19/08/2026
Raus aus der Sommerpause, rein in die neuen Transparenzpflichten des EU AI Acts, der seit 2. August in Kraft getreten ist und auch von Vereinen, Stiftungen und anderen gemeinnützige Organisationen zu beachten ist.
👉 Anders als häufig dargestellt, begründet der AI Act zwar keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für sämtliche KI-generierten Inhalte. Vielmehr gelten die Transparenzpflichten nur für bestimmte, gesetzlich definierte Fallgruppen.
Für Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen ist Transparenz aber ohnehin ein wesentlicher Bestandteil guter Governance, weil es das Vertrauen der Öffentlichkeit in sie stärkt.
👉 Die neuen gesetzlichen Vorgaben ergänzen damit bestehende Anforderungen an verantwortungsvolles Handeln.
👉 Wir haben für Sie einen Überblick mit Praxisbeispielen zusammengestellt, der für alle Non-Profits gilt. ☝️☝️☝️
22/07/2026
Um die Macht des Geldes, die Möglichkeiten von Stiftungen, Gerechtigkeit nach John Rawls, Glück und Demut ging es beim StifterCafé 2026, zu dem das DSZ mit der Caritas Stiftung Stuttgart eingeladen hatte.
„Geld verleiht Menschen die größte Macht“, führte Andrea Schildhorn, DSZ Stuttgart, mit einem Zitat des Dichters Euripides in das Thema ein. Geld könne, in eine Stiftung eingebracht, aber auch Wohnraum schaffen, Jugendlichen Chancen eröffnen und Menschen ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen, ergänzte Oliver Hans, Caritas Stiftung.
Das frühere Daimler-Vorstandsmitglied und heutige Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Stuttgart, Wilfried Porth, und der Vorsitzende der Geschäftsführung des DSZ, Matthias Schmolz diskutierten anschließend unter Moderation von Kimsy von Reischach.
Braucht es mehr Stiftungen oder mehr Staat?
„Wir befinden uns in einer tiefen Strukturkrise. Wir brauchen mehr Mut zur Zukunft“, sagte Porth. Das Problem sei, dass viele Menschen dem Staat nicht mehr zutrauten, öffentliche Mittel richtig einzusetzen. Stiftungen könnten helfen, Zukunft zu gestalten, vor allem dann, wenn sie über kontinuierliche Geldzuflüsse von Unternehmen verfügten oder als Verbrauchsstiftungen angelegt seien. „Wir haben zu viel totes Kapital“, so Porth.
👉 Ungleichheit sei weniger ein ökonomisches als ein Problem des gesellschaftlichen Zusammenhalts, betonte Schmolz. Auf große Resonanz stießen seine Erläuterungen zum Rawls’schen Differenzprinzip: Gerechtigkeit sei nicht dann erreicht, wenn alle gleich große Stücke eines Kuchens erhalten, sondern wenn das kleinste Stück größer ist als in einer anderen denkbaren Verteilung.
Pauschale Kritik an Ewigkeitsstiftungen wies Schmolz zurück. Wir könnten heute nicht alle Probleme unserer Zeit lösen. Deshalb sei es wichtig, dass Stiftungen auch in 30 Jahren noch da seien. Stiftungen müssten aber ambitionierter werden, dazu gehöre auch ein aktives Vermögensmanagement, um mit dem Kapital mehr Wirkung zu erzielen.
Beide Gesprächspartner warben für mehr Engagement und sprachen über Glück, Verantwortung und die Motivation, sich gesellschaftlich zu engagieren.
16/07/2026
Er hat ein Buch über „Misstrauensgemeinschaften” geschrieben und ist damit der Experte zum Thema Vertrauen: Für unseren Jahresbericht hat DSZ-Geschäftsführer Matthias Schmolz ein spannendes Gespräch mit dem Soziologen Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani , TU Dortmund , über Vertrauen als Grundlage gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit geführt. Sein Leitsatz: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“
Zudem enthält der Bericht viele Beispiele, die zeigen, welche Rolle Stiftungen spielen können, um Vertrauen über Transparenz, Verlässlichkeit und Gemeinwohlorientierung zu stärken.
