Nadja Roth Traumasensible Begleitung & Embodiment
rund um Autismus & ADHS

Somatisches Coaching für neurodivergente Frauen

Embodimentor:in®️

27/07/2026

Beim ersten Video ist mein Sohn dabei und hat mich gefragt, was ich da mache. Hab dann gesagt "Ich mach grad immer n Video, wenn ich was Neues anhab." Und er antwortet: "Ah, also immer so alle 2-3 Tage."

Öh ja. 😁
Wurde wohl wirklich Zeit für Veränderung.

Diese Woche hab ich mich über n paar kühlere Tage gefreut. Und wäre ich Samstag nicht zum Friseur, wäre es wohl ein Tag im Pyjama geworden. Darum da auch das Leggings-Comeback. ✌🏻

Und tatsächlich stell ich grad wieder fest, dass Klamotten gleichzeitig nur Klamotten sind und eben auch nicht.

Aber warum sind sie so wichtig?
--- Fashion Special Interest - Pt. 1 ---

Viele Aspekte von Kleidung helfen Neurodivergenten, besonders Autist:innen im Alltag:
- Stoffe, Schnitte, Nähte beeinflussen die sensorische Wahrnehmung und können entweder unterstützen oder Reiz sein (wer schneidet auch immer alle Etiketten raus?)
- viele ähnliche Kleidungsstücke reduzieren die Entscheidungen, die getroffen werden müssen und die Kapazitäten bleiben woanders frei (wer hat das Lieblingsshirt auch in 3 Farben und je 2x?)
- Farben beeinflussen die Stimmung und manchmal die Stimmung was wir an uns haben wollen (4x umziehen am Tag anyone?)

Das ist aber halt noch nicht alles: Kleidung ist oft auch noch sowohl Selbstausdruck als auch Camouflaging als auch Brücke für Exekutiv Funktionen und das finden in zB nen Arbeitsmodus.

Habt ihr dazu Fragen? Dann stellt sie hier unter dem Reel und ich gehe in Pt. II auch noch mit drauf ein. 👗👚👖👕🧣🧢

23/07/2026

Ich sitze am Strand. Die Kinder buddeln, das Meeresrauschen beruhigt mich instantly - und ich hab gleichzeitig doch den Laptop auf'm Schoß.

Keiner hat das von mir verlangt. Ich hab einfach nicht mehr gewusst, wie Urlaub ohne geht. 😬



Sommerferien, alle waren weg, ich auch. Verreist, Tapetenwechsel, Lieblingsort, Lieblingsmenschen - aber innerlich komplett in den Strukturen von daheim. Statt Buch: Laptop. Statt Meer: Mails. Und ich: gestresst nur kurz mit den Füßen ins Wasser. Die Sachen müssen doch fertig werden und ist nicht der Vorteil vom Selbständig-Sein, dass ich überall arbeiten kann?

Workation klingt meistens fancier als es ist imo.
Dabei liebe ich das Reisen!

Und dann ist mir Irgendwann aufgefallen, dass nicht nur das Reisen aus meinem Leben verschwunden war. Auch das Lesen. Auch die Klamotten (wisst ihr ja inzwischen, siehe Modemädchen-Reel 🤓).

Ich hab meine Special Interests nie bewusst aufgegeben. Ich hab nur irgendwann aufgehört, mir zu erlauben, sie zu leben. Sie nach hinten priorisiert. Das passiert so leise, dass du's erst merkst, wenn nix mehr da ist.

Der erste Schritt zurück war ne lange Zugfahrt, bewusst ohne Laptop. Nur n Buch und ne Zeitschrift. Kein Bildschirm. Ich war die ersten zwanzig Minuten nervös und konnte mich nicht gut konzentrieren. 🙈

Danach hab ich wieder angefangen rumzuprobieren. Nicht nur das Spin zu auszukosten, das auch meine Arbeit betrifft. Bin wieder in Buchhandlungen gegangen. Hab Fashion-Pinterest-Boards gemacht und davon Sachen wirklich umgesetzt. Tausche mehr und mehr praktisch gegen sensorisch angenehm und Spaß, vor allem Spaß!

