Tanja Hurtmann - Therapie & Coaching

Tanja Hurtmann - Therapie & Coaching Systemische Therapie & Coaching I Kinder und Jugendtherapie(DGSF)
Resilienz & Achtsamkeitstraining

03/09/2026

Noch bevor du Nein gesagt hast, weißt du schon, wem du damit nicht gefallen wirst. Also suchst du nach den richtigen Worten. Freundlich sollen sie sein und niemanden enttäuschen. Aus einem kurzen Nein entsteht eine lange Erklärung mit der eigentlichen Botschaft: Bitte denke jetzt nicht schlecht von mir.

Wenn du im Alltag viel Verantwortung trägst, kennst du diesen Druck. Du denkst mit, springst ein, vermittelst und merkst, was andere brauchen. Über Jahre wird daraus eine feste Rolle: Du bist die Verlässliche, die Hilfsbereite, diejenige, die alles zusammenhält.

Diese Rolle gibt dir Anerkennung. Sie kostet dich aber Kraft, sobald du glaubst, sie jederzeit erfüllen zu müssen.

Wenn du Grenzen setzt, verändert sich auch das Zusammenspiel mit den Menschen um dich herum. Wer dein ständiges Ja gewohnt ist, reagiert auf dein Nein manchmal irritiert oder enttäuscht. Das zeigt nur, dass sich etwas verändert.

Dein schlechtes Gewissen entsteht oft, weil du eine vertraute Rolle verlässt. Deshalb fühlt sich ein gesundes Nein manchmal zunächst falsch an.

Du musst dieses Gefühl nicht durch eine Zusage beruhigen. Du kannst es wahrnehmen und trotzdem bei deiner Entscheidung bleiben.

Frag dich:
Sage ich Ja, weil ich es möchte oder weil ich die Reaktion auf mein Nein vermeiden will?

Wofür fühle ich mich verantwortlich, obwohl es gar nicht meine Verantwortung ist?

Eine Grenze braucht keine perfekte Formulierung. „Das schaffe ich diesmal nicht“ oder „Nein, das passt für mich nicht“ reicht.

Dann hältst du aus, dass dein Gegenüber dein Nein nicht gut findet. Seine Reaktion bleibt seine Verantwortung.

Du bleibst ein liebevoller und verlässlicher Mensch, auch wenn du nicht jederzeit verfügbar bist. Ein Nein löscht deine bisherigen Jas nicht aus.

Wenn Schuldgefühle und alte Rollen deine Entscheidungen bestimmen, schauen wir im systemischen Coaching gerne gemeinsam darauf. Den Termin für ein Erstgespräch findest du über den Link in der Bio.

Wobei fällt dir ein Nein am schwersten: Familie, Partnerschaft oder Beruf? Schreib gerne in die Kommentare.

Deine Tanja💜





Es gibt diesen Moment, in dem du dich sagen hörst: „Lass, ich mache das schnell.“ Und während du es schon wieder selbst ...
01/09/2026

Es gibt diesen Moment, in dem du dich sagen hörst: „Lass, ich mache das schnell.“ Und während du es schon wieder selbst erledigst, bist du gleichzeitig genervt, dass immer alles an dir hängen bleibt.

Von außen sieht das nach Kontrollbedürfnis aus. Von innen fühlt es sich oft eher nach Schadensbegrenzung an. Du hast erlebt, dass Absprachen vergessen wurden, Dinge liegen blieben oder du am Ende die Folgen auffangen musstest. Also behältst du lieber alles im Blick.

Das ist verständlich. Und trotzdem hält genau diese Strategie das Muster am Leben. Du kontrollierst, weil andere nicht zuverlässig übernehmen. Andere übernehmen weniger, weil du kontrollierst, korrigierst oder am Ende doch einspringst. Mit jeder Wiederholung bestätigen sich beide Seiten: Du glaubst, dass es ohne dich nicht läuft. Die anderen verlassen sich darauf, dass du es schon richten wirst.

