TEN - Trainingszentrum für Erste Hilfe & Notfallmedizin

TEN - Trainingszentrum für Erste Hilfe & Notfallmedizin

Teilen

- Rettungsdienstausbildung,
- BG Ersthelferschulungen ,
- ERC Advanced Cardiac Life Support,
- ERC Basic Cardiac Life Support,
- Trauma Life Support.

Bundesweit

🎓 Aus und Fortbildung im Sanitäts- und Rettungsdienst
🏥 Fortbildung im Pflegefach
🚑 Sanitätsdienste (www.seg.hamburg)
🚒 Betriebssanitätsdienste
🚧 Arbeitsschutz-/Sicherheit
🤿 DAN Divers Alter Network

www.ten-y.de
www.112-Strassenbande.de DAN Kurse (Divers Alert Network)
- Oxygen First Aid for Aquatic Emergencies
- Oxygen First Aid for Scuba Diving Injuries
- DAN Basic Life Support
- Em

Geblitzt im Feuerwehr-Einsatz: Urteil gegen Ray Lange steht fest 09/06/2026

Noch nicht rechtskräftig, aber der Richter war auf seiner Seite 🙂
https://www.lvz.de/lokales/nordsachsen/eilenburg/geblitzt-im-einsatz-tauchaer-feuerwehrmann-ray-lange-nach-bussgeld-streit-freigesprochen-UH7XT23H6BAK3G72AEMWV3C6AE.html?fbclid=IwVERDUASVF15leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEezay_XCy9j3WnWOCgZB4g_B2CIOCNWLwTcEUU9MuDdU1d2Ll-ZACITt2R0yA_aem_Q9uQe3-WJzYb8_eW9UnTwQ

Geblitzt im Feuerwehr-Einsatz: Urteil gegen Ray Lange steht fest Darf die Feuerwehr im Einsatz schneller fahren als erlaubt? Dieser Streit spaltet seit Monaten die Stadt Taucha bei Leipzig. Jetzt hat das Amtsgericht Eilenburg dazu ein Urteil gefällt.

30/05/2026

Du suchst einen Erste-Hilfe-Kurs?

Bei uns findest du passende Kurse für den Führerschein, Erste Hilfe am Kind, betriebliche Erste Hilfe und weitere Themen. Zusätzlich erweitern wir unser Angebot in Kürze um attraktive Online-Kurse.

Du bist Erste-Hilfe-Anbieter oder Ausbilder?

Private Anbieter können sich in ausgewählten Bereichen registrieren und eigene Kurse anbieten. Ausbilder und Kursanbieter aus anderen Bundesländern haben zudem die Möglichkeit, mit uns zu kooperieren und von unserer modernen Online-Präsenz zu profitieren.

Ob du einen Kurs suchst oder als Anbieter neue Teilnehmer gewinnen möchtest – schau vorbei:

www.erstehilfe.guide erstehilfe.Guide – powered by TEN®️| Trainingszentrum für Erste-Hilfe & Notfallmedizin.

Fitness-Influencer Gabriel Ganley: Ist das die Todesursache? 27/05/2026

Anabolika führen zum frühen Tod des Fitness-Influencer.

Was viele nicht wissen, das Herzwöchst auch nach innen, deshalb ist der Einnahme von Anabolika nicht so schlau.

Hypertrophie bedeutet grundsätzlich Muskelwachstum. Im Bodybuilding wird dieser Begriff meist positiv verwendet: Mehr Muskelmasse, mehr Kraft, mehr Volumen. Anabolika verstärken genau diesen anabolen Prozess – also den Aufbau von Muskelgewebe.

Was viele jedoch vergessen: Anabolika wirken nicht nur auf Bizeps, Trizeps oder Brustmuskulatur. Auch der Herzmuskel reagiert auf diese Wachstumsreize.

Der entscheidende Unterschied:
Skelettmuskeln wachsen überwiegend nach außen. Beim Herzmuskel kann es dagegen zu einer sogenannten konzentrischen Hypertrophie kommen. Dabei verdickt sich die Herzwand nach innen, wodurch sich der Innenraum der Herzkammern verkleinert.

Die Folge:
Das Herz kann sich schlechter mit Blut füllen. Trotz eines dickeren Herzmuskels sinkt damit langfristig die Effizienz der Pumpleistung. Um den Körper weiterhin ausreichend zu versorgen, muss das Herz häufig mit höherem Druck und höherer Frequenz arbeiten.

Dadurch steigen:

* Herzfrequenz
* Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels
* Blutdruck
* Belastung der Herzgefäße

Zusätzlich wächst der Herzmuskel oft schneller als die versorgenden Kapillaren. Das bedeutet: Mehr Muskelmasse, aber nicht automatisch mehr Sauerstoffversorgung. Besonders unter Belastung kann dadurch ein Sauerstoffmangel im Herzmuskel entstehen.

Langfristig erhöht das das Risiko für:

* Herzrhythmusstörungen
* Bluthochdruck
* Herzinsuffizienz
* Vernarbungen des Herzmuskels (Fibrosen)
* plötzlichen Herztod

Besonders tückisch ist, dass viele Betroffene lange leistungsfähig wirken und Beschwerden erst spät auftreten.

Ein großer Oberarm ist nicht automatisch ein Zeichen von Gesundheit. Der Herzmuskel unterscheidet nicht zwischen „schönem Muskelaufbau“ und gefährlicher Organbelastung.

https://m.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/fitness-influencer-gabriel-ganley-ist-das-die-todesursache-6a1679663b7096456ac839fb?cid=social.bildsocial.exactagconverter.acquisition..6a1679663b7096456ac839fb.free.facebook.Bild&fbclid=IwdGRjcASDnR5leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEejBtICMxKUAiIV7CQS6zOplJbsoLfZqIAsl_f7mVIx50u_daLEneofYKMKoE_aem_V-dtVD-mbvmHg3miJAIBDA&t_ref=https://facebook.com/

Fitness-Influencer Gabriel Ganley: Ist das die Todesursache? Der plötzliche Tod von Gabriel Ganley erschüttert derzeit die Fitness-Szene. Nun liefert seine Sterbeurkunde erste Hinweise auf die mögliche Todesursache.

24/05/2026

Heute ist ein Mann in Övelgönne ertrunken. Schade, dass ihn unser Post nicht erreicht hat. Gerne teilen, es passiert jedes Jahr aufs Neue.

