Freitag, 15:58 Uhr. „Kannst du das noch kurz übernehmen?“ 👀
Kennst du?
Ich habe lange gedacht, ich müsste in solchen Momenten einfach funktionieren. Bis ich angefangen habe, eine ganz andere Frage zu stellen:
„Klar. Was von meinen aktuellen Prioritäten soll dafür zurückstehen?“
Nicht defensiv.
Nicht passiv-aggressiv.
Nicht als Angriff.
Einfach als sachliche Frage.
Denn damit gibst du die Priorisierung dorthin zurück, wo sie hingehört: zu der Person, die dir die Aufgabe gibt.
Und plötzlich musst nicht mehr DU entscheiden, was alles noch irgendwie reinpassen soll.
Oft stellt sich dann heraus:
So dringend war es gar nicht.
Und falls doch? Dann ist zumindest klar, was dafür warten darf.
Souverän Grenzen setzen bedeutet nicht immer, „Nein“ zu sagen.
Manchmal bedeutet es einfach, die Verantwortung für die Entscheidung zurückzugeben.
Speicher dir das für den nächsten Freitagnachmittag. 🙏🏼
Amira Ben Achour Coach & Speakerin
Klarheit, Erfüllung & Signifikanz im Beruf. Entdecke & lebe deine Stärke als Frau.
Vielleicht beginnt das Problem zwischen Männern und Frauen nicht im Erwachsenenalter.
Sondern viel früher.
Jungs lernen: Sei nicht zu laut. Beweg dich nicht so viel. Reiß dich zusammen.
Mädchen lernen: Sei lieb. Sei ruhig. Funktioniere. Pass dich an.
Nicht, weil Eltern oder Lehrer bewusst ein System erschaffen haben, das uns prägt. Sondern weil genau diese Erwartungen über Generationen weitergegeben wurden.
Und was passiert?
Männer lernen früh: Mit mir stimmt etwas nicht, wenn ich „zu viel“ bin.
Frauen lernen: Mit mir stimmt etwas nicht, wenn ich „zu laut“ bin.
Und später sitzen genau diese Menschen im selben Meeting, in derselben Beziehung, im selben Team – und wundern sich, warum Kommunikation zwischen den Geschlechtern manchmal so verdammt schwierig ist.
Vielleicht geht es deshalb gar nicht um „Männer gegen Frauen“.
Vielleicht geht es darum, dass wir beide gelernt haben, bestimmte Teile von uns kleinzumachen.
Und vielleicht beginnt echte Veränderung genau dort:
Nicht beim gegenseitigen Schuldgeben.
Sondern beim Verstehen, was wir eigentlich gelernt haben.
Warum sind eigentlich fast nur Männer CEO?
Keine drei von vierzig DAX-Unternehmen werden von einer Frau geführt.
Und nein: Die Antwort ist nicht so einfach wie „Das Patriarchat.“
Aber sie ist auch nicht: „Frauen müssen sich einfach mehr anstrengen.“
Denn viele Frauen lernen die Spielregeln nie.
Sich zeigen, bevor man sich zu 100 % bereit fühlt.
Netzwerken, bevor man etwas braucht.
Risiken eingehen, ohne vorher jede Eventualität abzusichern.
Räume betreten, in die man nicht ausdrücklich eingeladen wurde.
Und vor allem: sich nicht erst dann für eine Position halten, wenn jemand anderes es bestätigt.
Das Problem: Frauen werden nicht automatisch dafür belohnt, wenn sie genau diese Dinge tun. Das System ist nicht neutral.
Aber genau deshalb reicht es nicht, nur zu sagen: „Das System ist schuld.“
Du kannst die Strukturen kritisieren und gleichzeitig lernen, dich darin wirksam zu bewegen.
Denn Karriere ist nicht nur Leistung.
Es ist auch Psychologie, Sichtbarkeit, Status, Beziehungen und die Fähigkeit, Spielregeln zu lesen.
Die Frage ist also nicht nur:
„Ist das System kaputt?“
Sondern auch:
„Willst du die Regeln verstehen und lernen, sie für dich zu nutzen?“
Wie siehst du das: Lässt sich das lernen – oder ist das System grundsätzlich kaputt?
