Verband Niedersächsischer Lehrkräfte zum Start ins neue Schuljahr:
Schulen brauchen Personal, Verlässlichkeit und endlich Ruhe statt immer neuer Baustellen!
Der VNL – Verband Niedersächsischer Lehrkräfte blickt mit Sorge auf den Start des Schuljahres 2026/2027. Von den zum Schulbeginn ausgeschriebenen rund 2000 Stellen konnten erst gut 79 Prozent besetzt werden. So wird die Unterrichtsversorgung wie in den vergangenen Jahren insbesondere an den nicht-gymnasialen Schulformen angespannt bleiben. Haupt-, Real-, Ober- und Förderschulen leiden weiterhin besonders unter fehlenden Lehrkräften. Die Folgen sind Unterrichtsausfall, Mehrarbeit und eine inzwischen vielerorts dauerhafte Mangelverwaltung. „Ein landesweiter Durchschnittswert sagt wenig darüber aus, wie es an der einzelnen Schule tatsächlich aussieht. Gerade an vielen Haupt-, Real- und Oberschulen wird der Stundenplan längst danach gebaut, welche Lehrkräfte überhaupt noch zur Verfügung stehen. Das darf kein Dauerzustand werden“, erklärt Torsten Neumann, Landesvorsitzender des VNL.
Dabei fehlt es nicht nur an Lehrkräften. Die Herausforderungen an den Schulen werden größer. Konflikte, Gewalt, psychische Belastungen und schwierige soziale Situationen gehören zunehmend zum Schulalltag. Der neue Gewaltpräventionserlass kann Schulen mehr Handlungssicherheit geben. Er ersetzt aber kein zusätzliches Personal. Der VNL fordert deshalb einen konsequenten Ausbau multiprofessioneller Teams. Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, pädagogische Fachkräfte und weitere Professionen müssen an allen Schulen verlässlich verfügbar sein. Neumann: „Ein Erlass führt kein Konfliktgespräch, begleitet kein schwieriges Kind und schützt keine Lehrkraft auf dem Schulhof. Dafür braucht Schule Menschen. Multiprofessionelle Teams dürfen nicht länger ein politisches Versprechen bleiben, sondern müssen endlich flächendeckend in allen Schulen ankommen.“
Gleichzeitig mahnt der VNL zum Schulfrieden. Durch die Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz ist die Umwandlung bestehender Oberschulen in Gesamtschulen erleichtert worden, das ist in einigen Kommunen bereits ein Wahlkampfthema. Der Verband warnt davor, daraus neue schulpolitische Grabenkämpfe entstehen zu lassen. „Eine gute Schule wird nicht dadurch besser, dass man das Türschild austauscht. Wer aus einer Oberschule eine Gesamtschule machen will, muss erklären, welchen pädagogischen Mehrwert das bringt, woher das notwendige Personal kommen soll und welche Auswirkungen dies auf die gesamte regionale Schullandschaft hat. Wir brauchen Schulfrieden statt neuer Strukturdebatten,“ so Neumann.
Auch zusätzliche Wege in den Lehrerberuf können aus Sicht des VNL einen Beitrag leisten. Der geplante Quereinstieg und neue Qualifizierungswege für das Lehramt sind grundsätzlich sinnvoll, sofern fachliche und pädagogische Standards erhalten bleiben. Eine kurzfristige Lösung des Lehrkräftemangels sind sie jedoch nicht. „Jede gut qualifizierte Lehrkraft ist willkommen. Aber der Quereinstieg ist lediglich ein zusätzlicher Baustein und kein Befreiungsschlag. Wer glaubt, damit den Personalmangel kurzfristig lösen zu können, macht sich etwas vor, “ gibt Neumann zu bedenken. Für den VNL muss deshalb eine weitere Forderung stärker in den Mittelpunkt rücken: Schulen brauchen endlich produktive Ruhe. Lehrkräfte und Schulleitungen werden seit Jahren mit neuen Vorgaben, Reformideen, Erlassen und zusätzlichen Aufgaben konfrontiert. Viele Veränderungen mögen für sich genommen nachvollziehbar erscheinen – in ihrer Summe binden sie jedoch enorme Kräfte.
