KIKT Akademie

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Herzlich willkommen im Jahr 2019 - dem ersten Jahr der neuen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Tagung am Bodensee! Wir freuen uns auf Juni 2019

09/03/2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen

mit großer Betroffenheit muss ich berichten, dass Uli Jungbluth, Mitglied unseres Planungsteams, Kassenprüfer, Kindertherapeut, DOzent und Freund am Samstag verstorben ist. Er war während einer schweren Krankheit nach mehr als einer Woche nicht mehr aus dem Koma erwacht, eine Lungenentzündung und Sepsis haben seinen Krankehitsverlauf noch verschärft.
Er hat nicht mehr leiden müssen - und das ist der einzige Trost. Tröstend ist auch, ihn als so einen herzlichen und guten Menschen kennengelernt zu haben und fast 20 Jahre mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Er war nicht nur ein feinfühliger, sensibler Psychotherapeut, der in seiner Arbeit in der Beratungsstelle früher und dann in seiner Praxis so viele Kinder und Jugendliche mit Herz und großem Fachwissen begleitet hat. Er war ein treuer und verlässlicher Mitarbeiter als Dozent und Planungsmitglied in der Akademie. Nachdem er zu Beginn als Moselaner mit Lindau etwas gefremdelt hat, war er nun begeistert und treu mit dem Projekt KJP am Bodensee verbunden. DIe meisten von Ihnen haben ihn dort erlebt.
Und er war ein Freund, der viel Toleranz und Vielfalt gelebt und gezeigt hat.

Als er seine Praxis wegen seiner Erkrankung auflösen musste, hat er aus seiner Sandspielsammlung ausgewählte Stücke verschenkt - immer mit ihm werden sie verbunden sein. Auf diese Weise hat er seinen Abschied vorbereitet.

Er wird uns fehlen - und auch in Lindau im Herzen dabei sein.

traurige Grüße

Ihre
Gabriele Meyer-Enders

08/02/2026

Die Vorfreude rückt näher!

31/01/2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihnen allen wünschen wir ein gutes, gesundes, freundliches Neues Jahr!
Wir wissen nicht, was alles passieren wird, wichtig bleiben der Kontakt untereinander, das Gespräch miteinander und der Austausch, sowohl auf fachlicher Ebene als auch privat.
Kurz habe ich im Urlaub darüber nachgedacht, die verbleibenden Jahre meines Lebens in politisch glückseliger Abstinenz verbringen zu wollen, den täglichen, unglaublichen Wahnsinn aus meinem Leben auszusperren. Doch ich bin so politisch sozialisiert, und mein Gewerkschafts-Vater würde denken, er habe ganz umsonst mit mir als Jugendliche hart diskutiert in den 1970er Jahren….. Und wir dürfen auch bestimmt nicht die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit allein lassen.
Bleiben wir wach und hören auch genau zu, wie unsere Kinder und Jugendlichen diese Zeit erleben, welche Ängste sie entwickeln, wie sie medial unterwegs sind und welchen Einflüssen sie ausgesetzt sind.
„Nachdem mir meine neue Podcast-Freundin gesagt hat, wir seien alle geil, geht es mir besser.“
Zitat einer 14jährigen Klientin. Gut, dachte ich, und was erzählt sie sonst noch???
Meine Generation dachte, sie erlebt den Aufschwung, das schnurlose Telefon, die Korrekturtaste an der Schreibmaschine als große Revolution, die uns überlegen werden läßt gegenüber der Mühsal unserer Eltern….. Und nun stehen wir (oder viele von uns) vor ganz neuen Herausforderungen medialer Wirklichkeiten und Einflussnahmen, die oft nicht begreifbar oder nachvollziehbar sind.
Hierzu passt unsere heutige Vorstellung von Herrn Riesen (Anhang), der bei der Tagung KJP am Bodensee 2026 in Lindau den spannenden Vortrag über Digitale Sexualität halten wird und in einem Workshop das Thema mit therapeutischen Perspektiven, Handlungsansätzen und Erfahrungen vertieft (WN 12).
In Köln beginnt das Jahr mit einer neuen Reihe „KIP mit Kindern und Jugendlichen“. Wenn Sie über die KIP Grundausbildung verfügen, ist dies ein weiterer Baustein. Der Beginn der Weiterbildung Kölner Sandspieltage 2026 musste verschoben werden. Dafür haben wir einen neuen „Sandspieler“ in unserem Dozententeam: Robert Feind, erfahrener analytischer Kinderpsychotherapeut und Sandspieltherapeut aus Leidenschaft. Neuer Beginn: 27.06.2026. Alle weiteren Termine stehen auf der Webseite, oder schreiben Sie uns an für das ausführliche Programm.
Wir freuen uns, Sie in Lindau oder Köln treffen zu dürfen. Nach wie vor sind wir überzeugt von der analogen Gestaltung unserer Weiterbildungen und wissen um die wohltuende Wirkung des persönlichen Kontakts und der Begegnung.
Wir wünschen Ihnen einen guten Start in dieses Jahr
Herzlichen Gruß
Für das Planungsteam
Gabriele Meyer-Enders

