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Nadja Roth Traumasensible Begleitung & Embodiment
rund um Autismus & ADHS

Somatisches Coaching für neurodivergente Frauen

Embodimentor:in®️

15/10/2026

Ich sitz mit meiner Freundin im Café, und sie macht so einen Kommentar, den ich heute einfach nicht einordnen kann. War das jetzt gegen mich? War das ein Witz?

Früher hätte ich mitgelacht. Schnell, damit keiner was merkt. Und dann hätte ich tagelang jedes Wort im Kopf hin und her gedreht und mir alle möglichen Varianten überlegt, was das bedeuten könnte. Vermutlich hätte ich was auf mich bezogen und mich unzulänglich gefühlt.

Diesmal hab ich gesagt: „Warte, das versteh ich grad nicht. Wie meinst du das?“

Sie hat’s ironisch gemeint. Hatte mit mir nix zu tun, gab nix persönlich zu nehmen. Ich konnte wieder entspannen und mein Kopf war nicht im Nachgang noch ewig beschäftigt.

Klingt klein. Für mich war das ziemlich groß. Weil da nicht nur ne Frage rauskam, sondern auch ein Stück von mir, das lange still war: die, die neugierig ist und einfach nachfragt.

Deine Persönlichkeit war nie weg.

Aber vielleicht hast du gelernt, manche (viele?) Aspekte davon zu verstecken, weil sie immer wieder angeeckt sind oder unzulänglich wirkten. Das ist Masking (uA) und beim Masking ist dein Nervensystem den ganzen Tag damit beschäftigt aufzupassen.

Das kostet so viel Kapazität, dass für zB deinen Humor und deine Neugier kaum was übrig bleibt. Die haben gewartet, bis es sicher ist.

Deine Persönlichkeit bleibt ziemlich stabil. Das ist, wie du tickst, und das war auch die ganzen Jahre da, nur leise. Was sich wirklich verändert, ist deine Identität. Die Geschichte, die du dir über dich erzählst.

Ich dachte jahrelang, ich bin halt jemand, die alles persönlich nimmt. Inzwischen glaube ich, ich war jemand, die sich nie getraut hat nachzufragen.

Viele von diesen „so bin ich halt“-Sätzen sind beim Masking entstanden. Sie haben dich geschützt, weil sie erklärt haben, warum sich alles so schwer anfühlt. Jetzt dürfen sie neu geschrieben werden.

Wenn du jetzt mit dem Kennenlernen deiner Persönlichkeit und Identität anfangen willst, aber nach deiner Diagnose gar nicht mehr weißt wo, hab ich was für dich:

Mein Beipackzettel fürs Unmasking: das, was dir nach der Diagnose niemand sagt.

Kommentier GUIDE für den Link, unverbindlich & für 0€. 🙃

15/10/2026

Ich sitz mit meiner Freundin im Café, und sie macht so einen Kommentar, den ich heute einfach nicht einordnen kann. Früher hätte ich mitgelacht und mir dann tagelang alle möglichen Varianten überlegt, was das bedeuten könnte. Diesmal hab ich gesagt: „Warte, das versteh ich grad nicht. Wie meinst du das?“

Deine Persönlichkeit war nie weg.

Aber vielleicht hast du gelernt, manche (viele?) Aspekte davon zu verstecken, weil sie immer wieder angeeckt sind oder unzulänglich wirkten. Das ist Masking (uA) und beim Masking ist dein Nervensystem den ganzen Tag damit beschäftigt aufzupassen. Das kostet so viel Kapazität, dass für zB deinen Humor und deine Neugier kaum was übrig bleibt. Die haben gewartet, bis es sicher ist.

Aus Embodiment-Sicht ist Sicherheit ein Zustand in deinem Körper. Ob du weißt, dass du sicher bist, ist eine ganz andere Frage. Deswegen kannst du dich auch nicht sicher denken. Dein Körper muss es erleben, und zwar öfter als einmal.

Woran du merkst, dass es grad klappt? Du wirst neugierig und fragst nach, statt mitzulachen. Oder dir fällt was Witziges ein, und du sagst es einfach.

