20/12/2024
„Die Weihnacht(en)“ oder „das Weihnachten“? - Grammatik zum Fest
Damit eure Weihnachtswünsche nicht nur herzlich, sondern auch ganz korrekt sind, haben wir heute für euch nachgeschlagen, wie das Wort „Weihnacht(en)“ richtig verwendet wird, und zwar in Bezug auf Artikel, Numerus und Genus.
Das endungslose Substantiv „die Weihnacht“ (Femininum Singular) wird gelegentlich neben der üblichen Form „Weihnachten“ gebraucht: „Ich wünsche dir eine frohe Weihnacht / frohe Weihnachten.“
Es ist vor allem in der religiösen Sprache zu finden, ebenso in der Wendung „zu Weihnacht“. Die Form „Weihnachten“ ist standardsprachlich im Allgemeinen als ein Neutrum Singular anzusehen:“ Es war ein schönes Weihnachten.“ Es wird vorwiegend ohne Artikel gebraucht: „Weihnachten ist längst vorbei. Weihnachten steht vor der Tür.“
Im regionalen Sprachgebrauch wird „Weihnachten“ aber häufig als Plural aufgefasst (so auch meist in Österreich und der Schweiz) und dann überwiegend mit einem Artikelwort oder Adjektiv gebraucht: „Ich werde diese Weihnachten in Berlin verleben.“
In bestimmten formelhaften Wendungen, vor allem als Wunschformel zum Weihnachtsfest, ist der Plural allgemeinsprachlich und nicht auf den regionalen Sprachgebrauch begrenzt: „Fröhliche Weihnachten!“
Standardsprachlich wird „Weihnachten“ heute meist nicht als Subjekt oder Objekt mit Artikel gebraucht; dafür treten dann Komposita ein: „Die Weihnachts[feier]tage waren sehr anstrengend.“ Es ist also standardsprachlich nicht üblich, zu sagen: „Die Weihnachten waren“ / „Das Weihnachten war sehr anstrengend.“
All diese Schwankungen im Gebrauch des Artikels, des Numerus und des Genus bei der Festbezeichnung „Weihnachten“ lassen sich sprachhistorisch erklären. „Weihnachten“ ist ein erstarrter Dativ Plural, der sich im Mittelhochdeutschen aus der pluralischen Fügung „ze wi̅hen nahten“ (= in den heiligen Nächten) losgelöst hat und jetzt weitgehend als ein selbstständiger Nominativ Singular behandelt wird.