10/06/2026
🏛️ Am letzten Donnerstag waren wir mit unserem diesjährigen Klaus Zernack Colloquium am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas Ertl am Friedrich-Meinecke-Institut der Freie Universität Berlin in Dahlem zu Gast.
📜 Beim zweiten Colloquium der diesjährigen Reihe, die sich der Interdisziplinarität am Zentrum für Historische Forschung Berlin widmet, stand das Thema „Materielle Kultur – oder: Wie Dinge Geschichte schreiben” im Fokus.
🗣️ Im ersten Vortrag verdeutlichte Prof. Ertl, dass weder bewegliche Skulpturen noch it-narratives (was man mit Objekt(auto)biographien übersetzen könnte) erst in der Frühen Neuzeit in der materiellen Welt und als Imaginationen aufkamen, sondern bereits im Mittelalter vorhanden waren.
🤖 Ein eindrucksvolles Beispiel für bewegliche Figuren ist der um 1550 in Spanien hergestellte mechanische Mönch. Link zum Video in den Kommentaren (1).
📚 Bekannte Objekt(auto)biographien, die vorgestellt wurden, sind:
• „Die klagende Roßhaut“ (1557) von Hans Sachs, in der von den Leiden einer Roßhaut bis hin zur Bestimmung als Leder aus der Sicht des sich verändernden Materials berichtet wird.
• Ein Stück Klopapier aus dem Simplicissimus (1669) von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, das nicht beschmutzt werden möchte und von seinem „Wandel“ vom Hanf zu Faden, Stoff, Hemd, Windel, Lumpen, Papier, Buch und schließlich Toilettenpapier erzählt.
🔍 Am Ende seines Kurzvortrags verwies Prof. Ertl auf drei Aspekte:
1. Dinge können handeln und kommunizieren und haben eine eigene Biographie.
2. Die Grenze zwischen Mensch und Objekt ist durchlässig.
3. Sprechende Dinge machen die materielle Welt zu einem Kommunikationspartner des Menschen. Die Botschaften können religiös, ethisch oder sozial sein, ermahnend, unterhaltend, originell oder überraschend.
🧻Notabene: Das Beispiel aus dem Simplicissimus enthält eine Parallele zu den wiederkehrenden Praktiken in staatssozialistischen Staaten, in denen Zeitungspapier in Mangelzeiten das Klopapier ersetzen musste.
🚩 Genau in diese Zeit entführte uns Dr. Monika Saczyńska-Vercamer in ihrem Vortrag über die Gründung des Instituts für Geschichte der materiellen Kultur der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1953. Ausgehend von den bahnbrechenden Arbeiten Jan Rutkowskis und Jan Bujaks in der Zweiten Polnischen Republik und groß angelegten archäologischen Ausgrabungen nach dem Krieg entstand an dem Warschauer Institut eine marxistische Geschichtswissenschaft der materiellen Kultur (2), die in den 1970er- und 1980er-Jahren den französischen Einfluss der Annales-Schule aufnahm, um kulturelle Inhalte in der Materialität und die symbolische Dimension von Dingen zu erforschen. Im ausgehenden 20. Jahrhundert konnten die Konzepte der historischen Erforschung der materiellen Kultur schließlich auch mit den Ansätzen von Pierre Bourdieu und Bruno Latour weiterentwickelt werden.
📄 Monikas Beispiele bezogen sich auf Artikel aus dem 9. Band der „Material Culture in Central European Towns“ der Medieval and Early Modern Material Culture Online (MEMO), die sie gemeinsam mit ihren Kolleg:innen herausgegeben hat (3). Dabei ging sie auf die Rolle der sich verdichtenden Stadtblöcke für die nachbarschaftlichen Beziehungen, die egalitäre Symbolik von Rathäusern in kleinen Ortschaften, Abzeichen der gesellschaftlichen Hierarchie sowie einen „eingeschlossenen“ tragbaren Altar im Krakauer Rathaus ein. Der eingeschlossene Altar führte dazu, dass das Sakrale das Profane heiligte und sich gleichzeitig dem Profanen unterordnete.