Leistung allein reicht nicht.
Du kannst die Zuverlässigste im Raum sein.
Die Beste in deinem Job.
Diejenige, die immer liefert.
Und trotzdem kann jemand anderes die Beförderung bekommen.
Warum?
Weil Karriere nicht nur danach funktioniert, wie gut du bist.
Sondern auch danach, wie sichtbar deine Leistung ist, welchen Status du ausstrahlst und ob andere dich als jemand wahrnehmen, der Verantwortung übernehmen kann.
Ich dachte lange: Wenn ich gute Arbeit mache, wird das irgendwann schon gesehen.
Wird es nicht immer.
Leistung ist die Basis.
Aber sie ist nicht automatisch dein Standing.
Du musst nicht lauter werden.
Du musst nicht anfangen, dich zu verkaufen.
Aber du musst lernen, deine Wirkung genauso bewusst zu gestalten wie deine Leistung.
Denn wenn niemand weiß, welchen Wert du bringst, kann auch niemand danach handeln.
Manchmal ist die klügste Antwort keine Antwort.
Ich dachte lange, Kompetenz bedeutet, schnell zu sein.
Die richtige Antwort zu haben.
Zu zeigen, dass ich den Raum verstanden habe.
Bis ich gemerkt habe: Wer zu früh zeigt, wie viel er weiß, wird schnell zur Konkurrenz.
Und Konkurrenz wird nicht immer gefördert.
Was mir geholfen hat?
Nicht sofort zu antworten.
Eine Frage mehr zu stellen.
Erst zuzuhören.
Informationen zu sammeln.
Denn während andere sich bereits festlegen, Argumente liefern und damit angreifbar werden, verschaffst du dir einen Überblick.
Das macht dich nicht weniger kompetent.
Im Gegenteil.
Du entscheidest bewusster, wann du dein Wissen einsetzt.
Das ist keine Schwäche.
Das ist eine Spielregel, die mir lange niemand erklärt hat.
Denn schlau sein heißt nicht, es allen zu zeigen.
Schlau sein heißt zu wissen, wann du es zeigst.
Und manchmal ist genau das der Unterschied zwischen recht haben und wirksam sein.
Ich dachte lange, ich hätte meine Beförderung nicht bekommen, weil jemand anderes besser war.
Heute weiß ich: Ich hatte mich selbst unsichtbar gemacht.
Ich kannte die Antwort.
Ich hatte die Erfahrung.
Ich wusste genau, was im Team schieflief.
Aber im entscheidenden Moment habe ich geschwiegen.
Nicht, weil ich nichts zu sagen hatte.
Sondern weil ich innerlich noch darauf gewartet habe, dass ich „genug“ bin, um den Raum einzunehmen.
Drei Monate später hat jemand anderes genau das ausgesprochen, was ich bereits wusste.
Und wurde dafür befördert.
Das war eine der härtesten Lektionen meiner Karriere:
Es reicht nicht, kompetent zu sein. Deine Kompetenz muss im richtigen Moment auch sichtbar werden.
Und nein – das bedeutet nicht, dass du lauter, aggressiver oder jemand anderes werden musst.
Es bedeutet, dass du aufhörst, auf die Erlaubnis zu warten, deine Perspektive einzubringen.
Denn manchmal ist nicht die Frage:
„Bin ich schon bereit?“
Sondern:
„Was kostet es mich, wenn ich weiterhin schweige?“
Im nächsten Video erzähle ich dir, was ich danach verändert habe.
Frauen verdienen weniger, weil sie nicht verhandeln.
Hast du das auch schon gehört?
Stimmt nicht immer.
WENN Frauen verhandeln (was sie leider oftmals zu selten tun). Und werden dafür bestraft.
Dafür gibt es sogar einen Namen: den Backlash-Effekt.
Ein Mann, der mehr Gehalt fordert, gilt als durchsetzungsstark, ambitioniert und selbstbewusst.
Eine Frau, die dasselbe tut, wird schneller als schwierig, zu fordernd oder nicht teamfähig wahrgenommen.
Und genau deshalb reicht es nicht, Frauen einfach zu sagen:
„Du musst dich nur besser verkaufen.“
Ich war selbst in Entscheidungsräumen. Ich habe erlebt, wie über Gehaltsrunden gesprochen wird.