Neumann abschließend: „Schule muss nicht jedes Jahr neu erfunden werden. Gebt den Schulen ausreichend Personal, verlässliche Rahmenbedingungen und Zeit, ihre eigentliche Arbeit zu machen. Guter Unterricht entsteht nicht durch immer neue Ankündigungen sondern durch qualifizierte Lehrkräfte, Unterstützung und Verlässlichkeit. ‚Am Ende zählt nicht, was angekündigt wird, sondern was bei Kindern, Jugendlichen und Schulen ankommt‘, da stimmen wir unserer Kultusministerin zu. Aber es kommt immer noch zu wenig in den Schulen an. Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen Unterricht – aber keine Dauerbaustelle Schule.“
Hannover, den 12. August 2026
VNL - Verband Niedersächsischer Lehrkräfte e.V.
VNL- Verband Niedersächsischer Lehrkräfte e. V.
Verband Niedersächsischer Lehrkräfte zum Schuljahresende:
Schule braucht im neuen Schuljahr Verlässlichkeit, Fachlichkeit und Entlastung
Zum Ende des Schuljahres 2025/26 zieht der VNL – Verband Niedersächsischer Lehrkräfte eine ernüchternde Bilanz: „Die Schulen in Niedersachsen haben erneut ein Jahr unter hoher Belastung, unzureichender Unterrichtsversorgung und immer neuen Reformankündigungen bewältigt. Die Kollegien haben mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass Schule trotz schwieriger Rahmenbedingungen funktioniert. Das kann und darf aber nicht länger als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Unsere Schulen brauchen vor allem genügend Lehrkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastung. Stattdessen erleben viele Kollegien eine Reformdebatte nach der nächsten – häufig mit schönen Überschriften, aber ohne ausreichende Ressourcen“, erklärt Torsten Neumann, VNL-Landesvorsitzender.
Der VNL warnt davor, strukturelle Veränderungen als Lösung für Probleme zu verkaufen, die in Wahrheit durch Personalmangel, Überlastung und fehlende Unterstützung entstehen. Das gilt besonders für Debatten um Stufenlehrkräfte, neue Quereinstiegswege und ein gemeinsames Lehramt der Sekundarstufe I. „Natürlich brauchen wir zusätzliche Wege in den Lehrerberuf. Aber Qualität entsteht nicht durch Etikettenwechsel. Haupt-, Real- und Oberschulen brauchen keine abgespeckte Lehrkräftebildung, sondern hervorragend qualifizierte Lehrkräfte für eine anspruchsvolle Sekundarstufe I“, so Neumann.
Kritisch sieht der VNL auch die zunehmende Tendenz, eigenständige Fächer zu Verbundfächern zusammenzufassen. Naturwissenschaften können durchaus sinnvoll zusammenarbeiten, ebenso Geschichte, Erdkunde und Politik-Wirtschaft. Aber Biologie, Chemie und Physik sind nicht dasselbe. Ebenso wenig sind historische Urteilsbildung, geographisches Denken und politische Bildung beliebig austauschbar. „Fächerverbindungen dürfen pädagogisch begründet sein, aber sie darf nicht zur Mangelverwaltung werden. Wenn Fächer zusammengelegt werden, weil Fachlehrkräfte fehlen oder Stundenpläne einfacher werden sollen, ist das keine Innovation sondern fachlicher Rückbau mit modernem Namen“, erklärt Neumann.
Auch beim Startchancen-Programm sieht der VNL Licht und Schatten. Die Zielrichtung, Schulen in herausfordernder Lage stärker zu unterstützen, ist richtig. Die Umsetzung darf aber nicht dazu führen, dass gerade kleinere Schulen durch zusätzliche Konzepte, Netzwerktreffen, Dokumentationspflichten und Verwaltungsaufgaben weiter belastet werden. „Geld allein unterrichtet keine Klasse. Programme helfen nur dann, wenn sie in den Schulen tatsächlich als Personal, Zeit und Entlastung ankommen. Kleine Systeme brauchen keine zusätzlichen Steuerungsrunden, sondern Menschen, die vor Ort mitarbeiten: Schulsozialarbeit, pädagogische Mitarbeitende, Schulpsychologie, multiprofessionelle Teams und Verwaltungsunterstützung“, fordert Neumann.
