10/05/2026
☝️☝️☝️
„Aber beim Fressen verstehen sie sich doch...“
In meinen Katzenberatungen begegnet mir ein Thema immer wieder: Unstimmigkeiten im Mehrkatzenhaushalt. Oft berichten mir Kunden ganz erstaunt, dass ihre Katzen, obwohl es sonst ziemlich kriselt, direkt nebeneinander fressen können. Viele Menschen ziehen daraus den Schluss: "So schlimm kann die Lage ja nicht sein." Doch genau hier liegt ein häufiger Irrtum, über den ich heute aufklären möchte:
Katzen sollten idealerweise alleine fressen, weil sie:
biologische Einzeljäger sind und keine soziale Struktur zum Teilen von Beute besitzen. Gemeinsames Fressen aus nebeneinanderstehenden Näpfen widerspricht ihrem natürlichen Instinkt und kann erheblichen Stress verursachen.
Es gibt als "Einzeljäger" ja keinen instinktiven Mechanismus zum Teilen der Beute, weshalb die Anwesenheit anderer beim Fressen als Bedrohung der Ressource wahrgenommen werden kann.
Zudem sind, oder fühlen sich Katzen beim Fressen verwundbar (übrigens wie beim Klogang auch, sie sind ja Jäger aber eben auch Beutetiere und wären in diesen Situation einem Beutegreifer oder rivalisierenden Artgenossen komplett ausgeliefert).
Ein unangenehmer Artgenosse in der Nähe zwingt die Katze dazu, ständig wachsam zu bleiben, anstatt sich auf die Nahrungsaufnahme zu konzentrieren. Meist wird schnell geschlungen!
Warum sie doch nebeneinander fressen: Hunger ist ein stärkerer Antrieb als die Abneigung gegen einen Artgenossen. Die Katze „erträgt“ die Nähe, um als anatomischer Häppchenfresser an die lebensnotwendige Nahrung zu gelangen. Deswegen empfehle ich immer, Katzen getrennt voneinander (räumlich, ein paar Meter voneinander getrennt, oder auch mit Höhenunterschied) zu füttern.
Bild: Pixabay, meineresterampe