Entlastung braucht deshalb zwei Bewegungen. Andere müssen Verantwortung übernehmen. Und du musst aufhören, sie dir zurückzuholen, sobald etwas nicht nach deinen Vorstellungen läuft.

Bevor du eingreifst, helfen drei Fragen:

Ist es gefährlich?
Wurde eine klare Vereinbarung nicht eingehalten?
Oder wird es nur anders gemacht, als ich es machen würde?

Gefahr braucht ein Eingreifen. Eine gebrochene Vereinbarung braucht ein Gespräch. „Anders“ braucht manchmal nur deine Bereitschaft, es anders stehen zu lassen.

Klärt vorher, was erledigt sein muss, bis wann und wer vollständig dafür zuständig ist. Danach erinnerst du nicht ständig, kontrollierst nicht heimlich und rettest nicht kurz vor knapp. Wenn etwas schiefläuft, kümmert sich die verantwortliche Person auch um die Folgen.

Abgeben heißt nicht, jeden Anspruch aufzugeben oder Gleichgültigkeit zu lernen. Es heißt, Verantwortung nicht länger mit Kontrolle zu verwechseln. Das wird sich am Anfang unruhig anfühlen. Für dich, weil du nicht mehr alles absicherst. Für die anderen, weil sie nicht mehr darauf warten können, dass du einspringst.

Was fällt dir schwerer: Verantwortung abzugeben oder dabei zuzusehen, wie jemand es anders macht?

Deine Tanja💜





Es ist 21:43 Uhr. Die Küche sieht wieder halbwegs ordentlich aus, alle sind versorgt und endlich sitzt du. Nur dein Kopf...
27/08/2026

Es ist 21:43 Uhr. Die Küche sieht wieder halbwegs ordentlich aus, alle sind versorgt und endlich sitzt du. Nur dein Kopf hat offenbar andere Pläne und geht den nächsten Tag durch, erinnert sich an Termine, offene Nachrichten, Geburtstage, Einkäufe und die Stimmung am Frühstückstisch. Das Erschöpfende sind längst nicht mehr nur die Aufgaben. Es ist dieses ständige innere Aufpassen, damit nichts vergessen wird und niemand zu kurz kommt.

Gerade Frauen übernehmen diese Rolle oft sehr früh. Sie bemerken, organisieren, gleichen aus und springen ein. Mit der Zeit entsteht ein festes Muster: Du siehst, was getan werden muss. Andere verlassen sich darauf, dass du es siehst. Und je besser du alles auffängst, desto selbstverständlicher wird deine Dauerzuständigkeit.

Dahinter muss keine böse Absicht stecken. Ein eingespieltes Familiensystem verteilt Verantwortung aber nicht automatisch gerecht. Es hält vor allem an dem fest, was bisher funktioniert hat. Auch dann, wenn eine Person längst dafür bezahlt. Mit Erschöpfung, Gereiztheit und dem Gefühl, selbst in ruhigen Momenten nie wirklich frei zu haben.

Entlastung entsteht deshalb nicht, wenn dir jemand auf Nachfrage eine Aufgabe abnimmt. Solange du erklären, erinnern und kontrollieren musst, bleibt die Verantwortung in deinem Kopf.

Schaut gemeinsam genauer hin: Wer denkt an Termine, Geschenke, Medikamente, Schulmails, Einkäufe oder Familienkontakte? Was gehört wirklich zu dir, was zu euch und was längst zu einer anderen Person?

Übergebt nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze Zuständigkeiten. Wer etwas übernimmt, plant selbst, erinnert sich selbst und trägt auch die Folgen, wenn etwas liegen bleibt. Das fühlt sich am Anfang ungewohnt an. Andere machen Dinge später, anders oder vergessen etwas. Wenn du jedes Mal sofort rettest, stellt sich die alte Ordnung wieder her.

