Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn

Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn

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https://www.fnzrlg.uni-bonn.de/impressum Die Geschichte der Frühen Neuzeit ist eine Abteilung des Instituts für Geschichtswissenschaft der Uni Bonn

Photos from Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn's post 20/08/2026


Wieso finden wir in der Frühen Neuzeit einen rasanten Anstieg an Briefen und Korrespondenzen? Die Frühe Neuzeit zeichnet sich unter anderem durch die Kommunikationsrevolution aus: Die Erfindung des Buchdrucks, die erste Reichspost durch die Familie Taxis sowie besser ausgebaute Straßen oder die Schifffahrt sorgten für neue Kommunikationswege. Aus diesem Grund stellt das Projekt „Early Modern Letters Online“ eine umfangreiche Korrespondenzsammlung mit Briefen aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert zusammen. Die Website ist effektiv aufgebaut mit Suchfunktionen nach Menschen, Daten und Orten. Außerdem ist es möglich, nach verschiedenen Tätigkeitsfeldern zu suchen; beispielsweise Diplomatie oder Philosophie. So stößt man auch auf einige bekannte Namen wie etwa Peter Paul Rubens oder John Locke. Zwar sind die Briefe meist als handschriftliche oder gedruckte Version digital verfügbar, jedoch ist die EMLO-Datenbank eben ein Suchmittel, mit dem man auf die Edition einer Briefkorrespondenz und das entsprechende Archiv verwiesen wird. Dabei ist das Angebot sehr vielfältig: man erhält sowohl Einblicke in mathematische Gleichungen von Isaac Newton, als auch in die Staatshandlungen von Maria I. von Schottland! Den Betreiber*innen des Projektes liegt allerdings eine so große Menge an Quellenmaterial vor, dass die Website bisher nur einen Bruchteil vorstellt und laufend erweitert wird – es gibt also viel zu entdecken.
Wer sich einmal Einblicke verschaffen möchte in die Gedanken, Sorgen und Ideen wichtiger Personen der Frühen Neuzeit, der findet über diesen Link mit Sicherheit einige Schätze: https://emlo.bodleian.ox.ac.uk/home
Text: P. Bierschenk

Photos from Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn's post 13/08/2026

Wer versucht hat, handgeschriebene Briefe aus Archiven aufzuspüren, zu klassifizieren und zu entziffern, wird Briefeditionen danach sicher umso mehr zu schätzen wissen. Nicht nur das Entziffern der Handschrift wird Leser*innen erspart, sondern häufig werden zusätzlich Informationen zur Korrespondenz, der Überlieferung und ihren Verfasser*innen geliefert. Noch besser wird es, wenn die Editionen digitalisiert, durchsuchbar, open-access und in der schier unüberschaubaren Masse an Briefeditionen gut auffindbar sind.

Das alles ist im Webservice „correspsearch“ gegeben. Die Plattform versammelt Briefeditionen online und macht von den über 425.000 verzeichneten Korrespondenzversionen etwa 42.500 durchsuchbar. Sie entstammen mittlerweile 647 Publikationen, wobei die Bestände laufend erweitert werden. Zwischen 1417 und 2000 entstanden, in 30 Sprachen verfasst und von zehntausenden Absender*innen und Empfänger*innen stammend bietet sich hier eine große Bandbreite an Quellenmaterial an.

Die Suchergebnisse können nicht nur nach Kategorien wie Beruf, Geschlecht und Aufenthaltsort gefiltert werden, sondern nach Datum, Edition, Verfügbarkeit und vielem mehr; zudem lassen sich Visualisierungen zu Personennetzwerken, Zeitverlauf und Ortenabrufen. Ein Link führt jeweils zu den Briefen selbst.

Eine schöne Spielerei ist auch der Grußformel-Generator „quoteSalute“, der dazu einlädt, die eigene Korrespondenz mit einem historischen Gruß zu beenden. Wie wäre es zum Beispiel, die nächste Mail mit folgendem Gruß zu unterzeichnen, wie Wilhelm von Humboldt an Friedrich August Rosen (16.02.1833):

»Ich will Sie aber nicht länger ermüden und bitte Sie, liebster Freund, nur noch die Versicherung anzunehmen, daß ich, auch entfernt, Sie und Ihre so schön fortschreitenden wissenschaftlichen Arbeiten mit dem lebhaftesten und freundschaftlichsten Antheile begleite.«

Text: M. Klinkenberg
Hier geht es zur Datenbank: https://correspsearch.net/de/start.html

Photos from Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn's post 16/07/2026