Stella Ewering hat Dietrich Riesen interviewt:

In meinem Gespräch mit Dietrich Riesen habe ich ihn zunächst gebeten zu schildern, wie er zu seinem heutigen Arbeitsschwerpunkt „Digitale Sexualität“ gekommen ist. Er erzählte, dass er nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolvierte und in diesem Beruf tätig war, dann aber – nicht zuletzt aufgrund gesundheitlicher Belastungen – spürte, dass er beruflich noch einmal neu ansetzen wollte. In der Arbeit mit Jugendlichen, unter anderem in kirchlicher Jugendarbeit, bemerkte er, wie leicht ihm der Zugang zu jungen Menschen fiel, und entschied sich für eine Ausbildung zum Erzieher und Jugendreferenten. Über einen Bekannten wurde er auf die Fachstelle „Return“ in Hannover aufmerksam, die sich mit Digitalisierung, Mediensucht und Pornografie auseinandersetzt. Herr Riesen, 1986 geboren, beschreibt sich als jemand, der sowohl eine vergleichsweise medienarme Kindheit als auch eine sehr mediengeprägte Jugend erlebt hat, nachdem er im Alter von 15/16 Jahren seinen ersten PC bekam; dadurch fühlt er sich heute sowohl mit der Perspektive der Jugendlichen als auch mit den Sorgen der Eltern eng verbunden. Als er 2013 sein Anerkennungsjahr bei Return begann, suchte die Einrichtung gezielt jemanden, der mit Schülern und Schülerinnen über Pornografie spricht – ein Thema, das damals in Beratung, Therapie und Schule häufig tabuisiert oder verharmlost wurde. Herr Riesen berichtet, dass er aufgrund seiner eigenen digitalen Sozialisation kaum Scham empfand, das Thema offen anzusprechen, und schnell merkte, dass hier ein großer blinder Fleck in der fachlichen Praxis bestand. Parallel zur Prävention begann er, erste Beratungsgespräche mit Menschen zu führen, die mit problematischem Pornografiekonsum oder anderen Formen digitaler Sexualität rangen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, absolvierte er eine Weiterbildung zum systemischen Berater am Niedersächsischen Institut für systemische Beratung und Therapie in Hannover, die er 2019 abschloss. Mit der Zeit verlagerte sich seine Arbeit zunehmend von der Prävention hin zu Beratung, Therapie und Fortbildung – heute führt er nur noch vereinzelt Schulveranstaltungen durch und arbeitet überwiegend mit Erwachsenen in Beratung und Therapie sowie in Fortbildungen für Fachpersonen. Der ursprüngliche Fokus auf „Pornografie“ wurde zu dem umfassenderen Begriff der digitalen Sexualität ausgeweitet, um Phänomene wie Social Media, Sexting, Cam-Sex, OnlyFans und andere digitale Ausdrucksformen von Lust und Intimität mitzudenken. Im Gespräch betont Herr Riesen, dass digitale Sexualität nicht nur als Risikofeld verstanden werden sollte, sondern auch als Zugang zu den tieferliegenden Themen von Scham, Identität, Sehnsucht und Bindung, die sich in der Sexualität eines Menschen zeigen. Für therapeutische und pädagogische Fachkräfte sieht er darin eine große Chance: Wer bereit ist, sich mit der eigenen sexuellen Biografie auseinanderzusetzen, kann Menschen in einem geschützten Rahmen dabei unterstützen, ihre Muster im Umgang mit Sexualität, Medien und Beziehungen besser zu verstehen und behutsam zu verändern. Besonders wichtig ist ihm, Fachpersonen zu ermutigen, das Thema in den Blick zu nehmen und in einer guten Weise anzusprechen, um blockierende Scham zu verringern und Therapieprozesse zu vertiefen. Neben seiner beratenden und therapeutischen Tätigkeit arbeitet Herr Riesen eng mit Einrichtungen zusammen, die spezialisierte Angebote für Mediensucht und digitale Sexualität entwickeln, etwa in der stationären Behandlung. In seinen Fortbildungen schafft er Räume für Selbsterfahrung – etwa zur Reflexion der eigenen sexuellen Lerngeschichte – und vermittelt zugleich konkrete Anregungen, wie digitale Sexualität im therapeutischen und pädagogischen Alltag sensibel, fachlich fundiert und ohne Moralisierung thematisiert werden kann.
Vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr darauf, Herrn Riesen mit seinem Erfahrungsschatz und seiner zugleich klaren und zugewandt freundlichen Art in Lindau mit diesem spannenden Thema willkommen zu heißen.

