Zentrum für Historische Forschung Berlin

Zentrum für Historische Forschung Berlin Das Zentrum für Historische Forschung Berlin ist die erste wissenschaftliche Einrichtung der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Ausland.

Das Zentrum für Historische Forschung Berlin ist die erste wissenschaftliche Einrichtung der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Ausland und wurde am 11. Oktober 2006 gegründet. Aufgabe des Zentrums ist die Erforschung historischer und aktueller Fragen der deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext. Dabei legen wir bewusst Wert auf eine interdisziplinäre Erforschung der Geschichte im Kontext der anderen Geisteswissenschaften.

✒️„Zartheit geht hier Hand in Hand mit sensibler Wahrnehmung: Alle Details der sichtbaren Welt sind scharf wie in einem ...
29/09/2026

✒️„Zartheit geht hier Hand in Hand mit sensibler Wahrnehmung: Alle Details der sichtbaren Welt sind scharf wie in einem japanischen Holzschnitt. In unserer lärmenden Welt sind diese Gedichte wie ein Flüstern. Wie Lautsprecher für das Flüstern.“

📕 So beschrieb Adam Zagajewski die poetische Arbeit seiner Freundin, Renate Schmidgall, die am 23.09.2026 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Polish Affairs – Polnische Kultur zu Gast in der Stabi“[1] bei einem Lyrik-Abend, nicht nur die Gedichte wichtiger polnischer Lyriker, sondern auch ihre eigenen Werke zum Besten gab, die Sie, in dem kürzlich vom Polnischen ins Deutsche übersetzen Gedichtband „Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“[2] veröffentlicht hat.

📖 Es ist schon der zweite Gedichtband, den die renommierte Übersetzerin auf den Markt bringt. Ihre Gedichte sind dabei ein Zusammenspiel aus eigenen Zugängen zur Poesie und zum Leben, die Sie in einer unverkennbaren Bildhaftigkeit aufs Papier bringt und einem liebevollen Kopfnicken in Richtung der langen Reihe bedeutender polnischer Lyriker, deren Arbeit Renate Schmidgall nicht nur übersetzte, sondern zu denen Sie auch persönliche Verbindungen unterhielt. Im Mittelpunkt dessen steht immer die „poetische Sprache“, die Fähigkeit, das Innere mit Worten nach außen zu kehren.
Der Gedichtband ist noch online und in der Buchhandlung Ihres Vertrauens bestellbar.

🏛️ Der Lyrikabend stellte jedoch nicht nur einen kulturellen Höhepunkt dar. Das CBH PAN feierte zusammen mit der Staatsbibliothek zu Berlin und Benjamin Voelkel nachträglich den dritten Jahrestag der Veranstaltungsreihe (der eigentliche Geburtstag war am 22.08.2023[3]). In diesem Sinne freuen wir uns noch auf die letzte Veranstaltung des Jahres, die am 18. November stattfinden wird.
ℹ️ Mehr Infos dazu gibt es in Kürze!

[1] https://cbh.pan.pl/pl/%E2%80%9Ekein-verlass-auf-uhren-und-gestirne%E2%80%9C
[2] https://secession-verlag.myshopify.com/products/kein-verlass-auf-uhren-und-gestirne
[3] https://cbh.pan.pl/de/polish-affairs-polnische-kultur-zu-gast-der-stabi

Am 7. September begann im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel (House of European History) die internationale wis...
08/09/2026

Am 7. September begann im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel (House of European History) die internationale wissenschaftliche Konferenz „Politische Unionen in der europäischen Geschichte (10.–18. Jahrhundert) und ihre späteren Erinnerungsperspektiven (19.–21. Jahrhundert)“, die vom Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk) und der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig organisiert wurde.

Die Konferenz wurde von der Vizepräsidentin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Mirosława Ostrowska, eröffnet, und der Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Igor Kąkolewski, stellte die Schwerpunkte der Tagung vor.

