22/08/2022
Ein etwas längerer Text, mich berührt der immer wieder.
Die Einladung
Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.�Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,�davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.�Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,�verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,�in das Abenteuer, lebendig zu sein.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.�Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,�ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,�aufgebrochen und offen geworden�oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.
Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz�– meinem oder Deinem eigenen –�ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,�ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.
Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst�– meiner oder Deiner eigenen –�ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,�daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,�ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,�realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.�Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,�ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht�und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.�Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.
Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist�und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.�Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst�– mit Deinem und meinem –�und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.
Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.�Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst�–ausgelaugt und mit Schmerzen –�und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.
Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.�Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.�Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.
Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst�und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.
*Oriah Mountain Dreamer*