HWPbesetzt

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Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von HWPbesetzt, Universitätsgebäude, Von Melle Park 9, Hamburg.

03/11/2025

Ihr seid herzlich aufgerufen zu tätigem Erinnern an die Reichspogromnacht und den nötigen Schlussfolgerungen:

Zur jährlichen Veranstaltung des Auschwitz-Komitees „Gegen das Vergessen“ am Donnerstag, den 6. November 2025, um 19 Uhr, im Hörsaal der Sozialökonomie der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 9) und

der Mahnwache auf dem Jospeh-Carlebach-Platz, am 09. November 2025, um 13 Uhr.

Dazu hat der Akademische Senat der Uni Hamburg einen Aufruf beschlossen, aus dem hier zitiert wird:
"Es war im Interesse der Eliten aus Wirtschaft, Militär und Großgrundbesitz, dass die N***s gegen „Sündenböcke“ hetzten, um die Möglichkeit einer sozial fortschrittlichen und friedlichen Krisenlösung zu unterdrücken. [...] Die Befreiung von Nazi-Herrschaft und Weltkrieg war ein internationaler Wendepunkt. Sie gelang durch eine weltweite und Anschauungen übergreifende Zusammenarbeit aller antifaschistischen Kräfte. Dieses humanistische Bündnis begründete als Konsequenz für eine bessere Zukunft die Vereinten Nationen. Deren Charta sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurden entwickelt und setzen - ebenso wie das Grundgesetz - die gleiche Würde aller Menschen an die erste Stelle."
(Kompletter Beschluss als PDF: https://cloud.uni-hamburg.de/s/dfFAEF7dSgR34sP )

1) GEGEN DAS VERGESSEN: Veranstaltung des Auschwitz-Komitees
DO 6. NOV. ´25, 19:00 Uhr, Hörsaal des FB Sozialökonomie (ehem. HWP), Von-Melle-Park 9
In dieser Veranstaltung wird anlässlich des Todes von Peggy Parnass an ihre prägende Rolle als Prozessbeobachterin erinnert.

„Die Prozesse, die ich sehen wollte, sind nicht geführt worden.“ Peggy Parnass (1927–2025)

Es diskutieren die Rechtsanwältin Christine Siegrot (Nebenklägerin in NS-Prozessen) sowie die Oberstaatsanwälte i.R. Dr. Udo Löhr und Jochen Kuhlmann

Die Schauspielerin Sylvia Wempner liest aus den Prozess-Reportagen von Peggy Parnass. Zum Abschluss des Abends spielt Bejarano & Microphone Mafia.
www.auschwitz-komitee.de

2) MAHNWACHE zum Gedenken an die Reichspogromnacht von VVN-BdA und Uni Hamburg
9. Nov., 13-14 Uhr, Joseph-Carlebach-Platz
Es sprechen: Dr. Vanessa Hirsch
(Altonaer Museum), Prof. Oliver von Wrochem (Gedenkstätte Neuengamme), Shlica Weiß, Anneke de Rudder (Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky)

GRINDEL LEUCHTET
ab 14 Uhr im Grindelviertel, Anwohner*innenaktion

Photos 23/05/2025
15/02/2025

Kino gegen Austerität: BlackRock – die unheimliche Macht eines Finanzkonzerns (D 2019) von Tom Ockers
Mi., 19.2.25, 20 Uhr, Philosophenturm Uni Hamburg: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung und Diskussion mit Florian Schui (Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität St. Gallen)

„Mi-en-leh sagte: Man muss so radikal sein wie die Wirklichkeit.“
Bertolt Brecht, „Me-Ti. Buch der Wendungen“, entstanden im Exil der 1930er Jahre.

