FU besetzt

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Wir sind Kämpfer*innen für einen selbst organisierten Freiraum, die eine Uni von unten gestalten wollen. Twitter: @fubesetzt

Kollektive Protestfaulheit | FURIOS Online 01/06/2017

Dass die FURIOS bei ihrer Kritik einer angeblichen "kollektiven Protestfaulheit" der Studierenden ausgerechnet diejenigen adressiert, die zu Beginn des Semesters den Hörsaal 1A besetzt haben, ist eine äußerst zynische Geste. Schließlich waren das diejenigen, die im Gegensatz zu vielen anderen in offensive Aktion gegangen sind, um ihrer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Freie Universität Berlin Luft zu machen, und eben nicht "protestfaul" waren.

Welche Rolle jedoch das Präsidium dabei gespielt hat, wenn es solche Formen der Selbstorganisierung im Keim erstickt, indem es Polizeihundertschaften auf den Campus bestellt und räumen lässt, blendet der Kommentar bequemlichkeitshalber aus.

Etwas ausführlicher zur geäußerten Kritik der Furios:

Erstens muss eine Besetzung keine Forderungen stellen, sondern kann auch Selbstzweck zur Selbstorganisierung sein. Anstatt wie immer von den Autoritäten zu fordern, was sie besser machen sollen, wie es schon seit Jahrzehnten passiert und meistens einfach nur verpufft ( , , ,...), kann eine Besetzung auch ein Ort sein, an dem eine bessere, demokratischere Uni einfach selbst gemacht wird.

Zweitens können in einem Zeitraum von wenigen Stunden keine Inhalte vollständig ausformuliert werden, wenn Demokratie radikal gelebt werden und die Kritik nicht schon im Vorfeld feststehen soll.

Diesbzgl. gibt es drei Möglichkeiten: Zum einen kann eine solche Aktion auf ein Ereignis auf autoritärer, institutionell-politischer Ebene reagieren, wie bei Holm bleibt, wobei sie sich politisch gesehen in einer defensiven Position befindet. Problem dabei ist u.a., dass die öffentliche Legitimation rapide abnimmt, sobald eine solch zentrale Forderung erfüllt wird wie an der Humboldt-Universität zu Berlin zu Beginn des Jahres. Oder es gibt eine Gruppe, die Inhalte bereits vor der eigentlichen Aktion aufbereitet und sie den anderen "Teilnehmer*innen" vorgibt. Dies ist jedoch ein sehr undemokratischer Akt und kann dazu führen, dass sich die Teilnehmenden nicht als tatsächlicher Teil der Aktion, sondern bloß als Besucher*innen fühlen und ein Anpassungsdruck herrscht. Außerdem widerspricht ein solches Konzept einer basisdemokratischen, selbstorganisierten .

Oder es wird eben zu einer Besetzung aufgerufen, die inhaltlich weitgehend offen ist. Alle, die aus welchen Gründen auch immer dabei sind, können ihre Perspektive, ihre Kritik und ihre Vorstellungen in die Besetzung tragen. Auf einen solchen offenen Aufruf hatten zu Beginn des Sommersemesters ca. 100 Studis reagiert, was beweist, dass es Anlässe zur Besetzung gab und vermutlich immer noch gibt. Die Aushandlung und Ausformulierung von Inhalten, Kritik und vielleicht auch Forderungen ist jedoch ein Prozess, der, wenn er tatsächlich emanipatorisch-demokratisch, d.h. auch konsensual, stattfinden soll, mehrere Plena an verschiedenen Tagen und ausgefeilte (Konsens-)Methoden benötigt. Beispiel : Das Besetzungsmanifest brauchte 3 Vollversammlungen an 3 Tagen + Arbeitsgruppen zwischen den Plena, um ausgearbeitet und im Konsens beschlossen werden zu können. Das hier ist das Resultat:

http://iswbesetzt.blogsport.eu/2017/01/24/das-bestzungsmanifest-der-besetzerinnen/

Wie hätten also in den jeweils 10-12 Stunden, die es dauerte, bis bei die Polizei in den Hörsaal reinrockerte, Inhalte auf basisdemokratische Art & Weise beschlossen und ausformuliert werden können? Dass die Besetzer*innen es in dieser Zeit nicht schafften, ihre Kritik an der sog. Freien Universität zu benennen, lag nicht an einem "Mangel an Protestkultur" seitens der Studierenden, sondern am autoritären Ordnungsdrang und Machtwillen des Präsidiums, welche nicht mit der Radikalität der demokratischen Ideale der Besetzung vereinbar waren.

Sicherlich sind die Studierendenproteste im Vergleich zu früheren Zeit beinahe eingeschlafen. Aber das liegt bestimmt nicht an denjenigen, die trotzdem was machen, sondern an einem neoliberalen Hochschul- & Bildungssystem, dass uns Stundenpläne (WTF?!) wie den hier auferlegen möchte:

https://www.facebook.com/astafuberlin/photos/pcb.713711378831590/713707395498655/?type=3&theater

Ob die Autorin selbst politisch selbstorganisiert ist, geht aus dem Kommentar nicht hervor. bestimmt tut es aber auch ganz gut, selbst mal zu versuchen was zu verändern, bevor man andere fürs Nichtstun oder Falschmachen kritisiert.

Kollektive Protestfaulheit | FURIOS Online Studierendenbewegungen haben das Potential, frischen Wind in unsere eingefahrene Gesellschaft zu pusten. Karolin Tockhorn hat nicht den Eindruck, als...

Photos 10/05/2017

True that....

All cats are beautiful!

Photos 03/05/2017

Essen ist fertig!