04/01/2026

"Weiterbildung Kölner Sandspieltage 2026"
es gibt noch wenige freie Plätze! Grundlagen der Sandspieltherapie und ausgewählte Themen sowie Supervision und Selbsterfahrung mit vier erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten - fachrichtungsübergreifend! Sandspiel wird aus tiefenpsychologischer, analytischer, systemischer und hypnotherapeutischer Sicht vorgestellt und erlebt. & Wochenenden über das Jahr verteilt in einer Gruppe mit max. 12 Teilnehmenden beginnt am 07.02.-08.02.2026. Die Veranstaltung wird von der Psychotherapeutenkammer zertifiziert. Anmedlungen unter www.kikt-akademie.de und dort Programm Köln, Weiterbildungen

24/12/2025

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nun sind es nur noch zwei Tage bis Weihnachten, ein wunderbares Fest für Familienaufstellungen und Psychodynamiken im Ausnahmezustand….. wir haben alle in unserem Arbeitsfeld die Vorfreude, oder „Vorängste“, Aufregungen und Stress-anwandlungen mitbekommen. Und gleichwohl erlebe ich die therapeutische Arbeit als einen wichtigen Baustein, am Frieden in der Welt ein ganz klein wenig mitarbeiten zu können….
Daher wünschen wir Ihnen friedvolle, entspannte, genussreiche, Wünsche erfüllende Weihnachtstage und einen besinnlichen, mutigen und hoffnungsvollen Übergang ins Neue Jahr!
Wir verabschieden uns von einer für uns wichtigen Begegnungsstätte im Belgischen Viertel hier in Köln: Unser Ladenlokal mit den therapeutischen Materialien schließt, jetzt gibt es KIKT Thema nur noch online oder bei Tagungen. Es war eine angefüllte und erlebnisreiche Zeit mit den Kundinnen und Kunden jeden Alters, Kolleginnen und Kollegen, mit denen supervisorische Gespräche stattfanden; Eltern und Großeltern, die sich Beratung holten vom Einschlafritual bis zur Therapieanfrage; getrennte Väter, die den Laden als Spielewerkstatt nutzten und so viele Kinder, die im Sandkasten vor der Tür die Zeit vergaßen. Ach ja, für mich war immer wieder die Frage, wie gilt es, die Zeit und Energie zwischen Praxis, KIKT Akademie und KIKT Thema aufzuteilen, denn alle diese Projekte sind Herzensangelegenheiten. Nun wagen wir langsame Schritte in die „Altersteilzeit“, leider ohne Nachfolger für das Ladengeschäft gefunden zu haben.
Und ganz sicher sind wir weiter für Sie da mit unserem Programm in Köln, das endlich für 2026 vorliegt und das Sie als Papierversion auch anfordern können.
Es ist eine Kurzversion, die ausführlichen Beschreibungen der Seminare finden Sie auf der Webseite www.kikt-akademie.de und einige spannende, neue Themen sind dabei.
Weiterhin sind wir in guter Vorbereitung auf Lindau, wir werden Ihnen wieder die Vortragenden vorstellen, heute Christiane Lutz, die einige von Ihnen schon kennen. Die Anmeldungen für Lindau sind gut, einige Seminare schon ausgebucht! Es freut mich besonders, dass sich sehr schnell die Stipendiumsplätze für die PIAs gefüllt haben und ausgebucht sind.