Der Aufschwung extrem reaktionärer politischer Kräfte ist kein unaufhaltsames Mysterium. Er entspringt der zunehmend unregulierten Einflussnahme skrupelloser Profitinteressen auf Wirtschaft, Politik, Medien und gesellschaftliche Öffentlichkeit. So wie sich die rundum rassistische und menschenfeindliche AfD von Tech-Milliardär Elon Musk finanzieren lässt, folgt auch die politische Agenda des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz nicht dem Zufallsprinzip. Der „mittelständische“ Multimillionär bekleidete von 2016-2020 den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der BlackRock Asset Management Deutschland AG, dem deutschen Ableger des US-Vermögensverwalters BlackRock, und ist seitdem den gewichtigen Geldsorgen des weltweit größten Finanzinvestors auf intimste Weise verbunden.
Sich der systemischen Tragweite dieser unheilvollen Allianz bewusst zu werden, ist von zentraler Bedeutung dafür, dass die schon längst auf der Tagesordnung stehende, grundlegende Kehrtwende hin zu einer allseitig humanen, zivilen, solidarischen und demokratisch-aufgeklärten Entwicklung der Gesellschaft gelingen kann.
Einen bedeutsamen Beitrag dazu leistet die 2019 veröffentlichte Dokumentation „BlackRock – die unheimliche Macht eines Finanzkonzerns“ von Tom Ockers.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-blackrock-die-unheimliche-macht-eines-finanzkonzerns

11/11/2024

Kino gegen Austerität: Professor Mamlock (DDR 1961) von Konrad Wolf
Mi., 13.11.24, 20 Uhr, Philosophenturm Uni Hamburg: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung von und Diskussion mit dem Filmhistoriker Dr. Detlef Kannapin

Zur tatsächlichen Verwirklichung des zivilisatorischen Erfordernisses ist aus der (deutschen) Geschichte zu lernen, dass Niemand aus der positiven Verantwortung zu entlassen ist, jeglicher Verunglimpfung bestimmter Personen und gesellschaftlicher Gruppen schon im Ansatz fundamental couragiert zu widersprechen und solidarisch-rational entgegenzuwirken.
Kaum ein künstlerisches Werk illustriert die widerspruchsvolle Herausbildung dieser historischen Einsicht so anschaulich wie die 1961 (zur Zeit der beginnenden „Auschwitz-Prozesse“ in der BRD) von Konrad Wolf für die DEFA realisierte Verfilmung des gleichnamigen, 1933 von seinem Vater Friedrich Wolf veröffentlichten Dramas „Professor Mamlock“.
Schon die Eingangsszenerie entfaltet die grundlegende Spannung des Aufklärungsstücks: im wohlsituierten Hause Mamlock feiert man das Neujahr 1933. Zu den Gästen des liberal-gesinnten jüdischen Professors, der chefärztlich die Städtischen Frankfurter Kliniken leitet, gehören Bankdirektor Schneider, Zeitungsverleger Seidel und Oberarzt Carlsen – allesamt „arisch“, den aufkommenden N***s jedoch aus geschäftlichen, konventionellen und geistigen Gründen eher skeptisch bis ablehnend gesinnt und aus denselben Gründen Mamlock persönlich wohlwollend verbunden. Während dieser in seiner Ansprache die Zuversicht bekundet, dass Vernunftglaube, demokratische Gesinnung und die Achtung der staatlichen Institutionen das Leben den Zeitläuften trotzend zum Guten wenden werden, wird ein Freund seines mit Kommunisten verbandelten Sohns Rolf auf offener Straße von SA-Leuten brutal niedergestochen...

.. kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-professor-mamlock
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=DsdrXhlsSc0

14/10/2024

Kino gegen Austerität: Brüder (D 1929)
Mi., 16.10.24, 20 Uhr, Philosophenturm Uni Hamburg: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung von und Diskussion mit Malte Klingforth, Hafenarbeiter und Mitglied im ver.di Fachvorstand „Maritime Wirtschaft“

Die Arbeitskämpfe um den Hamburger Hafen gehen Alle an. Dabei sollte aus den historischen Erfahrungen dieser Auseinandersetzung für heute nachhaltig gelernt werden.
Einen gewichtigen Beitrag dazu leistet der 1929 zur Hochphase der Weltwirtschaftskrise veröffentlichte Stummfilm „Brüder“, in dem Werner Hochbaum mit proletarischen Laiendarsteller:innen den großen Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97 erstmals für ein Millionenpublikum zugänglich auf die Leinwand brachte: Die Forderungen nach Lohnerhöhung, Schichtverkürzung, festen Anstellungsverhältnissen und Arbeitssicherheit werden von der Hafenleitung brüsk zurückgewiesen, die ihre Gewinne lieber in die Vergrößerung der Hafenanlagen investieren will. Trotz Bedenken der legalistisch orientierten Gewerkschaftsführung entschließen sich die Schauerleute zum Streik, dem sich alsbald auch Maschinisten, Seeleute, Schiffsreiniger und alle weiteren Hafenbeschäftigten anschließen. Die Vereinigung der Reeder befürchtet einen allgemeinen Umsturz und ruft die kaiserliche Reichsregierung zu Hilfe. Der Hamburgische Senat billigt den brutalen Polizeieinsatz zur Niederschlagung des Aufstands. So erfasst der Klassenkonflikt zunehmend die gesamte Hamburger Bevölkerung. Ein Jeder muss sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.
Auch wenn der Streik zunächst verloren ging, vermittel der Film eindrücklich, welche weit darüber hinausweisende, fundamentale Erkenntnis von historisch-aktueller Tragweite durch ihn gewonnen ist: mit ihrem unbeugsamen Kampf um Würde, Recht und die kollektive Gestaltung humaner Arbeits- und Lebensbedingungen hat die streikende Arbeiterschaft Abertausenden neuen Mut zum grundlegend solidarischen Veränderungswirken gegeben. Das historische Selbstbewusstsein einer organisierten Bevölkerung, die ihre gesellschaftlichen Geschicke beginnt, in die eigenen Hände zu nehmen, ist auf Dauer unbezwingbar.

Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-brueder
Trailer: https://www.filmportal.de/video/brueder-1929

25/08/2024

Öffentlich statt privat!
Streitgespräch zwischen Markus Schreiber (SPD) und Malte Klingforth (ver.di) über die geplante Privatisierung des Hamburger Hafens. Donnerstag, 29.8.24, 16 Uhr, Uni-Hauptgebäude. Mischt euch ein!

07/07/2024

Mit Einführung durch unseren HWP-Kollegen Alfred Oppolzer!

Freiluftkino gegen Austerität: „Ein König in New York“ (GB 1957) von Charlie Chaplin
Mittwoch, 10.7.24, 21 Uhr (ct), vor Philosophenturm (Von-Melle-Park 6), bei schlechtem Wetter im Kokoschka-Hörsaal im Philosophenturm
Einführung: Dr. Alfred Oppolzer, Professor i. R. für Industrie- und Betriebssoziologie an Hochschule für Wirtschaft und Politik sowie Fachbereich Sozialökonomie der Uni Hamburg
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=2l_M8r9bV4Q

