24/08/2026
Fledermäuse als biologische Schädlingskontrolle: Forschende untersuchen Einfluss von naturnahen Lebensräumen auf Macadamianussproduktion 🦇
Aufwendige Ernte, komplizierte Verarbeitung: Die Macadamia zählt zu den teuersten Nüssen der Welt. Umso wichtiger ist es, die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat jetzt untersucht, wie sich natürliche Vegetation in und um Macadamia-Plantagen auf den Schädlingsbefall auswirken, und dabei besonderes Augenmerk auf Vogel- und Fledermauspopulationen gelegt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten zeigen: Je höher die Aktivität von Fledermäusen war, desto geringer fiel der Schädlingsbefall aus. Gleichzeitig stieg der Ertrag in Landschaften mit einem höheren Anteil natürlicher Vegetation. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems and Environment erschienen.
🔗 Zur Pressemitteilung: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8261
🔗 Zur Originalveröffentlichung: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167880926004536?via%3Dihub
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en
Bats as a form of biological pest control: Researchers investigate impact of near-natural habitats von macadamia nut production form of biological pest control 🦇
Labour-intensive harvesting, complex processing: the macadamia is one of the most expensive nuts in the world. This makes it all the more important to protect the trees from pests. An international research team led by the University of Göttingen has now investigated how natural vegetation in and around macadamia plantations affects pest infestation, paying particular attention to bird and bat populations. The researchers were able to demonstrate that the higher the level of bat activity, the lower the incidence of pest infestation. At the same time, yields increased in landscapes with a higher proportion of natural vegetation. The findings were published in the journal Agriculture, Ecosystems and Environment.
🔗 Press release: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8263
🔗 Publication: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167880926004536?via%3Dihub
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📸 Macadamia plantation in South Africa (Copyright: Mina Anders)
20/08/2026
de
🔥Neue Studie: Landschaften widerstandsfähiger gegen Waldbrände machen
Waldbrände im Mittelmeerraum werden immer heftiger und herkömmliche Brandbekämpfungsmethoden stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Eine neue internationale Studie unter der Leitung der Georg-August-Universität Göttingen und Universität Kassel zeigt daher, dass erfolgreiche Waldbrandprävention früher ansetzen und Landschaften insgesamt widerstandsfähiger machen muss.
Die Studie untersuchte zehn Initiativen im Mittelmeerraum: von extensiver Weidewirtschaft und kontrollierten Brandrodungen bis hin zu Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Feuerwehr. Besonders erfolgreich erwiesen sich Ansätze, die verschiedene Formen der Landnutzung kombinieren, eine Vielzahl von Akteuren einbeziehen und die Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickeln.
Die Forschenden setzen sich deshalb dafür ein, dass sich Waldbrandmanagement von einer überwiegend reaktiven Brandbekämpfung hin zu einer langfristigen, präventiven Gestaltung widerstandsfähiger Landschaften wandelt.
🔗Zur Originalveröffentlichung: https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.116741
🔗Zur Pressemitteilung: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8256
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🔥 New study: Making landscapes more resilient to wildfires
Wildfires in the Mediterranean region are becoming increasingly severe – and conventional fire-fighting methods are increasingly reaching their limits. A new international study led by the Universities of Göttingen and Kassel therefore shows that successful wildfire prevention must start earlier and make landscapes more resilient overall.
The study examined ten initiatives in the Mediterranean region – ranging from extensive grazing and controlled slash-and-burn practices to collaborations between agriculture, forestry, nature conservation, science and the fire service. Approaches that combine different forms of land use, involve a wide range of stakeholders and continuously refine the measures proved particularly successful.
The researchers are therefore advocating a shift in forest fire management from a predominantly reactive approach to firefighting towards a long-term, preventative approach to shaping resilient landscapes.
🔗Publication: https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.116741
🔗Press release: https://www.uni-goettingen.de/en/3240.html?id=8257
📸 Fernando J. Pulido
10/08/2026
🌱 Neue Stellungnahme zum Integrierten Pflanzenschutz
Der Wissenschaftliche Beirat des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) hat eine neue Stellungnahme zur Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes veröffentlicht.
