibt Erwartungssicherheit. Schafft einfache Ausstiegsmöglichkeiten, wenn es gerade doch nicht geht.

Medical Training ist kein Tamtam.

Es ist fair. Und ja, es braucht dafür Trainingskompetenz.
Denn „wird schon gehen, ich halte ihn einfach fest“ ist vielleicht schnell.

Aber schnell ist nicht automatisch respektvoll.

Der Mensch.Wie oft beweist er, dass hinter allem, was er tut, am Ende doch das eigene Ich steht?Es gibt unzählige Bereic...
02/05/2026

Der Mensch.
Wie oft beweist er, dass hinter allem, was er tut, am Ende doch das eigene Ich steht?

Es gibt unzählige Bereiche, in denen der Mensch durch puren Egoismus glänzt. Selbst das Tun FÜR jemanden hat oft das eigene Wohlbefinden zur Grundlage.

Ich kann nur für den Bereich sprechen, in dem ich tätig bin. Aber auch hier fällt immer wieder auf: Der Mensch formt. Er zieht, statt zu begleiten und wachsen zu lassen. Er bestimmt das Wann, das Wie und ob überhaupt.

Das Bittere daran? Ich kann mich selbst nicht davon freisprechen. Das Leben und Handeln auf Kosten anderer Lebewesen begegnet uns immer wieder – auch in uns selbst.

Ja, wir sind selbst in einen Rahmen gepresst - eingebunden in Strukturen, in Erwartungen, in ein System. Und die Zeit, die uns bleibt, nutzen wir, um unsere eigenen Bedürfnisse zu stillen. Nichts spricht dagegen – es ist wichtig, wieder Kraft zu sammeln.

Nur ist die Frage:
Wo bleibt das Tier an unserer Seite?

Sind die Bedürfnisse, die wir bei ihm zu erkennen glauben, wirklich seine? Oder denken wir nur, es wären seine – und erfüllen damit im Grunde unsere eigenen, weil wir es so interpretieren, dass es passt? Damit das schlechte Gewissen sich nicht regt?

Ich bewundere unsere Tiere. Nicht als Haustiere in einer immer enger werdenden Welt geboren, schaffen sie es dennoch immer wieder, sich den widrigen Bedingungen in der menschlichen Welt nach ihren Möglichkeiten anzupassen. Und doch – für den Menschen ist das oft nicht genug.

Bitte immer hübsch brav an der Leine gehen. Jedem Menschen und jedem Hund freundlich begegnen. Mitkommen zu jedem Fest, in jedes Restaurant, zu jeder Familienfeier. Gefressen wird, was der Mensch in den Napf legt. Sich ruhig in der Wohnung verhalten, wenn man vier, sechs oder mehr Stunden seiner Arbeit nachgeht. Nachts wird nicht herumgeschlichen und schon gar keine laute Körperpflege betrieben. Auf der Autofahrt wird sich hingelegt – zur Not hilft eine viel zu enge Box. Beim Geschirr tut es eins von der Stange. Anpassung an den individuellen Hundekörper? Unnötig.

Ist das das, was unsere Hunde wirklich wollen? Oder versuchen wir nicht vielmehr, sie unseren eigenen Bedürfnissen entsprechend passend zu machen?

Nein, nicht alles passiert bewusst und absichtlich.

Aber etwas nicht zu wissen, schützt nicht davor, dass ein anderes Wesen unter unserem Tun leidet.

P.S.
Ute Blaschke-Berthold gibt im Juli ein Webinar bei uns, in dem auch solche Gedanken Platz haben: Was brauchen unsere Hunde wirklich?
https://agimed.de/produkt/was-brauchen-unsere-hunde-wirklichwissen-sortieren-beduerfnisse-verstehenwochenendwebinarmit-dr-ute-blaschke-berthold25-26-07-2026/

Adresse

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