29/08/2026
Was auf den ersten Blick nach einer einfachen Beschäftigungsidee aussieht, kann für einen Hund eine ziemlich wertvolle Lernerfahrung sein.
Denn es geht nicht nur darum, eine Aufgabe zu lösen. Es geht darum, neue Handlungsoptionen kennenzulernen und zu erfahren, dass es auch in einer reizvollen Umgebung unterschiedliche Möglichkeiten gibt, mit einer Situation umzugehen.
Resilienz beschreibt die zunehmende Fähigkeit, Anforderungen zu bewältigen, sich anzupassen und neue Handlungsstrategien zu entwickeln.
Je mehr passende Strategien ein Hund kennt, desto größer wird sein Spielraum, auf unterschiedliche Anforderungen und Umweltsituationen flexibel zu reagieren.
Das ist Emotionsregulationsflexibilität: Regulationsprozesse an wechselnde situative Anforderungen anzupassen und unterschiedliche Möglichkeiten kontextsensitiv einzusetzen.
Und genau das sehen wir hier bei Snorre im Video:
Er muss im Wald nicht möglichst ruhig werden. Er nimmt wahr, orientiert sich, reagiert auf einen Reiz – und entscheidet sich anschließend für eine andere Handlung.
„Ich kann hier nicht nur jagen. Ich kann hier auch etwas anderes tun.“
Regulation ist dabei ein dynamischer Prozess flexibler Anpassung – nicht unbedingt Ruhe.
Das entspricht auch dem Gedanken der adaptiven Mensch-Hund-Entwicklung, der meinem p.r.i.m.a. Training zu Grunde liegt:
Wahrnehmen → Regulieren → Handeln → Anpassen.
Beziehung bildet dabei den Co-Regulations- und Lernkontext.
Der „Leckerlizapfen“ ist also nicht einfach nur eine nette Beschäftigungsidee. Er kann eine kleine, bewältigbare Erfahrung schaffen, in der ein Hund eine weitere Strategie in sein Verhaltensrepertoire aufnehmen kann.
Solche Erfahrungen können langfristig zur Entwicklung zunehmender Flexibilität, Kompetenz und Resilienz beitragen.🌿
Und: Der "Leckerlizapfen" ist gleichzeitig noch eine schöne Idee für Familienhunde, die auch Kinder mitmachen können!
Welche alternativen Handlungsoptionen kennt dein Hund, die ihm im Alltag helfen?