24/05/2026

Teil 2: Messerstichverletzungen im Halsbereich

Anatomie, Halszonen, Hirnnerven, Blutverlust, Atemwegsproblematik, hämorrhagischer Schock und präklinische Versorgung nach XABCDE

1. Einordnung

* Messerstichverletzungen im Halsbereich gehören zu den gefährlichsten penetrierenden Verletzungen im Rettungsdienst, weil auf engem Raum große Blutgefäße, Atemwege, Speiseröhre, Schilddrüse, Rückenmark, Hirnnerven und vegetative Nervenstrukturen verlaufen. [1][2][3]

* Der Hals besitzt nur begrenzten knöchernen Schutz; viele relevante Strukturen liegen relativ oberflächlich unter Haut, Platysma (oberflächlicher Halsmuskel), Faszien und Muskulatur. [1][4]

* Bereits kleine Stichkanäle können lebensbedrohlich sein, wenn Arterien, Venen, Atemweg, Kehlkopf, Schilddrüse, Ösophagus (Speiseröhre), Trachea (Luftröhre) oder Hirnnerven betroffen sind. [1][2][3]

* Die wichtigsten unmittelbaren Todesmechanismen sind Exsanguination (Verbluten), Atemwegsverlust, zerebrale Minderperfusion, Aspiration, Luftembolie und sekundäre Hypoxie. [1][3][5]

* Penetrierende Halsverletzungen gelten als zeitkritische chirurgische Notfälle, weil die definitive Blutungskontrolle häufig nur operativ oder interventionell möglich ist. [1][2][6]

* Die präklinische Versorgung ist deshalb kein „langes Ausbehandeln vor Ort“, sondern eine Kombination aus sofortiger Blutungskontrolle, Atemwegssicherung, Schockprävention und schnellem Transport in eine geeignete Zielklinik. [5][7][8]

2. Relevante Anatomie des Halses

2.1 Arterielle Gefäße

* Die Arteria carotis communis (gemeinsame Halsschlagader) verläuft links und rechts ventrolateral im Hals innerhalb der Gefäßnervenscheide. [4][9]

* Die Arteria carotis communis teilt sich typischerweise etwa auf Höhe des oberen Kehlkopfbereichs in die Arteria carotis interna (innere Halsschlagader) und die Arteria carotis externa (äußere Halsschlagader). [4][9]

* Die Arteria carotis interna versorgt große Anteile des Gehirns und zieht ohne wesentliche Halsäste in Richtung Schädelbasis. [4][9]

* Die Arteria carotis externa versorgt vor allem Gesicht, Kopfhaut, Teile des Halses und Weichteile außerhalb des Schädels. [4][9]

* Der Durchmesser der Arteria carotis communis beträgt beim Erwachsenen typischerweise etwa 6–8 mm. [10]

* Die Arteria vertebralis (Wirbelarterie) verläuft tiefer und dorsolateraler durch die Foramina transversaria (Querfortsatzlöcher) der Halswirbel. [4][9]

* Die Arteria vertebralis ist durch ihren Verlauf in den Querfortsatzkanälen besser geschützt als die ventraleren Carotisgefäße, kann aber bei tiefen seitlichen oder dorsolateralen Stichkanälen verletzt werden. [1][4]

* Der Durchmesser der Arteria vertebralis liegt häufig etwa bei 3–5 mm. [10]

* Die beiden Arteriae vertebrales (Wirbelarterien) vereinigen sich intrakraniell zur Arteria basilaris (Basilararterie). [4][9]

* Die Arteria subclavia (Schlüsselbeinarterie) verläuft im unteren Halsbereich und in der Thoraxapertur nahe der Clavicula (Schlüsselbein). [4][9]

* Verletzungen der Arteria subclavia sind besonders kritisch, weil sie chirurgisch schwer zugänglich sein können und hohe Blutflussmengen führen. [1][2]

2.2 Venöse Gefäße

* Die Vena jugularis interna (innere Halsvene) verläuft zusammen mit der Arteria carotis communis und dem Nervus vagus (X. Hirnnerv) in der Gefäßnervenscheide. [4][9]

* Die Vena jugularis interna drainiert einen großen Teil des venösen Blutes aus Gehirn, Gesicht und Hals. [4][9]

* Der Durchmesser der Vena jugularis interna kann beim Erwachsenen etwa 10–20 mm betragen, variiert aber stark mit Lagerung, Atmung, Volumenstatus und intrathorakalem Druck. [10]

* Die Vena jugularis externa (äußere Halsvene) verläuft oberflächlicher über den Musculus sternocleidomastoideus (Kopfwender) und ist deshalb bei oberflächlicheren seitlichen Halsverletzungen gefährdet. [4][9]

* Die Vena subclavia (Schlüsselbeinvene) liegt im unteren Hals-/Schlüsselbeinbereich und ist wegen ihrer Lage schwer komprimierbar. [1][4]

* Verletzungen großer Halsvenen können zu massivem Blutverlust führen. [1][3]

* Offene venöse Halsverletzungen können außerdem Luftembolien verursachen, weil bei niedrigem venösem Druck Luft in das Gefäßsystem eingesogen werden kann. [1][3]

2.3 Atemweg, Speiseröhre und Kehlkopf

* Die Trachea (Luftröhre) liegt im vorderen Halsbereich und ist bei ventralen Stichverletzungen gefährdet. [1][4]

* Der Larynx (Kehlkopf) liegt oberhalb der Trachea und enthält Strukturen, die für Stimme, Schutzreflexe und Atemwegsoffenhaltung entscheidend sind. [4][11]

* Der Ösophagus (Speiseröhre) liegt hinter der Trachea und kann bei tiefen ventralen oder seitlichen Stichkanälen verletzt werden. [1][4]

* Verletzungen des Ösophagus sind präklinisch häufig nicht sofort offensichtlich, können aber im Verlauf schwere Infektionen, Mediastinitis (Entzündung des Mittelfellraums) und Sepsis verursachen. [1][2]

2.4 Schilddrüse

* Die Schilddrüse liegt ventral und anterolateral der Trachea im unteren vorderen Halsbereich. [4][12]

* Die Schilddrüse ist sehr stark durchblutet. [12]

* Schilddrüsenverletzungen können deshalb stärker bluten, als es die äußere Wundgröße erwarten lässt. [12]

* Die Schilddrüse wird unter anderem über die Arteria thyroidea superior (obere Schilddrüsenarterie) und Arteria thyroidea inferior (untere Schilddrüsenarterie) versorgt. [4][12]

2.5 Hals- und Nackenmuskulatur

* Die Hals- und Nackenmuskulatur besitzt eine relevante Blutversorgung und kann bei tiefen Stichverletzungen diffuse Blutungen verursachen. [1][4]

