01/02/2017
Das erste mal ohne Mama! - Wie gelingt eine Eingewöhnung?
Heute morgen hat bei uns ein kleiner Junge einen ganz besonderen Tag gehabt - seinen ersten Tag in der Krippe! Er ist 10 Monate alt.
Aber was können Erzieher und vor allem Eltern tun, damit sich die Kinder rundum wohlfühlen und die erste Trennung nicht allzu schwer wird?
Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, haben Eltern viele Sorgen, Fragen und Ängste bevor dieser neue Lebensabschnitt bevorsteht.
Jede Kita hat ihr eigenes Modell um Kinder einzugewöhnen. Doch folgende Punkte sind unabdingbar für ein gutes gelingen und müssen in jeder Kita berücksichtigt werden.
1. Austausch zwischen Eltern und Einrichtung
Zuerst muss ein intensives Gespräch geführt werden, indem jede eurer Fragen beantwortet wird. Dies sollte immer die Bezugserzieherin führen (dazu gleich mehr!). Zudem solltet ihr euch auch mit der Erzieherin über alle Gewohnheiten eures Kindes, eure Ängste und Sorgen und den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes austauschen.
Für eine gute Erziehungspartnerschaft ist das unerlässlich.
2. Bezugserzieherin
Jedes Kind sollte eine feste Bezugserzieherin haben, die sich während der Eingewöhnung intensiv um euer Kind kümmert. So hat euer Kind auch während eurer Abwesenheit eine Person, auf die es sich verlassen kann. Das gibt Sicherheit!
3.Übergangsobjekte
Ein Übergangsobjekt ist ein vom Kind selbst gewählter Gegenstand, der ihm hilft, einen Entwicklungsschritt weg von den ersten Bezugspersonen anzubahnen. Es nimmt den Raum zwischen dem Kind und der ersten Bezugsperson ein uns stellt eine Verbindung zwischen innerer und äußerer Welt des Kindes dar. Häufig ist das Übergangsobjekt ein Kuscheltier, ein Kissen oder Kuscheltuch. Das Übergangsobjekt hilft beim Einschlafen oder Alleinsein. Es dient zur Abwehr und Bewältigung von Ängsten, vor allem von Trennungsängsten. Dieses „Etwas“ erträgt die ganze Bannbreite der kindlichen Emotionen, wird beschmust, gekniffen oder auf den Boden geworfen. Man sieht ihm an, wie sehr es geliebt wird. Es darf auf keinen Fall verändert werden, außer vom Kind selbst.
4. Rituale schaffen Sicherheit
Nach Möglichkeit sollte das Kind jeden Tag zur gleichen Zeit gebracht und abgeholt werden. Kinder haben noch kein Zeitgefühl und orientieren sich an fixen Punkten im Tagesablauf z.B. dem Mittagessen. So weiß das Kind, dass es z.B. immer nach dem Mittagessen oder Schlafen abgeholt wird. Durch täglich wiederkehrende Abläufe gewinnt das Kind vertrauen.
Vielen Kindern hilft es z.B. beim Abschied am Fenster zu winken. Wieder andere Kinder möchten lieber gleich das Lieblingsbuch anschauen.
6. Die erste Trennung
Jetzt wird es spannend - wie wird mein Kind wohl reagieren? Die erste Trennung sollte frühestens nach drei Tagen in Begleitung eines Elternteils stattfinden. Diese sollte 30 Minuten nicht überschreiten. Der Abschied muss dem Kind klar signalisiert werden: „Ich gehe arbeiten. Dann hole ich dich wieder ab.“ So schwer wie es fällt, sollte der Abschied möglichst kurz gehalten werden. Wenn sich das Kind von der Erziehern innerhalb kurzer Zeit beruhigen lässt und ins Spiel übergeht, spricht das für eine kürzere Eingewöhnungszeit. Lässt sich das Kind nicht beruhigen, müssen die Eltern wieder geholt werden. Dies spricht für einen längeren Verlauf der Eingewöhnung. Dann müssen die Eltern noch einmal dabei bleiben, bis das Kind mehr Vertrauen in die neue Umgebung gewonnen hat. Erst dann wird ein erneuter Trennungsversuch gestartet.
Diese Trennung wird dann jeden Tag ein kleines bisschen verlängert.
Wie war die Eingewöhnung bei euren Kindern? Was hat euren Kindern geholfen, sich wohl zu fühlen? Was hat Probleme bereitet? Erzählt uns von Euren Erlebnissen. Wir sind gespannt :-) Natürlich beantworten wir auch gerne Eure Fragen!