06/10/2026
𝗗𝗲𝗿𝘀𝗲𝗹𝗯𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝗳ü𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 „𝘀𝗰𝗵𝘄𝗶𝗲𝗿𝗶𝗴“ 𝘀𝗲𝗶𝗻 - 𝘂𝗻𝗱 𝗳ü𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲𝗻 „𝘄𝗲𝗿𝘁𝘃𝗼𝗹𝗹“.
Und beide können gute Gründe dafür haben.
Eine Mitarbeiterin stellt viele Fragen. Die eine Führungskraft erlebt sie als kritisch, die andere als interessiert.
Ein Kollege widerspricht häufig. Im einen Team gilt er als anstrengend, im anderen als jemand, der wichtige Dinge sichtbar macht.
Eine Mitarbeiterin spricht wenig. Für manche ist sie zurückhaltend, für andere eine aufmerksame Beobachterin.
𝗗𝗮𝘀 𝗩𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻 𝗶𝘀𝘁 ä𝗵𝗻𝗹𝗶𝗰𝗵. 𝗗𝗶𝗲 𝗕𝗲𝗱𝗲𝘂𝘁𝘂𝗻𝗴, 𝗱𝗶𝗲 𝘄𝗶𝗿 𝗶𝗵𝗺 𝗴𝗲𝗯𝗲𝗻, 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁.
Und genau das übersehen wir schnell.
Wir sagen: „Er ist schwierig.“ „Sie ist unsicher.“ „Er ist dominant.“ Als würden wir nur beschreiben, was wir sehen.
Dabei steckt in solchen Sätzen häufig bereits unsere eigene Perspektive: unsere Erwartungen, Erfahrungen und unser Verständnis davon, was in einer Situation angemessen ist.
Das bedeutet nicht, dass jede Interpretation falsch ist. Aber sie ist eben genau das:
𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗜𝗻𝘁𝗲𝗿𝗽𝗿𝗲𝘁𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻. 𝗡𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵.
Für Coaching und Führung ist diese Unterscheidung entscheidend. Denn sobald aus einer Beobachtung eine Eigenschaft wird, werden Möglichkeiten kleiner.
Wenn wir stattdessen fragen: „In welchem Kontext ergibt dieses Verhalten Sinn?“, entsteht wieder Bewegung.
𝗩𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺ü𝘀𝘀𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗺𝗮𝗻𝗰𝗵𝗺𝗮𝗹 𝗴𝗮𝗿 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝘀 𝗯𝗲𝘂𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹𝗲𝗻. 𝗦𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗽𝗲𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝘄𝗲𝗻𝗶𝗴𝗲𝗿 𝗳ü𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗲𝗶𝗻𝘇𝗶𝗴 𝗺ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻.
💬 Welches Verhalten wirkt für dich völlig anders, sobald sich der Kontext verändert?