22/08/2026
KHM-Rundgang 2026 - IMPRESSIONEN:
Full Dome
Im Bereich Animation wurden im Hof Heumarkt 14 Arbeiten für einen Fulldome präsentiert. Die halbkugelförmige Projektionsfläche schuf ein räumlich immersives Erlebnis und lud die Besucher dazu ein, vollständig in die gezeigten Welten einzutauchen.
Mit Arbeiten von Jinyoung Yoo, Suheun Kim, Maryam Soltaniamidabadi, Xi Yeling, Derek Kacirek, Simon Baptist, Tim Große, Eunseo Kwak, Anna Mahendra, Juho Lee, Vaibhav Raj, Pavel Méndez Hernández, Kriti SV, Yajurdev, Tian, Nivedita, Hely, Sonia Leliuk, Lisa James, Swati Mangrulkar sowie Gastbeiträge aus der Kunsthochschule Kassel.
21/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Katharina Singh (Kamala Dubrovnik) – "Weltraumradio SATINFUNK"
Weltraumradio SATINFUNK von Kamala Dubrovnik ist ein immersives Audioformat an der Schnittstelle von Musik, Hörspiel und experimenteller Klangkunst: In einer eigenständigen akustischen Welt verweben sich anspruchsvoll komponierte Stücke aus Spoken Word und Neo Soul mit Hörspiel-Szenen, poetischen Textflächen und surreal-humorvollen Interventionen. Im Zentrum stehen feministische, empowernde Liedtexte, die persönliche Erfahrungen wie die Überwindung traumatischer Erfahrungen im Patriarchat mit gesellschaftlichen Perspektiven verbinden. Als verbindendes Element fungiert ein fiktives Radio mit Eigenleben, das Weltraumradio, welches sich immer wieder unvermittelt einschaltet, Frequenzen wechselt und die Hörer*innen durch unterschiedliche Räume und Ebenen des Programms und in mitunter absurde Hörsituationen führt.
Das Projekt ist multimedial und besteht aus 3 Komponenten: einem Hörstück, einem Booklet mit Texten sowie einer limitierten Edition von Radioskulpturen im Kleinformat.
2026, Hörstück, 37:49 min, Sounddesign: Maximilian Hurlebaus Skulptur: Beton, Samt, Messing, Stahl, 8 x 5 x 3 cm
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
20/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Jannika Lösche – "under the sea i hope you'll find me"
Acht Kisten voller Dias und hunderte weitere Unterwasseraufnahmen bilden die Grundlage dieser Arbeit. Jannika Lösche verwebt diese Bilder aus dem Nachlass ihres Großvaters, einem Hobbytaucher, welche in zwei Reisen auf die Malediven und ans Rote Meer aufgenommen wurden, mit ihrer eigenen künstlerischen Praxis. In der Installation verflechten sich die Soundkomposition, die den Ausstellungsraum einnimmt, und die Fotografien, die Korallen, Fische und Unterwasserlandschaften in verschiedensten Formen und Farben zeigen. Sie bilden ein persönliches Archiv, das als Dokumentation teils schon oder bald verlorener Landschaften und Tierwelten darüber hinaus eine Relevanz entwickelt. Diapositive als analoges Ausgangsmaterial bilden einen Gegenpol zu einer von Bilderfluten geprägten Welt, ihre Beschaffenheit als physischer Datenträger verstärkt die Bedeutung der einzelnen Bilder als Dokumentationsobjekt.
2026, Installation: Diaprojektoren, Leinwände, Körperschallwandler, Piezomikrofon, Soundkomposition
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
19/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Johannes Hoffmann – Clothesline Socks (Herzen Blau)
An durch den Raum gespannten Wäscheleinen hängen über 100 blaue Socken. „Was ich meine, wenn ich sage, dass die Herzen blau sind“, flüstern sie und schauen uns mit Wackelaugen an. Wie eine Beschwörung zieht sich dieser Satz durch die Komposition Herzen Blau – sich überlagernde Fragmente, die sich mit einer Klangatmosphäre aus dem Hinterzimmer vermischen. „Du hast einfach Zitronen auf dem Edelstahl in dünne Scheiben geschnitten“, heißt es zwischen tropfender Milch, Mohn und aus traurigen Augen aufsteigendem Rauch – „Kleiner Eiswasser-Schluck!“ Herzen Blau wurde bisher als Solostück von Jojo Selavy aufgeführt und wird nun zum ersten Mal als räumliche Installation gezeigt.
