Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte hat das interkulturelle Lernen einen herausragenden Stellenwert in der Fremdsprachenausbildung eingenommen. Gerade im Rahmen einer europaweiten Angleichung von Bildungsstandards, wie dem Common European Framework of Reference for Languages: Learning, Teaching, Assessment (CEFR) im Bereich des Fremdsprachenunterrichts, kommt der 'interkulturellen Kompetenz' eine zentrale Bedeutung zu. Interkulturelle Kompetenz beinhaltet neben einem inhaltlichen Wissen über die Kulturen der mit der Zielsprache assoziierten Länder (wie z.B. Großbritannien im Englischunterricht) eine methodische Kompetenz, fremdkulturelle Inhalte zu interpretieren sowie die affektive Komponente einer grundlegenden Offenheit und Toleranz gegenüber dem kulturell 'Anderen'. Jedoch erfährt das diesem Kompetenzmodell zugrundeliegende Konzept der Interkulturalität derzeit zunehmend Kritik, welche sich insbesondere gegen das dem Begriff innewohnende Verständnis von Kulturen als klar abzugrenzende und in sich relativ homogene Entitäten nationaler Gesellschaften richtet. Demgegenüber steht der Begriff der Transkulturalität, welcher sich von dieser allzu essentialistischen Vorstellung von Kultur löst und die gegenseitige kulturelle Durchdringung von Gesellschaften berücksichtigt, welche vor allem durch die steigende individuelle Mobilität über Landesgrenzen hinweg sowie die immer stärkere Vernetzung durch globale Medien- und Kommunikationsnetzwerke vorangetrieben wird und den allgegenwärtigen Globalisierungs-prozessen eine bedeutende kulturelle Komponente verleiht. Nachdem der 'transcultural turn' in vielen seiner Bezugsdisziplinen bereits vollzogen ist, widmet sich nun auch der fremdsprachendidaktische Diskurs der Frage, wie sich der kulturelle Aspekt des Fremdsprachenlernens transkulturell denken und gestalten lässt. Während sich Grundzüge einer 'transkulturellen Kompetenz' im theoretischen Diskurs bereits erkennen lassen, erscheint die Kluft zur unterrichtlichen Praxis noch sehr groß. Einen Beitrag zum Schulterschluss zwischen akademischem Diskurs und unterrichtlicher Praxis soll diese Konferenz leisten, indem sie gleichermaßen theoretischen Auseinandersetzungen mit diesem Thema wie unterrichtspraktischen Beispielen transkulturellen Lernens ein Forum bietet. Die Konferenz richtet sich in erster Linie an den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie an junge Praktiker aus dem Schuldienst, die sich gemeinsam der Frage widmen, wie sich der Fremdsprachenunterricht der Zukunft transkulturell theoretisch denken und praktisch umsetzen lässt. Als keynote speaker werden jedoch erfahrene Forscher auf diesem Gebiet fungieren, die während der Konferenz den jungen Forschern mit ihrer Expertise zur Seite stehen. Laurenz Volkmann (Jena) sowie Prof.