Monika, die uns leider bald verlassen wird, schloss mit folgenden Fragen ab, die die Abschlussdiskussion eröffneten und in kleinerer Runde im Restaurant „Eierschale“ fortgeführt werden konnten:
❓ „Ist eine Geschichte der Menschen ohne eine Geschichte der Dinge möglich und sollte man die Geschichte der Dinge (der Materialität) nur aus der Perspektive menschlichen Handelns betrachten?”
❓ „Wer handelt zuerst, wer löst die Handlung aus?“
❓ „Vielleicht sollten wir die rein anthropozentrische historische Perspektive ablehnen?“
🤝 Wir danken Monika für die Konzeption des Abends wie dem Lehrstuhl für die Geschichte des hohen und späten Mittelalters am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin für die fruchtbare Kooperation und würden uns über eine Fortsetzung sehr freuen.
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(1) Video zum mechanischen Mönch: https://youtu.be/jiVKnlXcDDg?si=J5YAYfKNudjrc_UP
(2) Siehe u. a. A would-be science? A history of material culture in Poland before and after the year 1989, in: Cultural History in Europe. Institutions-Themes-Perspectives, hg. v. J. Rogge, New Brunswick-London 2011, S. 125-139. https://www.inlibra.com/document/download/pdf/uuid/b370805a-8048-36c7-bb4a-e30207878238
(3) MEMO. Medieval and Early Modern Material Culture Online 9, 2022 https://memo.imareal.sbg.ac.at/wsjournal/memo/2022-9-material-culture-in-central-european-towns/
24/05/2026
⏳ Die „Fachkonferenz zum Gestaltungswettbewerb für ein Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945. Konzepte und neue Perspektiven“ liegt fast schon einen Monat zurück.
📰 Über die Konferenz berichteten das polnische Deutsch-Polnisches Haus[1], das Deutsches Polen-Institut e.V.[2], das Ministerium für Kultur und nationales Erbe (Ministerstwo Kultury i Dziedzictwa Narodowego)[3], der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien ()[4], das polnischsprachige Cosmo-Radio (COSMO po polsku)[5], der Deutschlandfunk[6] und die taz [7].
✍️ Bevor wir uns den Übersetzungen der beiden Keynotes widmen, möchten wir unsere drei Groschen zur Nachbetrachtung beisteuern.
🤝 Die Stabstelle des Deutsch-Polnischen Hauses und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk) (CBH PAN) waren für die Konzeption der Konferenz und die Erarbeitung der Vorschläge für die Gästeliste verantwortlich.
👥 Wir freuen uns, dass es uns gemeinsam gelungen ist, ein breites Spektrum von Gästen einzuladen. Neben neuen Gesichtern waren darunter langjährige Weggefährtinnen und Weggefährten, die die inzwischen 20-jährige Arbeit unseres Zentrums prägten und begleiten. 🏛️ Mit Prof. Dr. Robert Traba, dem Gründungsdirektor des CBH PAN, Prof. Dr. Maciej Górny und Prof. Dr. Magdalena Saryusz-Wolska waren drei prominente Wissenschaftler:innen auf der Bühne, die als ehemalige Mitarbeiter:innen des CBH PAN maßgeblich für wichtige Weichenstellungen unseres Zentrums stehen.