Und das Reisen? Kommt zurück. Langsam, aber es kommt. Mallorca im April war da nur der Anfang. 🤍

Was ich dabei gelernt hab: Special Interests sind kein Zeitfresser. Sie sind Auftanken. Ich steck da Zeit rein und krieg sie irgendwie wieder, weil ich bei allem anderen fokussierter bin.

Ich fühl endlich wieder die Erlaubnis, vielfältig zu sein. Und tief zu tauchen. (Der Alltag sorgt schon dafür, dass ich rechtzeitig wieder auftauche...)✌🏻

Welches Special Interest hat sich denn bei dir still verabschiedet, ohne dass du's richtig gemerkt hast?

16/07/2026

Du merkst nicht, dass dir längst alles zu viel ist. Du hörst es erst an dem Ton, in dem du grade wen anschnauzt, der eigentlich nix gemacht hat. 😬

Nicht weil du gemein bist. Sondern weil dein Nervensystem längst auf Habacht steht und das Signal erst bei dir ankommt, wenn schon alles aus dir rausbricht.

Das nennt sich Interozeption. Wahrnehmen, was im Körper passiert, also sowas wie dein innerer Körpersinn.

Bei vielen neurodivergenten Nervensystemen kommt dieses Signal zu spät an. Nicht weil du unaufmerksam bist. Sondern weil du jahrelang gelernt hast, drüber wegzufunktionieren.

Weiterlächeln im Meeting, obwohl das Licht schon sticht. Weiterreden, obwohl in deinem Kopf längst alles flimmert. Nicht sagen, dass du kurz raus musst, weil es grad unpassend wäre. Nicht auf Toilette, weil das Stillen grad wichtiger ist. Nicht weinen, ist ja nur n Film. Jetzt nicht aufhören mit schreiben, läuft grad so gut, da muss der Hunger warten

Irgendwann überschreibt dein Kopf jedes Körpersignal, bevor du es überhaupt spürst. Und du hältst das für dein Temperament, dabei wollte dein Nervensystem Energie sparen.

Ist es aber nicht. Das ist ein System, das gelernt hat, dich zu übergehen. Aus sehr guten Gründen. Und trotzdem auf deine Kosten. 🥺

Der schnippische Tonfall ist also spät. Ok. Und was kommt davor?
Dein Körper sagt schon früher Bescheid, nur leiser, subtiler. Meistens macht irgendwo was zu, bevor es in die Stimme kippt. Kiefer fest, Schultern hoch, der Atem flach und angehalten, ohne dass du es steuerst, Blick verengt, Brainfog.

Eins der deutlichsten Früh"warn"zeichen: wenn n Geräusch, das vor fünf Minuten noch okay war, dich auf einmal richtig krass nervt. Das ist keine schlechte Laune. Das ist dein System, das sagt: voll.

Du musst da nichts wegatmen und nichts sofort lösen. Es reicht, einmal hinzuschauen und zu merken: ah, da ist es. Weil du dann entscheidest, statt nur zu reagieren.

Und mit der Zeit lernt dein Körper, sich wieder früher zu melden. Dann nimmst du diese innere Stimme wieder früher wahr und kannst proaktiv handeln, für dich. 🤍

Und folg mir, wenn du mehr kleine Schritte zurück zu dir kennenlernen magst. �

16/07/2026

Du merkst nicht, dass dir längst alles zu viel ist. Du hörst es erst an dem Ton, in dem du grade wen anschnauzt, der eigentlich nix gemacht hat. 😬

Nicht weil du gemein bist. Sondern weil dein Nervensystem längst auf Habacht steht und das Signal erst bei dir ankommt, wenn schon alles aus dir rausbricht.

Das nennt sich Interozeption. Wahrnehmen, was im Körper passiert, also sowas wie dein innerer Körpersinn.

