05/10/2026
Die Geschichte des Bestatters vom Paulinenhof
Ein Leben zwischen Armut, Familie, Verlust, Krankheit, Verantwortung und Menschlichkeit
Einleitung – Wer ich wirklich bin
Wenn man mich heute fragt, wer ich bin, dann könnte ich viele Antworten geben.
Ich bin Ehemann. Vater. Großvater. Unternehmer. Bestatter. Ich liebe Pferde, Kutschen und Floristik. Ich habe Menschen in ihren schwersten Stunden begleitet und Familien kennengelernt, die ich vorher nie gesehen hatte.
Aber all diese Begriffe erzählen noch lange nicht meine Geschichte.
Denn bevor ich Bestatter wurde, war ich ein Kind.
Ein Kind, das früh lernen musste, was es bedeutet, wenn Geld fehlt. Ein Kind, das Hunger kannte. Ein Kind, das Dinge erlebt hat, die ein Kind eigentlich nicht tragen sollte. Ein Kind, das früh gelernt hat, stark zu wirken, obwohl es innerlich oft ganz anders aussah.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute so viel Wert darauf lege, einen Menschen nicht nur nach dem zu beurteilen, was man von außen sieht.
Denn ich weiß selbst, wie wenig man von einem Menschen erkennen kann, wenn man nur seine Oberfläche betrachtet.
Ich möchte kein Mitleid.
Ich möchte meine Geschichte erzählen.
Nicht, damit jemand sagt: „Was für ein armer Mensch.“
Und auch nicht, damit jemand sagt: „Was für ein starker Mensch.“
Ich möchte einfach erzählen, wie mein Leben war.
Mit allem, was dazugehört.
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Ein Kind, das früh lernen musste, stark zu sein
Meine Kindheit war geprägt von Mangel.
Es gab Zeiten, da hatten andere Kinder Dinge, die für sie ganz selbstverständlich waren, während wir uns Gedanken darüber machen mussten, ob überhaupt genug zu essen da war.
Ich erinnere mich daran, wie ich andere Kinder beobachtet habe.
Sie hatten Fahrräder. Spielzeug. Geld von ihren Eltern.
Und ich saß manchmal am Fenster und sah ihnen beim Spielen zu.
Gerade Weihnachten war für mich eine schwierige Zeit.
Andere Kinder freuten sich über Geschenke und neue Spielsachen. Sie gingen raus, zeigten sich ihre Fahrräder und erzählten, was sie bekommen hatten.
Bei uns war vieles anders.
Manchmal war nicht einmal genug Geld für das Nötigste da.
Ich habe als Kind Dinge gesehen und erlebt, die mich früh erwachsen gemacht haben.
Ich erinnere mich auch an Situationen, in denen ich mit anderen Kindern draußen war. Sie bekamen Geld von ihren Eltern und gingen zum Griechen, um etwas zu essen.
Ich hatte dieses Geld nicht.
Ich saß daneben, sah zu und hatte Hunger.
Manchmal habe ich sogar die Reste gegessen, die andere übrig gelassen hatten.
Keiner wusste, was in mir vorging.
Keiner sah, wie weh mir das eigentlich tat.
Nach außen war ich einfach dabei.
Aber innerlich war da dieses Gefühl: Warum haben die anderen das alles – und wir nicht?
Meine Kindheit war für mich irgendwann nur noch:
Kampf.
Kampf.
Kampf.
Kampf.
Und trotzdem gab es Menschen, die mir geholfen haben.
Auch meine Geschwister haben früh gearbeitet. Nicht nur, weil sie selbst etwas brauchten, sondern auch, weil sie mir helfen wollten, mir etwas geben wollten oder mich einfach glücklich sehen wollten.
Das habe ich nie vergessen.
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Es gab Dinge, die ein Kind nicht tragen sollte
Zu meiner Kindheit gehören aber nicht nur Armut und Hunger.
Es gab auch schwere Erfahrungen, über die ich lange nicht sprechen konnte.
Erfahrungen, die Angst hinterlassen haben.
Scham, obwohl ich selbst keine Schuld daran trug.
Und vor allem die Frage:
Wem kann ich eigentlich vertrauen?
Wenn man als Kind Dinge erlebt, die man nicht verstehen kann, dann nimmt man diese Erfahrungen nicht einfach irgendwann ab und legt sie weg.
