01/10/2026
Ausstellung erinnert an Ella Liebermann-Shiber – Zeichnungen einer Holocaust-Überlebenden in der Paul-Gerhardt-Schule Hanau
Vom 26. bis 30. Oktober 2026 zeigt die Paul-Gerhardt-Schule Hanau die Ausstellung „Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit" mit Zeichnungen der Holocaust-Überlebenden Ella Liebermann-Shiber. Die Schule veranstaltet die Ausstellung gemeinsam mit der Evangelischen Allianz Hanau und der Jüdischen Gemeinde Hanau.
Die Eröffnung ist am 26.Oktober 2026 um 15.00 Uhr. Drei Träger, ein gemeinsames Anliegen
Mit der Kooperation von Schule, Kirche und jüdischer Gemeinde setzen die Veranstalter ein Zeichen gegen das Vergessen und für den interreligiösen Dialog. Die Ausstellung richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule, an deren Eltern, an andere Schulen und an alle, die interessiert sind.
Zur Ausstellung:
Gezeigt wird eine Auswahl von 19 Bleistift-Zeichnungen. Sie dokumentieren das Leiden und die tägliche Todesangst von Ella-Liebermann Shiber im Ghetto, dann später im Vernichtungslager-Auschwitz-Birkenau und am Schluss auf ihrem Todesmarsch. Die Bilder entstanden kurz nach ihrer Befreiung, einige malte sie nachträglich neu. Ergänzt wird die Ausstellung mit Audioaufnahmen, Fotos und Videoclips.
Zur Person: Ella Liebermann-Shiber:
Ella Liebermann-Shiber wurde am 29. Juli 1923 in Berlin geboren. Gemeinsam mit ihrer Mutter deportierte die SS sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo sie als Porträtmalerin eingesetzt wurde. Zusammen mit ihrer Mutter überlebte sie das Ghetto, Auschwitz und den Todesmarsch der Häftlinge im Januar 1945.
Schon kurz nach ihrer Befreiung begann Liebermann-Shiber das Erlebte in Zeichnungen festzuhalten. So entstand die Serie „Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit" – 93 eindrucksvolle Zeichnungen mit Begleittexten. Sie berichten, was vor allem Frauen, Mütter von Kindern im Ghetto und in Auschwitz erleiden mussten.
Das Zeichnen sollte in ihrem Leben eine große Rolle spielen, half es ihr doch, das durchlebte Grauen besser zu verarbeiten.
Werke von ihr sind heute im Haus der Ghettokämpfer im israelischen Kibbuz Lochamej haGeta'ot und in der Kunstsammlung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ausgestellt.
Nach dem Krieg lebte Ella Liebermann-Shiber in Israel. Sie starb am 2. März 1998 in Haifa. Ihre Zeichnungen sind in Buchform veröffentlicht worden, zuletzt 2022 in einer erweiterten Neuausgabe.
Stimme zur Ausstellung
In einer Zeit der gesellschaftlichen Spaltung, in der Minderheiten verstärkt ausgegrenzt werden, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, welche Auswirkungen Hass und Hetze gegen bestimmte Menschengruppen haben können. Auch deshalb sind „Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit“ besonders für junge Menschen sehenswert.
Auf einen Blick:
Ausstellung. Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit – Zeichnungen von Ella Liebermann-Shiber
Zeitraum: 26.Oktober bis 30. Oktober 2026
Ort: Paul-Gerhardt-Schule Hanau, In den Argonnerwiesen 5, 63457 Hanau
Veranstalter: Paul-Gerhardt-Schule Hanau, Evangelische Allianz Hanau, Jüdische Gemeinde Hanau
Eintritt frei
Terminreservierungen über den beigefügten Link:
www.pgs-hanau.de/holocaust-gezeichnet