24/08/2026
Ferien-Hausaufgabe erledigt... oben ein etwas kleineres Mato mit 30 cm Durchmesser (für Fortgeschrittene, die im Jahr des Drachens geboren sind - 1952, 1964, 1976, 1988, 2000....) ;-)
ACHTUNG: Jedes Training nur nach bestätigter Anmeldung - Anfänger nur auf Einladung, da ggf. besonderes Anfängermaterial mitgebracht werden muss...
verantwortlich für alle Angaben zur Kyudo-Abteilung im Polizei-Sportverein Lippe-Detmold e. V.:
Peter Kollotzek, Am Klüter Bach 11, 32758 Detmold
- keinerlei Haftung für Fremdeinträge... -
24/08/2026
Ferien-Hausaufgabe erledigt... oben ein etwas kleineres Mato mit 30 cm Durchmesser (für Fortgeschrittene, die im Jahr des Drachens geboren sind - 1952, 1964, 1976, 1988, 2000....) ;-)
23/08/2026
Ein Bogensporthändler hat eine Tabelle zum Berechnen der Flugparabel ins Netz gestellt, die leicht zu bedienen ist und den Luftwiderstand mit einberechnet.
Danach verliert mein Kyudopfeil auf den letzten drei Metern vor dem Mato jeweils ca. 10 cm an Höhe. Für uns ist das wichtig, weil wir im Übungsbetrieb nicht die volle Distanz von 28 Metern zur Verfügung haben... Also hängen wir die Scheibe entsprechend höher, damit die Abschusshaltung passend eingeübt werden kann.
Anhaltswerte: Pfeilgewicht 500 Grain; Geschwindigkeit 180 f/sec.; Nulllinie: Hozuke (ausmessen)... Im Verein muss man eine gemeinsame Lösung finden, da jeder Pfeil und jeder Bogen individuelle Werte vorgibt. Wir haben das so gelöst, dass der Mato-Mittelpunkt nicht wie üblich 36/2 + 9 cm hoch hängt, sondern 36/2 + 22 cm... Damit liegt er genau im Mittelpunkt unserer 80x80er-Pfeilfänge. Hinter den Pfeilfängen hängt ein gut 2 Meter hohes durchgängiges Pfeilfangnetz.
Das Foto zeigt die Zielkonstruktion im Hintergrund - rechts ein Papiertest, der Aufschluss über den passenden Pfeil gibt, wenn der Abschuss schon technisch einigermaßen sauber gelingt.
[Je kleiner der Einriss, desto besser der Abschuss. Da waagerecht abgeschossen werden soll, verrät die Lage der oberen kleineren Einrisse einen größeren Schützen... ;-) ]
Hier gibt es die Tabelle als Download...:
http://www.bogensportwelt.de/mediafiles/Flugparabel_BSW.xlsx
Gedanken beim Pfeilholen und Pfeilziehen…
Jeder Kyudoka holt seine Pfeile auch wieder zurück. Dabei lassen sich kleine Denkaufgaben durchspielen, auf die man bisher vielleicht noch gar nicht gekommen ist…
Jeder Pfeil schlägt leicht schräg ein, weil er einen Höhenverlust (Hozuke – Matomitte/28 cm) durch die Schwerkraft erfährt.
Sehen wir uns also zunächst einmal nicht nur die eigenen Pfeile, sondern auch die anderen Pfeile schräg von der Seite an, wenn wir am Azuchi (Pfeilfang) angekommen sind.
Wir können beobachten, dass die Pfeile der Kyudoka ggf. deutlich unterschiedlich schräg angekommen sind.
Woran liegt das?
Der Grad des Einschlagwinkels (gemessene Abweichung von der Horizontalen) liegt etwa zwischen 5 und 10 Grad. Die Ursachen sind entweder im unterschiedlichen Material (Bogenstärke, Abschusskraft, Pfeilgewicht…) oder in der Schießtechnik zu finden.
Kann ich für alle meine 4 Pfeile im Zielbereich den gleichen „Einschlagwinkel“ feststellen, habe ich – bei gleichem Material – (vermutlich) viermal gleich geschossen. Ob korrekt oder nicht, sei noch dahingestellt.
Stecken die Pfeile unterschiedlich schräg in der Scheibe, liegt ein schießtechnisches Problem vor: Kein gleichmäßiger Abschuss, ggf. Nachlassen beim Schuss – oder (seltener) kräftigeres Ziehen…
Das sollten wir im Kopf haben, wenn wir die nächsten 4 Pfeile schießen…
Eine sichere Beurteilung des Schusses vom Treffer her ist auch nur mit korrekter Schießtechnik und korrektem Material möglich.
Vielfach wird die Frage gestellt, wo die Scheibe aufzustellen ist, wenn man keine volle Schießdistanz von 28 Metern zur Verfügung hat.
Auch hier hilft es, sich die schräge Position des Pfeils im Ziel näher anzusehen…
Der Treffpunkt sollte in Höhe von 27 cm die Mitte des 36-cm-Mato sein (Matoradius 18 cm + 9 cm Höhe unterer Matorand).