Selbstfürsorge beginnt manchmal mit einem klaren Satz: „Dafür bin ich ab jetzt nicht mehr zuständig.“

Welche unsichtbare Verantwortung möchtest du endlich abgeben? Schreib gerne in die Kommentare.

P.S.: Der Link zum Erstgespräch ist in der Bio😉

Deine Tanja💜





25/08/2026

„Das müsste er doch merken.“
„Sie müsste doch wissen, was ich brauche.“
„Wenn ich es erst sagen muss, ist es doch nicht dasselbe.“

Kommt dir bekannt vor?

Unausgesprochene Erwartungen sind ziemlich menschlich. Gerade in engen Beziehungen gehen wir oft davon aus, dass der andere uns gut genug kennt, um zu wissen, was gerade in uns los ist. Was wir brauchen. Was uns verletzt. Was wir uns wünschen.

Und dann passiert etwas Spannendes: Der andere reagiert anders als erwartet. Einfach

weil er die Situation aus seiner eigenen Perspektive sieht. Mit eigenen Erfahrungen, eigenen Bedeutungen und manchmal auch mit einem komplett anderen inneren Drehbuch.

Und plötzlich sitzt man da und denkt: „Wie kann man das denn bitte nicht merken?“

Tja. Gedankenlesen ist auch nach vielen gemeinsamen Jahren leider noch keine verlässliche Beziehungskompetenz.

Systemisch gesehen lohnt sich deshalb weniger die Frage: „Warum versteht er mich nicht?“ Spannender ist: „Was habe ich erwartet, ohne es auszusprechen?“ Und auch: „Was könnte mein Gegenüber in dieser Situation ganz anders verstanden haben als ich?“

Das nimmt Gefühle nicht weniger ernst. Im Gegenteil. Es macht sie besprechbar.

Du kannst zum Beispiel statt „Ist schon okay“ sagen:
„Ich hätte mir gerade gewünscht, dass du mich kurz in den Arm nimmst.“

Statt „Du denkst nie an sowas“:
„Mir bedeutet es viel, wenn du solche Dinge von dir aus übernimmst.“

Und statt darauf zu warten, dass der andere endlich errät, was los ist:
„Ich merke gerade, dass ich etwas von dir brauche. Kann ich dir sagen, was?“

Das klingt erstmal wenig romantisch. Ist aber oft wesentlich hilfreicher als eine Beziehung mit eingebauter Glaskugel.

Schreib mir gerne in die Kommentare: Welche unausgesprochene Erwartung sorgt bei euch immer wieder für Missverständnisse?

Deine Tanja💜



„Denk doch einfach positiv.“ So ein Satz hilft dir herzlich wenig, wenn dein Kopf längst im Dauereinsatz ist. Wenn du na...
20/08/2026

„Denk doch einfach positiv.“ So ein Satz hilft dir herzlich wenig, wenn dein Kopf längst im Dauereinsatz ist. Wenn du nachts grübelst, dich im Job nur noch durch den Tag schleppst, Zuhause für alle mitdenkst oder innerlich schon beim nächsten Problem bist, obwohl das aktuelle noch nicht gelöst ist.

Negative Gedanken tauchen nicht einfach grundlos auf. Sie haben oft mit Erfahrungen zu tun, mit Enttäuschungen, mit alten Erwartungen oder mit dem Versuch, Dich vor etwas zu schützen. Wenn du oft genug erlebt hast, dass etwas schiefgeht, beginnt dein Kopf irgendwann früher zu warnen. Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern weil dein Denken gelernt hat, aufmerksam zu sein.

Schwierig wird es, wenn diese Gedanken irgendwann so vertraut werden, dass sie sich wie Tatsachen anfühlen. Aus „Ich habe Angst, dass es nicht klappt“ wird dann schnell „Das klappt sowieso nicht“. Aus einer Sorge wird eine Gewissheit und genau die beeinflusst, wie du handelst, was du dir zutraust und welche Möglichkeiten Du überhaupt noch wahrnimmst.