Die Geschichte lehrt: eine objektiv notwendig gewordene, gesellschaftliche Veränderung lässt sich auch durch schärfste Repressionen nicht auf Dauer unterdrücken. Wenn es jedoch darum geht, eine zutiefst krisenhafte Ungleichheitsordnung gegen zivile Entwicklung, soziale Progression und kulturelle Emanzipation zu verteidigen, gehören die Methoden des Antikommunismus nach wie vor zu den Herrschaftsinstrumenten der Wahl. Die personalisierte Verbreitung von Schauermärchen, öffentlichen Diffamierungen und gezielter Hetze, die bis zur Lynchjustiz führen kann, zielt auf die Marginalisierung gerade der entschiedensten Verfechter:innen einer humanen Gesellschaftsentwicklung. Sie richtet sich zugleich gegen jegliche Form des Nonkonformismus und des aufgeklärt-fortschrittlichen Denkens und Handelns und tritt – auch wenn sie gern im Namen von „Freedom and Democracy“ daherkommt – selbst elementare demokratische und rechtsstaatliche Errungenschaften mit Füßen. Paradigmatisch für eine solche Phase der paranoiden Restauration war die McCarthy-Ära in den USA der 1950er-Jahre. Nur durch das widerständige Engagement der organisierten Arbeiter:innen-, Bürgerrechts-, Friedens- und Studierendenbewegung und das mutige Eingreifen aufrechter Intellektueller, Künstler:innen und Kirchenleute war es möglich, die gefährliche Rechtsdrift der Gesellschaft zu überwinden.
Einer der Akteure dieses Aufbegehrens war der durch die Verleumdungskampagnen selbst aus dem Land vertriebene Charlie Chaplin. Zurück in Großbritannien drehte er 1957 „Ein König in New York“ – eine hochaktuelle, bissig-satirische Abrechnung mit dem „American Way of Life“ McCarthy’scher Prägung.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-ein-koenig-in-new-york

20/02/2024

Kino gegen Austerität: "M" (D, 1931, Fritz Lang)
Mi., 21.2.24, 20.15 Uhr, Kokoschka-Hörsaal (Phil D) im Philosophenturm (Von-Melle-Park 6)
Einführung+Diskussion mit Filmwissenschaftler, Filmemacher und Publizisten Thomas Tode

Unreflektierte Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die aufgeklärte Entwicklung mündiger Persönlichkeiten und eines humanen Gemeinwesens erfordern die stete, rational-kritische, solidarische Erweiterung der kollektiven Handlungsfähigkeit. Das Heraufbeschwören diffuser Bedrohungsszenarien – ob mit realem Kern oder gänzlich konstruiert – ist hingegen ein beliebtes Herrschaftsinstrument zur Konservierung einer in Frage stehenden Ungleichheitsordnung. Wenn derlei Spuk in Krisenzeiten mit personifizierten Vorurteilsstrukturen gegen alles „Normabweichende" und der Präsentation von Sündenböcken einhergeht, dann ist eine gefährliche gesellschaftliche Drift in Gang gesetzt, die dringend progressiv zu wenden ist.
Die weitsichtige Kritik und sozialpsychologische Analyse solcher Tendenzen ist es, die „M" – 1931 von Fritz Lang auf künstlerisch einzigartige Weise inszeniert – zu einem hochaktuellen Klassiker der Filmkunst macht.
Gekonnt wird dabei mit den Erwartungshaltungen und Vorurteilsstrukturen eines verstockt-sicherheitsorientierten, kleinbürgerlichen Publikums gespielt. Was als scheinbar biederes Kriminaldrama beginnt, wandelt sich zunehmend in eine beißende Satire mit den spannungsreichen Wendungen eines Thrillers und kulminiert in einer Gerichtsszene, bei der es die „Justiz" ist, die eigentlich auf der Anklagebank sitzt.
Ausgangspunkt ist eine Serie von Kindsmorden, die Berlin um 1930 in Unruhe versetzt. Der Zuschauer wird dabei Zeuge des mysteriösen Verschwindens der Kinder, der sich verdichtenden Indizien über den vermeintlichen Täter und der Tathergänge. Vor allem aber wird er Zeuge der zur Dingfestmachung des Täters in Gang gesetzten, öffentlichen Fahndungsaktivitäten der Sicherheitsbehörden und wie diese zum eigentlichen Quell der sich langsam bahnbrechenden Massenhysterie in der Bevölkerung werden...
..Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-m
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=nsVproWjN6c

03/02/2024

Liebe Mitstreiter*innen,

bei der nächsten Vorstellung des Kinos gegen Austerität am Mittwoch, den 7. Februar 2024, um 20 Uhr (ct) im Kokoschka-Hörsaal (Phil D) im Philosophenturm (Von-Melle-Park 6) schauen und diskutieren wir zusammen den Dokumentarfilm „Les jours heureux“ von Gilles Perret aus dem Jahr 2013. Wir beginnen wie immer mit einer Einführung zum Film, im Anschluss wird es wieder Gelegenheit zur Diskussion geben. Die Einführung übernimmt dieses Mal Marie-Dominique Vernhes von attac Hamurg.

