30/10/2024
Viele jüdische Menschen haben Angst, sich in Deutschland als gläubig zu erkennen zu geben. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat sich die Situation zugespitzt, Antisemitismus tritt immer häufiger zu Tage. Wie sieht jüdisches Leben aktuell in Deutschland aus? Welche Solidarität oder Anfeindungen gibt es? Wie haben sich die Lebenswelten verändert?
Um diese Fragen geht es am 30. Oktober um 19 Uhr in der Reihe "Was gesagt werden muss" der Hanns-Lilje-Stiftung in der Kreuzkirche in Hannover. Der Autor, Publizist und Kommunikationswissenschaftler Ruben Gerczikow, ehemaliger Vizepräsident der European Union of Jewish Students sowie der Jüdischen Studierendenunion, wird seine persönliche Sicht darstellen.
Im Anschluss kommt er darüber mit Esther Belgorodski, ehemalige Präsidentin des Verbandes Jüdischer Studierender Nord e.V., und Marie-Isabel Werner, im christlich-jüdischen Dialog engagierte Studentin (Germanistik und Kath. Theologie auf Lehramt) ins Gespräch. Das Gespräch moderiert Landesbischof Ralf Meister. Seniorrabbiner Dr. Gábor Lengyel spricht ein Schlusswort.
Für Esther Belgorodski ist der Austausch wichtig: "Menschen, die mit Hass und Hetze nicht umgehen müssen, können sich nicht in jüdisches Leben hineinversetzen. Sie haben keine Vorstellung, wie es sich anfühlt, im Alltag ständig und aus dem Nichts mit antisemitischen Sprüchen oder gar Androhung körperlicher Gewalt konfrontiert zu werden. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Hier ist mein Zuhause."
Ihr ist wichtig, offen in die Diskussion zu gehen.
Ähnlich sieht es Isabell Werner, die andere Studentin in der Runde. "Miteinander in den Austausch zu gehen, war für mich immer eine bereichernde Erfahrung, und meine Gegenüber kennenzulernen, hat in so vielen Bereichen so viel tiefergehende Erfahrungen, Gespräche und Freundschaften ermöglicht. Ich erhoffe mir von dieser Diskussion, einen Teil meiner positiven Erfahrungen aus dem interreligiösen Dialog auch anderen zu ermöglichen und gleichzeitig meinen Standpunkt gegen Antisemitismus und für ein tolerantes Miteinander zu vertreten."
Alle Interessierten sind herzlich zur Diskussion am Mittwoch um 19 Uhr in der Kreuzkirche Hannover eingeladen! Der Eintritt ist frei.
Hanns-Lilje-Stiftung Ev.-luth. Kirchenkreis Hannover Gerczikow VJSNord EUJS - European Union of Jewish Students JSUD - Jüdische Studierendenunion Deutschland Kreuzkirche Hannover ESG Hannover