Ein paar mögliche Antworten auf ein paar mögliche Fragen.
Brauche ich auf jeden Fall ein Schlagzeug?
Über kurz oder lang sollte man sich schon ein Schlagzeug zulegen. Es gibt zwar auch andere Möglichkeiten an Schlagzeugen zu üben, ohne selbst eins zu besitzen, aber die sind alle nicht umsonst(es gibt einige Anbieter von Proberäumen, die man Stundenweise mieten kann). Wenn die Lust am Schlagzeugspiel mit der Zeit wächst, und somit auch der Bedarf an Übungsstunden, dann übersteigt die Bezahlung solcher Möglichkeiten irgendwann den Anschaffungspreis eines Schlagzeuges. In jedem Fall empfehle ich mit der Anschaffung zu warten, bis man sich sicher ist dabei zu bleiben.
Was muß ich beim Kauf beachten?
Ich rate anfangs zu einem gebrauchten Schlagzeug. Gebrauchte sind in den meisten Fällen noch sehr gut in Schuß und erfüllen auch alle für einen Anfänger nötigen Voraussetzungen. Hier kann man mit etwas Glück für wenig Geld gute Qualität erhalten. Es gibt auch schon neue Sets mit allem drum und dran für ca.600€. Es ist völlig ausreichend ein kleines Set mit zwei Toms, einer Bassdrum, einer Snaredrum, Hihats und zwei Becken zu kaufen. Ein großes überdimensioniertes Schlagzeug lenkt beim Üben nur vom Wesentlichen ab.
Was ist besser: Akustik-oder E-Drums?
Ich selber empfehle immer den Kauf eines akustischen Schlagzeuges, denn Klangerlebnis und Spielgefühl sind direkter, eben echt. Es ist klanglich sehr vielfältig. Man bewegt den Stick 1-2 cm weiter in irgendeine Richtung und schon klingt es anders. Kein kompliziertes programmieren und editieren. Will man eine Stunde üben, dann ist es sehr nervig einen Teil der Zeit mit Einstellungen zu verbringen. E-Drums die einfach gleich gut klingen sind dann auch recht teuer. E-Drums haben den Vorteil nachbarnfreudlich zu sein - man kann zu hause üben. Das ist mit einem akustischen Set nicht problemlos. E-Drums sind sicher eine gute Erweiterung eines akustischen Schlagzeuges, das spielt jedoch für den Anfänger kaum eine Rolle. Nur noch eins:
Wer auf Akustischen Drums spielen lernt kann auch problemlos auf E-Drums spielen. Andersrum funktioniert das nicht.
Welche Felle nimmt man?
Felle und deren Auswahl sind ein ebenso komplexes wie leidiges Thema, denn für die Auswahl der Felle gibt es keine Formel. Sie ist einzig und allein vom Geschmack eines Trommlers und dem vorhandenem Schlagzeuges abhängig. Ist der Geschmack(z.B.für welche Musikrichtung) schon recht klar definiert, so kann man schon im Vorfeld einige Sorten ausschließen. Der Rest muß allerdings erprobt werden und das ist schon recht kostspielig. Ich halte es für das Beste, sich mit einem erfahrenen Trommler zu besprechen. Er wird nach gemeinsamer Absprache sicher einen Treffer landen und den Geldbeutel schonen.
Welche Sticks sind am besten?
Hier verhält es sich ähnlich wie mit den Fellen, mit dem Unterschied, daß man Sticks nicht erst kaufen muß, um sie zu probieren. Die meisten Läden bieten die Möglichkeit Sticks auf Gummimatten oder Übungsbrettern zu testen. Hier würde ich mit viel Zeit alle verschiedenen Größen mal in die Hand nehmen. Ich empfehle für den Anfang eine mittlere Größe: 5A aus Hickory (ein Holz das den anfänglichen Beanspruchungen ambesten Stand hält).Ich selber wechsele noch sehr häufig sie Sticksorte. Alles was ich übe, übe ich sowohl mit dicken, schwereren Sticks(5B,2B), als auch mit leichteren dünneren(7A).