Näheres zum Film:
Wie lässt sich die Marginalisierung und Überwindung extrem reaktionärer Kräfte und Tendenzen in der Gesellschaft bewirken? Die Geschichte lehrt dabei: es reicht nicht aus, die formal-demokratischen Errungenschaften, Institutionen, Strukturen, Werte und Gepflogenheiten in jener Verfasstheit zu verteidigen, welche das Erstarken roher Menschenfeindlichkeit möglich gemacht hat. Vielmehr sind diese Grundlagen aufgeklärt-gesellschaftlicher Entwicklung in neuer Qualität engagiert sozial zu verwirklichen. Die weitreichenden Schlussfolgerungen aus der gelungenen Befreiung von Faschismus und Weltkrieg 1945 wurden nie in Gänze realisiert und sind über die letzten drei Jahrzehnte durch eine neoliberale Politik steter Privatisierung, Kapitalbegünstigung, Sozialstaatsabbau und Remilitarisierung in ganz Europa (und weltweit) schrittweise revidiert und empfindlich ausgehöhlt worden. Das ist eine wesentliche Ursache der gegenwärtig zu behebenden Misere. Insofern scheint geboten, sich der kämpferischen Hervorbringungen jener Zeit neu gewahr zu werden.

Einen entscheidenden Beitrag dazu liefert die von Gilles Perret 2013 veröffentlichte Dokumentation über den Inhalt und das Zustandekommen der „Glücklichen Tage“ („Les Jours Heureux“).

Unter diesem Titel beschloss der 1943 gebildete, im Untergrund operierende Conseil National de la Résistance (CNR) ein revolutionäres Programm zur Befreiung Frankreichs von der faschistischen Okkupation und zur sozialen Neugestaltung der Gesellschaft, das bis heute die strukturellen Eckpfeiler des französischen Staatswesens prägt.

Es umfasste Maßnahmen zur Verstaatlichung der Energieversorgung, des Banken- und Versicherungswesens und des Automobilkonzerns Renault, zur Verankerung weitreichender Arbeitsrechte, zur betrieblichen Mitbestimmung, zur Etablierung der Sozialversicherungskassen und der damit einhergehenden Garantie des Rechts auf Bildung, Kultur, Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und ein dauerhaft gesichertes Leben in Würde für Alle, zur Demokratisierung der öffentlichen Verwaltung und vieles mehr.

Vielmehr noch als der Inhalt dürfte jedoch das Zustandekommen dieser Programmatik als revolutionär zu bezeichnen sein: Dem CNR gehörten neben Kommunisten, Sozialisten, bürgerlichen Radikal- und Christdemokraten wie auch nationalkonservativen Republikanern (als Parteienvertreter der 1940 besiegten Dritten Republik) auch die führenden Repräsentanten der weltanschaulich ähnlich plural organisierten Widerstandsgruppen sowie der kämpferischen Gewerkschaften an. Die erreichte Einigung der zuvor zersplitterten Kräfte folgte der aus dem Widerstand erwachsenen Einsicht in die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der Strukturen, die die Besatzung und das Kollaborationsregime des Marschall Pétain möglich gemacht hatten und war das Ergebnis intensivster, subversiver Koordinations-, Organisations- und Vermittlungstätigkeit zwischen den vornehmlich arbeiterbewegten Widerstandsgruppen im Land und den finanziell und logistisch besser ausgestatten, eher nationalgesinnten Gegnern der Kollaboration im Exil.

