29/04/2021
Ein Bild - deine Geschichte
Das dokumentarische, ehrenamtliche Foto-Projekt begleitet Menschen, die von der Pandemie besonders schwer getroffen sind, in ihrer aktuellen Lebensrealität. Zwischen Hoffnungslosigkeit, Existenzängsten, trotzigem Tatendrang und Optimismus- ich möchte die persönliche Situation des jeweils Portraitierten in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld festhalten. Ergänzt durch eigene Worte der Protagonisten anhand eines Steckbriefs mit festgelegten, gleichen Fragen für alle, bekommt die Portraitreihe eine besondere Nahbarkeit und Authentizität. So möchte ich das Zeitgeschehen festhalten und ein Bewusstsein für die unzähligen Einzelschicksale ermöglichen, sie in den Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung bringen. Alle Bilder und ihre jeweiligen, persönlichen Geschichten sollen dann – wenn möglich (Spenden und Fördermittel willkommen: paypal.me/supportalexgoebel) – in einem Fotobildband gedruckt und veröffentlicht werden. Den Bildband möchte ich dann im Zuge einer Ausstellung aller Fotografien in Freiburg (oder Umgebung) der Öffentlichkeit präsentieren.
Steckbrief
Name: Natalia Herrera
Beruf: freischaffende Schauspielerin & Sprecherin, Yogalehrerin und seit kurzem Stimmtrainerin und Kommunikations- & Rhetoriktrainerin
Wie hat die Pandemie und der Lockdown dein (Berufs-) Leben verändert? In der Kunst- und Kulturwelt tätig zu sein ist wunderschön, kann aber auch verdammt hart sein. Der erste Lockdown bedeutete zunächst eine plötzliche, radikale Entschleunigung. Die Ruhe, die viele gemeinsame Familienzeit, die Freude und neue Achtsamkeit, die daraus entstanden, waren natürlich unglaublich schön und bereichernd, doch die existenziellen, finanziellen Sorgen drängten sich immer mehr ins Bewusstsein. Was macht diese Krise mit der ganzen Branche, wie wird sich die Kulturlandschaft entwickeln? Welche Perspektiven gibt es noch? Werde ich mir einen anderen Job suchen müssen usw.? Ratter, Ratter, Gedankenkarusell.... Und die Sehnsucht danach wieder auf einer Bühne stehen zu können, mit den lieben Kolleg*innen vor einem Live Publikum zu spielen, die wurde sowieso immer größer, dringlicher, schmerzlicher...
Aber: "In jedem Unglück ist auch ein Schatz verborgen." Also suchte ich nach Möglichkeiten mich beruflich weiter zu bilden und meine vorhandenen Expertisen durch mittlerweile fast 20 Jahre Theater in Stimme, Sprechen, Präsenz methodisch & didaktisch zu erweitern. Letztlich habe ich die Pandemie sehr intensiv mit Fortbildungen zur Stimmtrainerin sowie zur Kommunikations- und Rhetoriktrainerin genutzt. Alles irgendwann dann nur noch per Zoom Meetings und Webinars. Jetzt versuche mir ein zweites Standbein im Coaching aufzubauen. Und ich hoffe nach wie vor inständig, dass die Theater bald wieder öffnen können und ich wieder auf der Bühne stehen darf.
Wovor hast du Angst, was macht dir Sorgen?
Nicht mehr arbeiten zu können, nicht mehr arbeiten zu DÜRFEN, ist seit einem Jahr die mittlerweile ganz normale Realität für unzählige freischaffende Künstler*innen. Die schon vor der Pandemie oftmals prekären Lebenssituationen haben sich noch weiter verschlechtert. Es ist eine bittere Erkenntnis, dass die wahrhaftige Wertschätzung von Kunst und Kultur in dieser Gesellschaft leider oftmals nicht über politische Lippenbekenntnisse hinausgeht. Mir macht es große Sorgen, dass das so hingenommen wird, und dass unsere bisher sehr vielfältige Kultur- und Kunstlandschaft sich nur sehr langsam von der Krise erholen wird. Ich befürchte, dass viele Künstler*innen diesen kulturellen Aderlass nicht überstehen werden.
Was hilft dir, gibt dir, Kraft/Halt in der aktuellen Situation?
Die Liebe. Familie. Freund*innen. Spaziergänge im Wald. Yoga.
Wie schaust du in die (nahe) Zukunft?
Kommt auf die Tagesform an. Aber im Großen und Ganzen positiv und hoffnungsvoll. Im Herzen bin und bleibe ich Optimistin.
Wie schaust du in die (nahe) Zukunft? Kommt auf die Tagesform an. Aber im Großen und Ganzen positiv und hoffnungsvoll. Im Herzen bin und bleibe ich Optimistin.
Alle Geschichten hier -> www.alexandre-goebel.de/projekte