Man nimmt sie mit.
Sie können einen Menschen verändern.
Ich musste irgendwann lernen, dass nicht jeder Mensch einem etwas Böses will.
Ich musste wieder lernen, Menschen zu vertrauen.
Menschen näher an mich heranzulassen.
Das war nicht immer leicht.
Vielleicht erklärt auch das einen Teil davon, warum ich heute so empfindlich darauf reagiere, wenn jemand einen Menschen nicht ernst nimmt.
Warum mir Vertrauen so wichtig ist.
Warum ich es kaum ertragen kann, wenn Menschen in einer schwierigen Situation allein gelassen werden.
Denn ich weiß, wie sich Einsamkeit anfühlen kann.
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Früh arbeiten, früh Verantwortung übernehmen
Ich musste früh lernen, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn zu Hause nicht genug Geld da ist, dann bleibt einem als Kind irgendwann nicht mehr viel übrig.
Man wird schneller erwachsen.
Ich habe gearbeitet.
Auch meine Geschwister haben gearbeitet.
Wir haben versucht, irgendwie klarzukommen.
Ich habe früh verstanden, dass man sich auf das Leben nicht immer verlassen kann.
Wenn etwas passieren soll, muss man manchmal selbst dafür sorgen.
Diese Einstellung ist mir geblieben.
Vielleicht sogar bis heute.
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Der Tod meines Vaters
Eines der Ereignisse, die mein Leben für immer verändert haben, war der Tod meines Vaters.
Aber nicht nur sein Tod.
Sondern das, was danach passiert ist.
Mein Vater lag sieben Tage in einem Leichenwagen.
Sieben Tage.
Und irgendwann stand ich vor der Situation, selbst feststellen zu müssen, ob der Verstorbene tatsächlich mein Vater war.
Das sind Momente, die man nicht einfach vergisst.
Für viele Menschen ist eine Bestattung ein kurzer Abschnitt im Leben.
Für mich wurde sie zu einer Frage.
Wie kann man einen Menschen, der sein ganzes Leben lang jemand war, am Ende so behandeln, als wäre er nur noch ein Körper?
Diese Frage hat sich in mir festgesetzt.
Und irgendwann wurde daraus eine Entscheidung.
Ich wollte es anders machen.
Ich wollte Menschen nicht einfach abholen, versorgen und beerdigen.
Ich wollte Familien begleiten.
Ich wollte da sein.
Ich wollte zuhören.
Ich wollte, dass eine Familie das Gefühl bekommt:
Da ist jemand, der sich kümmert.
Vielleicht war das der eigentliche Anfang meines Weges zum Bestatter.
Nicht das Geschäft.
Nicht das Geld.
Sondern mein Vater.
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Von Bestattungen Yüksel zu Bestattungen Paulinenhof
Mein Unternehmen hieß zunächst Bestattungen Yüksel.
Im Jahr 2016 wurde daraus Bestattungen Paulinenhof.
Innerhalb von ungefähr einem Monat hat sich diese Veränderung entschieden.
Der Name Paulinenhof kam von der Straße, in der sich mein Bestattungshaus befand: der Paulinenhofstraße in Köln-Flittard.
Damit war der neue Name geboren.
Aber für mich war der Name nie das Wichtigste.
Wichtig war immer, was dahintersteht.
Der Mensch.
Die Familie.
Die Würde.
Die Menschlichkeit.
Und genau dafür sollte Paulinenhof irgendwann stehen.
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Dann begann der eigentliche Kampf
Was ich damals noch nicht wusste:
Ein eigenes Unternehmen zu führen ist nicht nur Arbeit.
Es ist Verantwortung.
Es bedeutet, Entscheidungen zu treffen, wenn andere Menschen gerade nicht wissen, wie es weitergehen soll.
Es bedeutet, nachts angerufen zu werden.
Es bedeutet, Familien kennenzulernen, die gerade einen Menschen verloren haben.
Es bedeutet, mit Menschen über den Tod zu sprechen, während sie eigentlich nur eines wollen:
Dass alles würdevoll wird.
Und es bedeutet auch, mit Menschen zu arbeiten, die nicht immer so denken wie man selbst.
Im Laufe der Jahre hatte ich immer wieder das Gefühl, dass andere Bestatter mich als Konkurrenz betrachteten.