* Der Musculus sternocleidomastoideus (Kopfwender) liegt seitlich am Hals und dient klinisch als wichtige Landmarke. [4]

* Der Musculus trapezius (Kapuzenmuskel) liegt dorsolateral und wird motorisch wesentlich durch den Nervus accessorius (XI. Hirnnerv) versorgt. [4][13]

3. Anatomische Halszonen

* Die klassische Zoneneinteilung penetrierender Halsverletzungen geht auf Monson et al. zurück und wurde später in chirurgischen und traumamedizinischen Konzepten wie ATLS (Advanced Trauma Life Support), EAST (Eastern Association for the Surgery of Trauma) und der Western Trauma Association weiterverwendet. [2][14][15]

* Diese Einteilung beschreibt den Hals bei penetrierendem Trauma in Zone I, Zone II und Zone III. [2][14][15]

* Die Zoneneinteilung wurde historisch genutzt, um gefährdete Strukturen, chirurgische Zugänglichkeit und diagnostische Strategie abzuschätzen. [2][14][15]

3.1 Zone I

* Zone I reicht von der Clavicula (Schlüsselbein) beziehungsweise dem oberen Thoraxeingang bis zum Cricoid (Ringknorpel). [2][14][15]

* In Zone I liegen besonders relevante Strukturen:
* proximale Arteria carotis communis
* Arteria subclavia
* Vena subclavia
* Vena jugularis interna
* Trachea
* Ösophagus
* Lungenspitzen
* obere mediastinale Gefäße. [2][14][15]

* Zone-I-Verletzungen sind chirurgisch schwierig, weil die Blutungskontrolle teilweise Zugänge über Thorax, Clavicula oder obere Mediastinalstrukturen erfordern kann. [2][15]

* Zone-I-Verletzungen können zusätzlich Hämatothorax, Pneumothorax oder Spannungspneumothorax verursachen, weil die Lungenspitzen bis in den unteren Halsbereich reichen können. [1][16]

3.2 Zone II

* Zone II reicht vom Cricoid (Ringknorpel) bis zum Angulus mandibulae (Unterkieferwinkel). [2][14][15]

* Zone II ist die klassisch am häufigsten betroffene und chirurgisch am besten zugängliche Zone penetrierender Halsverletzungen. [2][15]

* In Zone II liegen besonders relevante Strukturen:
* Arteria carotis communis
* Arteria carotis interna
* Arteria carotis externa
* Vena jugularis interna
* Nervus vagus
* Trachea
* Larynx
* Ösophagus
* Schilddrüse
* Nervus hypoglossus
* Nervus accessorius im seitlichen Hals. [2][4][14]

* Zone-II-Verletzungen sind besonders relevant für Rettungsdienst und Schockraum, weil Blutung, Atemwegsprobleme und neurologische Ausfälle gleichzeitig auftreten können. [1][2][5]

3.3 Zone III

* Zone III reicht vom Angulus mandibulae (Unterkieferwinkel) bis zur Schädelbasis. [2][14][15]

* In Zone III liegen besonders relevante Strukturen:
* distale Arteria carotis interna
* distale Arteria carotis externa
* Arteria vertebralis
* Vena jugularis interna
* Pharynx
* Schädelbasis
* Hirnnerven IX, X, XI und XII. [2][4][14]

* Zone-III-Verletzungen sind chirurgisch schwer zugänglich, weil die Strukturen nahe der Schädelbasis liegen. [2][15]

* Bei Zone-III-Verletzungen haben CT-Angiographie (Computertomographie-Angiographie), Katheterangiographie und interventionelle Radiologie oft besondere Bedeutung. [2][15][17]

3.4 Moderne „No-Zone“-Strategie

* Moderne Konzepte betonen zunehmend den sogenannten No-Zone-Ansatz, bei dem nicht allein die anatomische Zone, sondern Hämodynamik, klinische Zeichen und CT-Angiographie entscheidend sind. [2][17][18]

* Der No-Zone-Ansatz bedeutet nicht, dass die Zonen irrelevant sind. [2][17]

* Die Zonen bleiben für Beschreibung, Anatomie, chirurgische Planung und Kommunikation nützlich. [2][14][17]

* Für die akute Entscheidung ist aber oft wichtiger, ob der Patient instabil ist, aktive Blutung zeigt, ein expandierendes Hämatom hat, Atemwegsprobleme entwickelt oder neurologische Ausfälle zeigt. [1][2][17]

4. Hirnnerven im Halsbereich

* Nicht alle Hirnnerven verlaufen durch den Hals. [4][13]

* Für penetrierende Halsverletzungen besonders relevant sind vor allem die Hirnnerven IX, X, XI und XII. [4][13]

* Zusätzlich können Äste des Nervus facialis (VII. Hirnnerv) im oberen seitlichen Hals-/Unterkiefer-/Parotisbereich betroffen sein, vor allem bei sehr hohen lateralen Verletzungen nahe Mandibula und Parotis. [4][13]

* Die Hirnnerven IX bis XII verlassen die Schädelbasis und verlaufen im oberen Hals in enger Nachbarschaft zu Carotisgefäßen, Vena jugularis interna und Pharynx. [4][13]

4.1 Nervus glossopharyngeus, IX. Hirnnerv

* Der Nervus glossopharyngeus (IX. Hirnnerv) verlässt den Schädel durch das Foramen jugulare (Drosselloch) und zieht in den oberen seitlichen Halsbereich. [4][13]

* Er verläuft nahe Pharynx, Tonsillenregion, Carotisgabel und oberem Gefäß-Nerven-Bündel. [4][13]

* Funktionen:
* Sensibilität im Pharynx
* Geschmack im hinteren Zungendrittel
* afferenter Schenkel des Würgereflexes
* Mitwirkung beim Schlucken
* Beteiligung an Blutdruck- und Chemoreflexen über Karotissinus und Glomus caroticum. [13]
* Ausfallfolgen:
* Dysphagie (Schluckstörung)
* abgeschwächter Würgereflex
* Aspirationsgefahr
* Sensibilitätsverlust im Rachen
* gestörte Reflexantworten aus dem Karotisbereich. [13]

4.2 Nervus vagus, X. Hirnnerv

* Der Nervus vagus (X. Hirnnerv) verlässt den Schädel ebenfalls durch das Foramen jugulare. [4][13]

* Im Hals verläuft er innerhalb der Gefäßnervenscheide zwischen Arteria carotis communis beziehungsweise Arteria carotis interna und Vena jugularis interna. [4][13]