🗣️Bei ihrer Begrüßung bekräftigte die Ministerin für Kultur und nationales Erbe, Marta Cienkowska, die Bedeutung der Konferenz:
„Das ist nicht nur eine Konferenz, sondern es geht schlichtweg darum, eine gemeinsame Sprache der Erinnerung zu finden.“
🗣️ Kulturstaatsminister Wolfram Weimer versicherte:
„Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geben wir dem Gedenken an die Millionen Opfer des deutschen Angriffskrieges auf Polen und der anschließenden Besatzung endlich eine sichtbare, dauerhafte Form.“
🗣️ Prof. Dr. Katrin Steffen unterstrich auch die aktuelle Bedeutung eines Denkmals für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945:
„Dieses Denkmal ist überfällig. Und dieses Denkmal ist dringlich, es ist dringlich für die deutsche Gesellschaft als ein Ort von Selbstvergewisserung und -kritik, und es ist dringlich, um sich denjenigen in der deutschen Gesellschaft entgegenzustellen, die die Zeit des Nationalsozialismus als ‚Vogelschiss‘ verzwergen wollen.“
🗣️ Die zweite Keynote von Prof. Robert Traba endete mit den hoffnungsvoll Worten:
„Ich hoffe, dass das Denkmal für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung eine ähnliche Rolle spielen könnte wie W***y Brandts Kniefall vor dem Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos im Dezember 1970, der eine neue Qualität in die Beziehung der Deutschen zu Polen gebracht hat.“
🗣️ Die vier Panels am Folgetag beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und wurden von unserem Direktor und Mitorganisator der Fachkonferenz, Prof. Dr. Igor Kąkolewski wie folgt zusammengefasst:
„Nach der Meinung zahlreicher Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer soll das Denkmal den polnischen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung gewidmet sein, also allen polnischen Bürgerinnen und Bürgern der Zweiten Polnischen Republik, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, die infolge der deutschen Besatzung Polens in den Jahren 1939–1945 ums Leben kamen oder Leid erdulden mussten. Eine wichtige Ergänzung dieses Projekts soll das Deutsch-Polnische Haus sein.“
🙏 Wir bedanken uns bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der StiftungDenkmal - FoundationMemorial und dem Deutsch-Polnischen Haus für die zielorientierte wie angenehme Zusammenarbeit.
[1] https://www.facebook.com/deutschpolnischeshaus/posts/pfbid02X3fywDJMFxn1SKBpwRnehe5jzazb3Mbm3FhjfMJnBwaMhDXFeTqfBY8EhNEXj45al
[2] https://www.facebook.com/deutschespoleninstitut/posts/pfbid0yutBps7nq9uE1ZMrN66hi33oJHfY5q4VzPQC7F3hyfkfoidxr7vzDN2MgCeZiTSrl
[3] https://www.gov.pl/web/kultura/otwieramy-konferencje-dot-konkursu-na-projekt-pomnika-ku-czci-polskich-ofiar-ii-wojny-swiatowej-w-berlinie
[4] https://kulturstaatsminister.de/auftakt-fuer-gemeinsame-erinnerung #
[5] https://www1.wdr.de/radio/cosmo/sprachen/po-polsku/niemcy-z-bliska-dla-kogo-polski-pomnik-100.html?fbclid=IwY2xjawR8-FtleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEedqTOGn68zYjtaSyAyuOz1buVzb7lK4ybjBmZFE-2q_8aXXcYXFA9ribErSA_aem_23T6zqLvuuxlDW61dCaTHg
[6] https://www.deutschlandfunk.de/gestaltungswettbewerb-fuer-denkmal-fuer-die-polnischen-opfer-des-zweiten-weltkrieges-und-der-deutsch-100.html
[7] https://taz.de/Denkmal-fuer-ermordete-Polen-in-Berlin/!6175455&s=Denkmal%2Bf%C3%BCr%2Bdie%2Bpolnischen%2BOpfer%2Bdes%2BZweiten%2BWeltkrieges%2Bund%2Bder%2Bdeutschen%2BBesatzung%2Bin%2BPolen%2B1939%2B1945/
18/05/2026
Bevor wir die neue Ausgabe von "Polish Affairs" bewerben möchten, erlaubt mir ein paar Worte über die letzte Veranstaltung in dieser Reihe zu verlieren, die am 22. April stattfand! [1] [2]
🏛️ Gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin und Benjamin Voelkel hat das CBH PAN die Veranstaltung organisiert. Benjamin Voelkel sprach dabei mit Basil Kerski und Yuri Shapoval über die Publikation über die Publikation des letztgenannten „Bohdan Osadczuk. Leben im Trialog“, die 2025 in der CBH PAN-Reihe „Ukraine-Polen-Deutschland. Das Dreieck des Dialogs“ erschienen ist. [3]
🗣️ Wir danken den Podiumsdiskutanten für die tiefen Einblicke in das Leben von Bohdan Osadczuk und die Kontextualisierung, weshalb solche Grenzgänger aktuell so wichtig sind.