Ich habe Situationen erlebt, in denen mir das Leben schwer gemacht wurde.
Ich hatte das Gefühl, dass man mich angeschwärzt hat und versucht wurde, Dinge gegen mich zu verwenden.
Für mich war das schwer.
Nicht nur wegen der Arbeit.
Sondern weil ich nie verstanden habe, warum man einen anderen Menschen unbedingt klein machen muss.
Ich habe andere Bestatter nie als meine Feinde gesehen.
Für mich ist ein Mensch, der zu einem anderen Bestatter geht, nicht mein verlorener Kunde.
Er hat einfach den Ort gewählt, an dem er sich wohlfühlt.
Vielleicht fühlt er sich dort verstanden.
Vielleicht kennt er die Familie schon seit Jahren.
Vielleicht gefällt ihm die Art, wie dort mit ihm gesprochen wird.
Das ist sein gutes Recht.
Ich möchte keinen Menschen überreden.
Ich möchte, dass Menschen freiwillig zu mir kommen, weil sie merken:
Hier bin ich Mensch.
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Aber ich habe weitergemacht
Es gab Zeiten, da hätte ich mich zurückziehen können.
Ich hätte bitter werden können.
Ich hätte anfangen können, genauso zu handeln, wie ich es selbst erlebt hatte.
Aber genau das wollte ich nicht.
Denn dann hätte ich etwas verloren, das mir wichtiger war als jeder geschäftliche Erfolg:
mich selbst.
Ich wollte nicht irgendwann der Mensch werden, gegen den ich mein ganzes Leben gekämpft hatte.
Also habe ich weitergemacht.
Immer wieder.
Und irgendwann merkte ich:
Ich wusste inzwischen ziemlich genau, aus welchem Holz ich geschnitzt bin.
Nicht, weil ich nie gefallen wäre.
Sondern weil ich immer wieder versucht habe aufzustehen.
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Die Menschen haben entschieden
Am Ende entscheiden nicht die Gerüchte.
Nicht die Konkurrenz.
Nicht das, was irgendjemand über mich erzählt.
Die Menschen entscheiden selbst, wem sie vertrauen.
Und genau das war für mich immer das Wichtigste.
Wenn eine Familie nach einer Bestattung zu mir sagt:
„Danke, dass Sie da waren.“
Dann bedeutet mir das mehr als jede Werbung.
Denn ich weiß, was hinter diesen Worten steckt.
Manchmal steckt darin eine ganze Familie.
Ein ganzes Leben.
Ein Verlust.
Tränen.
Angst.
Und manchmal auch Erleichterung, dass wenigstens die letzte Reise eines geliebten Menschen würdevoll gestaltet werden konnte.
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Paulinenhof wurde zu mehr als einem Namen
Mit der Zeit wurde Paulinenhof für mich mehr als ein Firmenname.
Es wurde ein Teil meines Lebens.
Bestattungen.
Floristik.
Dekoration.
Pferde.
Kutschen.
Bestattungen mit Pferdekutschen.
Aber auch Hochzeiten mit Kutschen.
All diese Dinge sind Teil meiner Arbeit und meines Lebens geworden.
Ich habe immer versucht, eine Bestattung so individuell zu gestalten, wie der Mensch selbst gewesen ist.
Denn jeder Mensch ist anders.
Der eine war ein Familienmensch.
Der andere liebte Autos.
Jemand anderes liebte Pferde.
Manche Menschen waren laut und voller Leben.
Andere eher ruhig.
Warum sollte dann jede Beerdigung gleich aussehen?
Ich wollte, dass die Persönlichkeit eines Menschen sichtbar bleibt.
Nicht nur auf einem Foto.
Sondern in der gesamten Gestaltung.
In den Blumen.
In der Dekoration.
In der Musik.
In der Kutsche.
In den kleinen Dingen.
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Menschen helfen – auch wenn es mich selbst etwas kostet
Ich habe im Laufe meines Lebens immer wieder Menschen geholfen.
Manchmal vielleicht mehr, als ich hätte tun sollen.
Es gab Familien, die mir versprochen haben:
„Wir bezahlen das später.“
Also habe ich vertraut.
Ich habe Dinge vorgestreckt.
Särge.
Blumen.
Dekoration.
Fahrzeuge.
Mitarbeiter.
Andere Kosten, die zu einer Bestattung gehören.
