06/12/2023
Toxische Beziehungen Teil 1
Die meisten von uns waren schon mal in eine mehr oder weniger ausgeprägte toxische Beziehung (z.B. mit einem Familienmitglied, dem Partner/der Partnerin, Kollegen/in, dem Chef/in o.ä.) verwickelt. Eine toxische Beziehung kann sehr stressig sein und sie kann viel Energie rauben.
Ich schreibe diesen Artikel aus jahrzehntelanger eigener toxischer Erfahrung heraus und weil ich in den letzten Monaten sehr viele Menschen mit diesem Thema in meiner Praxis begleitet habe.
Destruktive sich wiederholende Muster zogen sich seit meiner Teenagerzeit durch meine Partnerschaften. Geprägt waren sie von Narzissmus, Machtkämpfen, Co-Abhängigkeiten, Manipulation, Kontrolle, On-Off-Strukturen, ungesunden Abwehrmechanismen, fehlender Empathie, Lügen und Traumatisierungen.
Die Toxizität zeigte sich ebenfalls im Bereich meiner eigenen „Selbstfürsorge“ und sogar in meiner Praxis in Bezug auf ein teilweise "toxisches Klientel" (Näheres dazu im Teil 2).
Wow, wie viel Zeit und Energie ich dadurch verloren habe, wird mir erst rückblickend klar. Heute wende ich diese Energie zum Glück für mich selbst und viel produktivere Dinge auf.
Meine Haupt-Erkenntnis: „Jede Beziehung spiegelt Dir Deine Muster/Deine Verletzungen/Dein Mind-Set wider!“
Was ist eine toxische Beziehung?
Beziehungen sind ungesund, wenn sich Menschen nicht gegenseitig unterstützen, sondern belasten. Toxische Beziehungen können tiefgreifende Auswirkungen auf die körperliche, emotionale und geistige Gesundheit haben. Sie beeinträchtigen quasi das eigene Wohlbefinden.
Ursachen
In den letzten Jahren habe ich viele Menschen dabei unterstützt, toxische Muster zu erkennen und sich aus ihnen zu lösen. Die Ursachen waren immer vielschichtig. Häufig lagen Blockaden der pränatalen Phase (z.B. Thematik des alleingeborenen Zwillings), karmische Zusammenhänge, geringes Selbstwertgefühl, (frühkindliche) Traumata, Bindungsproblematiken oder ungesunde Familiendynamiken zu Grunde.
Anzeichen und Warnsignale für eine toxische Beziehung:
- Man verliert eventuell einen großen Teil von sich selbst
- Emotionale Erschöpfung
- Mangelnde Unterstützung durch den Partner/in
- Jede Form von Gewalt
- Grenzüberschreitungen
- u.v.m.
Eine toxische Beziehung ist KEIN sicherer Ort, sie ist dysfunktional!
Mein Weg aus den toxischen Strukturen war ein jahrelanger Prozess – ein Weg, auf dem ich sehr viel über mich selbst gelernt habe.
Zuerst durfte ich erkennen, dass meine Beziehungen zu Männern sehr oft subtil oder ausgeprägt ungesund gewesen sind. Dann habe ich mir meine Anteile an dem Desaster angeschaut, dafür brauchte ich phasenweise eine kompetente ganzheitliche Unterstützung von außen. Der nächste Schritt war die Kraft zu aktivieren, mich aus den alten kranken Strukturen zu lösen.
Sich selbst lieben zu lernen ist meiner Meinung nach der wichtigste Schritt auf dieser „Reise zu sich selbst“.
Welche Schlüssel haben mir letztendlich geholfen aus den toxischen Beziehungen herauszukommen?
- Ich habe gelernt, was mir wirklich guttut.
- Ich habe gelernt, gerne mit mir alleine zu sein.
- Ich habe gelernt, mich wieder mit mir selbst zu verbinden
- Ich habe gelernt, klare Grenzen zu setzen
- Ich habe gelernt, meinen Wert und den Wert meines Gegenübers zu erkennen
- Ich habe gelernt, aus der Opferrolle auszusteigen
- Ich habe gelernt, mir Zeit für mich selbst zu nehmen.
Mein persönliches Fazit zu diesem Thema:
Jede Beziehung hat Höhen und Tiefen, das ist normal. Wenn zwei Individuen aufeinandertreffen, geht es meist darum, Energien zu balancieren. Wir dürfen lernen, uns auf den anderen mit seinen Eigenheiten einzulassen und Kompromisse zu finden - bis zu einem gewissen Grad. Manchmal kann man eine toxische Beziehung heilen und manchmal ist es wichtig, eine toxische Beziehung zu beenden.
Für mich sind Respekt, Vertrauen und Wertschätzung die Eckpfeiler jeder Beziehung geworden. Ich danke meinem wundervollen Ehemann Marco für unsere Ehe auf Augenhöhe. Trotz Meinungsverschiedenheiten, unterschiedlicher Sichtweisen, mit denen wir in bestimmten Bereichen durchs Leben gehen … finden wir immer wieder eine heilsame Ebene miteinander.
Wir sind beide starke Solarplexus-Typen und dürfen dadurch besonders gut darauf achten, dass Emotionen gefühlt, ausgedrückt und gelebt werden. Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken oder nicht ausreichend miteinander kommunizieren, dann wird es giftig. In den vergangenen 11 Jahren hatten wir da ein gutes Übungsfeld. Danke, dass unsere Ehe so gut wie kein "Gift" mehr produziert!
Die Polaritäten "toxisch" und "gesund" sind balancierter, als je zuvor in meinem Leben. Kleine Meinungsverschiedenheiten gehören allerdings dazu :-)
Wie langweilig wäre eine augenscheinlich „perfekte“ Beziehung ohne Wachstumschancen?
Teil 2 folgt
(der Post ist stark verkürzt, denn ich hätte fast ein Buch dazu geschrieben :-))