Darin kommt das Gremium zu dem Schluss, dass zwischen gesetzlichem Anspruch und landwirtschaftlicher Praxis weiterhin eine deutliche Lücke besteht. Obwohl der Integrierte Pflanzenschutz seit 2012 vorgeschrieben ist, seien bislang weder die eingesetzten Wirkstoffmengen deutlich gesunken noch die Risiken für Umwelt und Biodiversität ausreichend reduziert worden.
An der Stellungnahme beteiligt sind auch zwei Wissenschaftler:innen der Georg-August-Universität Göttingen: Prof. Dr. Anne-Katrin Mahlein, Direktorin des Institut für Zuckerrübenforschung gGmbH (IfZ) und stellvertretende Vorsitzende des Beirats, sowie Prof. Dr. Teja Tscharntke von der Abteilung Agroecology & Functional Agrobiodiversity.
Der Beirat fordert unter anderem vielfältigere Fruchtfolgen, resistente Sorten, einen stärkeren Einsatz biologischer Verfahren sowie mehr Unterstützung für neue Technologien wie Robotik, Drohnen und Präzisionslandwirtschaft. Zugleich müsse die Umsetzung für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich tragfähig sein.
🔗 Zur Stellungnahme:https://www.nap-pflanzenschutz.de/fileadmin/SITE_MASTER/content/Bilder/Gremien_Arbeitsgruppen/WBR_NAP/260528_IPS_Stellungn_final.pdf
📸 Foto: Carsten Brühl
29/07/2026
🌱 Trockenheit verändert Schädlingsbefall bei Zuckerrüben
Trockenperioden beeinflussen nicht nur das Wachstum von Kulturpflanzen, sondern auch deren Wechselwirkungen mit Schädlingen. Ein Forschungsteam (Michael Rostás, Dr. Shahinoor Rahman, Dr. Musrat Zahan Surovy, Ilka Vosteen) der Universität Göttingen hat untersucht, wie sich unterschiedliche Stufen von Trockenstress auf die Anfälligkeit von Zuckerrüben gegenüber der Rübenminierfliege auswirken.
Das Ergebnis: Der Schweregrad der Trockenheit ist entscheidend. Während mäßige Trockenheit die Entwicklung der Larven begünstigte und zu stärkeren Fraßschäden führte, wirkten sich starke Trockenheit und der damit verbundene Wasserverlust nachteilig auf Pflanzen und Schädlinge aus. Auch die chemische Kommunikation der Pflanzen veränderte sich unter Wassermangel: Duftstoffe, die unter anderem für die Orientierung der Rübenminierfliege und die Anlockung natürlicher Gegenspieler relevant sind, wurden in veränderter Menge und Zusammensetzung freigesetzt. Besonders stark gestresste Pflanzen wurden zudem seltener zur Eiablage genutzt.
Die Studie liefert neue Einblicke, wie klimabedingte Trockenheit Beziehungen zwischen Kulturpflanzen und Schädlingen verändern kann und bietet Ansatzpunkte für widerstandsfähigere Anbausysteme.