Ich habe nicht immer zuerst gefragt:
„Wie viel Geld hast du?“
Ich habe oft zuerst gefragt:
„Was braucht diese Familie jetzt?“
Das war meine Art.
Und manchmal wurde dieses Vertrauen missbraucht.
Nach der Beerdigung waren manche Menschen plötzlich nicht mehr erreichbar.
Die Rechnung blieb.
Und ich blieb auf den Kosten sitzen.
Natürlich tut das finanziell weh.
Aber irgendwann merkt man:
Das Geld ist nicht einmal das Schlimmste.
Das Schlimmste ist der Vertrauensbruch.
Denn wenn man einem Menschen wirklich helfen wollte und dieser Mensch danach einfach verschwindet, dann fragt man sich:
Warum habe ich überhaupt vertraut?
Diese Erfahrungen haben mich vorsichtiger gemacht.
Ich habe gelernt, dass Menschlichkeit und Grenzen zusammengehören.
Helfen bedeutet nicht, sich selbst zu verlieren.
Und auch ein Mensch, der anderen hilft, darf lernen, sich selbst zu schützen.
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2026 – eine besondere Anerkennung
Im Jahr 2026 bekam meine Arbeit eine besondere Anerkennung im Zusammenhang mit 11880.
Für mich war das ein besonderer Moment.
Nicht, weil ich plötzlich etwas sein wollte, was ich vorher nicht war.
Sondern weil hinter einer solchen Anerkennung all die Jahre Arbeit stehen.
All die Familien.
All die Nächte.
All die Gespräche.
All die Entscheidungen.
Und all die Momente, in denen ich trotz eigener Probleme für andere Menschen da war.
Ich habe das nicht als Endpunkt gesehen.
Eher als Zeichen:
Der Weg, den ich gegangen bin, wurde von Menschen wahrgenommen.
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Und während ich anderen half, wurde mein eigener Körper immer schwächer
Während ich nach außen weiterarbeitete, machte mein Körper irgendwann immer weniger mit.
Meine Geschichte mit dem Rücken wurde zu einem großen Teil meines Lebens.
Ich hatte insgesamt 21 Operationen.
Ich war ungefähr fünf Monate im Krankenhaus.
Es gab schwere Komplikationen, darunter Infektionen und eine Sepsis.
Meine Wirbelsäule wurde versteift.
Ich habe Schmerzen kennengelernt, die man einem Menschen von außen nicht ansehen kann.
Und trotzdem habe ich immer wieder versucht, weiterzumachen.
Das klingt vielleicht für andere Menschen unglaublich.
Für mich war es irgendwann Alltag.
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Der größte Schauspieler
Manchmal wurde ich operiert und kurze Zeit später stand ich wieder bei einer Bestattung.
Es gab Situationen, da wurde ich beispielsweise an einem Donnerstag operiert und am nächsten Tag stand eine große Bestattung an.
Manchmal waren es nur wenige Stunden.
Ich habe mich angezogen.
Ich habe meine schwarzen Sachen angezogen.
Ich bin aufgestanden.
Ich bin gefahren.
Und ich habe meinen Beruf gemacht.
Die Familien wussten oft nichts davon.
Sie wussten nicht, dass ich gerade operiert worden war.
Sie wussten nicht, wie stark die Schmerzen waren.
Sie wussten nicht, was medizinisch gerade in meinem Körper passiert war.
Sie sahen einfach den Bestatter vor sich.
Ich habe manchmal gesagt:
„Alles gut.“
Auch wenn überhaupt nichts gut war.
Vielleicht bin ich darin tatsächlich ein ziemlich guter Schauspieler.
Meine Familie kennt diesen Satz.
„Alles gut.“
Aber meistens bedeutet er bei mir nicht, dass alles gut ist.
Er bedeutet:
Ich möchte euch nicht zusätzlich belasten.
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Meine Frau sieht trotzdem alles
Meine Frau Mirella kennt mich.
Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen.
Sie sieht meinen Blick.
Sie merkt, wenn ich Schmerzen habe.
Sie merkt, wenn ich mich zurückziehe.
Und manchmal sehe ich in ihren Augen etwas, das mir mehr Angst macht als meine eigenen Schmerzen.
Die Angst, mich zu verlieren.
Aber ich denke auch an sie.