Bei vielen neurodivergenten Nervensystemen kommt dieses Signal zu spät an. Nicht weil du unaufmerksam bist. Sondern weil du jahrelang gelernt hast, drüber wegzufunktionieren.

Weiterlächeln im Meeting, obwohl das Licht schon sticht. Weiterreden, obwohl in deinem Kopf längst alles flimmert. Nicht sagen, dass du kurz raus musst, weil es grad unpassend wäre. Nicht auf Toilette, weil das Stillen grad wichtiger ist. Nicht weinen, ist ja nur n Film. Jetzt nicht aufhören mit schreiben, läuft grad so gut, da muss der Hunger warten

Irgendwann überschreibt dein Kopf jedes Körpersignal, bevor du es überhaupt spürst. Und du hältst das für dein Temperament, dabei wollte dein Nervensystem Energie sparen.

Ist es aber nicht. Das ist ein System, das gelernt hat, dich zu übergehen. Aus sehr guten Gründen. Und trotzdem auf deine Kosten. 🥺

Der schnippische Tonfall ist also spät. Ok. Und was kommt davor?
Dein Körper sagt schon früher Bescheid, nur leiser, subtiler. Meistens macht irgendwo was zu, bevor es in die Stimme kippt. Kiefer fest, Schultern hoch, der Atem flach und angehalten, ohne dass du es steuerst, Blick verengt, Brainfog.

Eins der deutlichsten Früh"warn"zeichen: wenn n Geräusch, das vor fünf Minuten noch okay war, dich auf einmal richtig krass nervt. Das ist keine schlechte Laune. Das ist dein System, das sagt: voll.

Du musst da nichts wegatmen und nichts sofort lösen. Es reicht, einmal hinzuschauen und zu merken: ah, da ist es. Weil du dann entscheidest, statt nur zu reagieren.

Und mit der Zeit lernt dein Körper, sich wieder früher zu melden. Dann nimmst du diese innere Stimme wieder früher wahr und kannst proaktiv handeln, für dich. 🤍

Du sagst „ist mir egal, sucht ihr aus."Weil du nicht die sein willst, die den ganzen Tisch warten lässt (weil wenn du in...
15/07/2026

Du sagst „ist mir egal, sucht ihr aus."
Weil du nicht die sein willst, die den ganzen Tisch warten lässt (weil wenn du in deinem Tempo aussuchst, dauert's n Weilchen).

Dabei ist in deinem Kopf grad gar nix egal.
Aber die anderen nehmen ja auch einfach das, was da ist.
Wirken so, als wüssten sie immer genau was sie wollen oder sind einfach offener als du, weil sie was Neues probieren.

Du wägst automatisch ab, in Sekunden, ob du dir die Zeit zum Entscheiden nehmen darfst, ohne dass es komisch wird. Und denkst dann: Nö. Entscheidet ihr.

Das ist nicht Bequemlichkeit. Und auch nicht „ich kann mich halt nicht entscheiden." Sondern ganz oft das hier: dein Kopf macht 20 Tabs gleichzeitig auf und keinen davon einfach so, leise und heimlich, wieder zu. Was ist teuer, worauf hast du Lust, was hatten die anderen, wie lang darfst du brauchen,... You name it.

Alles offen, alles gleichzeitig. 😭

Und weil du nebenbei auch noch präsent sein sollst, dem Gespräch folgen, an den richtigen Stellen lachen, Nebengeräusche ausblenden, den Stress von der Arbeit vergessen,... gibst du das Entscheiden ab. Nicht aus Desinteresse. Weil deine Kraft grad woanders hinmuss.

Oder du kippst ins andere Extrem. Du googelst das Menü schon zuhause oder auf der Hinfahrt, gehst es durch, weißt am Ende quasi auswendig, was es alles gibt und was davon du nimmst. Und am Tisch tust du dann nur so, als würdest du lesen. Damit keiner merkt, wie viel Vorbereitung so ein „spontanes" Abendessen bei dir braucht.