Mein Tipp für den Anfang: Such dir eine Person, bei der dein Körper eh schon ein bisschen runterfährt. Und wenn du bei ihr das nächste Mal automatisch mitlachen willst, obwohl du gar nicht checkst, was gemeint war, probier’s mit einem einzigen Satz: „Wie meinst du das?“ Danach spür kurz rein, was in deinem Körper passiert. Werden die Schultern lockerer, atmest du anders? Das ist so eine Erfahrung, die dein Körper sammeln darf.

Ich bin Nadja. Embodiment Coach für Neurodivergente und selbst spätdiagnostizierte Autistin.

Folg mir, wenn du gerade dabei bist, dich deine Persönlichkeit und neurodivergente Identität (wieder) zu entdecken. 🤍

11/10/2026

Ich wollte weg von Leggins und Shirt und mehr Abwechslung. Gefunden hab ich sowas wie ne neue Uniform - und ganz viel Spaß!

Mode ist für viele Autist:innen n wichtiger Bestandteil ihres Lebens, aus verschiedenen Gründen.

So kann Kleidung teil des Maskierens werden, indem sie zB an Kontexte angepasst wird. Regeln können hier Orientierung geben und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Kann aber auch sein, dass die Umgebung gespiegelt wird, ganz unabhängig von eigenen Vorlieben. Auch das ist Anpassung, aber auf ner anderen Ebene.

Manchmal isses auch so, dass Klamotten helfen, ne bestimmte Rolle einzunehmen. Ich lass zB regelmäßig meine Schuhe an, wenn ich zwischen den Abholzeiten der Kinder nur 35min habe. In der haben Stunde bekomm ich oft mehr erledigt als sonst an 2 Tagen zusammen. Wäsche aufhängen und aufräumen z.B. Oder Rücksendungen fertig machen. 😁

Und dann ist da ja noch die sensorische Komponente. Was fühlt sich gut an? Welcher Stoff, welcher Schnitt, welche Farben...? Ist gar nicht ungewöhnlich, von einem Teil Duplikate zu besitzen. Wer das perfekte Shirt gefunden hat, riskiert nicht gerne, es wieder zu verlieren.

Über den Selbstausdruck brauchen wir gar nicht erst zu reden, oder? Der darf beim Masken ablegen auch hier wieder dazu kommen - überall dort, wo du dich sicher genug fühlst, die Rolle auch ohne Kleidung halten zu können.

Mein Ziel war, wieder regelmäßig mehr zu tragen als die ewige Leggins und n Shirt dazu. Und beim experimentieren hab ich so viel Spaß gehabt - mit Farben & Schmuck gespielt und heimlich hat sich eingeschlichen, dass ich weite Hosen mit Gummibund trage, dazu verschiedene Shirts, immer mit Millenial Tuck. 😄

Inzwischen find ich das 1000x bequemer als die Leggins (die nur noch für die Arbeit in meinem Schrank sind) & die Skinny Jeans wurden auch verbannt.

Experiment erfolgreich, würd ich sagen - bin in den ersten drei Schulwochen nur 2x in Leggins zum schoolrun los. ✌🏻

Erzähl mal, was machst du denn so, um dich in deiner Haut wohnzufühlen?

Du hast Urlaub. Und im Kopf sind trotzdem tausend Tabs offen.Die Mail, auf die du noch antworten wolltest. Der Projektpl...
28/09/2026

Du hast Urlaub. Und im Kopf sind trotzdem tausend Tabs offen.

Die Mail, auf die du noch antworten wolltest. Der Projektplan, der aktualisiert werden müsste.
Nichts davon brennt. Und trotzdem sitzt du am Strand mit dem Laptop auf'm Schoß.

Für ein neurodivergentes Nervensystem ist jede offene Baustelle Stress. Auch wenn du grad gar nicht dran denkst. Need for Closure heißt das und ist ein autistisches Bedürfnis, kein übertriebener Ordnungsfimmel oder Kontrollzwang.

Womit du jetzt direkt anfangen kannst:
→ Schließ zuerst die kleinen Tabs. Die, bei denen du einfach aufs X drücken kannst. Und ich sag direkt dazu: Achtung Zeitblindheit! Manches fühlt sich an wie ne Stunde und dauert am Ende fünf Minuten. Und Manches ist vielleicht inzwischen auch schon erledigt oder nicht mehr relevant.
→ Setz selbst bewusst nen Punkt, wo keine Antwort kommt. „Um 19 Uhr schau ich wieder aufs Handy, bis dahin ist das Thema zu." Dein Nervensystem braucht ein Ende. Das muss nicht die Antwort sein.
→ Lass den Körper mit abschließen. Schütteln, summen, lang durch den Mund ausatmen.