📚 Wir sind gespannt auf die ausführlichere Biografie über Bohdan Osadczuk als Fortsetzung dieses Projekts, an welcher Yuri Shapoval derzeit arbeitet, und danken den 30 Gästen für ihr Interesse und die gestellten Fragen. 👤💬
📷Remigiusz Stachowiak & Jakub K. Sawicki
[1] Ankündigung auf cbh.pan.pl https://cbh.pan.pl/pl/podiumsgespr%C3%A4ch-mit-yuri-shapoval-basil-kerski-und-benjamin-voelkel
[2] Das Institut für politische und ethnonationale Studien der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine berichtetet über den Abend wie folgt: https://ipiend.gov.ua/novyny/prezentatsiia-knyhy-u-berlini/
[3] Die dreisprachige Publikation sowie der Dokumentarfilm sind weiterhin unter dem folgenden Link kostenlos erhältlich: https://tiny.pl/dhr8cb_k
13/05/2026
⏳ Vor einer halben Ewigkeit wurde ich (Jakub K. Sawicki) am 21.4.2026 als Vertreter des Zentrum für Historische Forschung Berlin zur Bildungszeit „Auf den Spuren Europas“ eingeladen.
🤝 Die Veranstaltung entstand in Kooperation der VHS Friedrichshain-Kreuzberg und der Europabeauftragten BA Friedrichshain Friedrichshain-Kreuzberg und wurde von Carlotta Duken und Olaf Riebe organisiert.[1]
📚 Dabei hatte ich das Vergnügen, mit sehr interessierten Kursteilnehmenden über das deutsch-polnische Geschichtsschulbuch „Europa – unsere Geschichte“[2] zu diskutieren.
🔍 Im Besonderen ging es um die Quellen, Perspektiven, Kollaboration und den Widerstand im dritten Kapitel über den Zweiten Weltkrieg.
🚶♂️ Der anschließende historische Spaziergang entlang der Karl-Marx-Allee (ehemalige Stalinallee) mit Stadtführer und -geograph Olaf Riebe war so spannend, dass ich trotz der schweren Schulbücher bis zum Ende mitgelaufen bin.
🙏 Ich danke den Kursteilnehmenden für die spannenden Gespräche und Carlotta sowie Olaf für die Einladung.
📸 Fotos von Carlotta Duken und (Nr. 4) Jakub K. Sawicki
[1] https://www.instagram.com/stories/highlights/18101573420487248/
[2] https://cbh.pan.pl/de/aus-der-vergangenheit-f%C3%BCr-die-zukunft-lernen-welches-geschichtsbuch-braucht-europa-im-21-jahrhundert
22/04/2026
Heute teilen wir gerne die Ansprache zu Immanuel Kants 302. Geburtstag vom Gerfried Horst, dem Vorsitzenden der FREUNDE KANTS UND KÖNIGSBERGS e.V.
Dzisiaj z przyjemnością publikujemy przemówienie wygłoszone z okazji 302. rocznicy urodzin Immanuela Kanta przez Gerfrieda Horsta, przewodniczącego stowarzyszenia FREUNDE KANTS UND KÖNIGSBERGS e.V.
FREUNDE KANTS UND KÖNIGSBERGS e.V.
1 like, 1 comment. "Gerfried Horst | Ansprache zu Immanuel Kants 302. Geburtstag (polnisch)"
14/04/2026
Wir erinnern!
🫵Möchten Sie Ihre Master- oder Dissertation einer fachkundigen Jury präsentieren und für Ihre Forschung über Polen oder die deutsch-polnischen Beziehungen Anerkennung erhalten? Oder haben Sie eine überdurchschnittliche Arbeit aus diesem Bereich als Hochschullehrer:in betreut? Dann ist der Wissenschaftliche Förderpreis des Botschafters der Republik Polen 2025 genau das Richtige für Sie.