Von außen sieht das nach nix aus.
Deshalb glaubt dir auch keiner, wie leer so ein Abend dich machen kann. Es war doch "nur ein Abendessen".

An dir ist nichts kaputt. Dein Kopf arbeitet anders, nicht schlechter. Er nimmt mehr auf einmal auf und filtert weniger raus. Klar zieht das mehr Kraft. Auch bei sowas Kleinem wie einer Speisekarte. Und nee, das kriegst du nicht weg, indem du dich dieser Situation einfach öfter aussetzt und das "übst".

Der erste Schritt ist nicht, es anders zu machen.
Nicht wegtrainieren. Nicht beschämen.
Erstmal merken, wann das alles passiert.
Beobachten, was es mit dir macht.

Und dann die sein, die immer Pommes bestellt (so wie ich), weil die eben immer gehn. 🍟

„Ich bin einfach zu viel.“„Zu anstrengend.“„Zu sensibel.“„Bei mir muss halt immer alles kompliziert sein.“Diese Sätze sa...
14/07/2026

„Ich bin einfach zu viel.“
„Zu anstrengend.“
„Zu sensibel.“
„Bei mir muss halt immer alles kompliziert sein.“

Diese Sätze sagst du über dich, als wären sie deine Persönlichkeit. Als wäre das einfach, wer du bist.
Dabei stimmt das gar nicht unbedingt.

1. Ist keiner dieser Sätze ein Charakterfehler, sondern ne Bewertung, die du über dich gehört hast.
2. Wird das alles von deinem Nervensystem uU verstärkt durch das, was jahrelanges Maskieren mit dir gemacht hat.

Du hast dich so lange zusammengerissen, angepasst, vorausgeplant und für alle anderen übersetzt, dass du inzwischen selbst glaubst, mit dir stimmt was nicht. Dabei war da nie etwas kaputt. Da ist nur ein Nervensystem, das den ganzen Tag auf Hochtouren läuft und niemand sieht das oder erkennt das gar an. Am wenigsten du selbst.

„Was, wenn ich mir das nur einbilde?“ ist übrigens der Gedanke, der bei fast allen zuerst kommt, bevor sie sich trauen, genauer hinzuschauen. Bevor sie sich selbst ernst nehmen mit dem, was sie spüren. Und genau da fängt alles an. Nicht mit der großen Lösung. Nicht mit noch einem Selbstoptimierungs-Hack.

Sondern mit einer einzigen Erlaubnis: dass das, was du fühlst, real genug ist, um ernst genommen zu werden.
Von dir selbst zuerst.

In drei Runden „unapologetically unmasked“ habe ich bisher 30 Menschen genau an diesem Punkt abgeholt. Manche mit offizieller Diagnose, manche ganz ohne. Alle mit der inneren Gewissheit, dass irgendwas nicht stimmt. Und mit der Angst, dass diese Gewissheit nicht reicht. Und das, was mich bis heute berührt: Zwei Jahre später sind viele immer noch in der Gruppe. Niemand verschwindet wieder. Weil sie nen Ort gefunden haben, der ihr Nervensystem und ihre Neurologie mitdenkt.

Falls du dich in einem dieser Sätze wiedererkannt hast, will ich dir gern sagen: Du bist nicht zu viel. Du bist nicht falsch.
Du hast nur zu lange geglaubt, dass du dich kleinmachen & zurücknehmen, irgendwie anpassen musst, um dazuzugehören.

Und wenn sich da jetzt diese eine kleine Stimme meldet, die in dir noch flüstert "doch, das muss doch auch anders gehen": Kommentiere einfach MASKE, dann bekommst du unverbindlich meinen 0€-Beipackzettel fürs Unmasking als ersten Schritt. 🤍

13/07/2026

Okay, und beim zweiten Mal anschauen achtet doch mal auf meine Gesichtsausdrücke, wenn ich weiter weg bin von der Kamera. Hello, resting bitch face, genervtes Augenrollen und Stirnrunzeln weil ich in die Sonne schaue. 🤓

Also die erste Woche vom Experiment war erfolgreich, würd ich sagen. Beim vorletzten Outfit war ich allerdings gründlich genervt, weil ich endlich mal wieder nen Rock anhatte (und so nen schönen!), aber meine Periode andere Pläne hatte. 🙈

Ansonsten mochte ich alle sehr gern! Gebe aber auch zu, dass Termine dabei geholfen haben, wirklich aus'm Pyjama raus zu schlüpfen und was Ordentliches anzuziehen.