Unmittelbarer Anlass für die Organisation der Konferenz ist der bevorstehende 330. Jahrestag der Personalunion zwischen Polen-Litauen und dem Kurfürstentum Sachsen. Der geografische Umfang der Vorträge ist jedoch wesentlich breiter gefasst und umfasst Beispiele für politische Unionen aus ganz Europa. Die Forschenden werden noch bis zum 9. September über dynastische Unionen, Personal- und Realunionen sowie über deren Bedeutung für die Entwicklung von Staaten und Gesellschaften vom Mittelalter bis zur Neuzeit diskutieren.[1] Ein wichtiges Thema ist auch die Erinnerung an frühere Unionen und die Art und Weise, wie diese heute in der Geschichtsschreibung, der öffentlichen Debatte und der Reflexion über die europäische Integration eine Rolle spielen.

Die Konferenz schafft an einem besonders symbolträchtigen Ort, dem Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, Raum für einen Austausch über historische Modelle der europäischen Zusammenarbeit und deren Bedeutung für die heutige Integration.

[1] Link zu weiterführenden Informationen auf 🇩🇪, 🇵🇱 und 🇬🇧 samt Tagungsprogramm:
https://cbh.pan.pl/de/political-unions

Fot. Natalia Woszczyk

Gorąco polecamy! 👇
03/09/2026

Gorąco polecamy! 👇

Fundacja „Krzyżowa” dla Porozumienia Europejskiego oraz IBZ - Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal zapraszają do udziału w
📚Seminarium dla nauczycieli i edukatorów „Od konfliktu do
pojednania. Jak uczyć o wspólnej historii Polski i Niemiec?”.

W tym roku seminarium odbędzie się dwukrotnie – w dwóch miejscach i dwóch terminach. Obie
edycje mają ten sam temat, program i kadrę. Dzięki temu możesz wybrać termin i miejsce, które
najlepiej odpowiadają Twoim możliwościom.

Dwa terminy – jeden program
6–8 listopada 2026 r. | Krzyżowa, Polska
20–22 listopada 2026 r. | Ostritz, Niemcy

Rekrutacja na oba seminaria prowadzona jest równolegle. W formularzu zgłoszeniowym wybierz
termin, który bardziej Ci odpowiada.

Kto może aplikować nauczycielki i nauczyciele, edukatorki i edukatorzy pochodzący z obszaru
Euroregionu Nysa. Po polskiej stronie: powiat bolesławiecki, karkonoski, kamiennogórski, lubański,
lwówecki i zgorzelecki, a po stronie niemieckiej: powiat Bautzen i Görlitz

👉 Rekrutacja trwa do 10 października.
Szczegóły i formularz zgłoszeniowy: https://www.krzyzowa.pl/pl/projekty/rekrutacje/5395-rekrutacja-od-konfliktu-do-pojednania-jak-uczyc-o-wspolnej-historii-polski-i-niemiec-seminarium-dla-nauczycieli-6-8-listopada-w-krzyzowej-oraz-20-22-listopada-w-ostritz

W razie pytań prosimy o kontakt z koordynatorem seminarium, dr. Tomaszem Skoniecznym: [email protected]

02/09/2026

Trotz aller Widrigkeiten machen wir weiter! ⏳✨
Wenn Ihr unseren neuen Newsletter nach der Sommerpause noch erhalten wollt, könnt Ihr Euch schnell hier eintragen: 📨👇 https://cbhist.eu/newsletter-de/ 😉

Am 8. Juli fand im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums 2026 eine weitere interdisziplinäre Veranstaltung statt. In Zusa...
05/08/2026

Am 8. Juli fand im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums 2026 eine weitere interdisziplinäre Veranstaltung statt. In Zusammenarbeit mit der Berliner Niederlassung des Polnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (Polski Instytut Spraw Międzynarodowych - PISM) organisierten wir einen Experten-Rundtisch mit dem Titel „The Shadow Fleet and the Northern Turn in Regional Foreign Policy. Poland and Germany Facing Security Challenges in the Baltic Sea”.

