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Nachruf auf Prof. Bernhard Nauck (1945–2026)Mit Prof. Dr. Bernhard Nauck ist am 16. September 2026 in Hamburg einer der ...
23/09/2026

Nachruf auf Prof. Bernhard Nauck (1945–2026)

Mit Prof. Dr. Bernhard Nauck ist am 16. September 2026 in Hamburg einer der international profiliertesten deutschen Familiensoziologen und Migrationsforscher verstorben. Über Jahrzehnte prägte er die empirische Sozialforschung zu Familie, Migration und intergenerationalen Beziehungen und trug wesentlich zur internationalen Sichtbarkeit der deutschen Soziologie bei.
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von einem Wissenschaftler, der das Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz über zwei Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat.
Bernhard Nauck studierte Erziehungswissenschaft und Soziologie. 1992 wurde er als Gründungsprofessor und Direktor an die TU Chemnitz berufen, mit dem Auftrag, ein soziologisches Institut aufzubauen. Er legte gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen den Grundstein für die fachliche Profilierung und für die überregionale Sichtbarkeit des Standorts Chemnitz in der deutschen Soziologie. Von 1992 bis 2012 hatte er den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Familiensoziologie inne.
In den zwanzig Jahren seines Wirkens in Chemnitz trug Bernhard Nauck entscheidend dazu bei, das Institut wissenschaftlich zu prägen und weit über die Universität hinaus bekannt zu machen. Zudem hat er mit zwei Amtszeiten als Dekan die Human- und Sozialwissenschaftliche Fakultät unterstützt und wesentlich mitgestaltet. Als Wissenschaftler legte er wegweisende Arbeiten in der Migrations- und Familiensoziologie vor, die national wie international große Beachtung fanden. Mit seinen zahlreichen umfangreichen Drittmittelprojekten – u.a. war er einer der maßgeblichen Initiatoren des Deutschen Familienpanels (pairfam) – hinterlies er bedeutsame Spuren in der deutschen Soziologie und stärkte zugleich die wissenschaftliche Bedeutung des Instituts in Chemnitz.
Auch nach seiner Emeritierung blieb Bernhard Nauck der Soziologie in Chemnitz und dem Institut eng verbunden. Er war weiterhin auf wissenschaftlichen Tagungen so regelmäßig präsent, dass man kaum glauben konnte, dass er eigentlich im Ruhestand war. Seit fast zehn Jahren war Bernhard Nauck auch Gastprofessor im Arbeitsbereich International Vergleichende und Interkulturelle Bildungsforschung der Universität Hamburg. Nach Hamburg verlegte er auch zunehmend seinen familiären Lebensort.

Mit dieser Motivation und Energie hat er bleibende Spuren in der soziologischen Forschung in Deutschland hinterlassen. Seine wissenschaftlichen Impulse, sein Engagement für die Soziologie und nicht zuletzt sein Wirken als akademischer Lehrer werden uns in Erinnerung bleiben.

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