* Der Nervus vagus gibt im Hals wichtige Äste ab, darunter den Nervus laryngeus superior (oberer Kehlkopfnerv) und weiter kaudal den Nervus laryngeus recurrens (rückläufiger Kehlkopfnerv). [4][13]

* Funktionen:
* motorische Versorgung von Pharynx- und Kehlkopfmuskulatur
* Stimmbandfunktion
* Schluckfunktion
* Schutzreflexe des Atemwegs
* parasympathische Steuerung von Herz, Lunge und Verdauungsorganen. [13]

Hauptberuf 
* Ausfallfolgen:
* Heiserkeit
* Stimmbandparese
* Dysphagie
* Aspiration
* schwacher Hustenstoß
* gestörter Atemwegsschutz
* Bradykardie oder andere vegetative Reaktionen. [13]

* Eine beidseitige schwere Vagus- oder Rekurrensschädigung kann den Atemweg akut bedrohen, weil Stimmbandstellung und Kehlkopffunktion kritisch gestört sein können. [13]

4.3 Nervus accessorius, XI. Hirnnerv

* Der Nervus accessorius (XI. Hirnnerv) besitzt eine besondere Anatomie, weil seine spinalen Wurzelanteile aus dem oberen Halsmark aufsteigen, durch das Foramen magnum in den Schädel eintreten und ihn anschließend durch das Foramen jugulare wieder verlassen. [4][13]

* Danach zieht der Nervus accessorius durch den seitlichen Halsbereich zum Musculus sternocleidomastoideus und weiter zum Musculus trapezius. [4][13]

* Der Nerv verläuft im posterioren Halsdreieck relativ oberflächlich und ist dadurch bei lateralen Stichverletzungen gefährdet. [4][13]

* Funktionen:
* Kopfdrehung über den Musculus sternocleidomastoideus
* Schulterhebung über den Musculus trapezius
* Stabilisierung des Schultergürtels. [13]

* Ausfallfolgen:
* Schwäche beim Kopfdrehen zur Gegenseite
* hängende Schulter
* eingeschränkte Schulterhebung
* Scapuladyskinesie
* chronische Schulterschmerzen durch Trapeziusparese. [13]

4.4 Nervus hypoglossus, XII. Hirnnerv

* Der Nervus hypoglossus (XII. Hirnnerv) verlässt den Schädel durch den Canalis nervi hypoglossi (Hypoglossuskanal). [4][13]

* Er zieht im oberen Halsbereich nahe der Carotisgefäße nach vorn zur Zunge. [4][13]

* Funktionen:
* motorische Steuerung der Zungenmuskulatur
* Artikulation
* Schluckkoordination
* Bolustransport im Mund. [13]
* Ausfallfolgen:
* Zungenabweichung zur verletzten Seite
* Dysarthrie
* Dysphagie
* erschwerte Sekretkontrolle
* erhöhte Aspirationsgefahr. [13]

4.5 Nervus facialis, VII. Hirnnerv, bei hohen lateralen Verletzungen

* Der Nervus facialis (VII. Hirnnerv) verläuft nicht klassisch durch den mittleren Hals, kann aber bei hohen lateralen Verletzungen nahe Parotis, Unterkieferwinkel und oberem Hals betroffen sein. [4][13]

* Besonders gefährdet sind dort seine extrakraniellen Äste. [4][13]

* Funktionen:
* mimische Muskulatur
* Lidschluss
* Mundwinkelbewegung
* Teilfunktionen von Speichel- und Tränensekretion über proximale Äste. [13]

* Ausfallfolgen:
* Fazialisparese
* hängender Mundwinkel
* unvollständiger Lidschluss
* asymmetrische Mimik. [13]

4.6 Klinische Bedeutung der Hirnnervenverletzung

* Hirnnervenausfälle sind bei Halsverletzungen nicht nur „neurologische Nebenbefunde“, sondern können unmittelbar Atemweg, Aspiration, Schlucken, Stimme und Schutzreflexe betreffen. [13]

* Heiserkeit nach Halsstich kann ein Hinweis auf Larynxverletzung, Vagusverletzung oder Rekurrensparese sein. [1][13]

* Dysphagie kann auf Verletzungen von Pharynx, Ösophagus, Nervus glossopharyngeus, Nervus vagus oder Nervus hypoglossus hinweisen. [1][13]

* Ein schwacher Hustenstoß und fehlende Schutzreflexe erhöhen das Aspirationsrisiko erheblich. [13]

* Neurologische Ausfälle im Halsbereich können gleichzeitig durch Nervenverletzung, Gefäßverletzung, Schlaganfall, Hypoxie oder Schock entstehen. [1][3][13]

5. Zerebrale Durchblutung und Bewusstlosigkeit

* Das Gehirn erhält ungefähr 15–20 % des Herzzeitvolumens. [19]

* Die gesamte zerebrale Blutflussrate liegt beim Erwachsenen ungefähr bei 700–900 ml pro Minute. [19]

* Der vordere Kreislauf über die Carotiden trägt den größten Anteil der Hirnperfusion. [19]

* Der hintere Kreislauf über die Vertebralarterien trägt typischerweise etwa 20–30 % zur gesamten zerebralen Durchblutung bei. [19]

* Bei einseitiger Carotisverletzung können Kollateralen über den Circulus arteriosus cerebri (Willis-Kreis) teilweise kompensieren. [19]

* Diese Kompensation ist individuell sehr unterschiedlich und kann bei Schock, Hypotonie oder Gefäßvarianten unzureichend sein. [19]

* Bei schwerer Carotisverletzung kann Bewusstlosigkeit durch Blutverlust, abrupten Perfusionsabfall, Embolie, Gefäßverschluss oder Kombinationen dieser Faktoren entstehen. [1][3][19]

* Die Vertebralarterien können Sauerstoff- und Nährstoffversorgung teilweise stützen, reichen aber häufig nicht aus, um normales Bewusstsein sicher zu erhalten, wenn die Carotisversorgung kritisch reduziert ist. [19]

* Eine beidseitige relevante Carotisunterbrechung ist mit rascher Bewusstlosigkeit und hohem Todesrisiko verbunden. [19]

6. Gefäßdurchtrennung, Retraktion und Fehleinschätzung der Blutung

* Bei vollständiger oder nahezu vollständiger Durchtrennung einer Arterie kann es zu elastischer Retraktion der Gefäßenden kommen. [20]

* Dabei ziehen sich die Gefäßstümpfe in das umgebende Gewebe zurück. [20]

* Zusätzlich kann sich die Intima (innere Gefäßschicht) teilweise nach innen einstülpen oder einrollen. [20]