Die beiden geladenen Gäste, Dr. Damian Szacawa von der Maria-Curie-Skłodowska-Universität (University of Marie Curie Sklodowska, UMCS) in Lublin und dem Instytut Europy Środkowej (Institut für Mitteleuropa) sowie Elżbieta Kaca vom PISM in Warschau, hielten Keynote-Vorträge zu ihren jüngsten Veröffentlichungen. [1] Beide Vorträge wurden von Nicolaus von Twickel vom LibMod - Zentrum Liberale Moderne in Berlin kommentiert. Die gesamte Diskussion im Chatham-House-Format wurde von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcin Fronia moderiert. Die Veranstaltung stieß bei deutschen Expert:innen und Journalist:innen auf großes Interesse. Die Thematik der Veranstaltung passte gut zum Forschungsbereich unseres Zentrums. Wir freuen uns über das positive Feedback und die Stimmen, die einen größeren Bedarf an solchen Veranstaltungen zu den Themen internationale Politik, Sicherheit und deren Auswirkungen auf die deutsch-polnischen Beziehungen zum Ausdruck bringen.

Am 2. Juli hatten wir eine Delegation der Humanistische Hochschule Berlin bei uns zu Gast. In freundschaftlicher Atmosph...
08/07/2026

Am 2. Juli hatten wir eine Delegation der Humanistische Hochschule Berlin bei uns zu Gast. In freundschaftlicher Atmosphäre haben wir uns intensiv mit Rey S. Krentz und Katja Podehl ausgetauscht.

Was uns besonders verbindet? Die spannende 1970er-Jahre-Architektur unserer Gebäude! 📐✨

🔵🔴Dieses gemeinsame architektonische Erbe wollen wir in naher Zukunft in einem Kooperationsprojekt angehen. Und das ist noch nicht alles: Wir haben bereits weitere Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit geschmiedet.

Sobald die Pläne konkreter werden, halten wir euch natürlich genau hier auf dem Laufenden! 📢 Stay tuned!

🏛️ Im Rahmen des Klaus Zernack Colloquium, welches sich in diesem Jahr der Interdisziplinarität widmet [1], fand am letz...
06/07/2026

🏛️ Im Rahmen des Klaus Zernack Colloquium, welches sich in diesem Jahr der Interdisziplinarität widmet [1], fand am letzten Dienstag im Juni in unserer Bibliothek ein Treffen mit Professor Piotr Juszkiewicz statt.

🎓 Prof. Juszkiewicz ist Kunsthistoriker, Experte für die Moderne und Mitkurator der bedeutenden, preisgekrönten und viel diskutierten Ausstellung „A New Beginning. Modernism in the Second Polish Republic“ [2], die von 2022 bis 2023 im Nationalmuseum in Krakau zu sehen war. Er konzipierte die Ausstellung gemeinsam mit Professor Andrzej Szczerski. Obwohl seitdem einige Jahre vergangen sind, ist das Thema nach wie vor hochaktuell.

🔍 Den Vorbereitungen für die Ausstellung ging eine Analyse der bisherigen Konzepte im Zusammenhang mit dem europäischen und polnischen Modernismus sowie der Art und Weise, wie dieses Phänomen wahrgenommen und die damit verbundenen Theorien und Aktivitäten klassifiziert werden, voraus. Der Gast berichtete über vielschichtige Archivrecherchen, das Ausstellungskonzept, die Raumgestaltung und die Verknüpfung wichtiger Themen auf verschiedenen Ebenen. Dabei verdeutlichte er dem Publikum die Komplexität der Herausforderungen, mit denen sich die interdisziplinäre Forschung zur Moderne auseinandersetzt.

🖼️ Dank des reichhaltigen Bildmaterials konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – sowohl in Berlin als auch dank der Online-Übertragung an anderen Orten – an einer Reise durch Zeit und Raum teilnehmen und die Vielfalt der Formen und Exponate erleben, die diese umfassende Geschichte der polnischen Kunst erzählt.

👥 An der Veranstaltung, die seitens des für Hisorische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN) von Dr. Dorota Kownacka-Rogulska moderiert wurde, nahmen 16 Personen teil, die sich in der Bibliothek des Zentrums in Pankow sowie vor ihren Bildschirmen versammelt hatten.






