Man kann ziemlich gut wegsehen.
Also nicht MAN. Wir alle. Ich und du.
Und manchmal ist das sogar verständlich.
Die Nachrichten sind zu viel. Die Krisen sind zu groß. Die nächste Katastrophe ist schon da, bevor du die letzte überhaupt verarbeitet hast.
Also machen wir weiter.
Und genau deshalb finde ich eine der simpelsten Grundlagen im Schauspiel gerade ziemlich politisch: Wahrnehmen, was tatsächlich da ist.
Nicht das, was ich gerne sehen würde.
Nicht das, was zu meiner Geschichte passt.
Nicht das, was bequemer wäre.
Das, was da ist.
Im Schauspiel ist das grundlegendes Handwerk.
Denn ich kann auf der Bühne oder vor der Kamera nicht ehrlich auf etwas reagieren, das ich gar nicht wahrgenommen habe.
Und draußen? Da wird es plötzlich ziemlich ernst.
Wenn Flüsse austrocknen, Moore brennen und Hitzerekorde fallen, dann ist das nicht irgendwann Klimakrise.
Das ist jetzt Klimakrise.
Wenn demokratische Werte und Menschenrechte angegriffen werden, ist das nicht einfach „gerade schwierige Stimmung“ in einem ostdeutschen Bundesland.
Dann sollten wir verdammt genau hinsehen.
Und nein: Hingucken rettet die Welt noch nicht.
Aber Weggucken ganz sicher auch nicht.
Heute also: 30 Sekunden stehen bleiben. Wahrnehmen. Nicht sofort bewerten.
Was siehst du gerade, das du vielleicht zu lange nicht sehen wolltest?
Theaterakademie Köln
Schauspielausbildung für Bühne, Film & Medien. Kölns einzige Regieklasse. Praxisnah, individuelle Nur Qualität setzt sich durch.
Unser Profil
Wir bilden Schauspieler für Bühne, Film und Medien aus. Die Theaterakademie Köln ist eine private Schauspielschule (staatlich anerkannte berufsbildende Ergänzungsschule gemäß § 118 Abs. 1 SchulG NRW) und gleichwertig anerkannt mit einer öffentlichen Berufsfachschule gemäß § 2 Abs. 2 BAföG. Die Schule mit ca. 800 qm Nutzungsfläche, einem Team von 30 Dozent*Innen und rund 70 Schüler*In
Vielleicht ist Rechthaben gerade eines unserer größten Probleme.
Nicht, weil es keine Fakten gibt oder weil jede Meinung gleich viel wert ist. Und ganz sicher nicht, weil wir menschenfeindliche Positionen einfach „auch mal verstehen“ müssten.
Darum geht’s nicht.
Es geht um das hier: Bin ich überhaupt noch bereit, mich durch eine Begegnung verändern zu lassen?
Im Schauspiel ist das ziemlich eindeutig.
Wenn ich ganz genau weiß, was ich spielen will, wie exakt ich reagieren werde und wo die Szene hinmuss, brauche ich mein Gegenüber eigentlich nicht mehr.
Dann spiele ich alleine.
Und manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere gesellschaftlichen Debatten inzwischen genauso funktionieren.
Wir senden.
Wir verteidigen.
Wir warten auf die Lücke für unser nächstes Argument.
Aber Begegnung?
Die beginnt vielleicht erst da, wo ich für einen Moment zulasse: Vielleicht macht das, was du sagst, etwas mit mir.
Nicht 100 Prozent. Vielleicht nur 1 Prozent.
Aber immerhin.
🌍 ACTING AS AN ART OF SAVING THE PLANET #02
Heute retten wir die Welt also, indem wir für einen Moment nicht recht haben müssen.
Sag mal bitte 👇: Wann hat ein Gespräch zuletzt wirklich deine Meinung verändert?
Wir retten jetzt die Welt. Mit Schauspieltechnik.
Größenwahn? Vielleicht ein bisschen.
Aber ich meine das tatsächlich ernst.
Wir erleben gerade eine Zeit, in der es verdammt leicht wäre, abzustumpfen. Klimakrise. Rechtsruck. Kriege. Ungleichheit. Und irgendwann macht man die Nachrichten zu, weil man denkt: Was soll ich denn bitte dagegen tun?
Ich glaube nicht, dass Schauspiel die Antwort darauf ist. Aber ich glaube, dass wir im Schauspiel jeden Tag Fähigkeiten trainieren, die wir gerade ziemlich dringend brauchen.
Zuhören.
Wahrnehmen.
Reagieren.
Andere Perspektiven aushalten.
Uns verändern lassen.
Gemeinsam handeln.
Und vielleicht beginnt Veränderung genau da.
Nicht irgendwann bei „denen da oben“. Auch bei uns.
Deshalb gibt’s ab heute eine kleine Serie:
ACTING AS AN ART OF SAVING THE PLANET.
Jeden Tag eine Schauspielübung. Und jeden Tag die vollkommen unbescheidene Frage: Was würde passieren, wenn wir das nicht nur auf der Bühne üben?
Teil 1: Zuhören.