Den Bericht gibt es zum Download auf unserer Webseite, das Interview auch hier ☝️☝️☝️!
15/07/2026
Rund 80 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder können heute geheilt werden. Für rund jedes fünfte an Krebs erkrankte Kind reichen die heutigen Therapien noch immer nicht aus.
👉 Forschung macht den Unterschied:
Die Henrik-Kreibohm-Stiftung zeichnet auch 2026 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der pädiatrischen Onkologie mit dem mit 5.000 Euro dotierten Henrik-Kreibohm-Preis aus und vergibt zusätzlich Research Grants von 10.000 Euro zum Seed Funding von innovativen Projekten.
Sie forschen in der pädiatrischen Onkologie oder kennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich? Bewerben Sie sich oder teilen Sie diesen Beitrag mit Ihrem Netzwerk!
Anträge können bis zum 31. August 2026 an die Stiftung gerichtet werden.
Alle Informationen auf unserer Webseite (Link in den Kommentaren)!
Die Henrik-Kreibohm-Stiftung wurde Ende 2023 durch die Familie Kreibohm in Erinnerung an Henrik Kreibohm errichtet.
Henrik Kreibohm verstarb im Jahr 2022 im Alter von nur zehn Jahren an Krebs. Seiner Familie ist es ein Anliegen, dass Henrik auch weiterhin seinen Footprint auf dieser Erde hinterlassen kann. Dem dient unter anderem die in seinem Namen gegründete Stiftung.
Auch über eine Unterstützung der Förderprojekte durch Spenden freuen wir uns sehr. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie der Stiftung eine Spende oder Zustiftung zukommen lassen möchten.
09/07/2026
Immer ein ganz besonderer Termin: Wir freuen uns sehr auf das StifterCafé 2026, zu dem wir erneut mit der Caritas Stiftung Stuttgart einladen.
Zum moderierten Dialog begrüßen wir:
Wilfried Porth, ehemals Vorstandmitglied der Daimler AG und heutiger Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Stuttgart
und
Matthias Schmolz, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Stiftungszentrums und Geschäftsführer des Stifterverbandes
unter Moderation von Kimsy von Reischach.
07/07/2026
+ + + DSZ-Newsletter Juli 2026 + + + Darin: Der neue Jahresbericht mit einem Interview mit Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani zum Titelthema “Vertrauen” + + + Ein Roundtable zu 70 Jahren Stiftungsbetreuung im Stifterverband + + + Ausschreibungen, Preisverleihungen, News aus unseren Stiftungen u.v.m +++
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29/06/2026
Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit, Schule völlig neu zu denken? Wann, wenn nicht jetzt, ist es Zeit, Innovationsprozesse neu anzugehen und zu verstehen?
„Education for innovation“ heißt das Konzept des Hammerbrooklyn Youth Innovation Centers (HYIC), das die Stiftung Hammerbrooklyn im Rahmen der Hamburger Stiftungswoche vorgestellt hat.
👉 Wenn Künstliche Intelligenz ohnehin die schulische Bildung auf den Kopf stellt, dann kann Schule jetzt doch auch von Grund auf neu gedacht werden!
DSZ-Geschäftsführer Matthias Schmolz betonte bei der Begrüßung, dass Innovation ein zentrales Thema des Stifterverbandes darstellt, und verwies dabei auf die „überragende Bedeutung“, die Innovationsökosystemen zukomme.
🚀 In die Praxis ging es in den Ausführungen von HYIC- und Schulleiter Michael Koops und seinen Schülern, die lässig und sehr selbstbewusst ihre beeindruckenden Projekte vom Drohnenbau bis zu Wurmbestrahlungen vorstellten.
