02/12/2019
Mein ERASMUS Aufenthalt bis jetzt in Lodz, Polen
Als ich hier angekommen bin, habe ich mich natürlich erst mal gefragt, ob das so eine gute Idee war. Ich kannte die Stadt nicht, das Studentenwohnheim wirkte sehr leer am Anfang des Semesters, das Internet funktionierte mehr schlecht als recht, aber vor allem hatte ich Angst, keinen Anschluss zu den anderen Studenten zu finden. Mein Freund fehlte mir sehr und ich wusste nicht so recht, womit ich hier in meiner neuen Stadt anfangen sollte. Mein einziger Vorteil war und ist, dass ich polnisch sprechen kann und somit schon einmal mit keinen sprachlichen Barrieren rechnen sollte.
Rückblickend hat mir meine Mitbewohnerin, mit der ich mir das Zimmer im Studentenwohnheim teile, irgendwie Mut gemacht und ich fing an hin und her zu schreiben und Kontakt zu den Professoren/innen aufzunehmen, mich mit der Frau aus dem Erasmus Büro zu treffen und das Kennenlernen von den anderen Studenten kam ganz automatisch.
Mittlerweile habe ich mich so in meinem Zimmer eingerichtet, dass es für mich wie ein zweites Zuhause ist, das Internet kommt mir schneller vor als in Hannover, meine Mitbewohnerin und ich sind richtig gute Freundinnen geworden und gehen am Wochenende immer gerne zusammen die Stadt und Bars erkunden, von den Studenten habe ich drei neue Freunde, die Professoren/innen sind immer hilfsbereit und freundlich und der Unterricht macht großen Spaß (aber ich werde nicht lügen, es gibt immer Fächer die trocken sind und es auch bleiben 😉).
Als Komponistin werde ich hier was Projekte angeht und Kompositionen schreiben nicht zu kurz kommen und bis jetzt bin ich sehr froh, dass ich mich dazu entschieden habe ein ERASMUS Jahr zu machen.
Ich kann es nur jedem empfehlen, sei es für ein Semester oder ein Jahr, die Erfahrung, die man dabei sammeln kann, ist unersetzlich.
Ich selbst fühle mich mittlerweile viel selbstständiger, kann offener auf fremde Leute zugehen um Kontakt aufzunehmen und ich fühle mich auch irgendwie mutiger was die Zukunft angeht und gerade das ist ein Problem, was viele junge Leute haben: Angst vor der Zukunft. Ich denke mein Jahr hier in Lodz wird mich das Gegenteil lehren und zuversichtlicher stimmen.
Ich werde jetzt mal etwas poetisch und sage: Wer sich entwickeln und seine Flügel ausstrecken will, muss auch mal das Nest verlassen, um neue Horizonte zu entdecken und mehr und mehr zu wachsen.
Streckt auch eure Flügel aus!