Beim Thema Stickkauf ist es nicht sinnvoll eine Auswahl nach Prinzipien der Sparsamkeit zu treffen. Ein qualitativ hochwertiges Paar Sticks klingt besser, ist besser ausbalanciert und hält länger. Günstige Sticks die schnell kaputt gehen sparen auf lange Sicht nicht wirklich Geld.
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Üben, Üben, Üben !!!
Wie denn nun???
Über dieses Thema lassen sich ganze Bücher schreiben. Hier werde ich nur die wichtigsten Fragen kurz erläutern. Wer es genauer wissen will, sollte mich direkt fragen oder eben Unterricht bei mir nehmen.
Wie oft und wie lange sollte man üben?
Um diese Frage zu beantworten muß zuerst die Frage der Zielsetzung geklärt sein.alle gilt jedoch: "Täglich eine viertel Stunde bringt mehr, als ein mal in der Woche 5 Stunden." Die Muskeln, die zum Schlagzeugspielen benötigt werden, brauchen regelmäßige Beanspruchung. Regelmäßigkeit ist auch ein wichtiger Faktor um Übungen und rhythmisches Denken zu verinnerlichen. Ganz nebenbei kann man sich über kürzere Zeiten auch besser konzentrieren. Um mehrere Stunden wirklich konzentriert zu sein, bedarf es schon einiges an Übungserfahrung.
Zurück zur Zielsetzung: Wer trommeln zu seinem Beruf machen will, sollte sich auf täglich mindestens zwei Stunden einstellen und frühzeitig die Zusammenarbeit mit anderen Musikern und einem guten Lehrer anstreben. Wer nicht von Musik leben will hat die freie Wahl, sollte aber auch täglich ein wenig an der Sache arbeiten um Fortschritte zu machen. Ohne diese geht auch der größte Spaß irgendwann verloren.
Wo übt man?
Das ist recht einfach: "Da wo man laut sein darf". Schlagzeugspielen ist laut, daran führt kein Weg vorbei. Sicher bietet uns die Elektronik des 21.Jahrhunderts einige Alternativen die das Üben zu Hause ermöglichen. Früher oder später wird ein Raum zum musizieren jedoch unerläßlich. Es muß ja kein eigener sein. Hier gibt es viele Möglichkeiten unterzukommen. Dieses näher zu erläutern wird hier zu viel. Ich weiß: "Wer üben will, der findet einen Weg."
Wie wird geübt?
Beim Üben gibt es gewisse Dinge, die beachtet werden sollten, damit Üben auch zum Erfolg führt. Zuerst einmal stelle ich klar, daß Üben nicht spielen bedeutet. Beim Üben wird logischerweise an Techniken gearbeitet, die man noch nicht beherrscht. Spielen bedeutet schon geübte und verinnerlichte Techniken herauszulassen. Wenn man es richtig macht, kann Üben eine durchaus meditative Seite bekommen und somit zu innerer Ruhe, Ausgeglichenheit und Steigerung des Selbstbewußtseins führen. Die im Anschluss genannten Begriffe sind wichtige Bestandteile, die das Üben effektiv gestalten.
Konzentration
Konzentration ist die Basis effektiven übens. Mit ihr beginnt eine Übungsstunde und sie entscheidet im wesentlichen über ihren Erfolg. Wichtig ist also erst einmal die Möglichkeit zur Konzentration zu schaffen. Das geht am besten in einem Raum in dem man mit sich allein und frei von äußeren Einflüssen ist. In Momenten hoher Konzentration kann schon eine Fliege, die sich immer wieder auf die Stirn setzt ein lästiger Störenfried sein. Wichtig ist auch, nicht das Gefühl zu haben jemanden zu stören. Wir Schlagzeuger sind ja eher laut und können Störgeräusche leicht überspielen. Muß man jedoch ständig an einen Nachbarn denken ist es kaum möglich sich zu konzentrieren.