Wenn ich einen 100 cm langen Pfeil an den eingeschlagenen Pfeil halte, zeigt der Nock die neue Höhe des Mato an, wenn es z. B. auf 27 Meter Entfernung aufgehängt werden müsste…
Auch hier wird man feststellen, dass jeder Anfänger mit schwachem Bogen also eine andere, sehr individuelle Matohöhe benötigen würde.
Daher wird bei uns zunächst intensiv am waagerechten Abschuss gearbeitet. Nur so gelingt auch die Kraftverteilung rechts/links beim Abschuss aus der Mitte heraus.
Das sollte vor dem Makiwara erarbeitet worden sein. Dann wird ein Mato zunächst auf die Entfernung gestellt, die der Anfänger mit waagerechtem Abschuss erreicht.
Unterschiedliche Körpergrößen, Zuggewichte und Pfeilgewichte führen (neben den Bögen – jeder ist im Grunde ein Unikat) dazu, dass es zu abweichenden Zielbildern jedes einzelnen kommt. Hier muss der Trainer behutsam einweisen.
Kleiner Tipp für Fortgeschrittene:
Wer sein 28-m-Zielbild in einem nur etwas kürzeren Dojo nicht deutlich ändern will, kann seinen Pfeil leicht höher einnocken… Hier hilft nur das Ausprobieren!
01/08/2026
Um wieviel wird ein Bogen außen gedehnt und innen gestaucht, wenn man ihn auszieht?
Es sind Sommerferien... Zeit, über Dinge nachzudenken, die nur wenige interessieren... oder seine Kinder zu beschäftigen...
Übung zum Umgang mit der Umfangsformel im Bereich Mathematik...
Wichtiger Tipp: Fertige entsprechende Skizzen mit den passenden Bezeichnungen an. Das ist immer „die halbe Miete".
(Eine Lösung habe ich schon... gibt es am Ende der Ferien.)
26/07/2026
Es tauchen immer noch Fragen zur Pfeillänge auf...
Das Foto (Material von 2013) zeigt die Empfehlung für Anfänger -> 15 cm.
Der DKyB hat darauf in Japan angefragt und 2024 die Antwort vom Präsidium der ANKF erhalten, dass es weiterhin bei den 5 cm bleibt, die der Pfeil (bei Fortgeschrittenen) länger sein muss als die persönlich festgestellte Auszugslänge.
Eine 10 cm größere Pfeillänge erhöht das Pfeilgewicht um etwa 2 Gramm, macht den Pfeil also schwerer und daher beim noch schwachen Abschuss eines Anfängers auch langsamer und daher besser für ihn beherrschbar.
Ist der Abschuss deutlich besser und schneller, kann der Pfeil um diese 10 cm gekürzt werden. Das spart auch die Anschaffung neuer Pfeile!
17/06/2026
Kleine Hilfe zur Unterscheidung von Haya/Otoya...
Hier die beiden Otoya (2. Pfeile) meines Bambussatzes. Zwischen den Federn in Richtung des Schützen zwei goldene Punkte - etwa 10 cm hinter der Spitze zwei kleine goldene Punkte. Damit fällt zunächst die Auswahl leicht, welcher Pfeil zunächst zu schießen ist, weil man ja auf die Federn sieht, um den Haya auszusuchen. Wenn Haya aufgelegt ist, kann Otoya schon so vorbereitet zwischen die Finger geklemmt werden, dass die beiden Punkte im Bereich der Sehne ebenso zum Schützen zeigen. Dann ist Otoya beim Herausnehmen schon korrekt in der rechten Hand... und es entfällt ein unnötiges, störendes Drehen...
Beim Haya jeweils ein Punkt - nur zwischen den Federn...
13/06/2026
Pfeilflug auf dem ersten Meter... Diskussionsgrundlage...
Archer´s Paradox und Kyudo?
Diskussionsgrundlage...
Unter Archer´s Paradox verstehe ich, dass bei einem voll ausgezogenen Bogen die Linie des Pfeils, der am Bogen angelegt ist, direkt auf das Ziel zeigt – und auch trifft!
In dem Augenblick, in dem die Sehne losgelassen wird, bewegt sie sich nach vorne in Richtung Bogen. Das würde dazu führen, dass der Pfeil bei einer weiteren Beschleunigung bis zu dem Augenblick, an dem die Nock die Sehne verlässt, einen erkennbar größeren Winkel seitlich neben das anvisierte Ziel aufweist – und am Ziel vorbeifliegen müsste.
Das ist das Paradoxon: Er trifft, obwohl er nicht (mehr) auf das Ziel zeigt! Es „schlängelt“ sich um den Bogen herum.
Damit die entsprechende seitliche Abweichung (bei der Stauchumg im Abschuss) nicht zu groß oder zu klein ausfällt, damit der Pfeil bei der Gegenbewegung wieder in die korrekte Richtung des Ziels fliegen kann, arbeiten viele Bogenschützen mit dem Spine-Wert.