Auch Clothesline Socks haben schon einmal ein anderes Stück gesprochen – damals waren sie noch weiß.
In der Arbeit möchte ich die Sprache zu etwas führen, das man weniger versteht, als körperlich spürt – etwas, durch das man sich frei bewegen darf. Sie bekommt ein Gesicht, einen kleinen weichen Körper und hängt an einer Wäscheleine.
2026, 8-Kanal-Sound-Installation, Laufzeit / Größe variabel
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
18/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Claude Wear – "Food Memorabilia"
Im Rahmen des Diplomprojekts Food Memorabilia setzt sich Claude Wear mit den Themen Essen und Erinnerung sowie der Rolle von Essen in sozialen Gemeinschaften auseinander. Eine große Bedeutung für die Entwicklung von Esskulturen kommt in diesem Zusammenhang der Fermentierung zu. Im Rahmen der Recherche beschäftigte sich Wear insbesondere mit Koji und dessen Rolle bei der Herstellung von Miso und nutzte dies anschließend als zentralen Ausgangspunkt für mehrere Workshops, in deren Zentrum das gemeinsame Kochen und Essen in der Gemeinschaft stand sowie eine Auseinandersetzung mit der Freude am gemeinsamen Genuss von Speisen.
2026, Installation, Community Space, Workshops, Potluck
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
18/08/2026
Wir drücken die Daumen!
Der Abschlussfilm „Gordian Knot“ von Rasam Noori an der KHM ist bei den FIRST STEPS Awards 2026 in der Kategorie „Bester mittellanger Spielfilm“ nominiert.
Bei diesem renommierten Nachwuchspreis werden jährlich die besten Abschlussfilme ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet am 5.10.2026 statt.
Theater des Westens, Kantstraße 12, 10623 Berlin
Die Veranstaltung wird live in der ARD-Mediathek übertragen.
First Steps Awards 2026: KHM-Abschlussfilm nominiert - KHM
Der KHM-Absolvent Rasam Noori ist mit seinem Abschlussfilm „Gordian Knot“ für den FIRST STEPS Award 2026 in der Kategorie „Bester mittellanger Spielfilm“ nominiert. Er schrieb das Drehbuch, führte die Regie und konnte den Spielfilm mit Fördermitteln der Film- und Medienstiftung NRW realis...
17/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Elyot A. Trinh – "Elysis"
Elysis ist ein autofiktionaler, fragmentarischer Roman über Identität, Migration, Bürokratie und sprachliche Entfremdung. Der Text folgt einer deutsch-vietnamesischen Erzählerin durch eine surreale Abfolge aus Behördenräumen, Erinnerungen und inneren Prüfungen. Ihre Existenz wird darin durch Dokumente, Sprache, Familie und gesellschaftliche Zuschreibungen immer wieder infrage gestellt.
Zwischen kafkaesker Verwaltungslogik, familiären Traumata und diasporischer Erfahrung entsteht ein literarischer Raum, in dem Zugehörigkeit nie stabil ist, sondern permanent verhandelt werden muss. Der Text verbindet persönliche Erinnerung mit absurdem institutionellem Theater und untersucht, wie sich Kontrolle, Scham und Nicht-Zugehörigkeit in Körper, Sprache und Wahrnehmung einschreiben.
