18/04/2023
Jeden Tag prasseln nicht enden wollende Bilder von Perfektion und Erfolg (und dem Aufruf dazu) auf uns ein – sich in diesem Wirbel nicht den Erwartungen anderer zu fügen, ist unfassbar herausfordernd. Insbesondere für unser Unterbewusstsein, das die ganzen Eindrücke mühsam versucht zu bewerten, einzusortieren und zu verarbeiten.
Nur sind die Bilder eben Bilder: oft unrealistisch, oberflächlich oder inszeniert. Und nicht wirklich das, was wir uns fürs Leben wünschen, wenn wir wirklich ehrlich zu uns sind. Deswegen sollten wir uns lieber mehr Mut zum Ichsein auf die Fahnen schreiben, die Megafone rauskramen und lautstark verkünden, dass es im Strudel der vermeintlichen Perfektion nicht nur „okay ist“, man selbst zu sein, sondern richtig gut, ja überlebenswichtig. Denn genau unser Nicht-perfekt-Sein zeichnet uns als liebenswertes Wesen aus: die Angewohnheit, immer mehr als drei Getränke um dich rum sortiert zu haben, um dich wohl zu fühlen; die Sommersprossen, die du deine ganze Jugend lang weggeschminkt hast und die du nun wirklich lieben lernst; deine Leidenschaft für Mittelalter-Romane und Pen-and-Paper-Spiele, die 98 % deiner Freund*innen nicht nachvollziehen können, deine Leidenschaft dafür aber ganz großartig finden. Kein TikTok-Filter und keine G-Klasse werden da je mithalten können.
Der erste Schritt, um kundzugeben, wer man wirklich ist und was man wirklich will: es selbst herausfinden. Nimm dir deswegen die Zeit, dich ungefiltert mit deinen Werten und Ansichten auseinanderzusetzen. Denn Authentizität bedeutet auch, ehrlich zu dir selbst zu sein – das ist die Basis für Verbundenheit (zu dir und anderen Menschen) und eine feine Art der Rebellion gegen all die Erwartungen und Normen, wenn diese sich mal wieder ungefragterweise an uns ranpirschen.