Für dieses Jahr verabschieden wir uns nun, freuen uns auf gute Kontakte im Neuen Jahr und hoffen, dass Sie auch weiterhin uns begleiten und Hoffnungsschimmer in die Welt tragen werden!
Mit herzlichem Gruß
Für die KIKT Akademie
Gabriele Meyer-Enders
(Foto: Nobelpreisträgersteg in Lindau, November 2024)

18/12/2025

Nur noch fünf Tage!!! So lange ist unser Ladfen in Köln, Bismarckstr. 37 noch geöffnet und die therapeutischen Materialien live anzusehen! Wir machen natürlich online weiter, aber der Genuss des Einkaufens, Schauens und Ausprobierens wird dann sehr reduziert sein.
Wenn Sie mögen: kommen SIe vorbei und genießen viele Rabatte....

28/11/2025

Am 05.12.2025 um 19 Uhr hält Prof. Dr. Karl Heinz Brisch seinen Vortrag über "Empathie" in der Christuskirche. Und Empathie brauchen wir für alle Menschen, insbesondere für die, die Hungern und mit dem Existenzminimum kaum auskommen können. Wir werden an dem Abend eine Spendenbox aufstellen für das "WDR Weihnachtswunder" und Rudolf Meyer und Gabriele Meyer-Enders füllen diese dann mit noch einmal 50 % der Spenden auf.

27/11/2025

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wie in den letzten Jahren werden wir Ihnen wieder die Vortragsdozentinnen und -dozenten in den Newslettern vorstellen. Wir beginnen heute mit Prof. Dr. Bert te Wildt, der unsere Tagung in Lindau mit dem Vortrag „Digitale Junkies – in den Fängen von Social Media, Gaming & Co.“ eröffnen wird. Sein Fachgebiet reicht mittlerweile in fast jede Therapiestunde und in die Elterngespräche hinein.
Der Eröffnungsvortrag ist auch im nächsten Jahr wieder für alle Interessierte frei zugänglich.

In Köln werden wir im Dezember das Veranstaltungsjahr mit einer besonderen Veranstaltung beenden: Prof. Dr. Karl Heinz Brisch wird am 05.12.2025 um 19 Uhr einen Vortrag über „Empathie“ in der ev. Christuskirche am Stadtgarten in Köln halten. Sie können an der Abendkasse noch Eintrittskarten erhalten. Bitte teilen Sie auch gerne die Ankündigung, die Sie im Anhang finden.
Der Monat Dezember wird der letzte Monat sein, in dem noch im Ladengeschäft in Köln gestöbert werden kann. Vor Ort gibt es viele Rabatte auf die dort ausgestellten Materialien. Ab Januar finden Sie KIKT-TheMa nur noch online. Veränderungen sind wichtig, setzen sie doch neue Energien frei… Ideen haben wir genug.
Wie Sie sicher bemerken, versuchen wir, bei all den Irritationen außerhalb unseres Einflussbereiches unsere Arbeit zu tun, Zuversicht und Hoffnung zu vermitteln und mit unseren Veranstaltungen Kollegialität und Solidarität zu fördern. Das lebt entscheidend durch den Kontakt und den Austausch mit Ihnen. Lassen Sie uns die analoge Welt genießen und für uns nutzen, um immer wieder kleine Hoffnungsfunken in die Welt zu schicken.
In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine besinnliche Adventszeit.
Herzlichen Gruß
Gabriele Meyer-Enders
KIKT Akademie e.V.