Spannend jetzt auch für mich zu sehen, dass ich offensichtlich auch bei Hitze was Langes brauche. Das will ich mal beobachten, könnte aber daran liegen, dass es Zuhause viel kühler war als draußen und mein Stuhl mit Shorts sehr ungemütlich wird irgendwann. Als ich die Shorts anhatte am Sonntag, saß ich wieder ewig im Auto.

Ach so, und wer jetzt nicht weiß, was ich mit dem Experiment meine, kann gern im Feed beim Modemädchen-Reel schauen.

Ansonsten hab ich nur eine Frage:
Hat jemand Bock, mit zu machen? 🤩

Ich mach natürlich weiter und will ja auch noch mehr erzählen zu Mode, Autismus, Special Interest, Dopamine Dressing und was das alles auch mit Embodiment zu tun hat.

Stay tuned ...

10/07/2026

Ich liege abends im Bett, auf dem Bauch, die Decke über mich gezogen. Meine Höhle, nur leicht hell von der Taschenlampe, damit meine Schwester nicht aufwacht, und ich schreibe. Zeilen auf Papier, die viel zu laut sind für das, was mein Herz eigentlich brüllen möchte. Tränen laufen manchmal neben der Tinte mit aufs Papier. Das Papier, das immer für mich da ist, mir geduldig zuhört und nie urteilt. Meine Geheimnisse kennt und meine Wünsche.



Ich schreibe nicht, weil mir das jemand als den besten Tipp gegeben hat, um meine lauten Gedanken zu sortieren. Ich schreibe, weil's mir gut tut. Ohne Struktur (nur das Datum, das steht immer rechts oben in der Ecke), ohne Vorgaben.

Später verliere ich das irgendwie, nehme mir die Zeit nicht mehr, es ist umständlich und so vergehen Jahrzehnte, bis ich das erste Mal mit Mitte 30 wieder ein Tagebuch in der Hand habe.

Dieses Mal ist es eine Struktur zur Selbstbeobachtung, die mir wieder hilft mit dem Schreiben anzufangen und es tut gut. So gut!

Bis, tja bis mir diese Struktur zu eng vorkommt und ich das Journal in die Schublade lege & nur für spezielle Sessions, Kreise oÄ raushole.

2025, als ich mich intensiv mit meinen Ressourcen beschäftige, erinnere ich mich an das Mädchen unter der Bettdecke und wie egal es ihr war, was da auf die Seiten fließt. Hauptsache es fließt.

Und ich probier's wieder aus. Lasse Ansprüche nach und nach los, entdecke Junk Journaling, Scrapbooking und Bullet Journals. Meine Liebe für schöne Stationary wird noch größer und ich schaff mir meine ganz eigene Version des Journalings. Mal einfach drauf los, mal kreativ, mal nach Impulsen und Reflektionen. Mal täglich, mal zusammenfassend.



Als Kind weißt du oft noch lange, & va. intuitiv was dir guttut. Du machst es, ohne zu fragen, ob's die richtige Methode ist. Als Erwachsene verlernst du das, meistens genau dann, wenn dir zum ersten Mal jemand erklärt, wie man's richtig macht.

Neurotypische Tipps sind deshalb nicht falsch, nur für ein anderes Nervensystem gebaut. Du darfst sie dir nehmen, umbauen und in deinen Alltag übersetzen, statt sie 1:1 zu übernehmen.

Bis daraus DEINE Ressource wird. ✌🏻

09/07/2026

Wie oft hat dir in deinem Leben jemand gesagt, du sollst stillsitzen? Aufhören zu wi**en, nicht mit dem Stift klicken, die Hände ruhig halten, bitte nicht so zappeln.