[1] https://cbh.pan.pl/de/2026 / https://cbh.pan.pl/pl/2026
[2] https://mnk.pl/en/wystawy/nowy-poczatek-modernizm-w-ii-rp-2/ / https://cbh.pan.pl/pl/klaus-zernack-colloquium-2026-3

📸Jakub K. Sawicki

🙏Ende Mai ging die Ausstellung „Nasi chłopcy. Mieszkańcy Pomorza Gdańskiego w armii III Rzeszy” [Unsere Jungs. Die Bewoh...
24/06/2026

🙏Ende Mai ging die Ausstellung „Nasi chłopcy. Mieszkańcy Pomorza Gdańskiego w armii III Rzeszy” [Unsere Jungs. Die Bewohner Danzig-Westpreußens in der Armee des Dritten Reichs] zu Ende. Wir möchten uns bei den Kolleginnen und Kollegen der Institutionen bedanken, die gemeinsam mit uns für die Ausstellung verantwortlich waren: dem Museum von Danzig (Muzeum Gdańska), dem Museum des Zweiten Weltkriegs (Muzeum II Wojny Światowej) und den übrigen institutionellen Partnern. Unser Dank gilt außerdem den Spender:innen, den Freund:innen der Ausstellung sowie allen, die sich an der Diskussion rund um die Ausstellung beteiligt haben. Wir danken auch allen, die uns mit ihren Stimmen der Vernunft und ihrer Unterstützung zur Seite standen.

🙏Abschließend möchten wir uns bei den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung bedanken. Über 100.000 Menschen haben sie gesehen, darunter nicht selten solche, die eigens Hunderte von Kilometern zurückgelegt haben, um zum Rechtstädtischen Rathaus – wo sich das Museum der Stadt Danzig (Ratusz Głównego Miasta - Muzeum Gdańska) befindet – zu gelangen. Einige Tausend von ihnen haben uns nach dem Rundgang Nachrichten hinterlassen – ihre Eindrücke, Anmerkungen und Erkenntnisse, die sie aus ihrem Besuch gewonnen haben. Hunderte dieser handschriftlichen Rückmeldungen erzählen von ihren eigenen familiären Erfahrungen, die die in der Ausstellung gezeigten Geschichten ergänzen. Wir teilen hier einige Beispiele dieser Nachrichten im Original. Die Übersetzungen finden Sie unter den Fotos.

📓Der Ausstellungskatalog, der auf Polnisch und Englisch erhältlich ist, kann hier bestellt werden: https://www.muzeum1939.pl/wydawnictwo/publikacje/-nasi-chlopcy-mieszkancy-pomorza-gdanskiego-w-armii-iii-rzeszy-









🏛️ Am letzten Donnerstag waren wir mit unserem diesjährigen Klaus Zernack Colloquium am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas E...
10/06/2026

🏛️ Am letzten Donnerstag waren wir mit unserem diesjährigen Klaus Zernack Colloquium am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas Ertl am Friedrich-Meinecke-Institut der Freie Universität Berlin in Dahlem zu Gast.

📜 Beim zweiten Colloquium der diesjährigen Reihe, die sich der Interdisziplinarität am Zentrum für Historische Forschung Berlin widmet, stand das Thema „Materielle Kultur – oder: Wie Dinge Geschichte schreiben” im Fokus.

🗣️ Im ersten Vortrag verdeutlichte Prof. Ertl, dass weder bewegliche Skulpturen noch it-narratives (was man mit Objekt(auto)biographien übersetzen könnte) erst in der Frühen Neuzeit in der materiellen Welt und als Imaginationen aufkamen, sondern bereits im Mittelalter vorhanden waren.

🤖 Ein eindrucksvolles Beispiel für bewegliche Figuren ist der um 1550 in Spanien hergestellte mechanische Mönch. Link zum Video in den Kommentaren (1).

📚 Bekannte Objekt(auto)biographien, die vorgestellt wurden, sind:
• „Die klagende Roßhaut“ (1557) von Hans Sachs, in der von den Leiden einer Roßhaut bis hin zur Bestimmung als Leder aus der Sicht des sich verändernden Materials berichtet wird.
• Ein Stück Klopapier aus dem Simplicissimus (1669) von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, das nicht beschmutzt werden möchte und von seinem „Wandel“ vom Hanf zu Faden, Stoff, Hemd, Windel, Lumpen, Papier, Buch und schließlich Toilettenpapier erzählt.