Denn manchmal frage ich mich:
Wie lange kann ein Mensch stark bleiben, wenn er jeden Tag mit ansehen muss, dass der Mensch, den er liebt, Schmerzen hat?
Wie lange kann meine Frau zuschauen?
Wie viel kann sie tragen?
Wie lange kann sie immer wieder sagen:
„Das schaffen wir.“
Ich möchte nicht, dass sie irgendwann nur noch damit beschäftigt ist, mich zusammenzuhalten.
Sie hat ihr eigenes Leben.
Ihre eigenen Gefühle.
Ihre eigene Kraft.
Und ich möchte nicht, dass meine Krankheit das Einzige ist, was sie irgendwann noch mit mir verbindet.
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Der Mensch hinter dem Bestatter
Ich bin nicht nur der Mann, der bei einer Beerdigung vorne steht.
Ich bin auch Ehemann.
Vater.
Großvater.
Ich möchte Zeit mit meiner Familie verbringen.
Ich möchte mit ihnen lachen.
Ich möchte bei ihnen sein.
Aber manchmal sitze ich mit meiner Familie zusammen und alle lachen.
Und ich lache mit.
Doch mein Kopf ist ganz woanders.
Ich denke an die nächste Bestattung.
An eine Familie.
An einen Anruf.
An etwas, das morgen erledigt werden muss.
An etwas, das vielleicht schiefgehen könnte.
Und dann fragt jemand:
„Was ist los?“
Und ich sage:
„Nichts. Alles gut.“
Dabei ist in meinem Kopf manchmal ein ganzes Gewitter.
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Ich möchte nicht nur meine Krankheit sein
Es ist mir wichtig, dass Menschen verstehen:
Ich bin nicht meine Krankheit.
Ich möchte nicht, dass jemand irgendwann nur über mich sagt:
„Das ist der Mann mit den vielen Operationen.“
Nein.
Ich bin viel mehr.
Ich bin der Mann, der trotz seiner Schmerzen versucht hat, für andere da zu sein.
Aber ich bin auch der Mann, der irgendwann verstehen musste, dass auch seine eigene Kraft Grenzen hat.
Ich möchte nicht sterben.
Ich möchte einfach nur irgendwann einmal keine Schmerzen haben.
Das ist ein Unterschied.
Wenn Schmerzen einen Menschen über lange Zeit begleiten, dann wird man müde.
Nicht unbedingt vom Leben.
Sondern davon, ständig kämpfen zu müssen.
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Die Angst vor dem nächsten Tag
Es gibt Momente, in denen ich das Haus verlasse und mir Gedanken mache.
Was ist, wenn ich heute nicht zurückkomme?
Was ist, wenn ich auf dem Friedhof zusammenbreche?
Was ist, wenn mein Körper irgendwann einfach sagt:
„Jetzt geht es nicht mehr“?
Diese Gedanken sind da.
Aber ich möchte sie nicht größer machen, als sie sind.
Ich möchte weiterleben.
Ich möchte bei meiner Frau sein.
Bei meiner Familie.
Bei meinen Kindern und Enkeln.
Ich möchte noch lachen.
Ich möchte noch Pferde sehen.
Ich möchte noch Kutschen fahren.
Ich möchte noch arbeiten.
Aber ich habe verstanden:
Man kann nicht immer nur geben.
Auch derjenige, der andere auffängt, darf selbst aufgefangen werden.
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Und dann ist da noch das Pferd
Pferde gehören zu meinem Leben.
Sie sind für mich etwas anderes als Arbeit.
Wenn ich bei einem Pferd bin, geht es nicht um Rechnungen.
Nicht um Bestattungen.
Nicht um Probleme.
Ein Pferd interessiert sich nicht dafür, wie viel Geld jemand besitzt.
Es interessiert sich nicht dafür, was jemand über dich erzählt.
Es nimmt dich so, wie du bist.
Und vielleicht ist genau das etwas, was ich immer gebraucht habe.
Ruhe.
Nähe.
Vertrauen.
Aber auch beim Pferd musste ich irgendwann eine schwere Wahrheit akzeptieren.
Ich habe ein Pferd, das ich liebe.
Und trotzdem muss ich mich fragen, ob ich ihm im Moment das geben kann, was es verdient.
Das tut weh.
Denn manchmal bedeutet Liebe auch, eine schwere Entscheidung zu treffen.