Den heutigen Hinweis „[z]u Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke“ sucht man in medizinischen Ratgebern der Frühen Neuzeit vergeblich. Antworten auf Fragen zu Krankheit, Heilung und Körperwissen fanden die Zeitgenoss*innen dennoch zwischen den Seiten medizinischer Hand- und Arzneibücher, wobei sich das dort vermittelte medizinische Wissen der Heilkundigen oftmals nicht so stark von dem ihrer Patient*innen unterschied.
Einen umfassenden Zugang zu dieser frühneuzeitlichen Wissenslandschaft bietet die englischsprachige Datenbank Reading Early Medicine (REM). Sie erschließt mehr als 2.500 überwiegend englischsprachige Drucke zu Gesundheit und Heilung, die zwischen 1480 und 1700 erschienen sind. Grundlage der Sammlung bildet eine umfangreiche Bibliographie, die auf Recherchen im English Short Title Catalogue (ESTC) basiert und durch zusätzliche Erschließungsarbeit des Projektteams erweitert wurde. Dabei versteht REM „Gesundheit und Heilung“ bewusst weit: Erfasst werden unter anderem medizinische Lehrbücher, Arznei- und Kräuterbücher, chirurgische Handbücher, Hebammenliteratur, Gesundheitsratgeber sowie Haus- und Rezeptsammlungen. Das Spektrum reicht von gelehrten Abhandlungen zur Viersäftelehre bis hin zu alltagsnahen Anleitungen für die medizinische Versorgung im Haushalt. Obwohl der Schwerpunkt auf britischen Drucken liegt, wurden ebenso zahlreiche Werke in englischer Übersetzung aufgenommen.
Die Datenbank selbst stellt keine Volltexte bereit, verweist jedoch auf digitale Faksimiles der erfassten Werke, sofern diese verfügbar sind. Über Schlagwörter lassen sich die Einträge nach Themen, Genres, Autor*innen, Berufen, Druckorten oder weiteren bibliographischen Merkmalen durchsuchen. Ergänzt wird das Angebot durch Essays sowie Lehrmaterialien. Damit ist REM weit mehr als eine bibliographische Datenbank. Sie eröffnet neue Perspektiven auf die Verbreitung medizinischen Wissens und macht sichtbar, wie Gesundheit, Krankheit und Heilung in der Frühen Neuzeit gedacht, praktiziert und vermittelt wurden.

Text: F. Kurth

14/07/2026

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe zum Thema „Occasio in der Frühen Neuzeit: Situationen – Praktiken – Medien“, an der auch Prof. Rohrschneider beteiligt ist, hat nun ihre erste gemeinsame Publikation vorgelegt. Ein von Sprecherin Prof. Karin Peters, Prof. Marc Laureys und Dr. Irina Tautschnig herausgegebener Sammelband vereint acht Beiträge, die sich aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven dem Forschungsfeld der frühneuzeitlichen Ausprägungen der „günstigen Gelegenheit“ widmen. Wer sich für die Aktivitäten dieser Gruppe interessiert, findet weitere Informationen auf der neuen Website: https://www.occasio-network.de/

08/07/2026

In Erdteilallegorien manifestieren und verfestigen sich seit der Antike Vorstellungen der Gestalt unserer Welt. Der neu erschienene Sammelband „Controversial Monuments. Personifying the Continents between the 18th and 21st Centuries“ untersucht diese Bildtradition nun umfassend.

Die kunsthistorischen Studien zeichnen die Entwicklungen eines imperial und religiös geprägten Weltbildes von Anfang des 18. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Umdeutungen der historischen ikonografischen Tradition nach. Anhand reicher Bebilderung illustriert betrachten die Autor*innen Freskos, Skulpturen, Karten, Kanzeln und Weltausstellungen und arbeiten unter anderem dahinter stehende eurozentrische, rassistische und koloniale Weltanschauungen heraus.

Der 84. Band der Reihe „Brill’s Studies on Art, Art History, and Intellectual History“ wurde von Louise Arizzoli, Maryanne Cline Horowitz und Marion Romberg herausgegeben.
Wir wünschen allen Leser*innen eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre!

Photos from Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn's post 02/07/2026

Queerness ist eine neumodische Erscheinung? Ein Blick in die Archive beweist: Identitäten, Praktiken und Erfahrungen außerhalb der cis-heteronormativen Vorstellung gibt es schon lange.

Bei dem obigen Bild handelt es sich mitnichten um ein ausgefeiltes Theaterkostüm, sondern um eine Darstellung von niemand geringerem als Charlotte d'Éon de Beaumont bzw. Chevalière d'Éon, eine der bekanntesten Persönlichkeiten queerer Geschichte des 18. Jahrhunderts. „This very extraordinary character has for some time made a great noise in the world […]”. Als französische Diplomatin, Soldatin, Schriftstellerin und Degenfechterin lebte d'Éon weite Teile ihres Lebens als Frau und erregte immer wieder insbesondere durch die Frage nach ihrem Geschlecht Aufmerksamkeit.