🇵🇱 Der Wissenschaftliche Förderpreis des Botschafters der Republik Polen wird seit 2008 von der Polnische Botschaft in Deutschland / Ambasada Polska w Niemczech in Berlin in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Historische Forschung (CBH PAN) vergeben und steht unter der Schirmherrschaft der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk).
🏆Mit dem Preis werden herausragende und innovative Master- und Dissertationen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften ausgezeichnet, die sich mit der Geschichte und Kultur Polens oder den deutsch-polnischen Beziehungen befassen. Der Preis richtet sich an Studierende, Absolvent:innen und Doktorand:innen aller deutschen Hochschulen und fördert gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs.
⌛️Einsendeschluss für die aktuelle Ausgabe ist der 30. April 2026.
Zur Ausschreibung 👉 https://tiny.pl/xk8fy_04z
08/04/2026
Ein wichtiger Meilenstein für das Deutsch-Polnische Haus: Der Gestaltungswettbewerb für ein Denkmal zum Gedenken an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung 1939–1945 ist veröffentlicht.
Aus diesem Anlass laden wir euch am 29. und 30. April 2026 zu einer Konferenz im Festsaal der Humboldt-Universität ein. Dort möchten wir uns mit polnischen und deutschen Expertinnen und Experten zu diesem Vorhaben austauschen. Den Link zum Programm und der Anmeldung findet ihr im ersten Kommentar (Bio).
Ważny krok milowy dla Domu Polsko-Niemieckiego: Konkurs na projekt pomnika upamiętniającego polskie ofiary II wojny światowej i niemieckiej okupacji 1939–1945 został ogłoszony.
Z tej okazji zapraszamy Was 29 i 30 kwietnia 2026 roku na konferencję w Festsaal Uniwersytetu Humboldta. Na miejscu chcemy wymienić się opiniami na temat tego przedsięwzięcia z polskimi i niemieckimi ekspertami oraz ekspertkami. Link do programu i zapisów znajdziecie w pierwszym komentarzu (w bio).
Deutsch-Polnisches Haus
Zentrum für Historische Forschung Berlin
02/04/2026
➡️Innerhalb von neun Tagen im März (17. bis 25.03.2026) war das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften an der Organisation von fünf Veranstaltungen im Zentrum in Pankow und der Stadtmitte von Berlin beteiligt, an denen insgesamt über 200 Personen teilgenommen haben. Für unser kleines Team war die Zeit sehr herausfordernd und gleichzeitig aufbauend. Heute und nach Ostern werden wir mit Ihnen und Euch unsere Eindrücke an die sehr unterschiedlichen Veranstaltungen teilen.
➡️Anfangen möchten wir mit der Auftaktveranstaltung unseres diesjährigen Klaus Zernack Colloquiums, das sich der Interdisziplinarität widmet. Wie 2025 [1] fand die Auftaktveranstaltung am 17.03.2026 im Auditorium der Topographie des Terrors statt. Das Thema des gut besuchten Veranstaltung lautete: „Leben mit den Toten. Verstreute Tatorte des Holocaust lesen“.
🗣️„Menschen müssen wissen, wo menschliche Überreste liegen […] das ist eine anthropologische und ethische Grundfrage.” Prof. Magdalena Saryusz‑Wolska (DHI Warschau - NIH Warszawa)
🗣️„Der Boden selbst ist ein Medium der Erinnerung, aber wir müssen sensibel und respektvoll damit umgehen, ohne die Würde der Opfer zu verletzen.” Prof. Felix Ackermann (FernUniversität in Hagen)
❓Wie lässt sich über Orte sprechen, die keine sichtbaren Spuren tragen und doch von Geschichte durchdrungen sind? Orte, an denen Gewalt stattgefunden hat, ohne dass sie heute eindeutig markiert oder erinnert werden können?
