25/06/2026
Stolpersteinverlegung
Tempelstrasse 28
für Richard Feldmann
Am Mittwoch Vormittag wurde die Stolperstein-Verlegung in der Tempelstrasse 28 gegenüber dem Bürgerzentrum Deutz (Tempelstr. 41-43, 50679 Köln-Deutz, www.buergerzentrum-deutz.de, [email protected]) feierlich begangen. Der Stolperstein in Gedenken an Richard Feldmann wurde im Beisein zahlreicher Interessierter eingesetzt. U.a. hielt seine Enkelin Ulla Stuckmann eine emotionale Rede, wie sie dazu kam, sich für die Steinsetzung einzusetzen, erzählte vom Leben des verstorbenen Großvaters uvm.
Die STOLPERSTEINE waren ursprünglich ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das 1992 seinen Anfang nahm.
Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal von Menschen erinnert werden, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert oder vertrieben wurden.
In der Mehrheit sind dies Steine, die an deportierte und ermordete Jüdinnen und Juden erinnern. Außerdem wurden bislang Stolpersteine für Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas, „Euthanasie“-Opfer und Homosexuelle verlegt.
Die quadratischen Tafeln aus Messing mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit manuell mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingefügten Lettern beschriftet. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der betreffenden NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen.
Am 24. Juni wurde nun der Stolperstein für Richard Feldmann in Köln-Deutz in der Tempelstrasse 28 direkt gegenüber dem Bürgerzentrum Deutz verlegt: Feldmann wurde in den 30er Jahren während der NS-Zeit mehrfach wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei verhaftet und kam ins Gefängnis. Er überlebte diese Inhaftierungen zwar, jedoch prägten sie Feldmann nachhaltig für den Rest seines Lebens. Feldmann starb am Ende Anfang der 70er Jahre.
Seine Enkelin Ulla Stuckmann, langjährige Mitarbeiterin des Bürgerzentrum Deutz und lange Zeit u.a. Projektleiterin der dortigen Reihe „Zurück zur Kultur, setzte sich dafür ein, dass ihr Großvater nun ebenfalls einen Stolperstein erhalten hat. Sie informierte sich ausgiebig beim NS-Dokumentationszentrum und erfuhr so u.a. auch, dass Stolpersteine auch für Personen verlegt werden, die nicht direkt durch das NS-Regime zu Tode kamen.
In ihrer ergreifenden Rede zur Setzung des Stolpersteins wurde klar, warum die Tempelstrasse 28 die einzig denkbare Adresse für den Stolperstein sein konnte: Hier hat nicht nur Richard Feldmann jahrzehntelang gelebt, sondern auch bereits dessen Eltern; Ulla Stuckmanns Mutter war hier zudem an einem 24. Juni in der obersten Etage geboren worden.
STOLPERSTEINE wurden bislang in Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Lichtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, der Republik Moldau, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn eingesetzt.