Ihre und viele weitere Geschichten lassen sich anhand des Digital Transgender Archive entdecken. Das Projekt führt Archivmaterial aus der Zeit vor dem Jahr 2000 in einer Plattform zusammen, das für die globale Transgender-Geschichte von Bedeutung ist. Die Quellen handeln von Transgeschlechtlichkeit und Geschlechtern jenseits binärer Geschlechtersysteme und reichen über ein breites Spektrum von Geschichten, die nicht in die cis-heteronormative Geschlechtervorstellung passen.

Als Ausgangspunkt für Studien zu queerer Geschichte bietet die Plattform umfassende Suchfunktionen, die Materialien sind ausführlich verschlagwortet und lassen sich anhand von Kriterien wie Datum, Ort, Sprache, Quellengattung und bereitstellender Institution filtern. Anhand der aufgeführten Metadaten und Verweise auf die bereitstellenden Archive, Bibliotheken und Institutionen können Interessierte tiefergehend zu den Quellen recherchieren. Wer sich also mit der Geschichte von Crossdressing, Intergeschlechtlichkeit, Drag, Transitionen und/oder geschlechtsangleichende Operationen und vielem mehr auseinandersetzen möchte, wird hier fündig.

In diesem Sinne happy Pride Month!🌈🏳️‍⚧️

Hier geht es zur Datenbank: https://www.digitaltransgenderarchive.net/

Text: M. Klinkenberg

02/07/2026

Wir haben uns sehr gefreut, dass sich unsere Kooperationsparter:innen aus Augsburg und Osnabrück trotz der großen Hitze nicht davon abschrecken ließen, zu unserem traditionellen jährlichen Forschungskolloquium nach Bonn zu reisen. Bereits zum siebten Mal fand der trilaterale Austausch zu laufenden Forschungen zur Frühen Neuzeit statt. Dieses Mal war das ZHF Gastgeber des gemeinsam von Prof. Ulrich Niggemann (Institut für Europäische Kulturgeschichte, Augsburg), Prof. Siegrid Westphal (Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, Osnabrück) und Prof. Rohrschneider ausgerichteten Workshops. Ein besonders herzlicher Dank gebührt Alexander Ge**er, Florian Kurth und Katharina Stuhldreher, die die Organisation und Durchführung trotz widrigster Temperaturen übernommen haben!

02/07/2026

Die großen Potenziale der Sammlungsbestände der ULB - Universitäts- und Landesbibliothek Bonn zur frühneuzeitlichen rheinischen Geschichte konnten die Studierenden der Übung von Prof. Rohrschneider im Rahmen eines Besuchs des Curtius-Leseesaals „mit Händen greifen“. Dr. Anne Diekjobst (Foto ganz rechts), Fachreferentin der ULB u.a. für die Geschichtswissenschaft, lud die Studierenden ein, in ausgewählten handschriftlichen und gedruckten Altbestände der ULB zu stöbern und die Materialität vergangener Zeiten zu erspüren. Wir danken Frau Diekjobst und dem Team der ULB ganz herzlich für die Möglichkeit, diese Raritäten zu bestaunen.

15/06/2026

„Entschädigung als Leitfaktor von Friedens- und Versöhnungsprozessen“ stand im Zentrum des ersten gemeinsamen Workshops des ZHF und des Zentrums für Versöhnungsforschung. In fünf Referaten, die insgesamt vier Kontinente und den Zeitraum von der Antike bis zur Gegenwart umspannten, wurden im ZHF spannende Facetten der Thematik präsentiert. Die Veranstaltung, die im Rahmen der „Heritage Week 2026“ stattfand, verdeutlichte eindringlich, dass die Themen „Frieden“ und „Versöhnung“ in sehr inspirierender Weise interdisziplinär und epochal übergreifend diskutiert werden können. Wir danken dem Versöhnungszentrum, der „Heritage Week 2026“ und der TRA 5 „Present Pasts“ sehr herzlich für die Kooperation und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Photos from Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte Uni Bonn's post 08/06/2026

Chic von gestern und Charme von heute: Die Abteilung FNZRLG des Instituts für Geschichtswissenschaft hat am 5. Juni Königswinter und das dortige Siebengebirgsmuseum besucht. Der Tag begann mit einem Rundgang durch den Stadtkern mit besonderem Blick für die dortigen Villen und ehemaligen Hotels. Sie stammen zumeist aus der Hochzeit der tourismusstarken Rheinromantik am Fuss des Drachenfels - Spuren, die heute noch das Stadtbild definieren, wenn auch manch ein altes Hotel heute im Leerstand stillsteht. Auch über solche Wandlungen der Tourismuskultur, die topographische Beschaffenheit und kulturelle Prägung der Landschaft am Rhein informiert die vielseitige Ausstellung des Siebengebirgsmuseum, durch das uns dessen Leiterin, Frau Dr. Lange, geführt hat.

Wir danken für die Gastfreundschaft in KöWi und empfehlen jederzeit die kurze Reise aus Bonn dorthin: ”Willst du immer weiter schweifen? / Sieh, das Gute liegt so nah...“.

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