Der Film porträtiert dabei bekanntgewordene, aber vor allem auch vergessen-gemachte Protagonisten des CNR wie Pierre Villon, den Vertreter der kommunistischen Franc-Tireurs et Partisans, ohne die die programmatische Einigung nicht zustande gekommen wäre. Er zeichnet den widerspruchsvollen Weg von der Herausbildung der Résistance bis zur Umsetzung des Programms ab 1945 ebenso nach wie die jüngsten Kontroversen um dessen aktuelle Relevanz und lässt dafür zahlreiche Kampfgefährten der damaligen Zeit eindrucksvoll zu Wort kommen.

So erwachsen historische Einsichten von akut-nachhaltiger Bedeutung: ohne den im Angesicht der tiefsten Barbarei entwickelten Entwurf einer grundlegenden sozialen Neugestaltung der Gesellschaft wäre die Befreiung vom Faschismus nicht gelungen. Diese lebensnah skizzierte Vision einer besseren Welt, in der der Mensch dem Menschen ein Freund sein kann, steht heute – unter erheblich günstigeren Umständen – mehr denn je zur engagierten Verwirklichung an. Human ambitioniert, strategisch orientiert, solidarisch assoziiert und persönlich couragiert wird aus Hoffnung Zuversicht und aus Zuversicht Tatsächlichkeit. Der frohe Sinn wächst mit jedem Schritt neu geschaffener Weite.

Insofern: Brot, Frieden, Würde – jetzt! International solidarisch: Schluss mit Austerität.



„Jeder lebendige Geist, das ist eine Tatsache, erkennt in einem gerechteren sozialen und ökonomischen Ausgleich die Forderung der Weltstunde, und es ist ebenfalls gar keine Frage, daß diese moralisch lebenswichtige Forderung sich nicht nur auf die innere Struktur der Staaten, sondern auch auf die Staatengesellschaft selbst und ihr Zusammenleben zu erstrecken hat.“
Thomas Mann, „Vom kommenden Sieg der Demokratie“, 1938.

Näheres zur Kampagne könnt ihr online auf der Kampagnen-Seite (www.schluss-mit-austeritaet.de) erfahren, den Flyer für die Anti-Austerity-Filmseminar-Reihe und weitere Termine gibt es unter www.schluss-mit-austeritaet.de/film-seminar-gegen-austeritaet.

Wir zeigen im Rhythmus von zwei Wochen einen Film; die Mittwoche an denen kein Film gezeigt wird, werden für die Anti-Austerity-Aktiventreffen genutzt, bei denen wir uns zur Weiterentwicklung der Kampagne, der Gewinnung neuer Bündnispartner und der Planung von weiteren Aktivitäten austauschen.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Mail: [email protected]
Facebook: www.facebook.com/ISSMA2018
Twitter: https://twitter.com/issmakampagne
Instagram: https://www.instagram.com/issma_antiausterity

05/01/2024

Kino gegen Austerität: Salt Of The Earth (USA 1954, OmU) von Herbert J. Biberman
Mi., 10.1.24, 20 Uhr (ct), Kokoschka-Hörsaal (D) im Philosophenturm (Von-Melle-Park 6)
Einführung durch den US-Kollegen Cyn Huang, Mitglied der US-Gewerkschaft United Auto Workers und der Studierenden-Sektion der Democratic Socialists of America, und von Elsa Rassbach, langjährige Gewerkschafts- und Friedensaktivistin, Journalistin und Filme-Macherin in USA und BRD.