➡️ Die Veranstaltung „Leben mit den Toten. Verstreute Tatorte des Holocaust lesen“ [2] hat genau diese Fragen ins Zentrum gerückt und damit einen Perspektivwechsel eröffnet hin zu einer vielfach unsichtbaren, räumlich verstreuten Geschichte des Holocaust.
Magdalena Saryusz-Wolska präsentierte ein interdisziplinäres Projekt zur Kartierung von Massengräbern des Holocaust im ehemaligen Generalgouvernement, welches erst einen Tag zuvor online ging. Deutlich wurde, wie viele dieser Orte bis heute kaum erforscht, schwer lokalisierbar oder gar unbekannt sind und welche Herausforderungen es mit sich bringt, Geschichte in Daten, Karten und konkrete Räume zu übersetzen.[3]
Gleichzeitig wurde ersichtlich, dass Erinnerung keine rein historische Aufgabe ist. Sie ist eine gesellschaftliche, ethische und oft zutiefst persönliche Praxis. Vielerorts sind es lokale Initiativen, Einzelpersonen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen, die Verantwortung übernehmen, insbesondere dort, wo staatliche Strukturen an ihre Grenzen stoßen.
Wie solche Orte einer bestimmten Zielgruppe zugänglich gemacht werden können, zeigte Felix Ackermann am Beispiel eines Audiowalk-Projekts. Seine Studierenden haben dieses gemeinsam mit ihm für das ehemalige litauische Shtetl in Jonava erstellt, um es Angehörigen der in der dort stationierten Bundeswehrsoldaten nahezubringen.[3]
Die Diskussion im Anschluss hat gezeigt, wie stark unsere Wahrnehmung des Holocaust noch immer von wenigen zentralen Orten geprägt ist und wie wichtig es ist, den Blick auch auf die „verstreuten“ Tatorte, die unscheinbaren Landschaften und das, was nicht sofort sichtbar ist, zu richten.
Ein Abend, der nicht nur Wissen vermittelt hat, sondern auch Fragen hinterlässt und dazu einlädt, genauer hinzusehen.
Unser besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, dem Publikum für die engagierten Fragen sowie der Stiftung Topographie des Terrors für ihre großzügige Gastfreundschaft und die zuvorkommende wie konstruktive Zusammenarbeit.
Schließlich möchten wir uns bei unserer ehemaligen Praktikantin Wiktoria Janecko herzlich bedanken. Sie hat uns in den letzten drei Monaten sehr engagiert und tatkräftig unterstützt. Eines Ihrer letzten Aufgaben war die Erstellung dieses Posts.
Wielkie dzięki Wiktorio!!!
[1] https://cbh.pan.pl/pl/so-viel-anfang-war-nie
[2] https://cbh.pan.pl/de/klaus-zernack-colloqiuium-2026-1
[2] https://www.youtube.com/watch?v=2QxzzzVXR7A
[3] https://www.rukla-jonava.org
Fot. Jürgen Kramer & Jakub K. Sawicki
26/02/2026
🫵 WE ARE HIRING!
przypominamy o konkursie na stanowiskoekspertki/eksperta 👇
📍 Miejsce pracy: Berlin, Niemcy
🏛 Zakład: Centrum Badań Historycznych PAN w Berlinie (CBH PAN), Majakowskiring 47, 13156 Berlin
📄 Forma zatrudnienia: umowa o pracę na czas określony
🕒 Wymiar etatu: pełny etat
📅 Planowana data zatrudnienia: 2 kwartał 2026
⏳ Termin składania dokumentów: 11 marca 2026 r.
Szczegółowe informacje dotyczące wymagań oraz procedury konkursowej dostępne są tutaj:
👉 https://cbh.pan.pl/pl/nab%C3%B3r-na-stanowisko-ekspertkieksperta
Zentrum für Historische Forschung Berlin
Das Zentrum für Historische Forschung Berlin ist die erste wissenschaftliche Einrichtung der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Ausland.