Übungsplan
Es ist wichtig, die Zeit die einem zur Verfügung steht sinnvoll einzuteilen. Ein Übungsplan ist hier unerläßlich. Nach meinen Erfahrungen ist es sinnvoll diesen Plan in fünf Themengruppen zu unterteilen, deren Inhalte variabel sind. Um auf die Inhalte der einzelnen Gruppen einzugehen würde die Kürze dieser Beschreibung sprengen und ist auch nicht zu verallgemeinern.
Gruppe 1: Aufwärmübungen
Gruppe 2: Snaredrumtechniken
Gruppe 3: Unabhängigkeitsübungen
Gruppe 4: Rhythmen/Grooves
Gruppe 5: freies Spielen
Die zur Verfügung stehende Zeit teilt man in vier Viertel. Gruppe 1 + 5 teilen sich ein Viertel der Zeit, die restlichen Gruppen erhalten je ein Viertel. Die Benutzung einer Uhr ist dringend notwendig. Wenn die Zeit für einen Übungsabschnitt abgelaufen ist, wird zum nächsten Abschnitt gewechselt. Auf diese Weise wird gewährleistet eine Auswahl an Zielen langfristig zu erreichen.
Zählen
Zählen ist beim Üben ein absolutes Muß. Gemeint ist deutliches, lautes Zählen. Wer nicht gewohnt ist beim Schlagzeugspielen zu zählen, wird merken, daß einige der schon gekonnt geglaubten Techniken nicht mehr funktionieren. Wer schon als Anfänger bei jeder Übung laut mitzählt, wird wesentlich schneller eine gutes Timing und ein großes Maß an Unabhängigkeit erlangen. Mit etwas Übung ist es nicht mehr schwer Melodie-und Akzentlinien zu folgen, ohne die Orientierung zu verlieren.
Lautes Zählen ist das "hörbar machen" der inneren Uhr. Diese innere Uhr ist verantwortlich für ein gutes Zeitgefühl und ist bei den meisten Menschen schon recht gut in Sachen "Timing halten". Wer mal probiert zu einem Metronom nur zu zählen, stellt schnell fest wie einfach dieses, im Vergleich zum Spielen eines Instrumentes, gelingt.
Wie wird denn nun gezählt?
Bei den verschiedensten Zählweisen haben sich zwei für mich als besonders effektiv herauskristallisiert. Bei langsamen Tempi und solange man sich in der zu übenden Technik noch nicht sicher bewegt:"1,und,2,und,3,und,4,und," (binär) oder "1,und,e,2,und,e,3,und,e" (ternär), bei mehr technischer Sicherheit und wenn es schneller wird nur noch den Viertelpuls: "1,2,3,4,". Beherrscht man den Übungsinhalt, so besteht die Möglichkeit durch zählen den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, indem nur die Zählzeit "und" gezählt wird. Diese Zählweise schult die Rhythmische Unabhängigkeit in hohem Maße.
In einer musikalischen Situation ist zählen nicht angebracht. Hier ist einzig und allein wichtig dem Spiel und dem Timing der Mitmusiker zufolgen.
Metronom
Das Metronom ist ein wichtiges Instrument um unsere eben schon erwähnte innere Uhr zu eichen. Alles was wir üben, wird dem Zählen untergeordnet - das Zählen orientiert sich am Metronom. Um so unsicherer der Übungsinhalt desto mehr Metronomschläge werden eingestellt. Wenn die Übung sicherer wird, wird die Schlagzahl des Metronoms reduziert. Das lässt sich immer weiter betreiben, bis die Metronomschläge nur noch selten zu hören sind. Um so länger die Pausen zwischen den Schlägen werden, um so mehr muss unsere innere Uhr die Verantwortung für das Timing übernehmen. Es ist wichtig alle Übungen in einem Tempo zu spielen, daß man beherrscht und dann geduldig jeden Tag an der Steigerung des Tempos zu arbeiten. Es empfielt sich diese Entwicklung auf dem Übungsplan zu dokumentieren.
Weitere Möglichkeiten das eigene Timing zu verbessern:
1/2-Click auf 2 + 4;
1/4-Click auf "und" im Off-Beat
1/8-Click auf "e" und "a"
Click im ternären Modus auf dem letzten Triolen-Achtel
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