29/09/2026
Mittlerweile ist der Herbst am Abendhimmel eingezogen. Die Herbststerne funkeln nicht nur schön, sondern erzählen auch eine besonders spannende Geschichte aus der griechischen Mythologie: Ein Königspaar, Kepheus und Kassiopeia, möchte ihre Tochter Andromeda einem Seemonster opfern (dem Walfisch). Zum Glück wird sie vom Helden Perseus gerettet. Glaubt man der antiken Sage, kam er mit Flügelschuhen daher. In moderneren Interpretationen ritt er auf dem Pegasus. Das geflügelte Pferd entsprang der – von Perseus – geköpften Medusa. All diese Akteure finden wir am Herbsthimmel. Wir zeigen sie euch. Beim nächsten Spaziergang unter dem Sternenhimmel habt ihr was zu erzählen!
Bilder: Stellarium, Digistar 26 by Cosm, Planetarium Hamburg
Kassiopeia und Kepheus
Das Königspaar aus Kassiopeia und Kepheus steht auch an unserem Himmel nah beieinander. Wir kennen die Kassiopeia auch als Himmels-W. Aufgrund ihrer markanten Form ist sie gut zu erkennen. Sie dient daher als verlässlicher Wegweiser, um andere Formationen am Himmel zu finden. So auch den Kepheus, ihren eher unauffälligen Gefährten. Die beiden rechten Sterne des W der Kassiopeia zeigen auf ihn. Seine Form erinnert ein wenig an das „Haus des Nikolaus“. Als zirkumpolare Sternbilder sehen wir die Kassiopeia und den Kepheus das ganze Jahr über, sie sinken nicht unter den Horizont. Im September funkeln sie sehr hoch am Abendhimmel.
Perseus
Der heldenhafte Perseus steht etwas links unterhalb der Kassiopeia. Einige seiner Sterne bilden eine hübsch geschwungene Sternenkette. An einem Seitenarm hält der Perseus das grausige Haupt der Medusa, deren Auge vom „Teufelsstern“ Algol dargestellt wird. Der arabische Name Algol ist eine Übersetzung aus dem Griechischem und bedeutet „Kopf des Dämons“. Rechts neben Perseus funkelt die hübsche Königstochter Andromeda.
Andromeda
Die Königstochter Andromeda finden wir an klaren Septemberabenden genau zwischen dem Helden Perseus und dem Pegasus am östlichen Himmel, wobei sie unmittelbar an das geflügelte Pferd anschließt. Ihre Sterne bilden eine hübsche Sternenkette. Nördlich ihres auffälligen Riesensterns Mirach entdecken wir bei guten Sichtverhältnissen mit bloßem Auge einen Nebelfleck. Es ist die Andromeda-Galaxie, für die sich der Griff zum Fernglas lohnt. Um sie zu finden, hilft ein Blick zur Kassiopeia – dem auffälligen Himmels-W. Denn die rechte untere Spitze des W weist wie die Spitze eines Pfeils auf sie.
Pegasus
Das geflügelte Pferd, der Pegasus, ist im Herbst nicht zu übersehen. Im Wesentlichen besteht die Konstellation aus einem Quadrat aus etwa gleich hellen Sternen, wobei einer der vier Ecksterne offiziell schon zur Andromeda gehört. Wir bezeichnen die auffällige Formation auch als Pegasus- oder Herbstquadrat. Lustigerweise steht das Himmelstier über Kopf am Himmel.
Walfisch
Kommen wir zum Walfisch. In der Legende ist er das Seemonster Cetus, dem die Königstochter Andromeda geopfert werden soll. Das Sternbild zieht sich horizontnah über eine große Fläche, besteht aber aus sehr lichtschwachen Sternen. Der auffälligste Teil ist ein Ring aus Sternen, der seinen Kopf darstellen soll. Wir finden den Walfisch unterhalb des Pegasus und der Andromeda, wobei noch die großflächigen Fische zwischen den Konstellationen prangen. Das Sternbild zeigt sich im September erst recht spät über dem Horizont und steigt auch in den darauffolgenden Wochen nie besonders hoch an den Himmel.