Deshalb geht es auch nicht darum, alles schönzureden oder jeden schwierigen Gedanken sofort gegen einen positiven auszutauschen. Viel hilfreicher ist es, kurz zu prüfen: Was weiß ich wirklich? Was befürchte ich gerade nur? Welche andere Erklärung gibt es noch und was liegt heute tatsächlich in meinem Einfluss?

Manchmal reicht schon ein kleiner Perspektivwechsel: „Mein Kopf erzählt mir gerade die schlimmste Version. Ich muss sie nicht sofort glauben.“ Damit verschwindet das Problem nicht, aber du bekommst wieder mehr Abstand und kannst bewusster entscheiden, wie Du damit umgehen möchtest.

Wenn du merkst, dass dich bestimmte Gedanken immer wieder in dieselben Schleifen bringen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Mein Team und ich unterstützen dich dabei, solche Muster zu sortieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die zu deinem Alltag und zu dir passen. Ein unverbindliches Erstgespräch kannst du über den Link in der Bio buchen.

Schreib mir gerne in die Kommentare, welcher negative Gedanke bei dir immer wiederkommt.

Deine Tanja💜




Dein Chef steckt den Kopf zur Tür rein: „Hast du mal ne Minute?" Du gehst sofort im Kopf die letzten Tage durch, was du ...
18/08/2026

Dein Chef steckt den Kopf zur Tür rein: „Hast du mal ne Minute?" Du gehst sofort im Kopf die letzten Tage durch, was du falsch gemacht haben könntest. Noch bevor du aufstehst, ist dein Körper längst im Alarmmodus.

Am Abend fragt dein Partner genau dasselbe: „Hast du mal ne Minute?" Und obwohl ihr euch seit Jahren gut versteht, zieht sich in deinem Bauch wieder dasselbe Gefühl zusammen.

Du weißt in beiden Momenten rational, dass wahrscheinlich nichts Schlimmes passiert. Trotzdem reagiert dein Körper, als stünde etwas Ernstes bevor.

Das lässt sich einfach erklären. Ein ursprünglich neutraler Satz wird zum Warnsignal, wenn er einmal oder wiederholt direkt vor etwas Bedrohlichem stand. Das Gehirn merkt sich diese Kopplung sehr genau, oft schon nach einer einzigen starken Erfahrung. Vielleicht war das ein früherer Job, in dem genau dieser Satz fast immer Kritik ankündigte. Vielleicht eine frühere Beziehung, in der er das Vorzeichen für einen Streit war. Vielleicht auch dein Elternhaus, in dem er bedeutete, dass jetzt etwas geklärt werden musste, das dir unangenehm war. Danach reicht der Satz allein aus, um diese alte Anspannung wieder auszulösen, unabhängig davon, wer ihn heute ausspricht.

Du kannst diesem Alarm nicht einfach ausweichen, aber du kannst ihm eine zweite Bewertung geben. Sobald du den Satz hörst und die Anspannung kommt, frag dich bewusst: Passiert hier gerade wirklich etwas, oder ist das nur der alte Alarm? Diese eine Frage reicht oft schon, damit dein Kopf die Situation neu einordnen kann, bevor der Körper automatisch weiterläuft.

Deine Reaktion zeigt vor allem, wie zuverlässig sich dein Nervensystem an Momente erinnert, in denen Vorsicht früher wichtig war.

Bei welchem Satz reagierst du sofort angespannt, obwohl objektiv gerade nichts passiert? Schreib es gerne in die Kommentare.

Wenn du diesem Muster bei dir konkret nachgehen möchtest, findest du den Link zum kostenlosen Erstgespräch in der Bio.

Deine Tanja💜




14/08/2026

Die wenigsten Frauen kommen wegen des Geldes in meine Praxis. Sie kommen, weil sie sich in der Beziehung klein fühlen, weil sie ständig streiten, weil sie spüren, dass etwas nicht stimmt, ohne sagen zu können, was genau. Das Thema Geld taucht meist erst im Gespräch auf. Ich frage dann, über wie viel Geld sie im Monat frei verfügen können ohne es jemandem erklären zu müssen. Manche überlegen lange. Manche sagen sofort: über gar nichts.

