31/07/2026
Der ein oder andere wird's möglicherweise schon mitbekommen, gerechtfertigterweise einen Vogel gezeigt, mit dem Kopf geschüttelt und bestenfalls ob der Absurdität des geplanten Vorhabens dreckigst gelacht haben ...; Patrick und ich werden in genau 6 Monaten, am 08. Januar, um geplant 23.59 Uhr -auf einem kleinen Flughafen an der marokkanischen Sahara-Wüste gelegen- mit vermutet abenteuerlichem Fluggerät "gelandet werden"☝️.
In unserem abgeschiedenen Hotel mit dem anzunehmend ins Deutsche übersetzte Hotelnamen "Am A***h der Welt" oder "Dussel, was willst Du denn hier" werden wir die erste Nacht verbringen. Die Geräusche niedlicher Vogelspinnen und Skorpione unter dem Bett werden uns dabei ein Gefühl von kuscheliger Heimat geben und uns behutsam in den Schlaf wiegen.
Doch was soll das Ganze überhaupt? Patrick und ich (im folgenden "Die Laufpfeifen" genannt 🫡) werden am Marathon de Sables MDS ULTRA 2027, einem der weltweit härtesten Ultra-Marathons, teilnehmen. 👀
Unter erfahrendsten Marathon-Profis aus aller Welt (mit teils jahrzehntelanger Lauftrainingserfahrung) reihen sich "Die Laufpfeifen" -mit einer Laufvorbereitung von gerade einmal 8 Monaten- in das maximal 200 Teilnehmer umfassende Starterfeld ein. Es gilt, eine Strecke von 100 km oder 160 km in einer limitierten Zeit von maximal 40 Stunden zu bewältigen. Klingt unschön ...! Wird’s sicher auch!
Wenig erfreulich darüber hinaus und die Laune allenfalls unwesentlich verbessernd, sind die zu erwartenden Bedingungen, tagsüber Hitze, nachts Temperaturen nahe des Gefrierpunktes, rund 850 zu bewältigende Höhenmeter, immerzu weicher Sand, Dünen hoch, Dünen runter, der zu tragende Laufrucksack mit Kleidung und Verpflegung ....
Wie konnte es nur soweit kommen? Um es voranzustellen, selbstverständlich ist Patrick schuld!😅 In einem lauschigen Gespräch vor einigen Monaten war derselbe so unvorsichtig, mir gegenüber zu erwähnen, man könne doch irgendwann einmal im Leben einen Marathon laufen. Für uns als Kraftsportler eine komplett gegensätzliche Sportart, jedoch -so meinte er zuversichtlich- mit entsprechender Vorbereitung realisierbar. „Möglicherweise einmal Hamburg-Marathon, gemütlich um die Ecke, abends mit leckerem Rotwein geruhsam und entspannt im Restaurant“, ließ Patrick sinngemäß und frohgestimmt verlautbaren.
Oooh …, er hätte es besser wissen müssen, ein Fehler, mir so etwas vorzuschlagen und dessen nach sich bringende Folgen wir nun beide auszulöffeln haben.
Für Herausforderungen immer die Ohren aufgesperrt, eröffnete ich noch am gleichen Tag -breit grinsend und gehässigst in mich hineinlachend -meine unheilvolle Recherche. Ich stellte mir vom heimeligen Sofa aus die mir logisch erscheinende Frage, weshalb nur einen Marathon laufen, wenn wir doch als völlig untrainierte Läufer gleich 4 hintereinander laufen könnten? Nicht etwa unter Laborbedingungen auf der Straße, sondern inmitten einer der menschenfeindlichsten Umgebungen auf dieser Erde unter widrigsten Umständen mit Gepäck beladen …!
Noch am gleichen Tag stand für mich der Plan, unbedingt das Unmögliche schaffen zu wollen. Nur 8 Monate Vorbereitung? Haha, das kann niemals funktionieren! Ein Grund mehr, die Sache anzugehen. Nun galt es noch, Patrick für das Vorhaben zu gewinnen.
Dessen Schwäche, selten „Nee“ sagen könnend, schamlos ausnutzend, brauchte es rund 5 Minuten Überzeugungsarbeit respektive Überredungskunst. „Mensch Patrick, schön warm dort, toller Sternenhimmel, endlich sieht man mal Kamele …!
So schloss sich das Bündnis der „Laufpfeifen“, der Plan war geschmiedet.
Ehrlicherweise und der Wahrheit zugehörig, muss erwähnt werden, dass es doch Momente gibt, in denen wir uns fragen, ob anstehendes Himmelfahrtskommando wirklich eine unserer besten Ideen ist. Wir glauben, die Antwort bereits jetzt zu wissen.
Die Unternehmung soll -so von uns geplant- mit GoPro filmisch und authentisch, mit allen Höhen und Tiefen, eingefangen werden. Über den Titel sinnieren wir noch …, wie wäre es mit „Die Laufpfeifen - Drama in der Wüste“ oder „Nahtodererfahrung in the desert – jetzt gibt’s ordentlich auf’n Sack“.
‼️Etwas noch: am 2.ten Checkpoint nach rund 60 Kilometern gelaufener Strecke, Treppensteiger-Dünenworkout auf Sahara-Art, Blasen an den Füßen, lautem Gefluche, Tinnitus des eigenen Gejammers wegen, muss die Entscheidung eines jeden Teilnehmers zugunsten der 100 km bzw. 160 km fallen. Dem Umstand unserer desolaten Laufkondition folgend, haben „Die Laufpfeifen“ schlüssig, selbstverständlich und -überschätzend die ??? km anvisiert.
Peinlich und unserer Erheiterung nicht zuträglich wäre es, würden wir es nicht einmal zum Checkpoint 60 schaffen. Wir versprechen unbedingt, alles zu geben; es wird mit Sicherheit eine Grenzerfahrung. Damit wir tagsüber und nachts in der Wüste nicht verloren gehen, werden wir mit einem GPS-Sender ständig geortet werden können – nicht nur von der Rennleitung, sondern auch von euch, für jeden, der sehen möchte, wo und ob sich die zwei Punkte noch bewegen. Das könnte lustig und unterhaltsam werden – nicht für uns, aber für alle anderen …
Selbstverständlich bleiben Patrick und ich während des Rennens zusammen, passen aufeinander auf und sollte einer schwächeln, wird dieser das Tempo bestimmen.
Wir haben uns überlegt, euch aus sicherer Entfernung an unserem Vorhaben teilhaben zu lassen. So werden wir in Kürze Abstimmungsboxen am Tresen positionieren. Soviel vorweg: nach unserer Rückkehr geben wir zuallererst und selbstverständlich einen aus. Das ist wohl das Mindeste. 🫡
‼️Darüber hinaus nimmt jeder Teilnehmer an einer Verlosung teil. Über folgendes darf abgestimmt werden:
✅️„Die Laufpfeifen“ schaffen gemeinsam 100 km
✅️„Die Laufpfeifen“ schaffen gemeinsam 160 km
✅️„Die Laufpfeifen“ schaffen weder die 100 km noch die 160 km
Über den weiteren Verlauf halten wir euch gerne aktuell. ✌️😃