Und ganz wichtig: wenn's ruhiger wird, gib die Energie nicht gleich wieder aus. Von minus 2.000 auf null fühlt sich an wie voll. Isses aber noch nicht.

Und wenn du Kinder hast und nach dem Ferien oft erschöpfter bist als vorher: Wie steht's denn um deine Alleinzeit?
Selbst wenn die Kids grad friedlich buddeln, läuft innen mit, dass gleich wer was von dir brauchen könnte, am I right? Das fühlt sich an wie Bereitschaftsdienst, nur dass selbst der irgendwann planbar endet.
Plan dir diese Alleinzeit also auch ein wie nen Termin. Die Stunde am Morgen, bevor alle wach sind. Der Spaziergang, während jemand anders übernimmt. Das zählt als Auftanken, auch wenn's nur ne Stunde ist. Und ja, das macht einen Unterschied. Nicht nach einmal, aber mit ein paar Wiederholungen.

Wenn du das nicht mehr allein sortieren willst: Ich hab grad Plätze im 1:1 Coaching frei. Kommentier DEEPDIVE und ich schick dir alle Infos. 🤍

27/07/2026

Beim ersten Video ist mein Sohn dabei und hat mich gefragt, was ich da mache. Hab dann gesagt "Ich mach grad immer n Video, wenn ich was Neues anhab." Und er antwortet: "Ah, also immer so alle 2-3 Tage."

Öh ja. 😁
Wurde wohl wirklich Zeit für Veränderung.

Diese Woche hab ich mich über n paar kühlere Tage gefreut. Und wäre ich Samstag nicht zum Friseur, wäre es wohl ein Tag im Pyjama geworden. Darum da auch das Leggings-Comeback. ✌🏻

Und tatsächlich stell ich grad wieder fest, dass Klamotten gleichzeitig nur Klamotten sind und eben auch nicht.

Aber warum sind sie so wichtig?
--- Fashion Special Interest - Pt. 1 ---

Viele Aspekte von Kleidung helfen Neurodivergenten, besonders Autist:innen im Alltag:
- Stoffe, Schnitte, Nähte beeinflussen die sensorische Wahrnehmung und können entweder unterstützen oder Reiz sein (wer schneidet auch immer alle Etiketten raus?)
- viele ähnliche Kleidungsstücke reduzieren die Entscheidungen, die getroffen werden müssen und die Kapazitäten bleiben woanders frei (wer hat das Lieblingsshirt auch in 3 Farben und je 2x?)
- Farben beeinflussen die Stimmung und manchmal die Stimmung was wir an uns haben wollen (4x umziehen am Tag anyone?)

Das ist aber halt noch nicht alles: Kleidung ist oft auch noch sowohl Selbstausdruck als auch Camouflaging als auch Brücke für Exekutiv Funktionen und das finden in zB nen Arbeitsmodus.

Habt ihr dazu Fragen? Dann stellt sie hier unter dem Reel und ich gehe in Pt. II auch noch mit drauf ein. 👗👚👖👕🧣🧢

23/07/2026

Ich sitze am Strand. Die Kinder buddeln, das Meeresrauschen beruhigt mich instantly - und ich hab gleichzeitig doch den Laptop auf'm Schoß.

Keiner hat das von mir verlangt. Ich hab einfach nicht mehr gewusst, wie Urlaub ohne geht. 😬

⚫

Sommerferien, alle waren weg, ich auch. Verreist, Tapetenwechsel, Lieblingsort, Lieblingsmenschen - aber innerlich komplett in den Strukturen von daheim. Statt Buch: Laptop. Statt Meer: Mails. Und ich: gestresst nur kurz mit den Füßen ins Wasser. Die Sachen müssen doch fertig werden und ist nicht der Vorteil vom Selbständig-Sein, dass ich überall arbeiten kann?

Workation klingt meistens fancier als es ist imo.
Dabei liebe ich das Reisen!