Nicht, weil man etwas nicht mehr liebt.
Sondern gerade weil man es liebt.
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Ich habe nicht immer gewonnen
Wenn ich mein Leben heute anschaue, kann ich nicht sagen:
„Ich habe immer gewonnen.“
Das wäre gelogen.
Ich habe verloren.
Menschen verloren.
Gesundheit verloren.
Vertrauen verloren.
Zeit verloren.
Manchmal auch Geld.
Und manchmal habe ich mich selbst verloren.
Zumindest für eine gewisse Zeit.
Aber ich habe auch etwas gewonnen.
Erfahrung.
Menschenkenntnis.
Familie.
Liebe.
Verantwortung.
Und die Erkenntnis, dass ein Mensch nicht daran gemessen werden sollte, wie oft er fällt.
Sondern daran, was er danach macht.
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Was ich aus meinem Leben gelernt habe
Ich habe gelernt, dass Geld wichtig sein kann.
Aber Geld nicht alles ist.
Ich habe gelernt, dass man erfolgreich sein kann und trotzdem einsam.
Ich habe gelernt, dass Menschen einem versprechen können, zu bleiben, und trotzdem gehen.
Ich habe gelernt, dass manche Menschen enttäuschen.
Aber ich habe auch gelernt, dass es unglaublich viele gute Menschen gibt.
Menschen, die ehrlich sind.
Menschen, die dankbar sind.
Menschen, die in einer schweren Zeit nicht vergessen, wer ihnen geholfen hat.
Ich habe gelernt, dass man verletzt werden kann, ohne selbst herzlos zu werden.
Und vielleicht ist das eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens.
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Das Kind von damals und der Mann von heute
Manchmal denke ich an den Jungen zurück, der am Fenster saß und andere Kinder mit ihren Fahrrädern sah.
Der Junge, der Hunger hatte.
Der Junge, der sich Dinge nicht leisten konnte.
Der Junge, der früh arbeiten musste.
Der Junge, der Angst kannte.
Wenn ich diesem Jungen heute gegenüberstehen könnte, würde ich ihm wahrscheinlich nicht erzählen, was alles noch passieren wird.
Ich würde ihm nur sagen:
„Halte durch.“
Nicht, weil alles leicht werden wird.
Sondern weil du irgendwann verstehen wirst, warum du so geworden bist, wie du bist.
Du wirst lernen, Menschen zu helfen.
Du wirst Menschen kennenlernen.
Du wirst deine eigene Familie haben.
Du wirst Vater und Großvater werden.
Du wirst Menschen in ihren schwersten Stunden begleiten.
Du wirst selbst oft an deine Grenzen kommen.
Aber du wirst versuchen, ein guter Mensch zu bleiben.
Und vielleicht ist genau das das Wichtigste.
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Der Mensch hinter Bestattungen Paulinenhof
Wenn Menschen mich heute sehen, sehen sie vielleicht den Bestatter.
Den Mann, der eine Familie berät.
Den Mann, der einen Sarg organisiert.
Den Mann, der Blumen und Dekoration bespricht.
Den Mann, der eine Kutsche organisiert.
Den Mann, der eine Bestattung vorbereitet.
Aber hinter diesem Mann steht eine ganze Geschichte.
Ein Kind, das Hunger kannte.
Ein Junge, der früh Verantwortung übernehmen musste.
Ein Mensch, der schwere Erfahrungen gemacht hat.
Ein Sohn, der seinen Vater verloren hat.
Ein Mann, der daraus seinen Beruf gemacht hat.
Ein Unternehmer, der gelernt hat, dass Vertrauen manchmal verletzt wird.
Ein Ehemann, der seine Frau liebt und gleichzeitig weiß, dass auch sie ihre Grenzen hat.
Ein Vater und Großvater, der eigentlich nur eines möchte:
Noch lange für seine Familie da sein.
Und ein Mensch, der trotz allem versucht, anderen Menschen ihre schwersten Stunden ein wenig leichter zu machen.
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Warum ich Menschen helfe
Vielleicht werde ich manchmal gefragt:
„Warum machst du das alles?“
Warum kümmerst du dich so sehr?
Warum gehst du manchmal über das hinaus, was eigentlich deine Aufgabe wäre?
Die Antwort ist eigentlich einfach.
Weil ich weiß, wie es ist, wenn man jemanden braucht.
