08/10/2026
🐕 Können Hunde Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts riechen? Das möchte das Team um Sebastian Meller, PhD, und Professor Holger Volk, PhD, in dem Projekt OnkoDog herausfinden. Krankheiten verändern den Stoffwechsel. Dabei entsteht eine spezifische Mischung flüchtiger organischer Verbindungen: eine Art geruchlicher Fingerabdruck. Trainierte Hunde können diesen Fingerabdruck erkennen. Dass das funktioniert, hat die Klinik für Kleintiere der bereits 2020 gezeigt: Entsprechend trainierte Spürhunde erkannten SARS-CoV-2-Infektionen in Echtzeit und häufig zuverlässiger als die damaligen Antigen-Schnelltests.
Jetzt gehen die Forschenden den nächsten Schritt. Im zweijährigen Projekt OnkoDog, das die NBank mit 290.000 Euro fördert, bildet das Team medizinische Spürhunde aus, die Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs anhand von Urinproben erkennen sollen. Wie zuverlässig das gelingt, prüfen sie in verblindeten Tests. Parallel analysieren sie die Geruchsprofile im Labor, um zu verstehen, worauf die Hunde eigentlich reagieren. Warum das wichtig ist: Prostatakrebs ist mit rund 80.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Gängige Früherkennungsverfahren wie der PSA-Test sind umstritten.
Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der betrieblichen Gesundheitsvorsorge: Unternehmen sollen ihren Beschäftigten künftig eine einfache, nicht-invasive Vorsorge anbieten können. Erprobt wird das direkt in einem Betrieb unter realen Bedingungen.
Wichtig: Der Hund ersetzt keine ärztliche Diagnose. Seine Stärke liegt in der Früherkennung, also darin, frühzeitig Hinweise zu geben, wo genauer hingeschaut werden sollte.
Ein großes Dankeschön an unsere Partner AWiAS Aviation Services und Sindojan Automotive sowie an die NBank für die Förderung! 🙏
Pressemitteilung zum Thema: https://www.tiho-hannover.de/universitaet/aktuelles-veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/projekt-onkodog-startet
Fotos: Martin, stock.adobe.com und Shedara, stock.adobe.com