Und dann ist mir Irgendwann aufgefallen, dass nicht nur das Reisen aus meinem Leben verschwunden war. Auch das Lesen. Auch die Klamotten (wisst ihr ja inzwischen, siehe Modemädchen-Reel 🤓).

Ich hab meine Special Interests nie bewusst aufgegeben. Ich hab nur irgendwann aufgehört, mir zu erlauben, sie zu leben. Sie nach hinten priorisiert. Das passiert so leise, dass du's erst merkst, wenn nix mehr da ist.

Der erste Schritt zurück war ne lange Zugfahrt, bewusst ohne Laptop. Nur n Buch und ne Zeitschrift. Kein Bildschirm. Ich war die ersten zwanzig Minuten nervös und konnte mich nicht gut konzentrieren. 🙈

Danach hab ich wieder angefangen rumzuprobieren. Nicht nur das Spin zu auszukosten, das auch meine Arbeit betrifft. Bin wieder in Buchhandlungen gegangen. Hab Fashion-Pinterest-Boards gemacht und davon Sachen wirklich umgesetzt. Tausche mehr und mehr praktisch gegen sensorisch angenehm und Spaß, vor allem Spaß!

Und das Reisen? Kommt zurück. Langsam, aber es kommt. Mallorca im April war da nur der Anfang. 🤍

Was ich dabei gelernt hab: Special Interests sind kein Zeitfresser. Sie sind Auftanken. Ich steck da Zeit rein und krieg sie irgendwie wieder, weil ich bei allem anderen fokussierter bin.

Ich fühl endlich wieder die Erlaubnis, vielfältig zu sein. Und tief zu tauchen. (Der Alltag sorgt schon dafür, dass ich rechtzeitig wieder auftauche...)✌🏻

Welches Special Interest hat sich denn bei dir still verabschiedet, ohne dass du's richtig gemerkt hast?

16/07/2026

Du merkst nicht, dass dir längst alles zu viel ist. Du hörst es erst an dem Ton, in dem du grade wen anschnauzt, der eigentlich nix gemacht hat. 😬

Nicht weil du gemein bist. Sondern weil dein Nervensystem längst auf Habacht steht und das Signal erst bei dir ankommt, wenn schon alles aus dir rausbricht.

Das nennt sich Interozeption. Wahrnehmen, was im Körper passiert, also sowas wie dein innerer Körpersinn.

Bei vielen neurodivergenten Nervensystemen kommt dieses Signal zu spät an. Nicht weil du unaufmerksam bist. Sondern weil du jahrelang gelernt hast, drüber wegzufunktionieren.

Weiterlächeln im Meeting, obwohl das Licht schon sticht. Weiterreden, obwohl in deinem Kopf längst alles flimmert. Nicht sagen, dass du kurz raus musst, weil es grad unpassend wäre. Nicht auf Toilette, weil das Stillen grad wichtiger ist. Nicht weinen, ist ja nur n Film. Jetzt nicht aufhören mit schreiben, läuft grad so gut, da muss der Hunger warten

Irgendwann überschreibt dein Kopf jedes Körpersignal, bevor du es überhaupt spürst. Und du hältst das für dein Temperament, dabei wollte dein Nervensystem Energie sparen.

Ist es aber nicht. Das ist ein System, das gelernt hat, dich zu übergehen. Aus sehr guten Gründen. Und trotzdem auf deine Kosten. 🥺

Der schnippische Tonfall ist also spät. Ok. Und was kommt davor?
Dein Körper sagt schon früher Bescheid, nur leiser, subtiler. Meistens macht irgendwo was zu, bevor es in die Stimme kippt. Kiefer fest, Schultern hoch, der Atem flach und angehalten, ohne dass du es steuerst, Blick verengt, Brainfog.

Eins der deutlichsten Früh"warn"zeichen: wenn n Geräusch, das vor fünf Minuten noch okay war, dich auf einmal richtig krass nervt. Das ist keine schlechte Laune. Das ist dein System, das sagt: voll.

Du musst da nichts wegatmen und nichts sofort lösen. Es reicht, einmal hinzuschauen und zu merken: ah, da ist es. Weil du dann entscheidest, statt nur zu reagieren.