Viele schämen sich für diese Antwort. Als hätten sie selbst versagt, weil sie diese Situation nicht früher beendet haben.

Diese Situation entsteht durch ein Muster, das sich über Jahre einschleift. Meistens in kleinen Schritten, kaum spürbar.

Fachlich nennen wir das ökonomische Gewalt: die gezielte Kontrolle über Geld, um den Handlungsspielraum eines anderen Menschen einzuschränken. Studien gehen davon aus, dass ungefähr jede zehnte Frau in Deutschland das in einer Partnerschaft erlebt, unabhängig davon, ob zusätzlich körperliche Gewalt vorkommt.

In der systemischen Arbeit schaue ich dann auf die Funktion, die diese Kontrolle im System übernimmt. Für ihn kann sie ein Gefühl von Sicherheit erzeugen, gerade wenn das eigene Selbstbild ins Wanken gerät. Das erklärt sein Verhalten. Es entschuldigt es aber nicht.

Was ich Frauen in dieser Situation frage: Was würde sich verändern, wenn X Euro im Monat nur dir gehören würden, ohne dass jemand danach fragt? Die meisten wissen die Antwort sofort. Genau da würde ich ansetzen.

Frauenberatungsstellen bieten dafür kostenlose, unabhängige Finanzberatung an. Der erste Schritt ist oft klein: ein eigener Überblick, ein eigenes Konto, auf das nur du Zugriff hast.

Kennst du eine Situation aus deinem Umfeld, in der Geld zur Kontrolle wurde? Ein kurzes Ja in den Kommentaren reicht mir schon.

Wenn du überlegst, ob ein Coaching mit mir das Richtige für dich wäre: Im kostenlosen Erstgespräch finden wir das gemeinsam heraus. Den Link findest du im Profil.

Deine Tanja💜



Du hast das erste Mal Nein gesagt, ohne es zu erklären. Danach hat dein Herz kurz schneller geschlagen, dein Mund war tr...
11/08/2026

Du hast das erste Mal Nein gesagt, ohne es zu erklären. Danach hat dein Herz kurz schneller geschlagen, dein Mund war trocken, und die Antwort kam nicht so, wie du sie dir gewünscht hast. Statt Anerkennung kam Irritation, vielleicht sogar ein vorwurfsvoller Unterton, und du hast dich sofort gefragt, ob du gerade etwas falsch gemacht hast.

Genau an dieser Stelle zeigt sich ein Prinzip aus der systemischen Arbeit: Jedes System, eine Familie, eine Freundschaft, eine Beziehung, spielt sich über Jahre auf eine bestimmte Verteilung von Nähe, Verantwortung und Erwartungen ein. Solange du dich daran gehalten hast, musste sich niemand sonst bewegen. Änderst du deinen Teil, gerät automatisch auch der Rest der Verteilung ins Wackeln.

Der Widerstand zeigt dabei vor allem, wie eng das System bisher auf deine alte Rolle eingestellt war. Die Veränderung selbst musst du dabei nicht verteidigen. Der wirksamste Schritt ist, einfach bei ihr zu bleiben, auch wenn die ersten Reaktionen Unmut sind. Was zählt, ist nicht die erste Reaktion deines Umfelds. Was zählt, ist, ob du beim nächsten Nein genauso da stehst wie beim ersten.

Was hilft dir am meisten, bei einer Veränderung zu bleiben, wenn der erste Gegenwind kommt? Schreib es gern in die Kommentare. Falls dich das gerade selbst beschäftigt und du nicht allein damit bleiben willst: Der Link zum kostenlosen Erstgespräch steht in der Bio, meld dich gern.