Und ich kann dir sagen: Die Frage ist selten nur:
„Was will sie?“
Sondern auch:
„Wie wirkt sie dabei?“
Das ist kein persönliches Versagen.
Und es ist nicht einfach ein Mindset-Problem.
Es ist Systemwissen.
Wenn du die Spielregeln nicht kennst, versuchst du dich innerhalb eines Spiels durchzusetzen, dessen Regeln dir niemand erklärt hat.
Und dein Chef wird es dir wahrscheinlich auch nicht erklären.
Deshalb geht es nicht nur darum, mehr zu fordern.
Es geht darum zu verstehen, wie Entscheidungen über dich tatsächlich getroffen werden – und wie du darin wirksam wirst.
Denn Karriere entsteht nicht nur durch Kompetenz.
Sondern auch durch die Fähigkeit, Kompetenz so zu positionieren, dass sie im System Wirkung entfaltet.
Sag einfach Nein. Der schlechteste Rat, den Frauen im Corporate bekommen.
Ich kann es nicht mehr hören.
„Setz Grenzen.“
„Sag Nein.“
„Du musst dich nur trauen.“
Als wäre das Problem fehlender Mut.
Grenzen setzen ist die Spitze des Eisbergs. Wenn dir der Background fehlt, hilft dir selbst das perfekte „Nein“ nicht dabei, souverän wahrgenommen zu werden.
Denn:
Eine Grenze, die aus Angst kommt, wirkt wie Abwehr.
Eine Grenze, die aus Klarheit kommt, wirkt wie Führung.
Das ist kein semantischer Unterschied.
Das ist der Unterschied zwischen der Frau, die als schwierig gilt –
und der Frau, die als klar gilt.
Und rate mal, welche von beiden eher befördert wird.
Der Satz kann sogar derselbe sein:
„Ich kann das übernehmen – aber dann verschiebt sich X.“
Einmal gesagt aus Druck.
Einmal gesagt aus Standing.
Zwei völlig unterschiedliche Wirkungen im Raum.
Der Unterschied entsteht nicht in dem Satz.
Er entsteht davor.
In dem, was du über dich weißt.
In dem, was du dir zugestehst.
In deiner Positionierung.
In deinem Verständnis dafür, wie Macht, Status und Dynamiken im Corporate funktionieren.
Denn souveräne Frauen lernen nicht einfach, öfter Nein zu sagen.
Sie verstehen, wann, warum und aus welcher Position heraus sie es sagen.
Und genau da beginnt echtes Standing.
Sag einfach Nein.
— Der schlechteste Rat, den Frauen im Corporate bekommen.
Ich kann es nicht mehr hören.
„Setz Grenzen.“
„Sag Nein.“
„Du musst dich nur trauen.“
Als wäre das Problem fehlender Mut.
Grenzen setzen ist die Spitze des Eisbergs. Wenn dir der Background fehlt, hilft dir selbst das perfekte „Nein“ nicht dabei, souverän wahrgenommen zu werden.
Denn:
Eine Grenze, die aus Angst kommt, wirkt wie Abwehr.
Eine Grenze, die aus Klarheit kommt, wirkt wie Führung.
Das ist kein semantischer Unterschied.
Das ist der Unterschied zwischen der Frau, die als schwierig gilt –
und der Frau, die als klar gilt.
Und rate mal, welche von beiden eher befördert wird.
Der Satz kann sogar derselbe sein:
„Ich kann das übernehmen – aber dann verschiebt sich X.“
Einmal gesagt aus Druck.
Einmal gesagt aus Standing.
Zwei völlig unterschiedliche Wirkungen im Raum.
Der Unterschied entsteht nicht in dem Satz.
Er entsteht davor.
In dem, was du über dich weißt.
In dem, was du dir zugestehst.
In deiner Positionierung.
In deinem Verständnis dafür, wie Macht, Status und Dynamiken im Corporate funktionieren.
Denn souveräne Frauen lernen nicht einfach, öfter Nein zu sagen.
Sie verstehen, wann, warum und aus welcher Position heraus sie es sagen.
Und genau da beginnt echtes Standing.
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