Und mit der Zeit lernt dein Körper, sich wieder früher zu melden. Dann nimmst du diese innere Stimme wieder früher wahr und kannst proaktiv handeln, für dich. 🤍

Und folg mir, wenn du mehr kleine Schritte zurück zu dir kennenlernen magst. �

16/07/2026

Du merkst nicht, dass dir längst alles zu viel ist. Du hörst es erst an dem Ton, in dem du grade wen anschnauzt, der eigentlich nix gemacht hat. 😬

Nicht weil du gemein bist. Sondern weil dein Nervensystem längst auf Habacht steht und das Signal erst bei dir ankommt, wenn schon alles aus dir rausbricht.

Das nennt sich Interozeption. Wahrnehmen, was im Körper passiert, also sowas wie dein innerer Körpersinn.

Bei vielen neurodivergenten Nervensystemen kommt dieses Signal zu spät an. Nicht weil du unaufmerksam bist. Sondern weil du jahrelang gelernt hast, drüber wegzufunktionieren.

Weiterlächeln im Meeting, obwohl das Licht schon sticht. Weiterreden, obwohl in deinem Kopf längst alles flimmert. Nicht sagen, dass du kurz raus musst, weil es grad unpassend wäre. Nicht auf Toilette, weil das Stillen grad wichtiger ist. Nicht weinen, ist ja nur n Film. Jetzt nicht aufhören mit schreiben, läuft grad so gut, da muss der Hunger warten

Irgendwann überschreibt dein Kopf jedes Körpersignal, bevor du es überhaupt spürst. Und du hältst das für dein Temperament, dabei wollte dein Nervensystem Energie sparen.

Ist es aber nicht. Das ist ein System, das gelernt hat, dich zu übergehen. Aus sehr guten Gründen. Und trotzdem auf deine Kosten. 🥺

Der schnippische Tonfall ist also spät. Ok. Und was kommt davor?
Dein Körper sagt schon früher Bescheid, nur leiser, subtiler. Meistens macht irgendwo was zu, bevor es in die Stimme kippt. Kiefer fest, Schultern hoch, der Atem flach und angehalten, ohne dass du es steuerst, Blick verengt, Brainfog.

Eins der deutlichsten Früh"warn"zeichen: wenn n Geräusch, das vor fünf Minuten noch okay war, dich auf einmal richtig krass nervt. Das ist keine schlechte Laune. Das ist dein System, das sagt: voll.

Du musst da nichts wegatmen und nichts sofort lösen. Es reicht, einmal hinzuschauen und zu merken: ah, da ist es. Weil du dann entscheidest, statt nur zu reagieren.

Und mit der Zeit lernt dein Körper, sich wieder früher zu melden. Dann nimmst du diese innere Stimme wieder früher wahr und kannst proaktiv handeln, für dich. 🤍

Du sagst „ist mir egal, sucht ihr aus."Weil du nicht die sein willst, die den ganzen Tisch warten lässt (weil wenn du in...
15/07/2026

Du sagst „ist mir egal, sucht ihr aus."
Weil du nicht die sein willst, die den ganzen Tisch warten lässt (weil wenn du in deinem Tempo aussuchst, dauert's n Weilchen).

Dabei ist in deinem Kopf grad gar nix egal.
Aber die anderen nehmen ja auch einfach das, was da ist.
Wirken so, als wüssten sie immer genau was sie wollen oder sind einfach offener als du, weil sie was Neues probieren.

Du wägst automatisch ab, in Sekunden, ob du dir die Zeit zum Entscheiden nehmen darfst, ohne dass es komisch wird. Und denkst dann: Nö. Entscheidet ihr.

Das ist nicht Bequemlichkeit. Und auch nicht „ich kann mich halt nicht entscheiden." Sondern ganz oft das hier: dein Kopf macht 20 Tabs gleichzeitig auf und keinen davon einfach so, leise und heimlich, wieder zu. Was ist teuer, worauf hast du Lust, was hatten die anderen, wie lang darfst du brauchen,... You name it.

Alles offen, alles gleichzeitig. 😭

Und weil du nebenbei auch noch präsent sein sollst, dem Gespräch folgen, an den richtigen Stellen lachen, Nebengeräusche ausblenden, den Stress von der Arbeit vergessen,... gibst du das Entscheiden ab. Nicht aus Desinteresse. Weil deine Kraft grad woanders hinmuss.