Der VNL fordert deshalb zum Schuljahresende eine verlässliche Unterrichtsversorgung, den Erhalt fachlicher Qualität in der Sekundarstufe I, keine Zusammenlegung von Fächern als Ersatz für fehlende Fachlehrkräfte, echte Entlastung bei Programmen wie Startchancen sowie multiprofessionelle Teams, IT-Fachpersonal, Verwaltungsunterstützung und mehr Schulsozialarbeit an allen Schulen. Neumann abschließend: „Die Kolleginnen und Kollegen haben auch in diesem Schuljahr alles getan, damit Schule funktioniert. Dafür verdienen sie Dank und Respekt. Aber Dank ersetzt keine Unterrichtsstunde, keine Fachlehrkraft und keine Entlastung. Gute Bildung braucht Fachlichkeit, Verlässlichkeit und Menschen, die Zeit für Schülerinnen und Schüler haben.“
Hannover, den 1. Juli 2026
30/06/2026
VNL zum Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028: Mehr Geld für Bildung wichtig und richtig, aber…
Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL – Verband Niedersächsischer Lehrkräfte, kommentiert den heute vorgestellten Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028 – Schwerpunkt Bildung wie folgt:
„Wir vom VNL begrüßen, dass die Landesregierung Bildung erneut zu einem Schwerpunkt des Doppelhaushalts 2027/2028 macht. Zusätzliche Investitionen in Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und pädagogische Unterstützung sind grundsätzlich ein wichtiges Signal. Bildung ist die wichtigste Zukunftsinvestition unseres Landes. Entscheidend wird jedoch sein, ob diese Mittel tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung an den Schulen führen werden.
Die vorgesehenen 1.805 zusätzlichen Lehrkräftestellen werden nur dann zu einer besseren Unterrichtsversorgung führen, wenn diese Stellen auch tatsächlich besetzt werden können. Der Lehrkräftemangel ist längst kein Finanzierungsproblem mehr, sondern ein Personalproblem. Schon heute bleiben zahlreiche ausgeschriebene Stellen unbesetzt.
Der VNL erwartet deshalb, dass die Landesregierung neben neuen Stellen endlich konsequent an den Ursachen des Fachkräftemangels arbeitet. Es bedarf einer attraktiven schulformspezifischen Lehrkräfteausbildung, besserer Arbeitsbedingungen, wirksamer Entlastungen für Lehrkräfte und Schulleitungen sowie einer konsequenten Reduzierung der Bürokratie. Wer verlässlichen Unterricht sichern will, muss diese Belastungen spürbar reduzieren.
Positiv zu bewerten ist der weitere Ausbau multiprofessioneller Teams. Schulsozialarbeit, pädagogische Mitarbeitende und sonderpädagogische Unterstützung leisten einen wichtigen Beitrag für die Arbeit der Schulen. Sie dürfen jedoch nicht als Ersatz für fehlende Lehrkräfte verstanden werden. Unterricht kann dauerhaft nur durch ausreichend qualifizierte Lehrkräfte abgesichert werden. Gute Schule braucht sowohl ausreichend Lehrkräfte als auch multiprofessionelle Teams.
Aus Sicht des VNL kommt es deshalb nicht allein auf die Höhe der Investitionen an, sondern auf ihre nachhaltige Wirkung. Niedersachsen braucht nicht nur mehr Stellen, sondern eine langfristige Personalstrategie, die ausreichend Nachwuchs gewinnt, erfahrene Lehrkräfte im Beruf hält und die Attraktivität aller Lehrämter stärkt. Maßstab bleibt für uns, ob die angekündigten Investitionen tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften ankommen. Gute Bildung entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, qualifiziertes Personal und ausreichend Zeit für guten Unterricht.“
Hannover, den 29. Juni 2026
VNL zum Schulbarometer 2026: Schulen können gesellschaftliche Probleme nicht länger allein auffangen
Der VNL - Verband Niedersächsischer Lehrkräfte sieht sich durch die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2026 in seinen langjährigen Forderungen bestätigt. Die Befragung zeigt deutlich, dass sich die Herausforderungen an Schulen weiter verschärfen. Besonders alarmierend ist, dass mittlerweile fast jede zweite Lehrkraft das Verhalten von Schülerinnen und Schülern als größte berufliche Herausforderung nennt.