Das ist beim Schießen mit einem Bogen auch daher notwendig, weil – zum Beispiel beim Langbogen – der Pfeil auf der linken Bogenseite auf dem Zeigefinger direkt am Bogen anliegt – und die Sehne sich eng am linken Unterarm nach vorne bewegt. Hier ist kein Platz für eine starke Pfeilbiegung oder größere seitliche Bewegung der Sehne.
Daher muss der Spinewert passen.
Beim Olympischen Bogen (Recurvebogen mit Stabilisierungen) wird viel Zeit und Geld investiert, um genau die zum Bogen und Schützen passende Pfeilbiegung zu erreichen, so dass zur Kontrolle sogar unbefiederte Pfeile auf 20 bis 30 Meter in die Gruppe der befiederten Pfeile geschossen werden. Ich habe in meinen Wettkampfzeiten die unbefiederten Pfeile auch noch auf 70 Meter nahe an die befiederten Pfeile bekommen.
Ein Bogenschütze, der Pfeile auf der Daumenseite auflegt und schießt, hat einen größeren Sicherheitsabstand von Sehne und linkem Unterarm. Dazu kommt, dass er im Augenblick des Abschusses seinen Bogenarm mit dem Bogen (bei diversen Bögen) leicht nach links bewegt.
Damit hat der sich nach vorne bewegende Pfeil (und die Sehne) deutlich mehr Raum!
Während also der Pfeil sich (mit Stauchung) auf gerader Linie auf das Ziel zubewegt, ist die Bogenhand schon wenige Zentimeter weiter links. Wie weit die Bogenhand mit dem Bogengriff sich schon nach links bewegt hat, bevor der Nock die Sehne verlässt, ist von der aktiven Arbeit der linken Hand abhängig.
Beim Kyudo sollte sich (nach den alten Lehrbüchern) der Pfeil etwa auf der Höhe der Bogenhand von der Sehne lösen. Das entspräche in etwa der Spannhöhe, beim Kyudo zwischen 14 und 16 cm. Die alten Bücher bezogen sich auf das Kyujutsu, das Schießen in der Schlacht… und auf die Größe der Bogenschützen. Deutlich kleiner waren sie als heute, so dass man davon ausgehen könnte, dass der seitliche Abstand der Sehne zum Griff des Kyudobogens etwa 12 cm beträgt, wenn sich der Nock von der Sehne löst.
Das passt dann damit zusammen, dass sich die Sehne beim Rutschen aus der Sehnengrube des Kyudohandschuhs auch leicht nach rechts bewegt… und dann nach vorne.
Zurück zum Archers paradox: Da der Pfeil im Kyudo von Anfang an bis zum Schluss auf das Ziel ausgerichtet sein sollte und der Pfeil sich nicht um den Bogen herum bewegen muss, trifft das Archers paradox in der bekannten Art beim Kyudo nicht zu!
Dazu kommt, dass der Kyudoka durch die Arbeit seiner linken Hand in der Lage ist, auch nicht zum Bogen passende Pfeile ins Ziel zu schießen, weil er seinen Krafteinsatz dann leicht verändert.
Es ist allerdings verständlich, dass ein einigermaßen zum Bogen passender Kyudopfeil mit der Technik eines fortgeschrittenen Kyudoanfängers deutlich besser geschossen werden kann.
Warum sollte man es also einem Kyudoanfänger durch „falsche“ Pfeilcodes schwer machen?
Einem Anfänger gib man ja auch zum Körpergewicht und zur Körpergröße passende Langlaufski.
Mit meiner 2020 mit viel praktishen Tests entwickelten Tabelle lässt sich für jede gemessene Zugstärke in Bezug auf die Pfeillänge der Pfeilcode ermitteln. Sieht man einen Kyudoka, dessen Pfeil kurz nach dem Abschuss quer in der Luft driftet, hat dieser Kyudoka seine Technik noch nicht dem vorhanden Material angepasst. Also: Jahrelang weiter üben, bis es passt… oder vielleicht doch einen anderen Pfeilcode versuchen!
© P. Kollotzek – kyudodetmold.de.tl
05/06/2026
Zur Unterhaltung und Abschreckung ein KI-generiertes Bild. Die Schützin mit zwei(?) rechten Händen schießt einen Reiterbogen in westlicher Form ohne Handschuh, dafür mit zu langen Ärmeln...
Ergebnisse der European Shinsa 2026:
1./2. Dan - über Video-Shinza - keine Angaben, erfahrungsgemäß über 90 % der Prüflinge erfolgreich.
3. Dan: 76/286 = 27 % - jeder Vierte...
(hier reichte oft ein Treffer)
4. Dan: 24/208 = 12 % - jeder Achte...
(ab hier mussten beide Pfeile treffen)
5. Dan: 8/90 = 9 % - jeder Elfte...
6. Dan: 3/35 = 9 % - jeder Elfte...
Renshi: 2/39 = 5 % - jeder Zwanzigste...
(alle 4 Prüfungsteile müssen bestanden werden:
schriftliche Aufgabe, 1. Durchgang, mündliche Prüfung,
2. Durchgang in vorher unbekannter Tachi-Form)
Die Ergebnisse entsprechen in etwa den erfolgreichen Prüfungen der Vorjahre.