11/10/2026
Gemeinsam wachsen.
VERKÖRPERTE GEMEINSCHAFT
Haben Menschen miteinander getanzt, bevor sie miteinander sprachen? Diese Hypothese aus der Forschung zu Rhythmus und Tanz ist eine Spur, die TANZKOMPLIZEN aufgreifen: Tanz als vorsprachliche Verständigung und Verbindung.
In vielen Kulturen gehören Tanz und Rhythmus zu Ritualen und Trance. Körperbewegung als Instrument der Verbindung – miteinander und mit etwas, das als übernatürlich erlebt wird. Etwas, das größer ist als wir selbst.
Auch Albert Mehrabians Untersuchungen zeigen: Wenn wir Gefühle vermitteln und Worte, Stimme und Mimik nicht übereinstimmen, können Stimme und Mimik stärker wirken als die Worte.
Bewegung spricht etwas anderes in uns an. Vielleicht etwas Archaisches, das anders landet als Sprache: unmittelbarer.
Dahin möchten Tanzkomplizen mit Sensibilität, Sicherheit und Bewegung: zurück ins spontane, aufregende Leben, das uns trägt, anstatt uns zu überfordern.
Ergänzend zum Traumatraining eröffnen traumaorientierte Atem- und Körperübungen in einem traumasicheren Kontext Zugang zu spontanen, organischen Bewegungen. Im Tanz können sie kreativ und verbunden Ausdruck finden.
Wir finden einen gemeinsamen Rhythmus, geben Impulse, antworten, kommen näher oder nehmen Abstand. Folgen unseren eigenen Bewegungen und bleiben miteinander in Kontakt.
Was der Kopf verstanden, geordnet und anerkannt hat, bekommt eine körperliche Dimension. Wissen, dass ich wählen darf, wird zur Erfahrung: Ich kann mit einer Bewegung fließen, sie verändern, unterbrechen oder verlassen. Einen Impuls spüren und ihm Ausdruck geben.
Bei mir sein und gleichzeitig dazugehören.
Das meinen wir mit Verkörperung: Was ich verstanden habe, kann ich auch spüren und tun. So kann es im Alltag leichter zugänglich werden – gerade dann, wenn es wieder schwierig wird.
Tanzkomplizen sind eine Brücke zwischen Verstehen und Erleben. Getragen von einer Gemeinschaft, in der wir gemeinsam wachsen.
https://www.gefaehrten-traumainstitut.de/tanzkomplizen
Quellen: Richter & Ostovar (2016), frontiersin.org; Albert Mehrabian, kaaj.com