Los geht’s. 🌍
Und jetzt ihr: Welche Fähigkeit aus dem Schauspieltraining könnte die Welt gerade noch ziemlich gut gebrauchen? Schreibt’s mir. Vielleicht wird daraus eine der nächsten Folgen.
Musste das noch zu Ende bringen. Bin dann aber auch fertig mit dem Schimpfen :)
Jetzt: nach vorne schauen. Welt retten. Mit Acting. Wie? 👇
Erfolg macht alles kaputt 🥴🥳.
Was ist dein Ziel? 👇
Gemeinschaft beginnt da, wo die Gegenleistung aufhört. Das darf ein bisschen wehtun.
Vielleicht beginnt Gemeinschaft genau da, wo wir aufhören zu rechnen.
Was kriege ICH dafür?
Was bringt MIR das?
Hilft MIR dieser Kontakt?
Bringt MICH das weiter?
Und ja klar. Wir müssen Geld verdienen. Wir müssen Miete zahlen. Arbeit darf und soll bezahlt werden. Darum geht’s überhaupt nicht.
Aber muss wirklich alles ein Deal sein?
Vielleicht können wir Wissen teilen, ohne sofort einen Vorteil daraus zu ziehen. Kontakte weitergeben, ohne dafür einen zurückzuerwarten. Jemandem helfen, obwohl diese Person uns vielleicht niemals helfen kann.
Einfach weil es ziemlich geil wäre, wenn die Person dadurch stärker wird.
Klingt kitschig. Ist mir aber mittlerweile egal.
Denn vielleicht brauchen wir gerade nicht noch mehr sehr erfolgreiche Einzelkämpfer:innen, sondern verdammt unterschiedliche Menschen, die kapieren, dass ihre Unterschiede keine Konkurrenz sein müssen.
Und ja, ich glaube wirklich, dass Schauspiel dabei eine Rolle spielen kann.
Zuhören. Andere Perspektiven aushalten. Widersprechen. Empathie. Solidarität. Sich selbst wichtig nehmen, ohne sich permanent für den Mittelpunkt der Welt zu halten.
Also los: Wann hast du zuletzt jemandem etwas Schauspiel/Kunst/Support relatetes gegeben, obwohl für dich nix sofort dabei raussprang?
Good practice please! Lasst uns mit Großzügigkeit inspirieren.👇
Gebt uns bitte Zeit.
Vielleicht ist das ja auch so ein Ding, das wir wieder lernen müssen.
Nicht immer schneller. Nicht immer die Abkürzung. Nicht immer: Wer kennt wen, welcher Big Name bringt mich wohin und wann bin ich endlich erfolgreich?
Sondern Zeit.
Zeit zum Lernen. Zeit zum Scheitern. Zeit für Umwege. Zeit für andere Menschen. Und vielleicht auch mal darauf warten, dass jemand anderes mitkommt.
Weil wir hier keine optimierten Hochleistungs-Schauspielwesen produzieren wollen. Sondern Menschen, die mit anderen Menschen zusammen Kunst machen. In einem Ensemble, einer Klasse, einer Branche und – uff, großes Wort – einer Gesellschaft.
Und natürlich wollen wir jede einzelne Person sehen. Sehr sogar. Aber vielleicht gerade deshalb nicht, damit am Ende alle möglichst effizient alleine nach vorne rennen.
Sondern damit wir zusammen irgendwo ankommen.
Teil 2 meines Sommerloch-Rants
Und bis dahin: Gebt uns bitte Zeit, verdammt noch mal.
Und euch auch.
Meinung dazu? Hau rein 👇
Vielleicht ist „Wie werde ICH erfolgreich?“ einfach nicht mehr die richtige Frage.
Wir haben lange genug gelernt, schneller zu sein. Sichtbarer. Erfolgreicher. Besser als die anderen.
Vielleicht sollten wir langsam etwas anderes lernen:
Wie kommen WIR von A nach B – ohne die anderen dabei zu vergessen?
Oder noch besser: Wie kommen wir zusammen an?
Teil 1 weil sonst zu lang einer kleinen Sommer-Rage über die Frage, was wir hier eigentlich gerade verkaufen. Hab etwas gehadert aber die schlimmsten Sachen dann raus geschnitten weil sonst shadowban oder? Untertitel und Filter hab ich auch noch geschafft. I don’t know…
Fortsetzung folgt. Feine Meinung. Deine Meinung? Kommentier mal bitte weil Nix sagen ist ja auch keine Lösung, verdammt noch mal.👇
.de ➡️ Kennste?
Wenn ✅: Super, denn das Thema Agenturen und korrekter Umgang mit Erfolg ist für Schauspieler:innen wie Creator gleichermaßen relevant.
Wenn 🚫: Solltest du. Denn nur weil du jetzt vielleicht noch keine große Reichweite hast und der Erfolg noch ein Ziel auf deiner Liste für 2026 ist, solltest du wissen, wie das Game funktioniert.
Hör rein in die aktuelle Folge (Link in der Bio!). TAKkie von im Gespräch mit .christ über Sichtbarkeit für Schauspielende und Schauspiel für Creator.
28/07/2026
Susanne Daubner auf die 1. Was fällt euch noch ein?
(Slide 10 meinen wir übrigens ernst.)
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