Zur Arbeit gehören außerdem eine Installation und eine Kassette mit einem Soundpiece. Für die Installation wurden drei Instrumente mit Stahl versehen und ausgestellt; sie erscheinen wie fragile Rüstungen – Schutzkörper, Klangkörper und Beweisstücke zugleich. Dieselben Instrumente wurden für das Soundpiece genutzt, in dem sich eigens geschriebene Soundtracks, Radiostörungen und Aufnahmen aus einem Traumtagebuch verbinden. Einzelne Traumszenen sind in das Buch eingeflossen und verschieben dort die Grenze zwischen Erinnerung, Fiktion und innerer Wirklichkeit.
2025, Buch, Kassette, Installation
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
16/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Christopher (Theo) Theophanous – "not-yet-sound"
not-yet-sound richtet den Blick auf die persönlichen und individuellen Prozesse, die klanglicher Erfahrung vorausgehen und diese zugleich formen. Die Arbeit untersucht, wie Erinnerung und Wahrnehmung das Erleben von Klang beeinflussen und wendet sich dabei Aspekten der Aufmerksamkeit, Intuition und individuellen Dispositionen zu. (Schall-)Trichter bilden leere Gefäße, die diese Erfahrungen in sich aufnehmen. Ihr Potenzial als „Instrument des Hörens“, als Werkzeug, das die persönliche Klangwahrnehmung zugleich fokussiert und erweitert, macht sie zum zentralen Element der Arbeit.
2026, Installation: beschichteter Bristolkarton, Garn, InkJet-Druck auf Papier, 180 x 100 x 0,70 cm
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
15/08/2026
KHM-Rundgang 2026 - IMPRESSIONEN:
Filmprogramm
Das Filmprogramm beim Rundgang 2026 präsentierte an vier Tagen insgesamt 42 filmische Arbeiten von Studierenden der KHM, die in den letzten 12 Monaten im Rahmen des Studiums entstanden sind.
Zu sehen waren Spielfilme, Dokumentarfilme, Animationen, Experimentalfilme und hybride Formen des filmischen Erzählens unterschiedlicher Länge.
Die Filmemacher*innen sind bei den Vorführungen anwesend und geben im Anschluss Einblick in die Konzeption und Realisierung ihrer Filme.
Die Bilder zeigen das Filmprogramm im Filmforum des Museum Ludwig, als auch in unserer Aula.
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM
14/08/2026
DIPLOME - Rundgang 2026:
Hyunji Seo – "Fungyo"
The edge of my cap is being cut away. It gradually decays, flowing down, down along my body. Having conquered even the annulus of my fruiting body, it descends further, further away. Moving toward my own end that is even unknown to myself, it finally pried open the door of the solid world. The moment it touched this world, it could no longer remain itself—it became us. This is an overflow. Even if it crawls out from a heap of corpses, it has already become a single cluster or multiple clusters. The mass thins like thread, gathers again, thins like thread, gathers again, thins like thread, gathers again, then thins once more—and it begins to function as part of the world. It devours everything from death, swelling its body.
Pilze breiten ihre Hyphen aus und verflechten die Räume zwischen sich und anderen Lebewesen. Sie begegnen einander an ihren Oberflächen und sind auf so tiefe Weise miteinander verbunden, dass die Grenze zwischen dem Selbst und dem Anderen verwischt. In ihrer gegenseitigen Durchdringung lässt sich kaum noch zwischen einzelnem Organismus oder Kolonie unterscheiden. Fungyo ist eine Religion der Pilze, ihre Lebensweise transformiert sich zu einer Form der Religion.
In Fungyo – einem Kofferwort aus Fungus, der lateinischen Bezeichnung für Pilz, und dem koreanischen Wort Gyo für Religion – lernen wir, einander zu verstehen, indem wir einander anschauen, berühren, zuhören und gegenseitig tief in unsere Lungen atmen. Unsere Vorstellung von Grenzen, von denen wir lange geglaubt haben, dass sie zwischen uns und anderen fest bestehen, wird erschüttert und aufgelöst.
2026, mehrteilige Rauminstallation
Bilder: Dörthe Boxberg, (c)KHM