03/05/2017

Heute Soli-Küfa von 12-16 Uhr im Café Tricky in der Gary 55!
Wir haben noch ne Menge Essen von der Besetzung über und zaubern euch ein kämpferisches Chili! Kommt zwischen euren Seminaren vorbei und supportet uns ;)

30/04/2017

Pressemitteilung des AStA FU Berlin zur Hörsaalräumung am 25./26.4.:

AStA FU kritisiert Hörsaalräumung an der FU am 26.4.2017 | Allgemeiner Studierendenausschuss der FU Berlin Das Präsidium der FU ließ in der Nacht auf Mittwoch einen von Studierenden vorübergehend besetzten Hörsaal durch die Polizei räumen. Diese rückte mit zwei Einsatzhundertschaften inklusive einer Hundestaffel an, umstellte den Hörsaal und setzte 20 Studierende dort fest, gegen die ein Strafverfahren a...

26/04/2017

# # # Drastische Repressionen durch Universität und Polizei # # #

Die FU hat sich gestern Nacht wieder selbst übertroffen: mit zwei Hundertschaften und einer Hundestaffel wurden wir mitten in der Nacht geräumt.

Es ist schon bemerkenswert, zu welch drastischen Repressionsmaßnahmen angesichts einer Besetzung durch Studierende gegriffen wird, vor Allem vor dem Hintergrund, dass sich die Universität Nachmittags um 4 noch mit einer Ringvorlesung zu der 68er-Studierendenbewegung rühmt.

25/04/2017

Jetzt im Hörsaal 1 a - er bleibt trotz Repressionsdrohungen besetzt! Bier und Musik sind da, also kommt auch vorbei!

25/04/2017

Um 19 Uhr gibt's ein weiteres Plenum (und Essen!), bei dem wir besprechen, wie es hier heute Abend weiter geht!

Wenn wir den Raum halten wollen, brauchen wir auf jeden Fall noch Unterstützung!



Holm bleibt FSI Geschichte FU Berlin FSI Psychologie FSI PuK Bizim Kiez Kiezladen Friedel54 FSI OSI

25/04/2017

Bei der Versammlung um 14 Uhr gab es großen Diskussionsbedarf:

Vor welche Probleme stellt uns das autoritäre Hochschulsystem? Wie kann man sich eine Uni von unten vorstellen? Brauchen wir einen festen Raum, um kritische Lehre und politische Veranstaltungen zu organisieren, oder sollen wir uns die Freiräume einfach nehmen, sobald wir sie brauchen? Wie kann man es schaffen, diesen Raum herrschaftsfrei zu organisieren?

Um diese Diskussionen ausführlich zu führen, findet eine weitere Versammlung um 19 Uhr statt - vorher, um 18 Uhr gibt es eine Küfa.

Zurzeit hat sich eine Gruppe zum Aktionstraining zusammengefunden, während eine andere Gruppe die Küfa vorbereitet - Unterstützung kann gut gebraucht werden!

25/04/2017

Das CouchCafé ist aufgebaut und bald geht's auch schon mit dem Programm im Hörsaal 1a los!

14 Uhr: Versammlung der Studierenden

Überblick über Geschehnisse der letzten Woche und Diskussionen über relevante Themen, wie Chancengleichheit, Uni von unten, kritische Lehre, Leistungsdruck und mehr

16 Uhr: Vorbereitungen für die KüfA & Aktionstraining

18 Uhr: Küche für Alle

19 Uhr: Plenum

.. open end

Holm bleibt FSI OSI FSI Geschichte FU Berlin FSI Psychologie

Photos 24/04/2017

Die Vorbereitungen für morgen laufen!

Programm im Hörsaal 1a:

14 Uhr: Versammlung der Studierenden
Überblick über Geschehnisse der letzten Woche und Diskussionen über relevante Themen, wie Chancengleichheit, Uni von unten, kritische Lehre, Leistungsdruck und mehr

16 Uhr: Vorbereitungen für die KüfA & Aktionstraining

18 Uhr: Küche für Alle

19 Uhr: Vollversammlung
Abendplanung und Organisatorisches

"Am 18. April 2017 wurde der Hörsaal 1a in der Rost- und Silberlaube besetzt. Ganze 10 Stunden existierte ein selbstverwalteter Raum an der sog. Freien Universität Berlin, der von Personen verschiedener Hochschulen und Nichtstudierenden genutzt wurde. Hauptsorge der Universitätsleitung jedoch war, dass die Ringvorlesung "Studentenbewegung. 50 Jahre danach“ wegen der Zweckentfremdung von Sofas nicht stattfinden könne. Im Dialog mit den Veranstalter*innen stellte sich heraus, dass die Hörsaalnutzung durch Sofas nicht eingeschränkt wurde. Die Veranstaltung fand statt.

Das hielt die Universitätsleitung jedoch nicht davon ab, den Campus der Rost- & Silberlaube mit 17 Polizeigroßraumfahrzeugen zu umstellen. Angesichts dieses massiven Repressionsdrucks seitens des Präsidiums sahen sich die Nutzer*innen des selbst geschaffenen Freiraums im Hörsaal 1a gezwungen, sich an diesem Abend zurückzuziehen.

Das Verhalten der Universitätsleitung zeigt, dass der Protest gerechtfertigt ist und den Studierenden kein Freiraum für Selbstorganisierung, Diskussion und Begegnung zugestanden wird. Die Uni sollte ein Ort für und vor allem von Studierenden und auch so gestaltet sein.

Wir haben es satt, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird und wollen eine Uni schaffen, in der Entscheidungen von unten durchgesetzt werden. Lasst uns gemeinsam für einen Raum kämpfen, den wir selbst gestalten können, in dem wir
gegenseitig von einander lernen und eine Uni von unten schaffen!"

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