Das Erfolgsgeheimnis des HYIC fasste Koops unter dem Motto „Nichts ist unmöglich“ zusammen: Wenn Schüler eine Idee vorschlagen, wird sie am HYIC in der Regel auch umgesetzt. Dabei ist niedrigschwelliger Zugang entscheidend.
Kann ein solches Projekt Blaupause für Veränderung sein? Als Vertreter des Stiftungspräsidiums erläuterte Dr. Rüdiger von Stengel unter der Moderation von Professor Henning Voepel (ebenfalls Stiftungspräsidium) seine Ideen einer neuen Schule, die er in Köln in einer Neugründung umsetzt.
Prof. Dr. Sünje Lorenzen (BSP Campus Hamburg) beleuchtete auch in Anlehnung an Erich Fromm die soziale Seite von Innovationen, die sich in den Projekten des HYIC wiederfinden: Schüler müssen sich trauen, überhaupt ein Projekt zu beginnen, müssen sich austauschen, Projekte organisieren und das Selbstverständnis entwickeln, sich Unterstützung zu holen.
Für ein neues Mindset für Innovationen plädierte Arne Schultchen (design for human nature). Seine Botschaft: Wir brauchen den Fokus und die Energie eines „Lifelong Kindergarten“.
Fazit: Eine tolle, coole Veranstaltung, an einem „tollen, coolen Ort“, wie Matthias Schmolz zu Beginn die Räume der Factory Hammerbrooklyn beschrieben hatte!
24/06/2026
Dass man auch bei Hitze flüssig denken kann, bewies die abschließende Veranstaltung der Reihe „Demokratische Werte stärken? – Zivilgesellschaft im Fokus“ von Konrad Adenauer Stiftung , Maecenata Stiftung und Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung.
„Haltung zeigen - Verantwortung übernehmen“ hieß das Thema, dessen zentrale Erkenntnis war, dass die oft verpönte, etwas schmucklose Sicht der Ökonomen vielen Debatten doch eine ganz eigene, beruhigende Klarheit zu vermitteln mag.
Alicja Orlow, RAA M-V,berichtete eindrücklich zur Lage in Ostdeutschland: „Krasse“ Staatsdefizite treffen auf eine engagierte Zivilgesellschaft. Diese braucht dringend hauptamtliche Hilfe, während Mittel oft aus Angst zurückgehalten werden und Dialogräume schwinden. Außer in den Unternehmen.
Überleitung zu Prof. Dr. Markus Scholz, Ökonom, Autor und Unternehmensethiker, Technischen Universität Dresden. In der „Zeit der Monster“, dem Interregnum zwischen alten und neuen Ordnungen, kommt es auf alle an, zitierte er Slavoj Žižeks verschärfende metaphorische Übersetzung von Antonio Gramsci, und deklinierte dies einmal für die deutschen Unternehmen durch:
👉 Nein, Unternehmen sollten nicht politisch tätig werden, da hält es Scholz mit der Doktrin von Milton Friedman und verweist auf US-Unternehmer, die politisch Einfluss nehmen: Keine gute Idee.
👉 Wenn aber die liberale und die soziale Marktwirtschaft durch den Angriff auf Rechtsstaat, freie Presse etc. bedrohen, ist der Corporate Citizen sehr wohl gefragt, weil es im ureigensten Interesse der Wirtschaft liegt, die liberale Demokratie zu verteidigen. Neutralität kann zu stiller Komplizenschaft werden.
👉 Wie agieren? Direkte Wahlempfehlungen funktionieren laut jüngster Forschung nicht. Wirksam sind hingegen der organisierte Dialog im Betrieb und die Aufklärung über demokratische Werte gerade als Gegenpol zu den Diskursverschiebungen von Populisten, die den Liberalismus ja auch gern für sich in Anspruch nehmen.
💡 wie Unternehmen brauchen Unterstützung. Finanziell im ersteren Fall, Know-how und Beratung in beiden Fällen. sind hier als Brückenbauer gefragt. Konrad-Adenauer-Stiftung