Und wie oft hast du dich dafür zusammengerissen und warst danach noch angespannter als vorher? 😬

Merkst du aktuell überhaupt noch, dass du diese Bewegungen unterdrückst oder sofort stoppst, wenn sie durchkommen?

Was so oft als störend empfunden wurde, könnte Stimming sein.

Und Stimming ist kein Fehler im System und auch keine nervige Angewohnheit. Es IST dein System bei der Arbeit. Dein Körper hat einen Weg gefunden, überschüssige Anspannung rauszulassen, ganz ohne dass du drüber nachdenken musst. Das Wi**en, das Kreisen, das Haare drehen... das ist Regulation in Echtzeit.

Und das Einzige, was daran wirklich schadet, ist das Unterbrechen. Wenn du mittendrin stoppst, bleibt die Bewegung unfertig und die Anspannung bleibt in dir drin.

Probier beim nächsten Mal das Gegenteil: nicht stoppen, sondern zu Ende bringen. Größer machen, langsamer werden lassen, bis es von selbst aufhört.

Dein Nervensystem übertreibt nicht. Es macht genau die Bewegung, die es gerade braucht. Lass sie fertig werden. Finde dein Stimming wieder. 🙃

Und: Speicher dir das Reel gern für den nächsten „sitz doch mal still" Moment. 📌

06/07/2026

Mode war schon früh sowas wie ein Special Interesse für mich. Ich erinner mich an einen Ausflug zum Shoppen mit meiner Mutter und Schwester, da war ich in der Grundschule und hab schon Outfits zusammengestellt. Das war n großartiger Tag. 🤩

Kleidung war Selbstausdruck für mich, immer wieder. Und immer wieder hab ich genau das auch versteckt. Oder bewusst genutzt, um reinzupassen. (Spoiler: Es hat trotzdem nie ganz gepasst, aber es war eben auch nicht mehr nur auffällig. So wie oft bei Masking. 😬) In meiner Abizeitung stand viel zu meinen auffälligen Hosen und in meinen zwanzigern hab ich Modeblogs gelesen (was ein Hype in den 2000ern!) und gleichzeitig im Konzern Businesskleidung getragen. Dann kamen die Kinder und ich bin für Spielplätze auf praktisch umgestiegen & war trotzdem dauernd overdressed.

Dann kam irgendwann Corona und das Home Office, das ja auch jetzt noch meistens mein berufliches Zuhause ist. Also hab ich nochmal geändert, bequem und simpel, Hoodies, Shirt Leggins. Never waste an outfit in a boring day ist so ne Regel, die ich zu wörtlich genommen hab. 🤪

Und ich weiß, dass es vielen spät-erkannten (insbesondere) Autist:innen so geht. Kleidung als Selbstausdruck und als Maske. Kleidung als Hilfe, eine Rolle gut auszuführen. Kleidung als sensorisches Element. In diese Meta-Ebene nehm ich euch auch noch tiefer mit, sobald mein Deep Dive da weiter fortgeschritten ist.

Jetzt dürft ihr euch erstmal drauf freuen, in meinen Kleiderschrank zu schauen. 😁

Hab mir dieses Interesse nämlich in den letzten Monaten auch wieder zurück geholt, hab die ganzen Filme und Dokus auf Netflix geguckt (wollt ihr wissen, welche?!) und ich hab losgelassen, nen Teil von mir zu verstecken:

Diese Seite von mir hab ich lang für eitel und oberflächlich gehalten und das war irgendwie das Letzte, was ich sein wollte, wenn ich eh schon anders bin.

Und weil Loslassen auch Wiederholungen braucht, starte ich jetzt ein Experiment: [weiter im Kommentar]

Adresse

Dettingen Unter Teck
73265

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Nadja Roth erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Schule/Universität Kontaktieren

Nachricht an Nadja Roth senden:

Verknüpfungen

Teilen