Ich weiß, wie es ist, wenn niemand sieht, wie schlecht es einem wirklich geht.
Und ich weiß, wie wichtig es sein kann, wenn dann plötzlich jemand da ist und sagt:
„Ich kümmere mich.“
Deshalb möchte ich, dass die Menschen bei Paulinenhof genau dieses Gefühl bekommen.
Nicht:
„Ich habe einen Auftrag bekommen.“
Sondern:
„Da ist jemand, der mich nicht alleine lässt.“
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Aber ich habe auch etwas gelernt
Ich kann nicht jeden retten.
Ich kann nicht jedes Problem lösen.
Ich kann nicht jeden Menschen glücklich machen.
Und ich kann nicht jedem vertrauen.
Das musste ich lernen.
Es hat lange gedauert.
Denn mein erster Impuls war immer:
helfen.
Heute weiß ich:
Helfen braucht auch Grenzen.
Denn wenn ich selbst irgendwann nicht mehr kann, kann ich niemandem mehr helfen.
Menschlichkeit bedeutet deshalb nicht, alles mit sich machen zu lassen.
Menschlichkeit bedeutet auch, sich selbst nicht zu vergessen.
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Mein Leben war Kampf
Wenn ich mein Leben mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es vielleicht:
Kampf.
Aber ich möchte nicht, dass dieses Wort negativ verstanden wird.
Mein Kampf hat mich nicht zu einem harten Menschen gemacht.
Er hat mir gezeigt, wie wichtig Menschlichkeit ist.
Ich habe erlebt, wie es ist, wenn Menschen einen nicht sehen.
Deshalb möchte ich andere Menschen sehen.
Ich habe erlebt, wie es ist, wenn man Angst hat.
Deshalb möchte ich anderen Menschen Sicherheit geben.
Ich habe erlebt, wie es ist, wenn man jemanden verliert.
Deshalb möchte ich Familien in diesem Moment nicht alleine lassen.
Und ich habe erlebt, wie es ist, wenn Vertrauen verletzt wird.
Deshalb weiß ich heute, wie wertvoll echtes Vertrauen ist.
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Ich bin einfach ich
Ich habe lange darüber nachgedacht, wer ich eigentlich bin.
Ich bin kein perfekter Mensch.
Ich habe Fehler gemacht.
Ich habe Entscheidungen getroffen, die ich heute vielleicht anders treffen würde.
Ich habe Menschen vertraut, denen ich nicht hätte vertrauen sollen.
Ich habe mich manchmal selbst überfordert.
Ich habe meinen Körper oft ignoriert.
Ich habe meiner Familie manchmal gesagt, dass alles gut ist, obwohl es nicht gut war.
Aber ich bin trotzdem ich.
Ein Unikat.
Ich bin nicht besser als andere Menschen.
Aber ich bin auch nicht weniger wert.
Ich habe meinen eigenen Weg.
Meine eigene Geschichte.
Meine eigenen Narben.
Meine eigenen Fehler.
Und meine eigenen Werte.
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Vielleicht ist genau das mein Vermächtnis
Wenn ich irgendwann einmal nicht mehr da bin, möchte ich nicht, dass die Menschen nur über meine Krankheiten sprechen.
Nicht über meine 21 Operationen.
Nicht darüber, wie oft ich Schmerzen hatte.
Nicht darüber, wie viel ich gearbeitet habe.
Ich möchte, dass man sich an etwas anderes erinnert.
Dass ich versucht habe, menschlich zu bleiben.
Dass ich Familien geholfen habe.
Dass ich einem Menschen, der gerade einen geliebten Menschen verloren hatte, das Gefühl geben wollte:
Du bist nicht alleine.
Vielleicht ist das mehr wert als alles andere.
Denn am Ende nimmt niemand sein Geld mit.
Keiner nimmt seine Autos mit.
Keiner nimmt sein Unternehmen mit.
Keiner nimmt seinen Besitz mit.
Was bleibt, sind Erinnerungen.
Und die Frage:
Wie hast du die Menschen behandelt, die dir begegnet sind?
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Wenn am Ende jemand fragt, wer ich eigentlich bin
Dann würde ich heute nicht mit meinem Beruf antworten.
Ich würde sagen:
Ich bin ein Mensch, der viel erlebt hat.