🔗Zur Originalveröffentlichung: Rahman et al. (2026): Metabolic trade-offs in sugar beet under drought and beet leaf miner infestation: implications for herbivore success. Journal of Experimental Botany. https://doi.org/10.1093/jxb/erag196
🔗Zur Pressemitteilung: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8244
📸 Ein verbreiteter Schädling der Zuckerrübe, die Rübenfliege (Bild: Shahinoor Rahman)
28/07/2026
🌱 Einheimische Kakaosorten erhalten und gleichzeitig Erträge steigern
Der Massenanbau kommerzieller Kakaosorten verdrängt in vielen Anbauregionen zunehmend lokale Sorten. Dabei sind diese nicht nur kulturell bedeutsam, sondern liefern häufig besonders aromatische Bohnen und tragen wesentlich zur genetischen Vielfalt bei.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Georg-August-Universität Göttingen und von Bioversity International zeigt nun, wie sich Ertrag und Vielfalt miteinander verbinden lassen: Mehr als 2.000 ausgewachsene Kakaobäume der einheimischen Sorte „Blanco de Piura“ wurden auf zwölf Plantagen in Peru mit besonders ertragreichen Genotypen veredelt. Bereits nach drei Jahren stiegen die Erträge um 59 Prozent 🍫📈
Die Erträge erreichten damit ein ähnliches Niveau wie bei der weit verbreiteten kommerziellen Sorte CCN-51, ohne auf das besondere Aroma und die genetische Vielfalt der lokalen Sorte verzichten zu müssen. Die Studie zeigt außerdem, dass die optimale Plantagengestaltung von der Bewirtschaftungsintensität abhängt: Genetisch vielfältige Bestände eignen sich besonders für Betriebe mit geringer Pflegeintensität, während intensiv bewirtschaftete Plantagen auch mit genetisch homogeneren Beständen produktiv sein können.
„Dieses detaillierte Verständnis über den Anbau von einheimischem Kakao hilft den Produzenten von Edelkakao, ihre Plantagen so zu gestalten, dass sie hohe Erträge erzielen und gleichzeitig die genetische Vielfalt erhalten können“, erklärt Dr. Carolina Ocampo Ariza von der Abteilung Agroecology & Functional Agrobiodiversity
🔗 Zur Pressemitteilung: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8240
📃 Originalveröffentlichung: Ocampo-Ariza, C. et al. Selected native genotypes, plantation design and management intensity boost fine flavor cacao productivity. Agronomy for Sustainable Development (2026). DOI: https://doi.org/10.1007/s13593-026-01127-5
Selected native genotypes, plantation design, and management intensity boost fine flavor cacao productivity - Agronomy for Sustainable Development
Native fine flavor cacao fetches premium prices on specialty markets, owing to its superior sensorial traits. However, alleged low productivity limits its planting, and high-yielding bulk cacao dominates the international market. Overcoming the yield gap is necessary to promote fine flavor cacao and...
27/07/2026
🌱 Moor schützen und neue Wertschöpfung schaffen
Im Projekt EMBER werden nachhaltige Produktions- und Verwertungsverfahren für Moorpflanzen entwickelt und erprobt. Ziel ist es, pflanzliche Rohstoffe aus moorschonender Bewirtschaftung künftig für Pharmazie, Kosmetik und Ernährung nutzbar zu machen.
Diese Form der Bewirtschaftung wird Paludikultur genannt: Moore bleiben nass, ihre landwirtschaftliche Nutzung wird aber dennoch ermöglicht. So können neue Wertschöpfungsketten entstehen und gleichzeitig wichtige Beiträge zum Klimaschutz geleistet werden. 💧🌿
Dafür entwickelt das Projekt angepasste Anbau-, Ernte- und Verarbeitungstechniken für die besonderen Bedingungen von Moorstandorten.
24/07/2026
🌱 Neue Methoden zur Erkennung SBR-toleranter Zuckerrübensorten
Das Syndrom „Basses Richesses“ (SBR) breitet sich in Europa zunehmend aus und stellt den Zuckerrübenanbau vor große Herausforderungen. Befallene Pflanzen weisen häufig einen deutlich geringeren Zuckergehalt und eine reduzierte Rübenmasse auf. Da wirksame Bekämpfungsmaßnahmen bislang weitgehend fehlen, gilt der Anbau toleranter Sorten als vielversprechender Ansatz.
🔬 In seiner Dissertation hat Dr. Justus Detring vom Institut für Zuckerrübenforschung gGmbH und der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn neue digitale Methoden entwickelt, mit denen sich SBR-Symptome präzise erfassen und tolerante Zuckerrübensorten gezielt identifizieren lassen.