* Die glatte Gefäßmuskulatur kann durch Vasospasmus den Gefäßdurchmesser vorübergehend reduzieren. [20]

* Mögliche Folgen dieser Mechanismen:
* kurzfristig geringere sichtbare Blutung
* instabile Gerinnselbildung
* scheinbar beruhigte Wundsituation
* erschwerte chirurgische Identifikation des Gefäßendes. [20]

* Diese Effekte führen nicht zwingend zu einer sicheren Blutungskontrolle. [1][3][20]

* Gerade bei großen Halsgefäßen ist eine scheinbar nachlassende Blutung gefährlich, weil sie zu einer Unterschätzung der Verletzung führen kann. [1][3][20]

* Eine Blutung kann erneut massiv einsetzen:
* bei Bewegung
* bei Umlagerung
* beim Blutdruckanstieg
* beim Lösen eines Gerinnsels
* bei Manipulation an der Wunde
* bei Entfernung eines Fremdkörpers. [1][20]

* Innere Blutung, Gewebetamponade und ein sinkender Blutdruck können äußerlich den Eindruck einer geringeren Blutungsaktivität erzeugen. [1][3]

* Ein expandierendes Hals-Hämatom kann den Atemweg verlegen, auch wenn äußerlich nur wenig Blut sichtbar ist. [1][3]

7. Blutverlust und Zeitfaktor

* Ein durchschnittlicher Erwachsener besitzt ungefähr 4,5–6 Liter Blutvolumen. [21]

* Ein Blutverlust von etwa 15 % kann beim Erwachsenen noch kompensiert sein. [21]

* Ein Blutverlust von etwa 30–40 % führt häufig zu deutlicher Dekompensation mit Hypotonie, Bewusstseinsstörung und schwerem Schock. [21]

* Bei unkontrollierter Verletzung großer Halsgefäße kann kritischer Blutverlust innerhalb weniger Minuten entstehen. [1][3]

* Exakte Sekunden- oder Minutenangaben sind unseriös, weil Blutfluss, Gefäßverletzung, Blutdruck, Gerinnung, Tamponadeeffekt und Körpergröße stark variieren. [1][21]

* Für das präklinische Management ist entscheidend, dass eine schwere Halsgefäßverletzung als unmittelbar lebensbedrohlich behandelt wird, auch wenn der Patient initial noch spricht. [1][5]

* Das „talking patient“-Phänomen ist bei schweren Blutungen gefährlich, weil ein zunächst ansprechbarer Patient bei Verlust der Kompensation abrupt kollabieren kann. [5][21]

8. Hämorrhagischer Schock

* Der hämorrhagische Schock entsteht durch Blutverlust mit unzureichender Gewebeperfusion. [21]

* In der frühen Kompensationsphase kann der Blutdruck zunächst noch normal erscheinen. [21]

* Frühe Zeichen können sein:
* Tachykardie
* Blässe
* Kaltschweißigkeit
* Unruhe
* Angst
* verlängerte Rekapillarisierungszeit
* kühle Extremitäten. [21]

* Zeichen der Dekompensation können sein:
* Hypotonie
* Vigilanzminderung
* Tachypnoe
* schwacher Puls
* Verwirrtheit
* Kreislaufkollaps. [21]

* Bei penetrierenden Halsverletzungen kann die Dekompensation besonders schnell auftreten, weil Blutverlust, Atemwegsproblem und zerebrale Minderperfusion gleichzeitig wirken können. [1][3][21]

9. Symptome und Warnzeichen

9.1 Harte Zeichen einer relevanten Verletzung

* Harte Zeichen sind Befunde, die eine sofortige operative oder interventionelle Abklärung beziehungsweise Therapie wahrscheinlich machen. [2][15]

* Harte Zeichen können sein:
* aktive arterielle Blutung
* pulsierendes oder expandierendes Hämatom
* Schock
* Atemwegsobstruktion
* massive Hämoptyse (Bluthusten)
* Hämatemesis (Bluterbrechen)
* neurologisches Defizit
* Stridor
* Luftaustritt aus der Wunde. [2][15][17]

9.2 Weitere Symptome

* Weitere mögliche Symptome sind:
* Dysphonie (Stimmveränderung)
* Heiserkeit
* Dysphagie (Schluckstörung)
* Odynophagie (Schmerz beim Schlucken)
* Dyspnoe
* subkutanes Emphysem
* Schwellung
* Hämatom
* Speichelfluss
* neurologische Ausfälle
* Bewusstseinsstörung. [1][2][3]

* Subkutanes Emphysem kann auf Verletzungen von Trachea, Larynx, Pharynx oder Ösophagus hinweisen. [1][2]

* Heiserkeit kann auf Kehlkopfverletzung, Vagusverletzung oder Rekurrensbeteiligung hinweisen. [1][13]

* Dysphagie kann eine Verletzung von Pharynx, Ösophagus oder schluckrelevanten Hirnnerven anzeigen. [1][13]

10. Besondere Atemwegsproblematik

* Penetrierende Halsverletzungen müssen grundsätzlich als potenziell schwieriger Atemweg betrachtet werden. [5][22]

* Blut, Sekret, Gewebeschwellung, Hämatom, Larynxverletzung und zerstörte Anatomie können die Intubation massiv erschweren. [5][22]

* Die Atemwegssituation kann sich innerhalb weniger Minuten verschlechtern. [5][22]

* Ein Patient, der initial noch sprechen kann, kann später durch Blutung, Ödem oder Hämatom den Atemweg verlieren. [1][5]

* Absaugung ist bei blutendem Hals- und Atemwegstrauma zentral. [5][22]

* Die SALAD-Technik (Suction Assisted Laryngoscopy and Airway Decontamination; laryngoskopiegestützte Atemwegsdekontamination mit kontinuierlicher Absaugung) wird für stark kontaminierte Atemwege beschrieben. [22]

* Videolaryngoskopie kann hilfreich sein, kann bei massiver Blutung aber durch verschmutzte Optik versagen. [22]

* Ein chirurgischer Atemweg muss als Backup bedacht werden, wenn Intubation und Oxygenierung scheitern. [5][22]

* Bei Larynxverletzungen kann eine Notfalltracheotomie statt Koniotomie erforderlich werden; das ist präklinisch jedoch stark abhängig von Qualifikation, Material und Lage. [23]

* Die Gabe von Muskelrelaxanzien kann bei bestimmten Larynxverletzungen riskant sein, weil der Patient nach Relaxierung einen noch vorhandenen Eigenatemwegs-Tonus verlieren kann. [23]