Ich bin ein Mensch, der früh lernen musste, stark zu sein.
Ich bin ein Mensch, der gefallen ist.
Ich bin ein Mensch, der Fehler gemacht hat.
Ich bin ein Mensch, der Schmerzen kennt.
Ich bin ein Mensch, der liebt.
Ich bin Ehemann.
Vater.
Großvater.
Bestatter.
Pferdemensch.
Unternehmer.
Und vor allem bin ich ein Mensch, der trotz allem versucht hat, sein Herz nicht zu verlieren.
Ich möchte kein Mitleid.
Ich möchte keine Bewunderung.
Ich möchte nur, dass man versteht:
Man kann im Leben sehr viel durchmachen und trotzdem menschlich bleiben.
Man kann verletzt werden, ohne selbst herzlos zu werden.
Man kann verlieren, ohne aufzugeben.
Man kann fallen und trotzdem wieder aufstehen.
Und man darf irgendwann auch sagen:
Jetzt brauche ich selbst jemanden, der mich auffängt.
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Mein Weg geht weiter
Ich weiß nicht, wie viele Kapitel mein Leben noch hat.
Aber ich weiß, dass ich die bisherigen Kapitel nicht mehr ändern kann.
Meine Kindheit nicht.
Den Tod meines Vaters nicht.
Die schweren Erfahrungen nicht.
Die Krankheiten nicht.
Die Operationen nicht.
Die Menschen, die mich enttäuscht haben, nicht.
Aber ich kann entscheiden, was ich daraus mache.
Und genau das versuche ich jeden Tag.
Ich möchte weiterhin für meine Familie da sein.
Für meine Frau.
Für meine Kinder.
Für meine Enkel.
Für die Menschen, die mir vertrauen.
Für die Familien, die zu mir kommen.
Und solange ich es kann, möchte ich meinen Beruf mit dem machen, was mir von Anfang an wichtig war:
mit Herz, mit Würde und mit Menschlichkeit.
Denn vielleicht ist das am Ende das Einzige, was wirklich zählt.
Nicht, wie groß man geworden ist.
Nicht, wie viel man besitzt.
Nicht, wie viele Menschen den eigenen Namen kennen.
Sondern wie viele Menschen irgendwann sagen können:
„Er hat mich in einer schweren Stunde nicht alleine gelassen.“
Das wäre für mich genug.
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Bestattungen Paulinenhof
Meine Geschichte begann nicht mit einem Unternehmen.
Sie begann mit einem Kind.
Mit Hunger.
Mit Armut.
Mit Angst.
Mit Verlust.
Mit meinem Vater.
Und sie führte mich irgendwann zu dem Beruf, den ich heute ausübe.
Ich wollte nie einfach nur Bestatter sein.
Ich wollte ein Mensch sein, der andere Menschen versteht.
Vielleicht gelingt mir das nicht immer.
Vielleicht mache ich Fehler.
Vielleicht bin ich manchmal zu gutgläubig.
Vielleicht übernehme ich manchmal zu viel.
Aber eines habe ich mir bis heute bewahrt:
Ich möchte den Menschen, die zu mir kommen, mit Respekt begegnen.
Denn hinter jedem Verstorbenen steht eine Geschichte.
Eine Familie.
Eine Liebe.
Erinnerungen.
Und ein Leben, das einmal wichtig war.
Deshalb werde ich auch weiterhin versuchen, jede Familie so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte, wenn ich eines Tages jemanden verliere.
Und vielleicht ist genau darin die ganze Geschichte von Paulinenhof zu finden.
Nicht in einem Namen.
Nicht in einem Gebäude.
Nicht in einem Unternehmen.
Sondern in einem Gedanken:
Der Mensch steht an erster Stelle.
Und wenn ich irgendwann zurückblicke, möchte ich sagen können:
Ich habe nicht immer alles richtig gemacht.
Aber ich habe mein Bestes gegeben.
Ich bin gefallen.
Ich bin wieder aufgestanden.
Ich habe verloren.
Ich habe geliebt.
Ich habe geweint.
Ich habe gelacht.
Ich habe gekämpft.
Und ich habe versucht, trotz allem ein Mensch zu bleiben.
Bestattungen Paulinenhof – Mit Herz. Mit Würde. Mit Menschlichkeit. Denn Kunden kommen als Kunden – und gehen als Familie.