26/02/2026
Im Rahmen eines Schulprojekts in Zusammenarbeit mit dem Verein Zeit-Geschichten e.V. Halle (Saale) beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Halle während der Zeit des Nationalsozialismus. Dabei stand insbesondere das Schicksal von Manfred Katz und seiner Familie im Mittelpunkt.
Zu Beginn des Projektes lernten die Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte von Manfred Katz kennen, der in Halle aufwuchs und als jüdischer Jugendlicher die Zeit des Nationalsozialismus miterlebte. Besonders eindrucksvoll war das Lesen eines Briefes,
den Manfred Katz vor einigen Jahren an eine Schülerin des Südstadt-Gymnasiums geschrieben hatte. In diesem Brief schilderte er eindrucksvoll seine Erinnerungen an seine Jugend in Halle und an die schmerzhaften Erfahrungen der Ausgrenzung und Verfolgung.
Ein weiterer Höhepunkt des Projekts war eine Stadtführung zu den Stolpersteinen in Halle. Unter der Leitung von Frau Bischoff erhielten die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen Einblicke in die Schicksale von Menschen, die während der NS-Zeit
verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Diese kleinen, goldenen Gedenksteine im Straßenpflaster erinnerten uns eindringlich daran, dass sich die Geschichte direkt vor ihrer Haustür ereignet hat.
Am darauffolgenden Freitag hatte die Gruppe die ganz besondere Gelegenheit, die Tochter von Manfred Katz zu treffen, die heute in Israel lebt. Ihr Besuch war für alle Teilnehmenden ein sehr bewegender Moment. Sie erzählte von ihrer Familie, vom Weiterleben nach dem Holocaust und davon, wie wichtig es ist, die Erinnerung wachzuhalten. Viele Schülerinnen und Schüler äußerten, dass dieses persönliche Gespräch sie tief berührt habe und das Thema für sie dadurch noch greifbarer geworden sei.
Zum Abschluss des Projekts besuchten wir die Synagoge in Halle. Während einer fachkundigen Führung erfuhren sie viel über die jüdische Religion, die Synagoge als Ort des Glaubens und der Gemeinschaft sowie über die Ereignisse während der NS-Zeit, die
auch vor diesem Ort nicht Halt gemacht haben.
Insgesamt haben die Schülerinnen und Schüler durch das Projekt viel über die jüdische Geschichte, die Zeit des Nationalsozialismus und die Verfolgung der Juden sowie anderer Opfergruppen gelernt. Besonders das persönliche Erleben und die Begegnungen mit
Zeitzeugnissen und Nachfahren machten das Thema für sie lebendig und emotional greifbar.
Das Projekt wird im April fortgesetzt und widmet sich dann dem Thema „Kindereuthanasie im NS-Deutschland“. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Verbrechen des Nationalsozialismus weiter zu vertiefen und zur Auseinandersetzung mit Verantwortung, Erinnerung und Menschlichkeit anzuregen.