05/09/2025
Jammern bringt nichts
Und Festhalten-Wollen an etwas, das es nicht mehr gibt, noch weniger. Die heile fossile Welt, zum Beispiel. Wo im deutschen Fernsehen in politischen Talkshows noch mindestens genauso geraucht wurde wie aus den Schloten alles verbrennender Industrien. Aber mal im Ernst: Will irgendjemand -außer vielleicht Frau Reiche und ihre Lobby-Einflüsterer und Ex-Kolleg*innen- dahin zurück? In eine Zeit, in der es überall so schön nach Verbranntem roch, und die Luft manchmal etwas beißend beim Atmen war?
Ach, ja, den Atomkraftwerken weint eine leider auch recht große Bevölkerungsgruppe ja auch so gerne nach. Nein, Windräder wollen wir in unserer Nachbarschaft nicht! Wie wär’s dagegen mit einem Endlager für Atommüll, der, sagen wir mal ganz optimistisch, irgendwo zwischen 500 und 20.000 Jahren lustig vor sich hin strahlt?
Und dann wäre da noch unsere bipolare Störung, oh, Verzeihung, unser bipolares Weltbild: Hier der gute Westen, da der böse Osten. Schön klar und übersichtlich. Und auch wenn der C**t noch so heftig raucht, wie derzeit in Gaza oder vor gut 20 Jahren im Irak, es kommt immer darauf an, wer den C**t hält. Und solange es eine Demokratie ist, die die Grenzen der Selbstverteidigung aufs Unerträglichste ausdehnt oder gar (Irak) einen waschechten Angriffskrieg führt, ist und bleibt alles gut.
Nur leider gibt es diese bipolare Weltordnung nicht mehr. Die bevölkerungsreichste Demokratie (hust, hust) der Erde, Indien, steht nämlich als unser „Wertepartner“ (Zitat einer ehemaligen Außenministerin) fest an unserer Seite. Ähm, aber Modi stand doch erst letzte Woche ganz fest an der Seite der größten Schurkenstaaten unseres Planeten!?
Die Moral von der Geschichte: Es ist, bleibt und wird kompliziert und komplex in unserer Welt. Und Veränderung, vor allem den Mut dazu, braucht es auf allen Ebenen. Ich wünsche uns allen, dass wir dahingehend die Kurve noch kriegen, bevor wir entweder in unserer Ignoranz dem Klimawandel gegenüber alles verbrannt haben oder in Schlichtheit ersoffen sind.