* Nasogastrale Sonden oder Magensonden sind keine primäre Maßnahme bei penetrierender Halsverletzung. [5][23]

* Eine Sonde darf bei Verdacht auf Ösophagus-, Pharynx- oder Schädelbasisverletzung nicht unkritisch gelegt werden. [5][23]

11. Blutungskontrolle am Hals

* Klassische zirkuläre Druckverbände am Hals sind problematisch, weil sie Atemweg, Carotiden und venösen Abfluss komprimieren können. [7][8]

* Ein Druckverband darf nicht zu einer Strangulation, Atemwegskompression oder beidseitigen Carotiskompression führen. [7][8]

* Die wichtigste sofortige Maßnahme ist gezielte manuelle direkte Kompression auf die Blutungsquelle. [7][8]

* Wenn die Blutungsquelle tief liegt, kann Wound Packing (Wundtamponade) mit hämostyptischer Gaze erwogen werden, sofern es anatomisch möglich und fachlich beherrscht ist. [7][8]

* TCCC (Tactical Combat Casualty Care; taktische Verwundetenversorgung) empfiehlt für komprimierbare Blutungen, die nicht mit Extremitätentourniquet kontrollierbar sind, hämostyptische Verbände mit direktem Druck. [7][8]

* Für externe Blutungen an Kopf und Hals, bei denen Wundränder gut approximierbar sind, nennen aktuelle TCCC-Unterlagen auch die iTClamp (Hautverschlussklemme zur Blutungskontrolle) als mögliche Option nach geeigneter Packung mit hämostyptischem Verband oder XStat. [7]

* XStat (expandierende hämostatische Schwämmchen) wird im taktischen Kontext für tiefe, schmale, nicht komprimierbare oder schwer komprimierbare Wundkanäle beschrieben. [7][8]

* Solche taktischen Maßnahmen sind nicht automatisch ziviler Rettungsdienststandard, können aber als Konzept für schwer kontrollierbare Übergangsblutungen relevant sein. [7][8]

12. Ballontamponade und Foley-Katheter

* Foley Catheter Balloon Tamponade (FCBT; Ballontamponade mit Foley-Katheter) ist in der Literatur als temporäre Blutungskontrolle bei aktiv blutenden penetrierenden Halsverletzungen beschrieben. [24][25][26]

* Die Methode zielt darauf ab, einen Ballonkatheter in einen tiefen blutenden Stichkanal einzubringen und durch Ballonfüllung eine Tamponade zu erzeugen. [24][25]

* In südafrikanischen Traumazentren wurde FCBT (Foley Catheter Balloon Tamponade) bei penetrierenden Halsverletzungen als effektiv beschrieben. [25][26]

* Die Methode ist jedoch keine einfache Standardmaßnahme für jeden Rettungsdienstfall. [24][25]

* Risiken und Grenzen sind:
* falscher Wundkanal
* zusätzliche Gewebeschädigung
* fehlende Blutungskontrolle
* Verschlechterung einer Atemwegsproblematik
* Zeitverlust
* Entfernung oder Dislokation des Katheters. [24][25]

* Eine Sengstaken-Blakemore-Sonde ist primär für Ösophagusvarizenblutungen konzipiert und ist keine Standardmaßnahme zur präklinischen Versorgung penetrierender Halsverletzungen. [24][25]

* Wenn im Halsbereich von Ballontamponade gesprochen wird, bezieht sich die traumachirurgische Literatur eher auf Foley-Katheter-Techniken als auf Varizenballonsonden. [24][25][26]

13. Tranexamsäure und Gerinnung

* Tranexamsäure ist ein Antifibrinolytikum, das den Abbau von Fibrin hemmt. [27]

* Die CRASH-2-Studie zeigte bei blutenden Traumapatienten einen Überlebensvorteil bei früher Gabe innerhalb von drei Stunden nach Trauma. [27]

* Tranexamsäure ersetzt keine mechanische Blutungskontrolle. [27]

* Bei exsanguinierenden Halsverletzungen bleibt die entscheidende Maßnahme die rasche mechanische beziehungsweise chirurgische Kontrolle der Blutungsquelle. [1][7][27]

* Tranexamsäure kann als ergänzende Maßnahme sinnvoll sein, wenn ein relevanter traumatischer Blutverlust vermutet wird und lokale Protokolle dies vorsehen. [27]

14. Präklinische Versorgung nach XABCDE

X — Exsanguination (lebensbedrohliche Blutung)

* X steht für Exsanguination, also akut lebensbedrohliche Blutung. [5][7]
* Die Blutungskontrolle hat bei massiver externer Halsblutung Vorrang vor allen nachgeordneten Maßnahmen. [5][7]
* Primäre Maßnahmen:
* sofortige manuelle punktuelle Kompression
* direkte Kompression der Blutungsquelle
* hämostyptische Gaze bei geeigneter Wundgeometrie
* Wound Packing (Wundtamponade), wenn anatomisch möglich
* keine zirkuläre Strangulation des Halses
* ständige Reevaluation der Blutung. [7][8]
* Mögliche ergänzende Maßnahmen:
* iTClamp bei geeigneter oberflächlicher Kopf-/Halswunde und approximierbaren Wundrändern
* XStat bei tiefen schmalen Wundkanälen im taktischen Kontext
* Foley Catheter Balloon Tamponade bei ausgewählten tiefen, aktiv blutenden Wundkanälen und entsprechender Expertise. [7][8][24]
* Zu erwartende Gefahren:
* erneute massive Blutung nach vorübergehender Gerinnselbildung
* Luftembolie bei venösen Verletzungen
* expandierendes Hämatom
* Atemwegskompression
* Schock
* Kreislaufstillstand. [1][3][7]

A — Airway (Atemweg)

* A steht für Airway, also Atemweg. [5]
* Penetrierende Halsverletzungen müssen als potenziell schwieriger Atemweg geplant werden. [5][22]
* Wichtige Maßnahmen:
* frühzeitige Einschätzung der Atemwegsgefährdung
* hochwirksame Absaugung vorbereiten
* SALAD-Technik bei massiv kontaminiertem Atemweg erwägen
* Intubationsstrategie festlegen
* schwierigen Atemweg antizipieren
* chirurgischen Atemweg als Rückfallebene vorbereiten. [5][22][23]
* Warnzeichen für drohenden Atemwegsverlust:
* Stridor
* zunehmende Heiserkeit
* expandierendes Hämatom
* Bluthusten
* Luftaustritt aus der Wunde
* zunehmende Dyspnoe
* Unfähigkeit, Speichel zu schlucken
* Vigilanzminderung. [1][5][23]
* Mögliche Gefahren:
* Aspiration
* Hypoxie
* komplette Obstruktion
* Can’t Intubate Can’t Oxygenate-Situation
* Verlust des Atemwegs nach Relaxierung. [5][22][23]

