30/11/2025
Das Thema unserer letztwöchigen EB-Sitzung mit unsere Elternbegleiterin Yeliz: Der Wutvulkan – wenn Gefühle überkochen
Alle von uns kennen Wut – mal selten, mal öfter, mal laut, mal leise. Auch Kinder erleben Wutanfälle sehr unterschiedlich:
Manche schreien, stampfen, schimpfen, schlagen Türen oder hauen gegen Gegenstände. Andere weinen, zittern oder laufen rot an. Und wieder andere zeigen ihre Wut fast gar nicht. Sie verstummen, klagen über Bauchschmerzen oder sogar Übelkeit.
Warum?
Weil Kinder ihre Gefühle erst kennenlernen und benennen müssen, bevor sie sie regulieren können. Für uns wirkt ein Ausbruch manchmal „grundlos“ – doch unter der Oberfläche brodelt oft viel mehr:
soziale Sorgen, enge Wohnräume, finanzielle Belastungen, nicht erfüllte Wünsche, fehlende Ruhe, Streit, Reizüberflutung oder einfach ein übervoller innerer Rucksack.
Wie können wir unsere Kinder unterstützen?
Indem wir ihnen zeigen, wie man sich beruhigt – so wie wir Erwachsenen es auch lernen mussten.
Regulation ist kein „Funktionieren“, sondern eine Fähigkeit, die wächst. 🌱
Hier einige Techniken, die Kinder (und Eltern!) stärken können:
✨ Atmen üben – tief ein & lange aus
✨ Den Tag strukturieren – Sicherheit schafft innere Ruhe
✨ Sichtwechsel – „Was brauche ich gerade wirklich?“
✨ Sich erden – z. B. mit den Füßen Boden spüren oder sanft bewegen
✨ Körper auspowern – Boxsack, Kissen klopfen, Trampolin
✨ Musik oder Hörbücher hören
✨ Bis 10 zählen bei Provokation
✨ Rückzug erlauben – ein sicherer Ort zum Runterkommen
Wenn ein Wutvulkan ausbricht, ist das kein „Fehlverhalten“, sondern ein Signal:
„Ich brauche dich. Ich kann das noch nicht allein.“
Gemeinsam können wir Kindern helfen, ihren Rucksack leichter zu tragen – Schritt für Schritt...