Prof. Dr. Bert Theodor te Wildt

Bei der Wochenendlektüre der Süddeutschen Zeitung – auch für Nordländer bzw. Preußen interessant- beeindruckte mich im letzten Jahr ein Interview mit Prof. Dr. Bert te Wildt über Online-Sucht. Seine von Akzeptanz, Fachwissen und Empathie geprägten Antworten ließen mich den Artikel aufbewahren in der Hoffnung, diesem Menschen vielleicht einmal begegnen und zuhören zu können.
So fragte ich ihn dieses Jahr an – obwohl oder weil er mit erwachsenen Patienten arbeitet und kein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut ist. Aber wir haben eine Schnittstelle: zum einen behandelt er in seiner Psychosomatischen Klinik Menschen ab 18 Jahren, und zum anderen können wir vielleicht schon früh die Weichen in unseren Behandlungen stellen, so dass die Therapieanfragen bei ihm überschaubarer werden.
In einem kurzen Interview interessierte mich die Frage nach seinem Weg zur Psychotherapie und Psychiatrie.
Prof. Dr. Bert te Wildt ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie. Er hat eine Zusatzausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Gruppenpsychoanalyse.
1969 wurde er in Dortmund geboren - seine Eltern stammen beide aus Nordrhein Westfalen, teils nah an der niederländischen Grenze, aber es gibt – obwohl der Name es vermuten läßt – keine niederländischen Wurzeln.
Kennzeichnend für seine Jugend und Wegbereiter für seine Berufswahl waren zwei entscheidende Einflüsse: Sein Vater stellte sich allen Auseinandersetzungen des diskussionsfreudigen Sohnes, und väterliche Freunde brachten ihn mit psychologischen und soziologischen Themen und Literatur in Verbindung. Die Diskussionen mit dem Vater drehten sich – wie damals sehr üblich – um den Fernsehkonsum des Jungen. „Fernsehen macht dumm!“ Er aber hielt entgegen: „Aber da ist doch nur das drin, was wir Menschen darin hineinprojizieren. Das Fernsehen hat doch keine eigene Dynamik!“ An diesen Diskussionen und Auseinandersetzungen mit dem Vater habe er viel wachsen können, sagt Prof. te Wildt heute. Die spannenden Gespräche mit einem Krankengymnasten und einem Soziologielehrer führten zu Freud-Lektüren und Alice Millers „Am Anfang war Erziehung“. Jedoch erlebte er auch eine starke eigene emotionale Beteiligung bei diesen Themen, so dass er in seiner Berufswahl bewusst nach rationalen Ankern suchte.
Leidenschaft und Lust an diesen Themen führten dann über Umwegen zum Medizinstudium. „Die Medizin bringt Bodenhaftung, daran konnte ich mich auch festhalten.“ Ihn interessierte die Psychosomatik als Wissenschaft, aber auch als ideale Verbindung zu der ihn interessierenden, aber auch verwirrenden Psychologie und der fundierten Medizin.
Im „Studium fundamentale“ in Witten-Herdecke, einem Studium, das über das reine Fachgebiet hinaus kreative Ansätze, persönliche Interessen und Talente einbezieht, konnte sich Prof. te Wildt auch als Schauspieler und Sänger ausprobieren; Literatur und Philosophie reicherten das Medizinstudium an.
Nach dem Studium verbrachte er das AiP für ein Jahr in Belfast, mitten im Nordirlandkonflikt. Diese Zeit erlebte er als ebenso herausfordernd wie bereichernd.