Deine Tanja💜





Du sitzt im Feedbackgespräch. Deine Chefin sagt: richtig gut gemacht. Noch bevor der Satz zu Ende ist, schiebst du nach:...
07/08/2026

Du sitzt im Feedbackgespräch. Deine Chefin sagt: richtig gut gemacht. Noch bevor der Satz zu Ende ist, schiebst du nach: Naja, das Team hat wirklich mitgezogen, und der Kunde war auch einfach entgegenkommend. Dein männlicher Kollege bekommt dasselbe Lob eine Woche später. Er sagt: Danke, hab ich mir verdient. Niemand fragt nach.

Deine Aussage fühlt sich in dem Moment wie Bescheidenheit an. Wie gute Erziehung. Fachlich gesehen hat das selten etwas mit Bescheidenheit zu tun. Es ist eine gelernte Reaktion auf ein Umfeld, das männlichen und weiblichen Erfolg unterschiedlich behandelt. Woher kommt die Vorstellung, dass eine Frau ihren Erfolg erst erklären muss, um ihn behalten zu dürfen? Diese Idee hat sich niemand persönlich ausgedacht. Sie ist über Generationen in Sprache, Erziehung und Erwartungen eingewachsen, bis sie sich wie eine eigene Überzeugung anfühlt.

Das heißt nicht, dass du undankbar oder eingebildet wärst, wenn du einen Erfolg einfach stehen lässt. Es heißt, dass du eine Regel befolgst, die dir nie jemand vorgelegt hat, damit du sie prüfen kannst.

Ein kleiner Versuch für das nächste Lob: Danke sagen, drei Sekunden nichts hinzufügen, und beobachten, was mit dir passiert, wenn du den Satz einfach nicht nachschiebst.

Wann hast du deinen Erfolg zuletzt gerechtfertigt, obwohl niemand danach gefragt hat? Schreib mir gerne in die Kommentare!

Wenn du das Thema lieber auf deine eigene Situation beziehen und gemeinsam mit mir sortieren möchtest, findest du den Link zum kostenlosen Erstgespräch in der Bio.

Deine Tanja💜





04/08/2026

Du sitzt beim Abendessen mit deinen Kindern und merkst es schon, bevor irgendwer was sagt. Die Schultern deines Mannes. Der Tonfall deiner Tochter. Du bist 45 und trotzdem läuft im Hintergrund noch der alte Scanner mit, nur dass du ihn jetzt an deinem eigenen Tisch bedienst.

Vielleicht denkst du, das sei einfach deine Persönlichkeit. Zu sensibel. Zu wachsam.
Zu viel.

Dazu sehe ich bei der Arbeit mit Familien oft ein Muster, das sich wiederholt. Was du als Kind übernommen hast, war ein stiller Auftrag. In der Systemik nennt man das eine Delegation, eine Aufgabe, die ein Kind übernimmt, ohne dass sie je ausgesprochen wurde. Meist weil die Eltern selbst überfordert oder abgelenkt waren und jemand im System die Stimmung managen musste.

Die Angst, die viele Frauen dabei beschreiben, ist nicht „was passiert, wenn ich mal wegschaue“. Es ist eher „was passiert, wenn ich aufhöre und dann etwas passiert, wofür ich mich schuldig fühlen müsste“. Das ist der Kern dieser Loyalität. Man bleibt im Dienst, auch wenn längst niemand mehr danach fragt.

Der Posten, den du damals übernommen hast, hatte einen Grund. Heute hat er oft keinen mehr, außer dass du ihn nie offiziell abgegeben hast.

Wer musste in deiner Familie am meisten aufpassen, und was würde passieren, wenn diese Person heute mal nicht aufpasst? Schreib es mir gerne in die Kommentare, ich lese und antworte auf jeden. Wenn du das lieber an einem konkreten Beispiel aus deinem Leben anschauen möchtest, findest du den Link zum kostenlosen Erstgespräch in meiner Bio.

Deine Tanja💜





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Kirchstrasse 13
Erkelenz
41812

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