„Die Ergebnisse überraschen uns nicht. Sie spiegeln exakt das wider, was Lehrkräfte in Niedersachsen jeden Tag erleben“, erklärt der Landesvorsitzende des VNL, Torsten Neumann. „Immer häufiger müssen Lehrkräfte Verhaltensauffälligkeiten, psychische Belastungen, Konflikte und soziale Probleme auffangen, während gleichzeitig die fachlichen Anforderungen steigen. Schule kann jedoch nicht dauerhaft sämtliche gesellschaftlichen Defizite kompensieren.“
Besonders deutlich wird dies beim Thema Schülerverhalten. Laut Schulbarometer nennen 46 Prozent der Lehrkräfte das Verhalten der Schülerinnen und Schüler als größte Herausforderung. Gegenüber den Vorjahren ist dieser Wert nochmals deutlich gestiegen.
„Wenn Lehrkräfte immer mehr Zeit für Konfliktmanagement, Beziehungsarbeit und Krisenintervention aufwenden müssen, fehlt diese Zeit zwangsläufig für Unterricht, individuelle Förderung und Leistungsentwicklung“, so Neumann weiter.
Der VNL begrüßt, dass die Studie erneut auf die Bedeutung multiprofessioneller Teams hinweist. Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Förderschullehrkräfte und weitere pädagogische Fachkräfte seien längst keine Ergänzung mehr, sondern eine notwendige Voraussetzung für erfolgreiche schulische Arbeit.
Kritisch bewertet der Verband zugleich die weiterhin unzureichenden Rahmenbedingungen für Inklusion. Dass mehr als die Hälfte der Lehrkräfte die derzeitige Form der inklusiven Beschulung nicht als für alle Schülerinnen und Schüler gewinnbringend bewertet, müsse Politik und Schulverwaltung zu denken geben. „Lehrkräfte lehnen Inklusion nicht ab. Sie lehnen eine Inklusion ohne ausreichende personelle und sachliche Ressourcen ab. Wer Inklusion will, muss sie auch finanzieren und organisatorisch absichern.“
Positiv bewertet der VNL die weiterhin hohe grundsätzliche Berufszufriedenheit der Lehrkräfte. Gleichzeitig sei es jedoch ein Warnsignal, dass mehr als ein Viertel der Befragten den Beruf wech-seln würde, wenn sich eine realistische Alternative böte. Neumann weiter: „Die Kolleginnen und Kollegen lieben ihren Beruf. Was ihnen zunehmend zu schaffen macht, sind die Arbeitsbedingungen. Wer Lehrkräfte dauerhaft im Beruf halten will, muss endlich für spürbare Entlastungen sorgen.“
Auch die Ergebnisse zur Künstlichen Intelligenz zeigen nach Auffassung des VNL, dass Schulen längst weiter sind als manche politische Debatte. KI werde von vielen Lehrkräften bereits selbst-verständlich genutzt. Nun brauche es rechtssichere Rahmenbedingungen, funktionierende technische Infrastruktur und praxisnahe Fortbildungsangebote.
Der VNL fordert daher:
• den flächendeckenden Ausbau multiprofessioneller Teams an allen Schulformen,
• verbindliche Maßnahmen zur Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen,
• eine realistische Ausstattung für Inklusion und individuelle Förderung,
• den konsequenten Abbau bürokratischer Belastungen,
• eine stärkere Konzentration auf die Kernaufgaben von Schule: Bildung, Erziehung und Qualifizierung.
„Die Ergebnisse des Schulbarometers zeigen deutlich: Nicht weitere Aufgaben, sondern bessere Rahmenbedingungen müssen jetzt im Mittelpunkt der Bildungspolitik stehen. Gute Bildung entsteht nicht durch immer neue Programme, sondern durch ausreichend Personal, verlässliche Unterstützung und Zeit für guten Unterricht“, so Neumann abschließend.
Hannover, den 23. Juni 2026
VNL zu den Erwartungen der Regierungsfraktionen für den Doppelhaushalt 2027/2028 – Schwerpunkt Bildung
Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL – Verband Niedersächsischer Lehrkräfte, kommentiert die gemeinsame Presseerklärung der Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum Doppelhaushalt 2027/2028 – Schwerpunkt Bildung wie folgt:
„Wer von erfolgreichen Schulen spricht, muss auch erklären, warum die Unterrichtsversorgung vielerorts weiterhin unter dem Bedarf liegt, warum Lehrkräfte am Limit arbeiten und warum immer neue Aufgaben auf die Schulen übertragen werden, ohne die nötigen Ressourcen bereitzustellen. Gute Bildung entsteht nicht durch Pressemitteilungen, sondern durch ausreichend Personal vor Ort.“
Hannover, den 22. Juni 2026
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