"Wenn in Krisenzeiten lautstark der „gesellschaftliche Zusammenhalt“ gepredigt wird, dann ist begründete Skepsis mehr als angebracht. Mit der vorgegaukelten Perspektive des gleichberechtigten Aufgehens in einem größeren „Wir“ – ob nun Familie, Nation oder der noch so toleranten „Wertegemeinschaft“ – werden spezifische Benachteiligungen nicht überwunden, sondern verschärft. Die menschliche Würde als allseitiger Maßstab tatsächlicher Gleichheit lässt sich hingegen nur verwirklichen, indem Ausbeutung, Konkurrenz und Entfremdung als strukturelle Ursachen der sozialen Ungleichheit bekämpft und überwunden werden. In dieser von allen Nicht-Milliardär:innen tendenziell gemeinsam zu bestreitenden, gesellschaftlichen Auseinandersetzung wird auch die Überwindung allseits schädlicher Vorurteilsstrukturen, diskriminierender Rollenzuschreibungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit erst möglich.
Entsprechende Erfahrungen hat die organisierte Arbeiter:innenbewegung gerade im 20. Jahrhundert zu Hauf gesammelt. Der 1954 in den USA der McCarthy-Ära gedrehte, durch die kriminalisierte Gewerkschaft der Minenarbeiter:innen (IUMMSW) selbstfinanzierte Film „Salt of the Earth“ legt davon in hochaktueller und beeindruckender Weise Zeugnis ab.
Erzählt nach wahren Begebenheiten schildert er den emanzipatorischen Kampf mexikanisch-stämmiger Bergarbeiterfamilien in den Zinkminen New Mexicos."

Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-salt-of-the-earth
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=NB3FGeUMoYk

12/11/2023

Kino gegen Austerität: „Modern Times“ (1936) von Charlie Chaplin
Mittwoch, 15.11.23, 20.15 Uhr, Hörsaal D, Philosophenturm, Von-Melle-Park 6
Mit Alfred Oppolzer, Professor i. R. für Industrie- und Betriebssoziologie an HWP und Sozialökonomie

Aus dem Ankündiger: "Der Zuschauer begleitet den Tramp – die leicht tollpatschige, unangepasste, das menschliche Prinzip verkörpernde Erzählfigur in Chaplins Stummfilmen – auf seinem Weg zum vermeintlichen „Glück“. Er arbeitet zunächst in einem Stahlwerk, in dem der müßiggängerische Chef den Takt der monotonen Fließbandtätigkeit antreibt, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Als entfremdetes Anhängsel einer Produktionsmaschinerie, die jegliche menschliche Regung mit Mehrarbeit bestraft, endet der Versuch überbotmäßiger Beflissenheit letztlich im Wahnsinn und der Entlassung in die Irrenanstalt. Durch Zufall an die Spitze eines Demonstrationszugs streikender Arbeiter geraten, wird der Tramp verhaftet und muss sich – wegen guter Führung (unter Drogeneinfluss) – nach neuer Arbeit umschauen. Dabei trifft er auf eine Halbwaise aus den Elendsvierteln am Hafen. Fortan gehen sie ihre holprigen Pfade gemeinsam und scheitern immer wieder an ihren Illusionen bzw. den Normen einer auf betäubenden Massenkonsum orientierten „Aufstiegsgesellschaft“, die für tatsächliche Freundlichkeit, produktive Anteilnahme, künstlerischen Erfindungsreichtum oder gar das menschliche Bedürfnis nach solidarischer Gestaltung erfreulicher Lebensbedingungen keinen Platz zu haben scheint. Selbst ihren größten Coup – eine improvisierte Gesangseinlage in einem Vergnügungslokal (ein Leinwanderlebnis sonder gleichen) – vereiteln die gnadenlosen Strafverfolgungsbehörden. So bleibt den verstoßenen Menschenfreunden letztlich nur das gemeinsame Streben nach einer neuen Weite jenseits des Horizonts."
Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-modern-times

Zum Einstieg findet ihr hier den Stichwortartikel "Entfremdung" im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus, den Alfred Oppolzer verfasst hat: https://www.dropbox.com/scl/fi/ud22xlino6ynnzfkh2pqw/Entfremdung-HKWM03.pdf?rlkey=wqko6471appuctw8kb5yilzqj&dl=0

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