🔍 Am Ende seines Kurzvortrags verwies Prof. Ertl auf drei Aspekte:
1. Dinge können handeln und kommunizieren und haben eine eigene Biographie.
2. Die Grenze zwischen Mensch und Objekt ist durchlässig.
3. Sprechende Dinge machen die materielle Welt zu einem Kommunikationspartner des Menschen. Die Botschaften können religiös, ethisch oder sozial sein, ermahnend, unterhaltend, originell oder überraschend.

🧻Notabene: Das Beispiel aus dem Simplicissimus enthält eine Parallele zu den wiederkehrenden Praktiken in staatssozialistischen Staaten, in denen Zeitungspapier in Mangelzeiten das Klopapier ersetzen musste.

🚩 Genau in diese Zeit entführte uns Dr. Monika Saczyńska-Vercamer in ihrem Vortrag über die Gründung des Instituts für Geschichte der materiellen Kultur der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1953. Ausgehend von den bahnbrechenden Arbeiten Jan Rutkowskis und Jan Bujaks in der Zweiten Polnischen Republik und groß angelegten archäologischen Ausgrabungen nach dem Krieg entstand an dem Warschauer Institut eine marxistische Geschichtswissenschaft der materiellen Kultur (2), die in den 1970er- und 1980er-Jahren den französischen Einfluss der Annales-Schule aufnahm, um kulturelle Inhalte in der Materialität und die symbolische Dimension von Dingen zu erforschen. Im ausgehenden 20. Jahrhundert konnten die Konzepte der historischen Erforschung der materiellen Kultur schließlich auch mit den Ansätzen von Pierre Bourdieu und Bruno Latour weiterentwickelt werden.

📄 Monikas Beispiele bezogen sich auf Artikel aus dem 9. Band der „Material Culture in Central European Towns“ der Medieval and Early Modern Material Culture Online (MEMO), die sie gemeinsam mit ihren Kolleg:innen herausgegeben hat (3). Dabei ging sie auf die Rolle der sich verdichtenden Stadtblöcke für die nachbarschaftlichen Beziehungen, die egalitäre Symbolik von Rathäusern in kleinen Ortschaften, Abzeichen der gesellschaftlichen Hierarchie sowie einen „eingeschlossenen“ tragbaren Altar im Krakauer Rathaus ein. Der eingeschlossene Altar führte dazu, dass das Sakrale das Profane heiligte und sich gleichzeitig dem Profanen unterordnete.

Monika, die uns leider bald verlassen wird, schloss mit folgenden Fragen ab, die die Abschlussdiskussion eröffneten und in kleinerer Runde im Restaurant „Eierschale“ fortgeführt werden konnten:

❓ „Ist eine Geschichte der Menschen ohne eine Geschichte der Dinge möglich und sollte man die Geschichte der Dinge (der Materialität) nur aus der Perspektive menschlichen Handelns betrachten?”
❓ „Wer handelt zuerst, wer löst die Handlung aus?“
❓ „Vielleicht sollten wir die rein anthropozentrische historische Perspektive ablehnen?“

🤝 Wir danken Monika für die Konzeption des Abends wie dem Lehrstuhl für die Geschichte des hohen und späten Mittelalters am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin für die fruchtbare Kooperation und würden uns über eine Fortsetzung sehr freuen.
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(1) Video zum mechanischen Mönch: https://youtu.be/jiVKnlXcDDg?si=J5YAYfKNudjrc_UP
(2) Siehe u. a. A would-be science? A history of material culture in Poland before and after the year 1989, in: Cultural History in Europe. Institutions-Themes-Perspectives, hg. v. J. Rogge, New Brunswick-London 2011, S. 125-139. https://www.inlibra.com/document/download/pdf/uuid/b370805a-8048-36c7-bb4a-e30207878238
(3) MEMO. Medieval and Early Modern Material Culture Online 9, 2022 https://memo.imareal.sbg.ac.at/wsjournal/memo/2022-9-material-culture-in-central-european-towns/






25/05/2026

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Berlin
13156

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