Oder du kippst ins andere Extrem. Du googelst das Menü schon zuhause oder auf der Hinfahrt, gehst es durch, weißt am Ende quasi auswendig, was es alles gibt und was davon du nimmst. Und am Tisch tust du dann nur so, als würdest du lesen. Damit keiner merkt, wie viel Vorbereitung so ein „spontanes" Abendessen bei dir braucht.

Von außen sieht das nach nix aus.
Deshalb glaubt dir auch keiner, wie leer so ein Abend dich machen kann. Es war doch "nur ein Abendessen".

An dir ist nichts kaputt. Dein Kopf arbeitet anders, nicht schlechter. Er nimmt mehr auf einmal auf und filtert weniger raus. Klar zieht das mehr Kraft. Auch bei sowas Kleinem wie einer Speisekarte. Und nee, das kriegst du nicht weg, indem du dich dieser Situation einfach öfter aussetzt und das "übst".

Der erste Schritt ist nicht, es anders zu machen.
Nicht wegtrainieren. Nicht beschämen.
Erstmal merken, wann das alles passiert.
Beobachten, was es mit dir macht.

Und dann die sein, die immer Pommes bestellt (so wie ich), weil die eben immer gehn. 🍟

„Ich bin einfach zu viel.“„Zu anstrengend.“„Zu sensibel.“„Bei mir muss halt immer alles kompliziert sein.“Diese Sätze sa...
14/07/2026

„Ich bin einfach zu viel.“
„Zu anstrengend.“
„Zu sensibel.“
„Bei mir muss halt immer alles kompliziert sein.“

Diese Sätze sagst du über dich, als wären sie deine Persönlichkeit. Als wäre das einfach, wer du bist.
Dabei stimmt das gar nicht unbedingt.

1. Ist keiner dieser Sätze ein Charakterfehler, sondern ne Bewertung, die du über dich gehört hast.
2. Wird das alles von deinem Nervensystem uU verstärkt durch das, was jahrelanges Maskieren mit dir gemacht hat.

Du hast dich so lange zusammengerissen, angepasst, vorausgeplant und für alle anderen übersetzt, dass du inzwischen selbst glaubst, mit dir stimmt was nicht. Dabei war da nie etwas kaputt. Da ist nur ein Nervensystem, das den ganzen Tag auf Hochtouren läuft und niemand sieht das oder erkennt das gar an. Am wenigsten du selbst.

„Was, wenn ich mir das nur einbilde?“ ist übrigens der Gedanke, der bei fast allen zuerst kommt, bevor sie sich trauen, genauer hinzuschauen. Bevor sie sich selbst ernst nehmen mit dem, was sie spüren. Und genau da fängt alles an. Nicht mit der großen Lösung. Nicht mit noch einem Selbstoptimierungs-Hack.

Sondern mit einer einzigen Erlaubnis: dass das, was du fühlst, real genug ist, um ernst genommen zu werden.
Von dir selbst zuerst.

In drei Runden „unapologetically unmasked“ habe ich bisher 30 Menschen genau an diesem Punkt abgeholt. Manche mit offizieller Diagnose, manche ganz ohne. Alle mit der inneren Gewissheit, dass irgendwas nicht stimmt. Und mit der Angst, dass diese Gewissheit nicht reicht. Und das, was mich bis heute berührt: Zwei Jahre später sind viele immer noch in der Gruppe. Niemand verschwindet wieder. Weil sie nen Ort gefunden haben, der ihr Nervensystem und ihre Neurologie mitdenkt.

Falls du dich in einem dieser Sätze wiedererkannt hast, will ich dir gern sagen: Du bist nicht zu viel. Du bist nicht falsch.
Du hast nur zu lange geglaubt, dass du dich kleinmachen & zurücknehmen, irgendwie anpassen musst, um dazuzugehören.

Und wenn sich da jetzt diese eine kleine Stimme meldet, die in dir noch flüstert "doch, das muss doch auch anders gehen": Kommentiere einfach MASKE, dann bekommst du unverbindlich meinen 0€-Beipackzettel fürs Unmasking als ersten Schritt. 🤍

Adresse

Dettingen Unter Teck
73265

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