B — Breathing (Atmung)

* B steht für Breathing, also Atmung. [5]
* Hypoxie muss konsequent vermieden werden. [5]
* Bei spontan atmenden Patienten mit relevanter Verletzung wird häufig Sauerstoff über Reservoirmaske mit 10–15 Litern pro Minute gegeben. [5]
* Ziel ist in vielen präklinischen Konzepten eine SpO₂ (periphere Sauerstoffsättigung) von mindestens 94 %. [5]
* Bei unteren Halsverletzungen muss auch an Pneumothorax, Hämatothorax und Spannungspneumothorax gedacht werden. [1][16]
* Zu erwartende Gefahren:
* Hypoxie
* Aspirationsereignis
* respiratorische Erschöpfung
* Thoraxverletzung bei Zone-I-Trauma
* sekundäre Hirnschädigung. [1][5][16]

C — Circulation (Kreislauf)

* C steht für Circulation, also Kreislauf. [5]
* Die Kreislauftherapie dient der Aufrechterhaltung von Organperfusion und Hirndurchblutung. [5][21]
* Wichtige Maßnahmen:
* großlumige IV-Zugänge (intravenöse Zugänge)
* alternativ IO-Zugang (intraossärer Zugang), wenn IV-Zugang nicht zeitgerecht gelingt
* Schockmonitoring
* Wärmeerhalt
* permissive Volumentherapie nach lokalem Protokoll
* frühe Zielklinik-Information. [5][21]
* Permissive Hypotension (kontrolliert niedriger Blutdruck) kann bei penetrierendem Trauma vor chirurgischer Blutungskontrolle diskutiert werden. [28]
* Permissive Hypotension ist problematisch, wenn relevante zerebrale Minderperfusion, Schädel-Hirn-Trauma oder Bewusstseinsstörung durch Hirnischämie droht. [28]
* Bei Halsgefäßverletzungen muss deshalb zwischen Blutungsförderung durch hohen Druck und Hirnminderperfusion durch zu niedrigen Druck abgewogen werden. [5][28]
* Zu erwartende Gefahren:
* hämorrhagischer Schock
* zerebrale Ischämie
* Koagulopathie
* Hypothermie
* Azidose
* Kreislaufstillstand. [5][21]

D — Disability (neurologischer Status)

* D steht für Disability, also neurologischer Status. [5]
* Zu erfassen sind:
* GCS (Glasgow Coma Scale; neurologische Bewusstseinsbeurteilung)
* Pupillen
* Motorik
* Sensibilität
* Sprache
* Schlucken
* Hirnnervenzeichen
* Bewusstseinsverlauf. [5][13]
* Neurologische Ausfälle können entstehen durch:
* direkte Hirnnervenverletzung
* Carotisverletzung
* Vertebralarterienverletzung
* Embolie
* Hypoxie
* Schock
* Schlaganfall. [1][13][19]
* Zu erwartende Gefahren:
* Bewusstlosigkeit
* Krampfanfälle
* Aspiration durch Schutzreflexverlust
* Schlaganfall
* sekundäre Hirnschädigung. [1][5][13]

E — Exposure/Environment (Entkleiden, Umgebung, Wärmeerhalt)

* E steht für Exposure/Environment, also vollständige Untersuchung und Schutz vor Umwelteinflüssen. [5]
* Der Patient muss auf weitere Stichverletzungen untersucht werden. [5]
* Hypothermie verschlechtert Gerinnung und Traumaoutcome. [5][21]
* Wärmeerhalt ist deshalb keine Nebenmaßnahme, sondern Teil der Blutungskontrolle. [5][21]
* Wichtige Maßnahmen:
* nasse Kleidung entfernen
* Wärmedecke verwenden
* aktive Wärmeerhaltung
* unnötige Entblößung vermeiden
* Transportzeit minimieren. [5][21]

15. Lagerung

* Die Lagerung muss Blutung, Atemweg und Kreislauf gleichzeitig berücksichtigen. [5]
* Eine vorsichtige Oberkörperhochlagerung kann bei erhaltenem Kreislauf und Atemwegsproblem sinnvoll sein. [5]
* Bei Schock, Synkope oder schwerer Hypotonie kann eine flachere Lagerung erforderlich werden. [5][21]
* Der Kopf sollte möglichst neutral gelagert werden, um venösen Abfluss, Atemweg und Zugänglichkeit zur Blutung nicht zusätzlich zu verschlechtern. [5]
* Starkes Drehen oder Überstrecken des Halses kann Blutung, Hämatom oder Atemwegssituation verschlechtern. [5]

16. Analgesie und Sedierung

* Schmerzen, Angst und Agitation können Blutdruck, Puls und Sauerstoffverbrauch erhöhen. [5]
* Analgesie kann sinnvoll sein, darf aber Atemweg und Kreislauf nicht destabilisieren. [5]
* Die konkrete Medikamentenwahl hängt von lokalen SOP (Standard Operating Procedure; standardisierte Handlungsanweisung), Qualifikation, Kreislaufzustand und Atemwegssituation ab. [5]
* Opioide können analgetisch wirksam sein, bergen aber Risiken durch Atemdepression und Vigilanzminderung. [5]
* Ketamin kann bei Trauma wegen Kreislaufstabilität vorteilhaft sein, muss aber bei schwieriger Atemwegssituation kontrolliert eingesetzt werden. [5]
* Benzodiazepine können bei Krampfanfällen oder schwerer Agitation notwendig werden, können jedoch Atemdepression und Schutzreflexverlust verstärken. [5]
* Dieses Dossier ist keine Therapieanweisung und ersetzt keine ärztliche Entscheidung, keine SOP und keine Leitlinie. [5]

17. Antibiotika

* Penetrierende Halsverletzungen haben ein relevantes Infektionsrisiko, besonders bei Verletzung von Pharynx, Ösophagus, Trachea oder kontaminierten Stichkanälen. [1][2]
* Eine präklinische routinemäßige Antibiotikagabe ist nicht in jedem System Standard. [5]
* In der Klinik werden Antibiotika je nach Verletzungsmuster, Kontamination und aerodigestiver Beteiligung erwogen. [1][2]
* Die Entscheidung sollte sich an lokalen Protokollen, Transportzeit und ärztlicher Einschätzung orientieren. [5]

