05/07/2024
„Erwachsenentrauer verläuft, bildlich gesprochen, ein wenig wie ein dauerhaft klingender Ton im Hintergrund, der immer präsent ist, manchmal lauter, manchmal leiser, manchmal unerträglich. Kindertrauer hingegen ist ein bisschen wie in Pfützen hüpfen, Kinder laufen ihren Weg der Alltagsnormalität entlang und springen manchmal in eine Trauerpfütze. Danach geht ihr Leben einfach wieder weiter.
Im Gegensatz zu Pfützen jedoch, die normalerweise unwiderstehlich sind und Spaß verheißen, stehen trauernde Kinder in diesen Momenten buchstäblich mit den Füßen im unangenehmen, kalten Nass. Es ist erleichternd, wenn Erwachsene ihnen dann eine Hand reichen, um sie aus dieser Pfütze hinauszubegleiten. Oder wenn Erwachsene selbst Gummistiefel tragen, mitfühlend zu dem Kind hineinsteigen und mit ihm gemeinsam aus ihr heraussteigen. Manchmal braucht ein Kind auch einen Arm, um aus einer tiefen Pfütze hinausgetragen zu werden. Damit das jeweils gelingen kann, ist es wichtig zu verstehen, was in trauern den Kindern vorgeht.
Für alle Menschen gilt gleichermaßen, dass jede ihrer Verhaltensweisen zu jedem Zeitpunkt sinnvoll ist. Es gibt kein unsinniges Erleben und Verhalten; alles, was wir tun, ergibt in diesem speziellen Moment für uns einen Sinn.“
👉 Auszug aus „Kindertrauer verstehen“ von Christiane Mathis, 2024, Books on Demand
Ganzen Text lesen: https://familylab.de/themen/wie-trauern-kinder-von-christiane-mathis