29/09/2026
Neue Studie weist Verbindung zwischen Zwangsarbeit von politischen Häftlingen der DDR und westdeutschem Vertrieb von Praktica-Kameras nach
Politische Häftlinge in der Strafvollzugseinrichtung Cottbus (StVE Cottbus) mussten über Jahrzehnte an Bauteilen für die Gehäuse von Praktica-Kameras arbeiten. Die Fotokameras des DDR-Herstellers VEB Pentacon wurden auch in die Bundesrepublik exportiert und dort unter anderem über den OTTO-Versand verkauft.
Bislang fehlte jedoch der eindeutige Nachweis, ob auch die in Westdeutschland vertriebenen Kameras tatsächlich Bauteile aus dieser Häftlingsproduktion enthielten.
Eine neue Studie des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT) und der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) kommt nun zu dem Ergebnis: Spätestens seit Anfang der 1970er-Jahre war die StVE Cottbus der zentrale und einzige Standort für die Vorfertigung bestimmter Druckgussteile für Praktica-Kameras. Damit lässt sich die Lieferkette von der Häftlingsarbeit bis zu den in die Bundesrepublik exportierten Kameras konkret nachvollziehen.
Foto: Arrestzelle in der ehemaligen StVE Cottbus, heute: Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.; © Frank Ebert