18. Zielklinik und Transportstrategie

* Penetrierende Halsverletzungen mit möglicher Gefäß-, Atemwegs- oder aerodigestiver Beteiligung gehören in ein Traumazentrum oder einen Maximalversorger. [1][2][5]
* Idealerweise verfügbar:
* Gefäßchirurgie
* Allgemein-/Viszeralchirurgie
* Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
* Anästhesie
* Intensivmedizin
* Radiologie mit CT-Angiographie
* interventionelle Radiologie
* Thoraxchirurgie bei Zone-I- oder Thoraxaperturverletzung. [1][2][5][17]
* Bei instabilem Patienten, aktiver Blutung, Atemwegsgefährdung oder expandierendem Hämatom hat schneller Transport Vorrang. [1][5][7]
* „Load and go“ ist bei exsanguinierenden Halsverletzungen häufig angemessener als verlängerte präklinische Maßnahmen ohne definitive Blutungskontrolle. [5][7]
* Die Zielklinik sollte frühzeitig über Verletzungsmechanismus, Zone, Blutung, Atemweg, neurologischen Status, Kreislauf und getroffene Maßnahmen informiert werden. [5]

19. Kernaussagen

* Messerstichverletzungen im Halsbereich sind hochzeitkritische Notfälle mit geringer Fehlertoleranz. [1][3][5]
* Die Kombination aus Blutverlust, Atemwegsgefährdung und zerebraler Minderperfusion macht diese Verletzungen besonders gefährlich. [1][3][5]
* Die anatomischen Halszonen nach Monson et al. gliedern den Hals in Zone I von Clavicula bis Cricoid, Zone II von Cricoid bis Unterkieferwinkel und Zone III von Unterkieferwinkel bis Schädelbasis. [2][14][15]
* Hirnnerven IX bis XII sind bei hohen und seitlichen Halsverletzungen besonders relevant. [4][13]
* Hirnnervenschäden können Schluckstörung, Heiserkeit, Aspiration, Schutzreflexverlust, Zungenlähmung und Schulterfunktionsstörung verursachen. [13]
* Eine scheinbar nachlassende Blutung kann durch Gefäßretraktion, Vasospasmus, Gerinnselbildung oder Schock bedingt sein und darf nicht als Entwarnung gewertet werden. [1][20]
* Klassische zirkuläre Druckverbände sind am Hals gefährlich. [7][8]
* Die wichtigste Blutungsmaßnahme ist gezielte direkte Kompression, gegebenenfalls ergänzt durch hämostyptische Gaze, Wound Packing oder ausgewählte Spezialverfahren. [7][8][24]
* Der Atemweg muss früh als potenziell schwierig eingeschätzt werden. [5][22]
* Absaugung, Oxygenierung, Schockprävention, Wärmeerhalt und schneller Transport in eine chirurgisch geeignete Klinik sind zentrale präklinische Aufgaben. [5][7]

Quellen

[1] Loss L. et al.: Penetrating neck trauma: a comprehensive review. 2025.

[2] Nowicki JL, Stew B, Ooi EH: Penetrating neck injuries: a guide to evaluation and management. Annals of The Royal College of Surgeons of England, 2018.

[3] Shilston J. et al.: Initial management of blunt and penetrating neck trauma. 2021.

[4] StatPearls/NCBI (National Center for Biotechnology Information): Neck Trauma.

[5] PHTLS (Prehospital Trauma Life Support): präklinische Traumaversorgung; ergänzend Royal Perth Hospital Penetrating Neck Trauma Quick Reference.

[6] Western Trauma Association: Critical Decisions in Trauma – Penetrating Neck Trauma.

[7] TCCC (Tactical Combat Casualty Care): Guidelines, 2026.

[8] TCCC (Tactical Combat Casualty Care): Neck Junctional Hemorrhage Control Skill Card.

[9] Gray’s Anatomy / klinische Halsanatomie; ergänzend StatPearls Neck Trauma.

[10] Ultraschallbasierte Durchmesserangaben zu Carotis-, Jugular- und Vertebralgefäßen; zusammengefasst in klinisch-anatomischen Reviews.

[11] Royal Children’s Hospital Trauma Service: Blunt and penetrating neck trauma, schwieriger Atemweg.

[12] Klinische Schilddrüsenanatomie und Gefäßversorgung; zusammengefasst in anatomischen Standardquellen.

[13] Klinische Anatomie der Hirnnerven IX–XII; zusammengefasst in klinisch-anatomischen Standardquellen und Hals-Trauma-Reviews.

[14] Monson DO et al.: klassische Zoneneinteilung penetrierender Halsverletzungen, zitiert in Nowicki et al.

[15] EAST (Eastern Association for the Surgery of Trauma): Practice Management Guidelines for Penetrating Neck Injury.

[16] Zone-I-Halsverletzungen und mögliche Thoraxbeteiligung; Royal Perth und Trauma-Reviews.

[17] ACR (American College of Radiology): Penetrating Neck Injury Imaging, CT-Angiographie und Angiographie.

[18] ACS (American College of Surgeons): No-Zone Approach to Penetrating Neck Trauma.

[19] Zerebrale Blutflussphysiologie und Carotis-/Vertebralisversorgung; zusammengefasst in klinischer Anatomie und Trauma-Reviews.

[20] Gefäßretraktion, Vasospasmus und Blutungsverhalten bei Gefäßverletzungen; zusammengefasst in Trauma- und Gefäßchirurgie-Literatur.

[21] ATLS (Advanced Trauma Life Support): hämorrhagischer Schock; ergänzend Trauma-Leitlinien.

[22] SALAD (Suction Assisted Laryngoscopy and Airway Decontamination) und Airway-Management bei kontaminiertem Atemweg.

[23] Penetrating Neck Injury Management Guideline, chirurgischer Atemweg und Larynxverletzung.

[24] Foley Catheter Balloon Tamponade bei penetrierenden Halsverletzungen.

[25] Foley Catheter Balloon Tamponade: Technik, Grenzen und Nachsorge.

[26] Foley Catheter Balloon Tamponade: Studien und Fallserien aus Traumazentren.

[27] CRASH-2 Trial und Trauma-Hämorrhagie-Leitlinien zu Tranexamsäure.

[28] Permissive Hypotension bei penetrierendem Trauma; Trauma-Reviews und Leitlinien.

Wollen Sie Ihr Schule/Universität zum Top-Schule/Universität in Hamburg machen?

Klicken Sie hier, um Ihren Gesponserten Eintrag zu erhalten.

Lage

Kategorie

Telefon

Adresse


Ludwig-Erhard-Str. 18
Hamburg
20459