📖 Die Dissertation ist frei zugänglich:
https://bonndoc.ulb.uni-bonn.de/xmlui/handle/20.500.11811/14215
🔗Zur vollständigen Pressemitteilung des IfZ: https://www.ifz-goettingen.de/aktuelles/dr-justus-detring-methoden-zur-erkennung-toleranter-zuckerruebensorten-gegen-sbr
Dr. Justus Detring: Methoden zur Erkennung toleranter Zuckerrübensorten gegen SBR
Das Institut für Zuckerrübenforschung an der Georg-August-Universität Göttingen ist die zentrale Forschungseinrichtung zur Entwicklung von Verfahren nachhaltiger Zuckerrübenproduktion in Deutschland.
09/07/2026
🌱 We are hiring!
The Agroecology & Functional Agrobiodiversity Division (Prof. Dr. Catrin Westphal) at the University of Göttingen is looking for two new team members for the transdisciplinary AgRe-Lab project:
🔹 Doctoral researcher
🔹 Postdoctoral researcher / scientific coordinator
AgRe-Lab focuses on building climate resilience in agricultural landscapes through social-ecological diversification, co-design and transdisciplinary learning. The project brings together research, Living Labs and stakeholder collaboration to explore how agricultural landscapes can adapt to climate change while supporting biodiversity and productivity
📍 University of Göttingen
📅 Start: October 2026
⏰ Application deadline: 09 August 2026
❓ Questions to: [email protected]
For further information and application details see Links in the Highlights "Uni Jobs" or below:
1️⃣ Doctoral Researcher:
🔗 Job description:https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/1bc358963ff2fa9b722346909e747f01.pdf/AgRe_Lab-doctoral-researcher-position_2026-06-26v1.pdf
📝 Application portal: https://obp.uni-goettingen.de/de-de/OBF/Index/76576
2️⃣ Postdoctoral Researcher / Scientific Coordinator:
🔗Job description:https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/38cb9e12131c9d0b6fa3911359dd8626.pdf/AgRe_Lab-postdoc-coordinator-position_2026-06-17.pdf
📝Application portal: https://obp.uni-goettingen.de/de-de/OBF/Index/76526
02/07/2026
Unsichtbare Grenzen, gleiches Verhalten 🐄
Virtuelle Zäune könnten die Weidetierhaltung künftig flexibler und effizienter gestalten. Eine neue Studie der Georg-August-Universität Göttingen zeigt nun: Rinder zeigen an virtuellen Zäunen ähnliche räumliche Verhaltensmuster wie an herkömmlichen Elektrozäunen.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Animal veröffentlicht.
In der Studie der Abteilung Graslandwissenschaft wurden die Bewegungsdaten von 31 Färsen per GPS ausgewertet. Dabei zeigte sich: Entscheidend war nicht die Art des Zauns, sondern die Wahrnehmung der Weidegrenze durch die Tiere. Unabhängig vom Zaunsystem hielten sich die Tiere seltener in den Randbereichen auf, bewegten sich dort langsamer und nutzten vor allem die Weidemitte. Virtuelle Zäune führten zudem zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Tiere auf der Fläche.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht der Zauntyp entscheidend ist, sondern die Wahrnehmung der Weidegrenze durch die Tiere“, sagt Erstautorin Dr. Natascha A. Grinnell von der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen.
🔗 Zur Veröffentlichung: Grinnell, N.A. et al. Drawing the line: Comparing zone-specific spatial behaviour of heifers on pasture with virtual and physical fences. Animal (2026). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1751731126000674
🔗 Zur Pressemitteilung: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8221
📷 Natascha Grinnell und Dina Hamidi mit einem Rind, das ein Nofence-Halsband trägt. Das Foto entstand 2021 auf der Versuchsfläche des Versuchsguts der Universität Göttingen in Relliehausen während eines Weideversuchs mit dem virtuellen Zaunsystem Nofence.
Foto: Natascha Grinnell
29/06/2026
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Die Abteilung Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte sucht ab sofort eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung bei Literaturrecherche, Fragebogenprogrammierung und dem Verfassen von Berichten.
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