Nach verschiedenen beruflichen Stationen - Hannover, San Francisco, Berlin, New York, Cleveland, Düsseldorf, und auch fünf Jahren in Dortmund (mit „Südkurvenerfahrung“) entwickelte er 2012 an der Ruhr-Universität in Bochum eine Medienambulanz mit einer Sprechstunde für Menschen mit Internet- und Computerabhängigkeit. Als Chefarzt eröffnete er die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen am Ammersee (seit 2018). Neben allgemeinen psychosomatischen Krankheitsbildern hat die Klinik sowohl besondere Behandlungsangebote für Internet- und Computerspielsucht als auch Behandlungsangebote für Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende sowie psychisch erkrankte Ärzte und Ärztinnen sowie Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Seit 2019 ist er außerplanmäßiger Professor erst an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und seit kurzem an der TU München.
Was führte zu der Beschäftigung mit Online-Sucht?
Wie Prof. Dr. te Wildt erzählt, wurde ihm mit der Entwicklung des Internets deutlich, dass dieses Medium die Welt sehr nachhaltig verändern würde. Sein Interesse war geweckt, diese Entwicklung zu beobachten und zu erforschen. Seine Habilitationsschrift 2009 trug den Titel „Medialität und Verbundenheit – Zur psychopathologischen Phänomenologie und Nosologie von Internetabhängigkeit“.
In unserem Gespräch benannte er einen sehr bedeutsamen Aspekt, der sicherlich zu interessanten Diskussionen führen wird: Die rasante Entwicklung der sozialen Medien in diesen Ausmaßen, wie wir sie heute erleben, hat seiner Meinung nach damit zu tun, dass die Beziehungsangebote dieser Medien auf eine Bindungsbedürfnis treffen, das scheinbar unzureichend befriedigt wird. Die Angebote von Social Media und Computerspielen in Bezug auf Zuwendung, Lob und vermeintlicher Gruppenzugehörigkeit binden insbesondere junge Menschen und von Einsamkeit betroffene Menschen intensiv.
Welche Folgen oder Konsequenzen daraus für unsere Behandlungen zu ziehen sind oder auch für die gesellschaftlichen Entwicklungen, werden wir bei seinem Eröffnungsvortrag hören.
Unser Gespräch war natürlich online – aber sehr intensiv und komprimiert, mit dem Bedürfnis, noch viel mehr erfahren zu wollen.
Wir freuen uns auf die Begegnung!

19/11/2025

Bei unerem Einführungsseminar in die Sandspieltherapie nächsten Samstag, 29.11.2025, 10 - 18 Uhr in Köln mit Dr. Thieme und Gabriele Meyer-Enders ist ein Platz frei geworden!
Wer Interesse hat, kann sich noch schnell anmelden!

16/11/2025

Wir freuen uns sehr!

13/11/2025

Wir freuen uns sehr, das neue Programm Lindau präsentieren zu können! Seit gestern sind wir online: www.kikt-akademie.de und dort Programm Lindau:
Inspirierende Themen, kompetente Dozentenschaft, freundliche und interessierte Teilnehmende und der See! Wir laden Sie herzlich ein!

29/10/2025

NOCH DREI FREIE PLÄTZE:

Das so wichtige Thema:

Geschwisterbindung als Ressource und Risiko in Therapie und Familienarbeit … und in meinem eigenen Leben
Prof. Dr. Alexander Trost

Geschwisterbindungen begleiten uns oft während des ganzen Lebens, länger als jede andere Beziehung, und unsere Geschwisterposition bleibt unverändert erhalten. Die Geschwisterbeziehungen sind zugleich Teil der uns prägenden Familiendynamik. Geschwisterposition, Geschlecht, Patchwork- und Pflegefamilien sowie der zeitliche Abstand der Geburtenfolge spielen dabei ebenso eine Rolle wie eine transgenerationale Weitergabe von Bindungsmustern, Delegationen und Familiengeheimnissen, chronische psychische oder physische Krankheiten und Behinderungen.

Damit tragen Geschwister auch signifikant zu unserer Mentalisierungsentwicklung bei. Zudem modifizieren Traumaerfahrungen in der Geschwistergruppe, (sub-) kulturelle Einflüsse und die (be-)wertenden Erzählungen über Einzelne oder die ganze Familie den Ausgang der Geschichte für jedes Geschwister unterschiedlich. Als Therapeutinnen und Berater sind wir (auch als Einzelkinder) selbst Geschwister mit charakteristischen Rollen und Gegenübertragungen.

Im Workshop wollen wir uns mit diesen Themen und mit den Herausforderungen unterschiedlicher Geschwisterkonstellationen beschäftigen, im Wechsel von Theorie und Selbsterfahrung, Methodik und Fallarbeit.

Bitte einige Kindheits-Familienfotos mitbringen.
Termin:

Samstag, 08.11.2025, 10-18 Uhr und Sonntag, 09.11.2025, Köln
Kosten:

290 Euro

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